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Hidradenitis suppurativa (Acne inversa)

Auch bekannt als: Apokrine Akne; Abscès tubereux de l'aiselle; Pyodermia fistulans sinifica; Achselhöhlenabszess; Abszess der Schweißdrüsen; Aknetetrade; apokriner Achselhöhlenabszess; Chronisch rezidivierende Hidradenitis; Dissecting terminal hair Folliculitis; Follikuläre Okklusionstriade; follikuläres Okklusionssyndrom; Hidrosadenitis; Intertriginöse Akne; Morbus Verneuil; Schweißdrüsenabszess; Verneuil`s disease
ICD-Code: L73.2
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Die Akne inversa ist eine seltene Hauterkrankung, die wiederkehrende Entzündungen und schmerzhafte Knoten verursacht – meist in der Leisten-, Achsel- oder Genitalregion.

Rund 1 % der Bevölkerung leidet an dieser Erkrankung. Je früher die Symptome erkannt und gezielt behandelt werden, desto besser lassen sich Schmerzen lindern und Komplikationen vermeiden.

 

5 Fakten über Akne inversa

  • Akne inversa (Hidradenitis suppurativa) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die an den Haarfollikeln beginnt.
  • Besonders häufig betroffen sind die Achseln, Leisten, Hautfalten und der Genitalbereich.
  • Typische Symptome sind schmerzhafte Knoten, wiederkehrende Abszesse und Narbenbildung.
  • Rauchen, Übergewicht und genetische Veranlagung können die Entstehung und den Verlauf der Erkrankung begünstigen.
  • Akne inversa ist bislang nicht heilbar, lässt sich jedoch mit Medikamenten und gegebenenfalls operativen Eingriffen behandeln.

Definition

Entstehung und Charakteristische Merkmale

Haut mit Acne Inversa, Nahaufnahme

Bei Akne inversa (auch Akne inversa oder Hidradenitis suppurativa, HS) handelt es sich um eine chronisch entzündliche Hauterkrankung. Die Erkrankung beginnt mit einer Entzündung der Haarfollikel, die oft tastbare Knoten bildet. Durch eine übermäßige Verhornung der Haarwurzel wird die Talgdrüse blockiert, sodass das Haar nicht mehr nach außen gelangen kann. Es wächst unter der Hautoberfläche weiter, wodurch sich ein Knoten bildet. Platzt dieser Knoten auf, entstehen häufig eitrige Entzündungen, die zu auffälligen Narben führen und auch die Schweißdrüsen betreffen können.

Betroffene Körperbereiche:

  • Achseln
  • Leisten
  • Bauchfalte
  • Brust
  • Genitalbereich

Symptome

Typische Symptome der Akne inversa

Hidradenitis suppurativa (Akne inversa) – typische Hautveränderungen

Hidradenitis suppurativa (Akne inversa) – typische Hautveränderungen

Typische Symptome:

Die Akne inversa unterscheidet sich von normaler Akne nicht nur durch die betroffenen Körperregionen, sondern auch durch ihren chronischen Verlauf und die stärkeren, oft schmerzhaften Entzündungen. Darüber hinaus kann die Erkrankung auch noch weitere teils psychische Auswirkungen haben:

  • Bewegungseinschränkungen durch starke Schmerzen
  • Ekel- und Schamgefühl
  • Schlafstörungen
  • Große Angst vor Folgeerkrankungen
  • Eingeschränkte Leistungsfähigkeit
  • Beeinträchtigung des Sexuallebens

Leidest Du an Akne, aber Deine Symptome fühlen sich irgendwie anders an? Dann wende Dich an eine Hautarztpraxis Deines Vertrauens – oder kontaktiere unsere Hautfachärzt:innen ganz bequem per App. Innerhalb von 24 Stunden erhältst Du einen Arztbrief mit Diagnose, Therapieempfehlung und Privatrezept. So kannst Du direkt mit der passenden Behandlung starten. Es ist wichtig, dass die genaue Form Deiner Akne richtig erkannt wird – denn nicht jede Akne ist gleich, und die Therapie unterscheidet sich bei der Behandlung voneinander.

So sieht die Hauterkrankung aus: Beispielbilder: Hidradenitis suppurativa (Acne inversa)

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Ursache

Die Ursache: Wodurch wird die Akne inversa ausgelöst?

Die Ursache von Akne inversa (Hidradenitis suppurativa, HS) ist nicht vollständig geklärt. Da die Krankheit jedoch meist während oder nach der Pubertät auftritt, gehen Mediziner von einer hormonellen Komponente aus. Man vermutet, dass das Immunsystem eine übermäßige Aktivität aufweist und an der Entstehung beteiligt ist.

Triggerfaktoren

Zusätzliche Auslöser – Triggerfaktoren

einem Mann wird eine Zigarette angeboten- der Mann lehnt diese ab

Zusätzlich können bestimmte Faktoren Schübe begünstigen oder Symptome verstärken. Da bisher leider noch keine Methode zur vollständigen Heilung der Krankheit gefunden wurde, wird Patient:innen empfohlen, die sogenannten „Trigger“ zu meiden, um eine Verschlimmerung des Hautzustandes zu vermeiden. Zu diesen Triggern zählen zum Beispiel:

Betroffene

Wer ist betroffen?

Da die Krankheit häufig familiär auftritt, geht man zusätzlich von einer genetischen Ursache aus. Besonders häufig sind also Menschen betroffen, die auf eine familiäre Historie der Akne inversa Erkrankung zurückblicken. Die Erkrankung entwickelt sich in der Regel etwa zwischen dem 11. und 50. Lebensjahr. Bei Frauen kommt sie dreimal so häufig vor wie bei Männern.

Frühe Anzeichen von Akne inversa bleiben oft unerkannt oder werden mit Infektionen verwechselt – auch bei Jugendlichen kann sich die Diagnose im Schnitt über zweieinhalb Jahre verzögern.

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Therapie

Schübe stoppen, Schmerzen lindern: Behandlungsmöglichkeiten

Die Akne inversa ist nach derzeitigem Wissensstand nicht heilbar. Jedoch gibt es unterschiedliche Formen der Behandlung, die den Verlauf der Krankheit eindämmen und die Beschwerden lindern können. Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung und umfasst verschiedene Therapieansätze, die sowohl lokal als auch systemisch wirken können.

Bei milden Formen der Akne inversa können topische Medikamente wie Salben und Cremes eingesetzt werden. Diese werden direkt auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen und können helfen, die Symptome zu lindern.

In schwereren Fällen kommen systemische Medikamente zum Einsatz, die den gesamten Körper beeinflussen:

  • Antibiotika: Zur Bekämpfung bakterieller Entzündungen und zur Vorbeugung von Infektionen
  • Biologika: Diese Medikamente blockieren spezifische Entzündungsbotenstoffe im Immunsystem. Sie werden subkutan verabreicht und können die Entzündungsprozesse in der Haut effektiv reduzieren
  • Kortikosteroide: Entzündungshemmende Medikamente, die in bestimmten Fällen zur Anwendung kommen können

Bei fortgeschrittenen oder therapieresistenten Fällen kann eine chirurgische Behandlung notwendig sein:

  • Lokaloperationen: Entfernung von Abszessen oder entzündeten Hautbereichen
  • Hauttransplantationen: In schweren Fällen kann es erforderlich sein, Hauttransplantationen durchzuführen, um die Hautstruktur wiederherzustellen

Auch eine Laserbehandlung, die in erster Linie auf die Zerstörung der Haarfolikel abzielt, kann zu einem guten Ergebnis führen, hier sollte ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin erfolgen.

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Hautärztliche Beratung

Hautveränderungen dermatologisch abklären lassen

Hast Du Akne, Pickel oder andere Hautveränderungen wie hier beschrieben? Dann kannst Du über unsere Hautarzt-App direkt eine Ersteinschätzung erhalten.

Erklärvideo

Quellen:

  1. Plewig, G. & Kligman, A. M. (1994). Acne inversa. In Springer eBooks (S. 284–317). https://doi.org/10.1007/978-3-642-57960-8_21| Acne inversa

  2. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (2020) | Acne inversa / Hidradenitis suppurativa
  3. Zouboulis, C. C., Bechara, F. G., Fritz, K., Goebeler, M., Hetzer, F. H., Just, E., Kirsten, N., Kokolakis, G., Kurzen, H., Nikolakis, G., Pinter, A., Podda, M., Rosinski, K., Schneider-Burrus, S., Taube, K., Volz, T., Winkler, T., Kristandt, A., Presser, D. & Zouboulis, V. A. (2024). S2k-Leitlinie zur Therapie der Hidradenitis suppurativa/Acne inversa (ICD-10-Code: L73.2). Aktuelle Dermatologie, 50(01/02), 30–83. https://doi.org/10.1055/a-2225-7983 | Leitlinie Acne Inversa

Inhalt

Verfasst von
Dr. med. Eleni Papakonstantinou
Dr. med. Eleni Papakonstantinou ist Hautfachärztin bei dermanostic und verbindet ihre Erfahrung aus der Praxis mit digitaler Hautmedizin. In ihren Beiträgen geht es ihr darum, Hautthemen verständlich und alltagsnah zu erklären und Orientierung zu geben, wann Hautpflege ausreicht und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.

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