Seborrhoisches Ekzem

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Schuppig-fettige Haut im Gesicht, ein klassisches Symptom des seborrhoischen Ekzems, auch seborrhoische Dermatitis genannt. Es handelt sich um eine häufig bei Männern auftretende, nicht ansteckende Hauterkrankung, die mit der richtigen Therapie schnell in den Griff zu kriegen ist. Wir erklären Ihnen, was diese Erkrankung bedeute, wie sie entsteht und was man gegen das seborrhoische Ekzem tun kann.

Definition

Was ist ein seborrhoisches Ekzem?

Ein Seborrhoisches Ekzem (Seborrhoische Dermatitis) ist ein gelb-schuppender, rötlicher Hautausschlag (Ekzem), welcher im Bereich der Talgdrüsen auftritt. Die Talgdrüsen sind vor allem im Brust-, und Rückenbereich, im Gesicht und auf dem behaarten Kopf lokalisiert. Es handelt sich um eine häufige Hauterkrankung, die harmlos und nicht ansteckend ist, von den Betroffenen aber als unangenehm wahrgenommen werden kann. Unterschieden werden zwei Formen des seborrhoischen Ekzems:

  • Typ 1: Das seborrhoische Ekzem bei Säuglingen. Diese Form der seborrhoischen Dermatitis tritt in den ersten drei Lebensmonaten auf und heilt von alleine wieder ab.
  • Typ 2: Das seborrhoische Ekzem beim Erwachsenen. Diese seborrhoische Dermatitis tritt in der Regel zwischen dem 3. - 5. Lebensjahrzehnt auf und verläuft in den meisten Fällen nicht selbstlimitierend.

Ursache

Welche Ursachen hat ein seborrhoisches Ekzem?

Viele Erwachsene, die unter Kopfschuppen leiden, haben auch ein seborrhoisches Ekzem. Ursächlich dafür ist eine veränderte Hautflora mit Überbesiedlung des Hefepilzes Malassezia furfur. Dieser führt zu einer Reizung der Haut und der behaarten Kopfhaut, sodass die Symptome einer fettigen, irritierten Haut entstehen.

Da das Ekzem vor allem an Hautarealen mit Talgdrüsen auftritt, besteht ein Zusammenhang zu einer gestörten Funktion dieser. Talgdrüsen fetten normalerweise die Haut und verhindern eine Austrocknung. Beim Seborrhoischen Ekzem ist die Hautfettung unverhältnismäßig hoch.

Diskutiert werden auch andere Faktoren, wie ein geschwächtes Immunsystem und männliche Geschlechtshormone, da diese die Schuppenbildung begünstigen.

Auch Stress und insgesamt eine geschwächte Abwehr gelten als Risikofaktoren, insbesondere wenn die Schuppenbildung genetisch veranlagt ist. Die Entzündung kann hierdurch verstärkt werden. Eine allgemeine familiäre Veranlagung zur Ausbildung eines seborrhoischen Ekzems wird vermutet, jedoch sind die genauen Entstehungsmechanismen und Ursachen zur Entwicklung eines seborrhoischen Ekzems immer noch Gegenstand der Forschung. Bestimmte Erkrankungen, wie z. B. der Morbus Parkinson oder auch eine HIV-Infektion sollen jedoch in Zusammenhang mit einer gehäuften Entstehung einer seborrhoischen Dermatitis stehen.

Des Weiteren leiden Betroffene der Hauterkrankung im Winter stärker unter den Symptomen als im Sommer. Das könnte an der trockenen Heizungsluft liegen. Sonne, frische Luft und insbesondere feuchte Meeresluft hingegen verbessern die Beschwerden bei seborrhoischem Ekzem.

Symptome

Wie sieht ein seborrhoisches Ekzem aus?

Typisch sind fettige Hautschuppen in einem weißlich-gelblichen Ton. Die Haut unter den Schuppen ist durch die Entzündung gerötet. Juckreiz tritt nicht bei allen Betroffenen auf. Klassische Lokalisationen für die schuppigen Flecken sind neben der behaarten Kopfhaut das Gesicht. Im Gesicht wiederum sind die Augenbrauen, die Mundpartie, Nasolabialfalten und der Bartbereich häufig betroffen. Weniger betroffen sind die Brustbeinregion, der Rumpfbereiche oder die Stelle zwischen den Schulterblättern.

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Diagnose

Wie kommt es zur Diagnose?

Der Arzt begutachtet die betroffenen Stellen und berücksichtigt Aussehen und Lokalisation der Hauterscheinungen. Das seborrhoisches Ekzem ist durch die Ausbildung der gelblich-fettigen Schuppen auf einem geröteten Grund auf der typischen Lokalisation von anderen Hauterkrankungen gut zu unterscheiden.

Therapie

Wie sieht die Behandlung aus?

Therapeutisch wird ein Mittel, das das Pilzwachstum hemmt (Antimykotikum), eingesetzt. Es sollte nicht nur als Creme auf die betroffene Haut aufgetragen werden, sondern auch in einem Shampoo zur Pflege der Kopfhaut eingesetzt werden. Dadurch wird die Entzündung gebremst und die gesamte Hautflora im Kopf-Halsbereich reguliert.

Ist die Entzündung stark ausgeprägt, kann eine sehr milde Kortisontherapie zusätzlich eingesetzt werden. Bei Erkrankungsbeginn ist eine mehrfach tägliche Anwendung sinnvoll, bei Symptombesserung reicht eine wöchentliche Anwendung des Antimykotikums aus. Sind behaarte Bereiche betroffen, eignen sich auch Shampoos mit Wirkstoffen wie Selendisulfid. Diese unterdrücken ebenfalls das Pilzwachstum.

Hinweis: Auch wenn sich die Symptome abschwächen, kann die Erkrankung wieder ausbrechen oder chronisch verlaufen.

Hinweis: Bei erkrankten Säuglingen ist nicht zwingend eine medikamentöse Therapie notwendig, da sie meist von selbst ausheilt. Um die Haut zu beruhigen, eignet sich eine leichte Pflegecreme, die auch mit einem Ölbad kombiniert werden kann.

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Die Bilder in der unten ausgeführten Slideshow wurden von der Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen zur Verfügung gestellt.

Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.

Literatur und Einzelnachweise

  • Altmeyer, P. (2021, Januar 19), Seborrhoische Dermatitis des Erwachsenen. Abgerufen 30. März 2021, von https://www.altmeyers.org
  • Altmeyer, P. & Tran, H. (2018, Januar 16), Seborrhoisches Ekzem des Säuglings. Abgerufen 30. März 2021 https://www.altmeyers.org