Seborrhoisches Ekzem

Auch bekannt als: Dermatitis seborrhoides; Dermatitis seborrhoische; Ekzem seborrhoisches; Dermatitis dysseborrhoische; Morbus Unna; Seborrheic dermatitis; Seborrhoisches Kopfhautekzem; Seborrhoic dermatitis; Seborrhoisches Ekzem des Erwachsenen; Dermatitis seborrhoides infantum; Infantile seborrhoeic dermatitis; Infantile seborrhoische Dermatitis; Ekzem seborrhoisches des Säuglings; Seborrhoisches Ekzem des Säuglings

ICD-Code: L21.-

Schuppig-fettige Haut im Gesicht, ein klassisches Symptom des seborrhoischen Ekzems, auch seborrhoische Dermatitis genannt. Es handelt sich um eine häufig bei Männern auftretende, nicht ansteckende Hauterkrankung, die mit der richtigen Therapie schnell in den Griff zu kriegen ist. Wir erklären im Artikel, was diese Erkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man gegen das seborrhoische Ekzem tun kann. In unserer digitalen Hautarztpraxis bei dermanostic behandeln unsere Hautärzt*innen täglich viele Patient*innen mit einem seborrhoischen Ekzem per App.

5 Fakten ĂĽber seborrhoisches Ekzem

  • Typisches Krankheitsbild ist ein gelblicher, schuppiger Ausschlag auf geröteter Haut
  • Findet sich häufig bei Menschen, die auch unter Schuppen auf der Kopfhaut leiden
  • Betroffene zeigen im Winter meist stärkere Ausschläge als im Sommer
  • Man unterscheidet zwei Formen: Eine die bei Säuglingen vorkommt und eine die bei Erwachsenen auftritt
  • Auslöser sind meistens Hefepilze der normalen Hautflora

Definition

Was ist ein seborrhoisches Ekzem?

Ein Seborrhoisches Ekzem (Seborrhoische Dermatitis) ist ein gelb-schuppender, rötlicher Hautausschlag (Ekzem), welcher im Bereich der Talgdrüsen auftritt. Die Talgdrüsen sind vor allem im Brust-, und Rückenbereich, im Gesicht und auf dem behaarten Kopf lokalisiert. Es handelt sich um eine häufige Hauterkrankung, die harmlos und nicht ansteckend ist, von den Betroffenen aber als unangenehm wahrgenommen werden kann. Unterschieden werden zwei Formen des seborrhoischen Ekzems:

  • Typ 1: Das seborrhoische Ekzem bei Säuglingen. Diese Form der seborrhoischen Dermatitis tritt in den ersten drei Lebensmonaten auf und heilt von alleine wieder ab.
  • Typ 2: Das seborrhoische Ekzem beim Erwachsenen. Diese seborrhoische Dermatitis tritt in der Regel zwischen dem 3. - 5. Lebensjahrzehnt auf und verläuft in den meisten Fällen nicht selbstlimitierend.

Schau Dir auch unseren Beitrag zu den Merkmalen des seborrhoischen Ekzems auf Instagram an.

Ursache

Wie bekommt man ein seborrhoisches Ekzem?

Viele Erwachsene, die unter Kopfschuppen leiden, haben auch ein seborrhoisches Ekzem. Ursächlich dafür ist eine veränderte Hautflora mit Überbesiedlung des Hefepilzes Malassezia furfur (wie bei der Pilzinfektion der Kopfhaut = Tinea capitis). Dieser führt zu einer Reizung der Haut und der behaarten Kopfhaut, sodass die Symptome einer fettigen, irritierten Haut entstehen.

Da das Ekzem vor allem an Hautarealen mit Talgdrüsen auftritt, besteht ein Zusammenhang zu einer gestörten Funktion dieser. Talgdrüsen fetten normalerweise die Haut und verhindern eine Austrocknung. Beim seborrhoischen Ekzem ist die Hautfettung unverhältnismäßig hoch.

Diskutiert werden auch andere Faktoren, wie ein geschwächtes Immunsystem und männliche Geschlechtshormone, da diese die Schuppenbildung begünstigen.

Auch Stress und insgesamt eine geschwächte Abwehr gelten als Risikofaktoren, insbesondere wenn die Schuppenbildung genetisch veranlagt ist. Die Entzündung kann hierdurch verstärkt werden. Eine allgemeine familiäre Veranlagung zur Ausbildung eines seborrhoischen Ekzems wird vermutet, jedoch sind die genauen Entstehungsmechanismen und Ursachen zur Entwicklung eines seborrhoischen Ekzems immer noch Gegenstand der Forschung. Bestimmte Erkrankungen, wie z. B. der Morbus Parkinson oder auch eine HIV-Infektion sollen jedoch in Zusammenhang mit einer gehäuften Entstehung einer seborrhoischen Dermatitis stehen.

Des Weiteren leiden Betroffene der Hauterkrankung im Winter stärker unter den Symptomen als im Sommer. Das könnte an der trockenen Heizungsluft liegen. Sonne, frische Luft und insbesondere feuchte Meeresluft hingegen verbessern die Beschwerden bei seborrhoischem Ekzem.

Solltest Du die seborrhoische Dermatitis bei Dir festgestellt haben, nutze die Beratung per dermanostic App. Hier erhältst Du innerhalb von 24 Stunden eine Diagnose und einen Therapieplan von erfahrenen Hautfachärzt*innen.

Symptome

Wie sieht ein seborrhoisches Ekzem aus?

Typisch sind fettige Hautschuppen in einem weißlich-gelblichen Ton. Die Haut unter den Schuppen ist durch die Entzündung gerötet. Juckreiz tritt nicht bei allen Betroffenen auf. Klassische Lokalisationen für die schuppigen Flecken sind neben der behaarten Kopfhaut das Gesicht (ähnlich wie bei der Follikulitis). Im Gesicht wiederum sind die Augenbrauen, die Mundpartie, Nasolabialfalten und der Bartbereich häufig betroffen. Weniger betroffen sind die Brustbeinregion, der Rumpfbereich oder die Stelle zwischen den Schulterblättern.

Wie bereits erwähnt können auch Säuglinge ein seborrhoisches Ekzem entwickeln. Hier ist vorzugsweise die Kopfhaut betroffen, weshalb der umgangssprachliche Begriff „Kopfgneis“ daraus entstanden ist. Ein seborrhoisches Ekzem beim Säugling zeigt dabei eher selten Hautabschilferungen im Windelbereich oder am gesamten Körper. Optisch gleichen die Schuppen des Neugeborenen denen einer seborrhoischen Dermatitis beim Erwachsenen. Mehr zum Thema Hautkrankheiten bei Babys und Kindern findest Du auf unserem Blog.

Falls auch Du einen unklaren Hautbefund hast, kannst Du Dich gern an unsere Hautfachärzt*innen aus der digitalen Hautarztpraxis dermanostic per App wenden. Unser Team aus Expert*innen kann Dir mit einer Diagnosestellung helfen und erstellt Dir einen ausführlichen Arztbrief.

Komplikationen

Ist das seborrhoische Ekzem gefährlich?

Im Regelfall entstehen bei dieser Erkrankung keine Komplikationen und die Beschwerden klingen ohne Narbenbildung ab. Es kann jedoch in seltenen Fällen zu einer Infektion des schon entzündeten Ausschlags durch Bakterien oder Viren kommen. In solchen Fällen empfiehlt unsere Hautarztpraxis, dass zeitnah unsere Hautfachärzt*innen die Hautveränderung per App beurteilen und entsprechend gezielt behandeln.

Therapie

Kann man seborrhoisches Ekzem heilen?

Therapeutisch wird ein Mittel, das das Pilzwachstum hemmt (Antimykotikum), eingesetzt. Es sollte nicht nur als Creme auf die betroffene Haut aufgetragen werden, sondern auch in einem Shampoo zur Pflege der Kopfhaut eingesetzt werden. Dadurch wird die EntzĂĽndung gebremst und die gesamte Hautflora im Kopf-Halsbereich reguliert.

Ist die Entzündung stark ausgeprägt, kann eine sehr milde Kortisontherapie zusätzlich eingesetzt werden. Bei Erkrankungsbeginn ist eine mehrfach tägliche Anwendung sinnvoll, bei Symptombesserung reicht eine wöchentliche Anwendung des Antimykotikums aus. Sind behaarte Bereiche betroffen, eignen sich auch Shampoos mit Wirkstoffen wie Selendisulfid. Diese unterdrücken ebenfalls das Pilzwachstum.

Hinweis: Auch wenn sich die Symptome abschwächen, kann die Erkrankung wieder ausbrechen oder chronisch verlaufen.

Hinweis: Bei erkrankten Säuglingen ist nicht zwingend eine medikamentöse Therapie notwendig, da sie meist von selbst ausheilt. Um die Haut zu beruhigen, eignet sich eine leichte Pflegecreme, die auch mit einem Ölbad kombiniert werden kann.

Das seborrhoische Ekzem kannst Du auch in unserer digitalen Hautarztpraxis dermanostic behandeln lassen. Hier erfährst Du, wie das geht.

Wirkstoffe

Was hilft gegen seborrhoisches Ekzem?

Gegen das seborrhoische Ekzem werden unter anderem folgende Wirkstoffe eingesetzt:

Dr. med. Alice Martin

Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und Mitgründerin der Online-Hautarztpraxis dermanostic. Sie ist leidenschaftliche Vermittlerin für dermatologische Themen und deshalb bei dermanostic für die Patientenkommunikation zuständig. 

Literatur und Einzelnachweise

  1. Altmeyer, P:
    Seborrhoische Dermatitis des Erwachsenen (19. Januar 2021) | Abgerufen am 30. März 2021 von www.altmeyers.org
  2. Altmeyer, P. & Tran, H.:
    Seborrhoisches Ekzem des Säuglings (16. Januar 2018) | Abgerufen am 30. März 2021 von www.altmeyers.org