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Atopische Dermatitis des Kindesalters (Neurodermitis) 

Auch bekannt als: Endogenes Ekzem, atopisches Ekzem; Asthmaekzem; neurogene Dermatose; neuropathisches Ekzem

ICD-Code: L20.8

Bei der atopischen Dermatitis im Kindesalter handelt es sich um eine chronisch- entzündliche Hauterkrankung, die vor allem durch Hauttrockenheit (Xerosis cutis) und Juckreiz gekennzeichnet ist. Als Ursache kommen genetische und umweltbedingte Faktoren in Betracht, die das Auftreten des Hautausschlags begünstigen. Die betroffenen Hautstellen können sich je nach Alter der Patient*innen in Aussehen und Lokalisation unterscheiden. Im folgenden Artikel werden die unterschiedlichen Stadien eines heranwachsenden Kindes bis zum Erreichen des Erwachsenenalters näher betrachtet.

In unserer digitalen Hautarztpraxis bei dermanostic behandeln unsere Hautärzt*innen täglich viele Patient*innen mit einer Neurodermitis im Kindesalter per App.

5 Fakten über atopische Dermatitis im Kindesalter

  • 10-20% aller Kinder sind betroffen  
  • Tritt vermehrt in Industrieländern auf  
  • Im Säuglingsalter ist der Milchschorf charakteristisch  
  • Der Windelbereich bleibt immer frei  
  • Im Schulkindalter tritt typischerweise ein Beugeekzem auf  

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Definition

Was ist ein eine atopische Dermatitis?   

Die Neurodermitis bei Kindern ist eine der häufigsten Hauterkrankungen in Industrieländern. Etwa 10- 20% aller Kinder sind betroffen, wobei die Anzahl der Fälle immer weiter zunimmt. Beim atopischen Ekzem handelt es sich um eine chronisch- entzündliche Hauterkrankung, die sich vor allem durch Hauttrockenheit (Xerosis cutis) und quälenden Juckreiz bemerkbar macht. Betroffene Kinder weisen eine gestörte Hautbarriere und ein Ungleichgewicht des Immunsystems. Typisch ist auch eine generelle Überempfindlichkeit und Allergieneigung. Kinder und Babys mit Neurodermitis haben ein erhöhtes Risiko an einer anderen allergischen Erkrankung, wie Asthma und Heuschnupfen, zu leiden. Das atopische Ekzem kann bereits beim Säugling, aber auch erst beim Klein- oder Schulkind auftreten. Eine Ausheilung ist in jedem Kindesalter möglich. Der Hautausschlag kann jedoch auch vom Säuglingsalter bis hin zum Erwachsenenalter bestehen bleiben.   
  
Es lassen sich unterschiedliche Erkrankungszeitpunkte erkennen:  

-Atopische Dermatitis im Säuglingsalter: Auftreten im 1. Lebensjahr, nicht jedoch vor dem 3. Lebensmonat  

-Atopische Dermatitis im Kleinkindalter: ab Beginn des 2. bis zum vollendeten 3. Lebensjahr  

-Atopische Dermatitis im Schulkindalter**:** ab Eintritt ins Schulalter  

Ursache

Warum entsteht eine atopische Dermatitis?  

Es wird ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren vermutet, das letztendlich zur Entstehung einer atopischen Dermatitis führt. Ursächlich ist die Kombination aus genetischen und umweltbedingten Faktoren. Dadurch kommt es bei den betroffenen Kindern zu einer gestörten Hautbarriere und einem Ungleichgewicht des Immunsystems mit einer verstärkten Ausschüttung von Entzündungsstoffen. Auch Genveränderungen (genetische Veranlagung), ein Ungleichgewicht unserer natürlichen Hautflora sowie Kontaktallergien können eine Rolle bei der Entstehung spielen. Zu den Risikofaktoren werden Stress, eine übertrieben hygienische Lebensweise sowie eine hohe Schadstoffbelastung gezählt. Interessanterweise konnte gezeigt werden, dass die Kinder von Müttern, die ihre Schwangerschaft im Umfeld von Nutztieren verbrachten, ein geringeres Risiko haben. Falls auch Du einen unklaren Hautbefund hast, kannst Du Dich gern an unsere Hautfachärzt*innen aus der digitalen Hautarztpraxis dermanostic per App wenden. Unser Team aus Expert*innen kann Dir mit einer Diagnosestellung helfen und erstellt Dir einen ausführlichen Arztbrief.

Diagnose

Wie wird die Diagnose der Neurodermitis gestellt?

Der Arzt sollte sich nach bekannten Allergien, möglichen Triggerfaktoren, bisherigen Neigungen zu Hautinfektionen und familiärer Häufung der Beschwerden erkundigen. Des Weiteren sollte immer an die atopischen Erkankungen im Arzt-Patienten-Gespräch gedacht werden. Es sollte also abgeklärt werden, ob ein allergisches Asthma oder Heuschnupfen besteht oder in der Vergangenheit bestand. Ob eine Allergieneigung bekannt ist oder eine Unverträglichkeit gegen bestimmte Nahrungsmittel besteht, muss auch abgeklärt werden. Diese atopischen Erkrankungen könnten Hinweis für eine Entwicklung des atopischen Ekzems sein. Betroffene Hautareale sollten genau inspiziert werden. Zusätzlich kann eine Allergiediagnostik in Form von Prick-Test oder Blutuntersuchung zielführend sein.

Symptome

Wie zeigt sich eine atopische Dermatitis auf der Haut? 

Kinder mit Neurodermitis zeigen an den betroffenen Stellen einen diffusen schuppenden und geröteten Hautausschlag, der teilweise mit Bläschenbildungen einhergehen kann. Nässende Ausschläge sind ebenfalls möglich, wenn Blasen platzen oder vom Kind aufgekratzt werden. In späteren Stadien können die Hautstellen verkrusten. Auch eine Vergröberung von feinen Hautstrukturen kann vorkommen (Lichenifikation). Charakteristisch ist ebenfalls eine Hauttrockenheit (Xerosis cutis) und starker Juckreiz.  
Je nach Alter unterscheiden sich die betroffenen Hautstellen in Aussehen und Lokalisation:  

  • Atopische Dermatitis im Säuglingsalter: Hier beginnt der Ausschlag meist am Hals, im Gesicht und im Bereich des behaarten Kopfes (Milchschorf). Am Körper sind die Streckseiten häufiger betroffen als die Beugeseiten. Der Hautausschlag kann flächenhaft, aber auch einzeln und verstreut auftreten. In seltenen Fällen ist der gesamte Körper betroffen. Der Windelbereich bleibt jedoch trotz ausgeprägter Hautbefunde immer frei. Die betroffenen Hautstellen können nässen, sowie aufgekratzt und mit gelblichen Krusten bedeckt sein.  

  • Atopische Dermatitis im Klein- und Schulkindalter: Mit steigendem Alter ist der Hautausschlag bevorzugt an den Beugen aufzufinden (Knie- und Ellenbeuge). Die chronische Entzündung der Hautstelle führt zu einer vergröberten Hautoberfläche (Lichenifikation) mit Rötungen und Schuppenbildung. Die Hautstellen können jedoch wie beim Säugling weiterhin im Gesicht und an anderen Körperstellen sowie am gesamten Körper auftreten. Auch im Kindesalter können die betroffenen Stellen aufgekratzt und teilweise verfärbt sein, da es nach Abheilung der offenen Wunden zur verstärkten Pigmentbildung kommen kann.  

Komplikationen

Was sind die Gefahren einer atopischen Dermatitis?  

Durch das Aufkratzen der Ausschläge entstehen kleine Eintrittspforten, in die Bakterien oder Viren eindringen und so eine Entzündung auslösen können. Im schlimmsten Fall kann es zu einer bakteriellen Superinfektion kommen, die glücklicherweise nur selten auftritt. In seltenen Fällen kommt es zu einer Lichtsensibilisierung der Haut, sodass Ausschläge bei Lichteinstrahlung noch stärker auftreten als normal. Wende Dich gern an unsere Hautfachärzt*innen aus der digitalen Hautarztpraxis dermanostic per App wenden, falls auch Du Probleme mit Deiner Haut hast. Unser Team aus Expert*innen kann Dir bei der Diagnosestellung helfen und erstellt Dir einen ausführlichen Arztbrief.

"Bei uns kannst Du mit unseren Hautfachärzten die beste Therapie für Dein Kind finden und das innerhalb von 24 Stunden."

Dr. med. Estefanía Lang

Dr. med. Estefanía Lang

Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten

Anzahl behandelter dermanostic-Patienten: 26.000

Therapie

Wie kann man eine atopische Dermatitis im Kindesalter behandeln?  

Vor allem bei Kindern muss auf eine milde und hautschonende Therapie geachtet werden. Die Betroffenen leiden vor allem unter trockener Haut. Dafür eignet sich eine intensive Basispflege: Dies bezeichnet die Hautbehandlung mit verschiedenen Cremes, Salben und Lotionen, um die rauen Stellen zu beruhigen und die Hautbarriere zu unterstützen. Bei einer Hautinfektion wird zusätzlich eine antibakterielle Salbe aufgetragen. Weitere unterstützende Basismaßnahmen sollten erfolgen. Wir empfehlen das Tragen luftiger Kleidung, wobei raue Wolle und andere kratzige Stoffe gemieden werden sollte. Ebenso sollte man sich von bestimmten Allergenen (z.B. Milcheiweiß, Tierhaare, allergieauslösende Nahrungsmittel) fernhalten. Wir empfehlen, eine allergologische Abklärung zu einem nahen Zeitpunkt durchführen zu lassen.

Reicht diese Therapie nicht aus, wird kann zusätzlich auf eine Salbe mit niedrig wirksamen Glukokortikoiden zurückgegriffen werden. Dieser Wirkstoff kann die Hautentzündung unterdrücken. Zusätzlich können juckreizlindernde Antihistaminika (Antiallergika) genommen werden, um den quälenden Juckreiz, sowie Heuschnupfen und Asthma in den Griff zu bekommen. Jede Therapie ist individuell, unsere Hautärzt*innen erstellen Dir als Patient*in eine entsprechende Therapie. Hier erfährst Du, wie das geht.

Wirkstoffe

Was hilft gegen atopische Dermatitis beim Kind?

Gegen Neurodermitis werden bei Kindern unter anderem folgende Wirkstoffe eingesetzt:

Therapie erhalten

Du erhältst hier von unseren Hautfachärzten eine Diagnose und Deine Therapie mit Privatrezept.

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Madeleine Jandek

Verfasst von Madeleine Jandek

Madeleine Jandek ist bei dermanostic im Kommunikations- und Redaktionsteam für den medizinischen Support mitverantwortlich. Sie schließt bald den klinischen Teil ihres Humanmedizinstudiums an der Universität Ulm ab und möchte im Anschluss die Facharztausbildung zur Dermatologin beginnen. Bei dermanostic schreibt sie unter anderem Artikel über alle Themen rund um Haare, Haut und Nägel.

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Literatur und Einzelnachweise

  1. Altmeyer, P.: Atopische Dermatitis im Kindes-Jugendalter (Mai 2021) | Abgerufen 05. Mai 2022 von www.altmeyers.org

  2. Altmeyer, P.: Atopische Dermatitis im Säuglingsalter (März 2018) | Abgerufen 05. Mai 2022 von www.altmeyers.org

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