Herpes Zoster (Gürtelrose)

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Die Gürtelrose ist eine reaktivierte Virusinfektion der Haut, die sich gürtelförmig an der Haut mit schmerzenden, rötlichen Bläschen äußert. Auslöser der Erkrankung kann ein geschwächtes Immunsystem sein, eine schnelle Therapie beugt Folgeschäden vor.

Dermanostic Hautlexikon | Gürtelrose (Herpes Zoster)

Definition

Die Gürtelrose ist eine Infektionskrankheit, die sowohl die Haut als auch die Nerven betrifft. Verursacht wird eine Gürtelrose durch das Varicella-Zoster-Virus, welches im Kindesalter auch für die Windpocken verantwortlich ist. Das Virus kann meinst durch ein geschwächtes Immunsystem oder durch Stress wieder reaktiviert werden.

Die Gürtelrose betrifft meistens ältere Menschen, kann jedoch in jedem Lebensalter auftreten. In den meisten Fällen können sich die Betroffenen noch an die Windpocken im Kindesalter erinnern. Während die Windpocken hoch anstecken sind, ist die Gürtelrose nur dann ansteckend, wenn man in direktem Kontakt mit der Flüssigkeit aus den Bläschen kommt. Eine Übertragung über die Luft ist nicht möglich.

Ursache

Bei der Erstinfektion handelt es sich um die Windpockeninfektion, die meistens im Kindesalter aufgetreten ist. Nachdem die Windpocken äußerlich jedoch abgeheilt sind, bleiben die Varicella-Zoster-Viren lebenslang inaktiv im Körper. Diese befinden sich in den Nervenzellen um das Rückenmark. Unter gewissen Umständen, z.B. wenn das Immunsystem geschwächt ist (u.a. durch chronische Erkrankungen oder im fortgestrittenen Alter), kann das Virus wieder ausbrechen. Da mittlerweile die Windpocken-Impfung eingeführt wurde, tritt die Reaktivierung als Gürtelrose seltener auf.

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Symptome

Ein typisches Kennzeichen ist ein blitzartig auftretender stechender und brennender Schmerz, welcher bereits Tage vor den charakteristischen Bläschen auftreten kann. Die betreffende Stelle kann sehr berührungsempfindlich sein und jucken.

Zunächst bildet sich ein rötlicher Hautausschlag, welcher nach ein bis drei Tagen aus kleinen Bläschen besteht, die eine infektiöse Flüssigkeit enthalten. Nach drei bis fünf weiteren Tagen brechen die Bläschen auf und beginnen eine Kruste zu bilden, welche nach zwei bis drei Wochen abfällt.

Weitere Symptome in der akuten Krankheitsphase können zudem Fieber, Kopfschmerzen und eine allgemeine körperliche Ermüdung sein.

Die Infektion wird als Gürtelrose bezeichnet, da sie sich meistens halbseitig von der Wirbelsäule um den Körper zieht. Grundsätzlich kann jedoch jede Nervenwurzel betroffen sein, sodass die Gürtelrose auch an Armen, Beinen, am Hals und im Gesicht auftreten kann. In Ausnahmefällen, wenn das Auge betroffen ist, kann es zu einer Bindehautentzündung kommen oder einer Entzündung des Sehnervs mit einhergehenden Sehstörungen. Wenn die Gürtelrose im Gesicht auftritt, sollte also auch ein Augenarzt kontaktiert werden.

Bei stark immungeschwächten Patienten kann eine Herpes-Zoster-Infektion zu einer Gehirnhautentzündung führen oder Infektion an der Lunge und Leber führen.

Im Vordergrund bei der Gürtelrose stehen die stechenden Schmerzen. Dies liegt daran, dass die Nervenendwurzeln befallen werden und hier eine sogenannte „Zosterneuralgie“ (Nervenschmerzen) entstehen kann. In den meisten Fällen verheilt die Gürtelrose auf der Haut folgenlos, jedoch kann es bei einer Post-Zoster-Neuralgie nach Ausheilung der Gürtelrose zu anhaltenden Schmerzen von bis zu sechs Monaten kommen. Dabei schmerzt die Haut weiterhin blitzartig stechend, ohne dass noch Hautveränderungen vorhanden sind. Eine frühzeitige Therapie mit Schmerzmitteln kann Abhilfe verschaffen.

Diagnose

Die Diagnose kann meistens schon anhand des Erscheinungsbildes der Gürtelrose gemacht werden. Zudem erkundigt sich der Arzt nach einer Windpocken Erkrankung im Kindesalter, welche Grundlage für die Entstehung einer Gürtelrose ist.

In unklaren Fällen muss ein Erreger nachgewiesen werden, meist anhand einer Blutprobe oder eines Abstriches aus den Bläschen.

Therapie

Eine frühzeitige Behandlung innerhalb von 72 Stunden nach auftretenden Hautveränderungen ist entscheidend, um eine Post-Zoster-Neuralgie zu verhindern. Die Behandlung besteht aus schmerzstillenden Medikamenten und einem Medikament gegen Viren (Virustatika). Zudem wird lokal auf die Haut eine bestimmte Lotion (meist Zink-Schüttelmixtur) aufgetragen. Sie wirkt desinfizierend und austrocknend. Wenn die Schmerzen extrem stark sind und normale Schmerzmittel keine Besserung erzielen, können Mittel gegen Krampfanfälle eingesetzt werden. Diese verbessern die Nervenschmerzen, dürfen jedoch nur unter ärztlicher Aufsicht und in enger Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.

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Autor: Dr. med. Alice Martin