Herpes Zoster (Gürtelrose)

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

In diesem Artikel
  • Definition: Was genau ist ein Herpes Zoster?
  • Ursachen: Wie bekommt man Gürtelrose?
  • Symptome: Welche Beschwerden verursacht der Herpes Zoster?
  • Diagnose: Wie stellt der Patient die Diagnose einer Gürtelrose?
  • Therapie: Wie sieht die Behandlung mit Virostatika (z.B. Aciclovir) aus?
  • Prävention: Wie kann man einer Gürtelrose vorbeugen?
  • Herpes Zoster (Gürtelrose) Video: Hautlexikon in 180 Sekunden
  • Beispiel-Bilder: Herpes Zoster (Gürtelrose)

Die Gürtelrose ist eine reaktivierte Virusinfektion der Haut, die sich gürtelförmig an der Haut mit schmerzenden, rötlichen Bläschen äußert. Auslöser der Erkrankung kann ein geschwächtes Immunsystem sein, eine schnelle Therapie beugt Folgeschäden vor. Wir erklären Ihnen, was diese Erkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man dagegen tun kann.

Dermanostic Hautlexikon | Gürtelrose (Herpes Zoster)

Definition

Was genau ist ein Herpes Zoster?

Die Gürtelrose ist eine Infektionskrankheit, die sowohl die Haut als auch die Nerven betrifft. Verursacht wird eine Gürtelrose durch das Varizellen-Zoster-Virus, welches im Kindesalter bei Erstinfektion auch für die Windpocken verantwortlich ist. Das Virus kann meist durch ein geschwächtes Immunsystem oder durch Stress wieder reaktiviert werden.

Das Varizella-Zoster-Virus gehört ebenso wie der Virus, der für den Herpes labialis verantwortlich ist, zu der Familie der Herpesviren.

Die Gürtelrose betrifft meistens ältere Personen, kann jedoch in jedem Lebensalter auftreten. In den meisten Fällen können sich die Patienten noch an die Windpocken im Kindesalter erinnern. Während die Windpocken hoch ansteckend sind, ist die Gürtelrose nur dann ansteckend, wenn man in direktem Kontakt mit der Flüssigkeit aus den Bläschen kommt. Eine Übertragung über die Luft ist nicht möglich.

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 350.000 bis 400.000 Personen an einem Herpes Zoster, rund 60 Prozent davon sind über 50 Jahre alt. Die jüngste Studie für Deutschland hat gezeigt, dass jährlich mehr als 306.000 Menschen, die an einem Herpes Zoster erkranken, älter als 50 sind.

Etwa 50 Prozent der Erwachsenen erkrankt bis zum Alter von 85 Jahren mindestens einmal an einem Zoster. Die Wahrscheinlichkeit einer Herpes Zoster- Infektion steigt mit zunehmendem Alter und Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Ursache

Wie bekommt man Gürtelrose?

Bei der Erstinfektion handelt es sich um die Windpockeninfektion, die in der Regel im Kindesalter aufgetreten ist. Nachdem die Windpocken äußerlich jedoch abgeheilt sind, verweilen die Varicella-Zoster-Viren lebenslang inaktiv im Körper. Diese befinden sich in den Nervenzellen um das Rückenmark. Unter gewissen Umständen, z.B. wenn das Immunsystem geschwächt ist (u.a. durch chronische Erkrankungen, im Rahmen einer immunsuppressiven Therapie oder im fortgeschrittenen Alter), kann das Virus wieder ausbrechen. Da mittlerweile die Impfung gegen Windpocken von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen wird, tritt die Reaktivierung als Gürtelrose seltener auf.

Die Varizellen-Viren gehören ebenso wie die Herpes-Viren des Herpes labialis zu der Gruppe der Herpes-simplex-Viren.

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Dermanostic Hautlexikon | Gürtelrose (Herpes Zoster)

Symptome

Welche Beschwerden verursacht der Herpes Zoster?

Typische Kennzeichen einer Herpes Zoster- Infektion sind:

  • blitzartig auftretender, stechender Schmerz
  • Brennen
  • Juckreiz
  • charakteristische Bläschen
  • Berührungsempfindlichkeit

Zunächst bilden sich rötliche Läsionen auf der Haut, welcher nach ein bis drei Tagen aus kleinen Bläschen besteht, die eine infektiöse Flüssigkeit enthalten. Nach drei bis fünf weiteren Tagen brechen die Bläschen auf und beginnen eine Kruste zu bilden, welche nach zwei bis drei Wochen abfällt.

Weitere Symptome in der akuten Krankheitsphase können zudem Fieber, Müdigkeit, Kopfschmerzen und eine allgemeine körperliche Ermüdung sein.

Die Infektion wird als Gürtelrose bezeichnet, da sie sich meistens halbseitig von der Wirbelsäule um den Körper zieht. Grundsätzlich kann jedoch jede Nervenwurzel betroffen sein, sodass die Gürtelrose auch an Armen, Beinen, am Hals und im Gesicht auftreten kann. In Ausnahmefällen, wenn das Auge (Zoster ophthalmicus) betroffen ist, kann es zu einer Bindehautentzündung kommen oder einer Entzündung des Sehnervs mit einhergehenden Sehstörungen. Wenn die Gürtelrose im Gesicht auftritt, sollte also auch ein Augenarzt zum Ausschluss einer Augenbeteiligung kontaktiert werden.

Ist das Ohr mitbetroffen, spricht man von einem Zoster oticus. Hier sollte ein HNO-Arzt hinzugezogen werden.

Bei stark immungeschwächten Patienten kann eine Herpes-Zoster-Infektion zu einer Gehirnhautentzündung führen oder Infektion an der Lunge und Leber führen. Abgesehen davon kann, z.B. wenn ein Patient eine starke immunsuppressive Therapie einnimmt, ein Patient einen Zoster generalisatus entwickeln. Dieser Zustand beschreibt generalisierte und ausgeprägte Läsionen, ggf. mit weiterer Organbeteiligung.

Im Vordergrund bei der Gürtelrose stehen die stechenden Schmerzen. Dies liegt daran, dass die Nervenendwurzeln befallen werden und hier eine sogenannte „Zosterneuralgie“ (Nervenschmerzen) entstehen kann. In den meisten Fällen verheilt die Gürtelrose auf der Haut folgenlos, jedoch kann es bei einer Post-Zoster-Neuralgie nach der Phase der Ausheilung der Gürtelrose zu anhaltenden Schmerzen von bis zu sechs Monaten kommen. Dabei schmerzt die Haut weiterhin blitzartig stechend, ohne dass noch Hautveränderungen vorhanden sind. Eine frühzeitige Therapie mit Schmerzmitteln oder Behandlung mit Elektrotherapie kann Abhilfe verschaffen.

Diagnose

Wie stellt der Patient die Diagnose einer Gürtelrose?

Die Diagnose kann meistens schon anhand des Erscheinungsbildes der Gürtelrose gemacht werden. Zudem erkundigt sich der Arzt nach einer Windpocken Erkrankung im Kindesalter, welche die Grundlage für die Entstehung von Zoster für Personen ist.

In unklaren Fällen muss ein Erreger nachgewiesen werden, meist anhand einer Blutprobe oder eines Abstriches aus den Bläschen.

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Therapie

Wie sieht die Behandlung mit Virostatika (z.B. Aciclovir) aus?

Eine frühzeitige Behandlung innerhalb von 72 Stunden nach auftretenden Hautveränderungen ist entscheidend, um eine Post-Zoster-Neuralgie zu verhindern. Die Behandlung besteht aus schmerzstillenden Medikamenten und einem Medikament gegen Viren (Virustatika), bspw. mittels Aciclovir. Je eher die antivirale Behandlung mit Aciclovir stattfindet, desto schneller und effektiver die Wirksamkeit und Heilung.

Zudem findet auf der Haut eine bestimmte Lotion (meist Zink-Schüttelmixtur) Anwendung. Sie wirkt desinfizierend und austrocknend. Wenn die Schmerzen extrem stark sind und normale Schmerzmittel keine Besserung erzielen, können Mittel gegen Krampfanfälle eingesetzt werden. Diese verbessern die Nervenschmerzen, dürfen jedoch nur unter ärztlicher Aufsicht und in enger Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Prävention

Wie kann man einer Gürtelrose vorbeugen?

Heutzutage empfiehlt die STIKO die Impfung gegen HZ (Herpes Zoster), z.B. mittels einer Impfung mit Zostavax, für:

  • alle Personen ab 60 Jahren
  • alle Personen ab 50 Jahren, deren Immunsystem durch eine Vorerkrankung, bei immunsuppressiver Therapie (oder nach Transplantationen) geschwächt ist
  • alle Personen ab 50 Jahren mit einem schweren Grundleiden wie z.B. COPD, rheumatoide Arthritis oder systemischen Lupus erythematodes

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Die Bilder in der unten ausgeführten Slideshow wurden von der Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen zur Verfügung gestellt.

Klicken Sie hier, um die Bilder zu sehen.

Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.

Literatur und Einzelnachweise