Rosacea

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Die Rosacea (auch Couperrose oder Rosazea genannt) ist eine weit verbreitete chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die je nach Stadium mit Rötungen und Pusteln im Gesicht einhergeht.

Definition

Was ist eine Rosacea?

Die Rosacea ist eine weit verbreitete chronisch-entzündliche und schubweise verlaufende Hauterkrankung, die je nach Stadium mit Rötungen und Pusteln im Gesicht einhergeht. Patienten besitzen typischerweise rote Stellen auf der Wange, Nase, Stirn oder Kinn. Pickel und Knötchen können zusätzlich vorliegen. Im letzten Stadium kann sich, durch eine Talgdrüsen-Vergrößerung, ein Rhinophym bilden, dies ist eine knollenförmig veränderte Nase (umgangssprachlich Kartoffel- oder Knollennase).

Bestimmte Trigger-Faktoren wie der Konsum von Alkohol, Nikotin, Koffein, scharf gewürzte Speisen, Stress, UV-Strahlung und Wärme (auch heiße Getränke) führen häufig zu einer Verschlechterung der Hauterscheinung.

Eine Entstehung und Entwicklung der Rosacea basieren auf der Erweiterung feiner Gefäße (sichtbare erweiterte Äderchen) im Gesicht als Reaktion auf bestimmte Reize, dadurch entwickelt sich eine Rötung, pustelige und knotige Veränderungen können folgen.

Ursache

Wodurch entsteht eine Rosacea?

Die genaue Ursache ist bislang nicht eindeutig geklärt. Genetische Faktoren scheinen eine Rolle zu spielen, da familiäre Zusammenhänge erkennbar sind. 

Neue Forschungen diskutieren eine angeborene fehlgeleitete Immunreaktion, die eine Entzündung begünstigen. Die Zellteilung von Talgdrüsen und Bindegewebe wird verstärkt, was stellenweise eine Hautverdickung und Vergrößerung der Poren erzeugt.

Symptome

Wie sieht eine Rosacea aus?

Die Rosacea zeigt sich vor allem in der Gesichtsmitte (Nase, Wangen, Stirn und Kinn), seltener auf Dekolleté und Hals.

Es gibt verschiedene Stadien oder Formen der Rosacea, die allerdings nicht aufeinander folgen müssen:

0. Stadium - Flush:

Flüchtige, vorübergehende, häufig plötzliche Gesichtsrötung (Flushing).

1. Stadium - Rosacea erythematosa oder Rosacea erythematosa-teleangiectatica:

Bleibende Rötungen über Stunden und Tage. Es besteht das Risiko der Bildung von Teleangiektasien (kleine, erweiterte und sichtbare Äderchen) - häufig im Wangenbereich und der Nasenregion.

2. Stadium - Rosacea papulopustulosa:

Vereinzelte oder in Gruppen vorkommende, entzündliche, gerötete, mehrere Tage bis Wochen bestehende, manchmal schuppende Papeln und Pusteln (Knötchen).

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Diagnose

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die hautärztliche Praxis oder auch eine Klinik für Dermatologie führt eine ausführliche Anamnese durch. Eine Rosacea ist eine Blickdiagnose. Eine Gewebeentnahme und mikroskopische Untersuchung empfiehlt sich nur in Ausnahmefällen, beispielsweise bei einer Therapieresistenz oder dem Ausschluss anderer Erkrankungen. 

Therapie

Welche Therapie-Möglichkeiten gibt es?

Da es sich um eine chronische Erkrankung handelt, sind regelmäßige ärztliche Vorstellungen und eine längerfristige Therapie häufig notwendig. Eine aktuelle Therapie kann je nach Hautbefund und Stadium angepasst werden.

Trigger-Faktoren meiden:

Es gibt Faktoren, die einen akuten Schub der Rosacea triggern können und daher vermieden werden sollten:

  • Alkohol, Nikotin, Koffein (Link Blog Koffein, Alkohol, Niktoin: Das passiert mit unserer Haut)
  • Heiße Getränke
  • Stress
  • (zu fettige) Kosmetika
  • Scharfe Gewürze oder Speisen
  • UV-Strahlung und auch generell starke Temperaturschwankungen.

Für die Stressbewältigung können sich Entspannungsverfahren, zum Beispiel autogenes Training oder eine progressive Muskelentspannung, eignen.

Wahl von Hautpflege und Kosmetika

Die Haut der Rosacea ist besonders sensibel und reagiert sehr empfindlich auf äußere Reize. Nicht verwendet werden sollten stark irritierende Seifen oder alkoholische Lösungen.

Es gibt spezielle Kosmetika und Pflegeserien für die Haut einer Rosacea, deren Inhaltsstoffe Hautrötungen und Hautirritationen vermindern können.

Sonnenschutz:

Da UV-Licht die Symptome verstärkt, ist zu einem ganzjährigen Sonnschutz zu raten, der vor UVB und UVA-Strahlen schützt.

Gesichtsmassage:

Gesichtsmassagen können hilfreich sein, da im Laufe der Entzündung Gesichtsschwellung auftreten, welche hiermit rückläufiger werden. Diese werden allerdings heute nur selten angewandt.

Äußere Behandlung:

Die Therapie "von außen" erfolgt je nach vorliegendem Stadium!

Gels, Lotions oder Cremes mit dem Wirkstoff Metronidazol können therapeutisch angewandt werden. Alternativ gibt es Azelainsäure als Gel oder Ivermecetin als Creme, die entzündungshemmend wirken. Für die Verminderung der Hautrötung eignen sich gefäßverengende Stoffe, wie Bromonidin. Auslösende Faktoren sollten gemieden werden!

Innere Behandlung:

Ist die äußerliche Behandlung nicht zielführend, kann zusätzlich eine Antibiotikatherapie verordnet werden. Hierbei eignen sich Tetracycline in niedriger Dosierung mit spezieller Zubereitung, sodass ausschließlich die Entzündung vermindert wird und das Bakterienwachstum nicht beeinflusst wird.

Wird die Antibiotikatherapie nicht vertragen oder nicht ausreichend, ist es möglich ein Vitamin-A-Abkömmling einzusetzen: Isotretinion kann eine ,,Knollennase“ verkleinern, geht allerdings potenziell mit vermehrten Nebenwirkungen einher und ist bei Schwangerschaften aufgrund der Fehlbildungsgefahr des Ungeborenen kontraindiziert.

Falls der Verdacht auf einen Parasitenbefall der Demodex-Milbe besteht, ist eine vorübergehende Therapie mit Permethrin möglich.

Wichtig: Kortisonhaltige Präparate sind bei Rosacea zu meiden, da diese die Symptome nur kurzzeitig verbessern und im Anschluss zu einer erneuten Verschlechterung führen können.

Blitzlampe (IPL) oder Laser:

Mittels IPL oder Laser können Gefäßerweiterungen und Hautrötungen abgeschwächt werden, wobei Narben, dunklere oder hellere Hautflecken auftreten können. Zudem kann sich die Behandlung als schmerzhaft erweisen. Bei der PDT (Photodynamische Therapie) liegt bislang noch kein Nutzen-Nachweis vor.

Chirurgische Therapie:

Bei Wucherungen der Talg-, Hautdrüsen oder einem Rhinophym eignen sich chirurgische Therapieverfahren. Es erfolgt eine Abtragung per Laser, Skalpell oder Kryochirurgie mit flüssigem Stickstoff. Die Verfahren können auch kombiniert werden. Insgesamt sind gute ästhetische Ergebnisse zu erreichen.

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Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.