Hidradenitis suppurativa (Acne inversa)

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Immer wiederkehrende Entzündungen, Pickel und Abszesse in den Leisten, Achseln oder Genitalbereich. Die Hidradenitis suppurativa (auch Acne oder Akne inversa genannt), ist eine stark belastende chronische Erkrankung. Wir erklären Ihnen, was diese Erkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man dagegen tun kann (Für Fragen rund um das Thema Akne empfehlen wir unser Video, wie man Akne bekämpft).

Sie sind von Akne inversa betroffen? Das Projekt EsmAiL bietet Betroffenen die Möglichkeit, an einer Studie teilzunehmen, durch die die allgemeine Versorgungssituation untersucht und mittelfristig verbessert werden soll. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Definition

Was ist die Hidradenitis Suppurativa?

Bei der Hidradenitis suppurativa handelt es sich um eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die durch eine Entzündung des Haarfollikels entsteht. Die entzündlichen Knoten befallen insbesondere:

  • Achseln
  • Leisten
  • Bauchfalte
  • Brust
  • Genitalbereich

Frauen sind dreimal häufiger betroffen als Männer. Die Betroffenen entwickeln die Symptome meistens nach der Pubertät zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr. Durchschnittlich erkranken 6 Patienten pro 100000 Einwohner und Jahr mit zunehmender Tendenz.

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Ursache

Welche Faktoren begünstigen eine Acne inversa?

Die genaue Ursache der Erkrankung ist unbekannt. Das Auftreten in oder nach der Pubertät weist jedoch auf eine hormonelle Komponente hin. Man vermutet, dass das Immunsystem eine übermäßige Aktivität aufweist und an der Entstehung beteiligt ist. Es konnte nachgewiesen werden, dass eine übermäßige Verhornung des Haarfollikels auftritt. Durch das übermäßige Horn wird die Talgdrüse am Haarfollikel verschlossen und das Haar kann nicht an die Hautoberfläche gelangen. Es wächst somit in einer eigen kreierten Höhle weiter. Im Verlauf kommt es zur Ausbildung eines Knotens aufgrund der verschlossenen Talgdrüse, der sich entzünden und aufplatzen kann. Diese häufig eitrigen Entzündungen gehen mit einer ausgeprägten Narbenbildung einher und befallen auch die Schweißdrüsen.

Da die Krankheit oft familiär gehäuft auftritt, wird von einer genetischen Komponente ausgegangen. Zudem konnte in Studien ein Zusammenhang zu folgenden Faktoren gefunden werden: Rauchen, Übergewicht und mangelnde Körperhygiene.

Symptome

Welche Beschwerden verursacht die Acne inversa?

Aufgrund der Verhornungsstörung der Haarwurzel kommt es zu Beginn der Erkrankung zur Knotenbildung unter der Haut. Das Haar wächst unter der Haut weiter, ohne an die Oberfläche zu gelangen. Es entstehen kleine tastbare Knötchen. Diese werden immer größer und bilden einen Hohlraum, der sich entzünden kann. Die Entzündung kann sich bis in die Tiefe ausdehnen und bis in den Bereich der Schweißdrüsen vordringen.

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Therapie

Was kann man gegen eine Acne inversa tun?

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, die Hidradenitis suppurativa zu behandeln. Dazu zählt die operative und medikamentöse Therapie. Die ersten Behandlungsansätze sind meistens desinfizierende Hygienemaßnahmen und antibiotische Cremes, die auf die betroffene Hautstelle aufgetragen werden. Zudem gibt es eine Antibiotikakombination (Clindamycin und Rifampicin), die die Entzündungsreaktion reduzieren können.

Seit einiger Zeit wird eine Behandlung mit einem sogenannten Biologicum angewendet. Das Biologicum blockiert einen bestimmten Faktor, der an Entzündungsprozessen beteiligt ist.

Die Therapie der Wahl ist die eine Operation und Entfernung der Entzündungsareale. Das bedeutet, dass die Haut inklusive des darunterliegenden Unterhautgewebes entfernt wird. Es gibt alternativ bei einer nicht sehr stark ausgeprägten Hidradenitis suppurative die Möglichkeit, nur lokal desinfizierend oder mit Antibiotika zu behandeln. Auch eine Laserbehandlung, die in erster Linie auf die Zerstörung der Haarfollikel abzielt, kann zu einem guten Ergebnis führen, hier sollte ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt erfolgen.

Selbst können die Betroffenen, falls nötig, ihr Gewicht reduzieren. Generell ist eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und Bewegung zu empfehlen. Das Rauchen sollte ebenso eingestellt werden.

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Die Bilder in der unten ausgeführten Slideshow wurden von der Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen zur Verfügung gestellt.

Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.

Literatur und Einzelnachweise

  • Altmeyer, P. (2021, Februar 15). Acne inversa. Abgerufen 07. April 2021, von https://www.altmeyers.org
  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (2020), Acne inversa / Hidradenitis suppurativa. Abgerufen 02. März 2021, von https://www.awmf.org