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Handekzem

Auch bekannt als: Handdermatitis

ICD-Code: L30.91

Ein Handekzem ist eine nicht ansteckende Entzündung der Haut, auftretend an den Händen. Die Hauterkrankung kann akut, subakut oder auch chronisch vorliegen. Typisch sind Juckreiz und teilweise schmerzhafte Veränderungen. Bläschen, eine Schuppung und Risse der Haut können zusätzlich vorkommen. In unserer digitalen Hautarztpraxis bei dermanostic behandeln unsere Hautärzt*innen täglich viele Patient*innen mit einem Handekzem per App.

5 Fakten über das Handekzem

  • Kann als Berufskrankheit bei Berufen auftreten, in denen man immer wieder Kontakt mit den gleichen Substanzen hat
  • Entsteht durch eine gestörte Hautbarriere
  • Der entstehende Ausschlag ist entzündlich, aber nicht ansteckend
  • Kann in Schüben auftreten und in chronischer Form auch über Monate andauern
  • Am wichtigsten in der Therapie ist es, die Hautbarriere durch Pflegecremes zu regenerieren

Sie haben eine Hautveränderung?

Von unsere Hautärzten erhältst Du über unsere App eine Diagnose, Therapie und ein Privatrezept

Definition

Was ist ein Handekzem?

Das Handekzem wird je nach Krankheitsverlauf, Aussehen und auslösenden Faktoren unterschiedlich eingeteilt (Auch nachzulesen auf Instagram).

Woher kommt ein Handekzem?

  1. Einteilung nach Ursache:
  • Allergisches Handekzem: Schutzbarriere der Haut ist durch aggressive oder allergieauslösende Stoffe angegriffen -> Überreaktion der körpereigenen Abwehr -> Entzündung (siehe auch Allergisches Kontaktekzem)
  • Kumulativ-subtoxisches Handekzem („irritativ“): Hervorgerufen durch „äußere“ Einflüsse (z.B. berufsbedingt), hautbelastende Tätigkeiten
  • Atopisches Handekzem: Ausgelöst durch „innere“ Faktoren (erhöhtes Risiko z.B. durch bereits vorhandene Allergien, wie Neurodermitis, Heuschnupfen oder allergischem Asthma); kann zusätzlich „von außen“ getriggert werden
  1. Einteilung über den Krankheitsverlauf / zeitlicher Aspekt:
  • Akut
  • Subakut
  • Chronisch (> 3 Monate trotz entsprechender Therapie)
  1. Einteilung über das klinische Erscheinungsbild:
  • Hyperkeratotisches Handekzem: starke Verhornung
  • Hyperkeratotisch-rhagadiforme (Rhagaden = Risse der Haut) Handdermatitis: Verhornung und (Ein-)Risse der Haut
  • Dyshidrotische Handdermatitis: gruppierte, unterschiedlich große Bläschen mit klarem Inhalt, Schuppung und Risse der Haut möglich

Diese Handekzeme können sich auch als Mischformen äußern, wenn sich die verschiedenen Formen überlagern. Häufig sind Personen in bestimmten Berufsgruppen (berufsbedingte Hauterkrankung) betroffen, die zum Beispiel einen Pflegeberuf oder ein Handwerk ausüben. Darüber hinaus fallen auch Sportler*innen in die Kategorie, die bei der Aktivität Handschuhe tragen (z.B. Baseballspieler*innen und Boxer*innen) aber auch Personen, die oft mit Feuchtigkeit einhergehende (Haus-)Arbeiten verrichten. Allgemein sind oft Menschen betroffen, die bereits an Neurodermitis erkrankt sind oder Allergie aufzeigen. Bei einem chronischen Handekzem ist der individuelle Krankheitsverlauf im Einzelfall nicht vorhersehbar und kann daher sehr unterschiedlich ablaufen.

Das Handekzem kannst Du auch in unserer digitalen Hautarztpraxis dermanostic behandeln lassen.

Ursache

Wie entsteht ein Handekzem?

Durch eine geschädigte Barriere der obersten Hautschicht können Stoffe, die die Haut reizen leichter eindringen und so die für ein Handekzem typischen Ausschläge verursachen. Auch häufiger Kontakt mit immer den gleichen Substanzen kann die Hände irritieren und reizen und so das Handekzem verursachen. Dies kann der Fall sein bei Berufen wie Friseur*in, Bäcker*in, medizinischem Personal und weiteren. Mehr zur Entstehung kannst Du in unserem Blogeintrag nachlesen.

Diagnose

Wie wird die Diagnose gestellt?

Für eine genaue Diagnosestellung wird neben einer gründlichen Hautuntersuchung auch die Anamnese des Patienten oder der Patientin genau besprochen. Dabei ist es besonders wichtig möglichst schnell die Ursache herauszufinden. Dabei wird beispielweise auf den Beruf eingegangen, zu welcher Jahreszeit die Hautveränderung erscheint und wie lange diese anhält. In manchen Fällen können Hautschuppen untersucht werden, um auszuschließen, dass es sich um einen Pilz oder um eine Schuppenflechte handelt. Da eine Allergie die Ursache für ein Handekzem sein kann, wird mit Hilfe eines Allergietestes (Epikutantest) der Verdacht ausgeschlossen oder bestätigt: Per Pflaster werden dazu geringe Mengen von Kontaktallergenen auf die Haut geklebt.

Symptome

Wie sieht ein Ekzem an den Händen aus?

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Die Symptome können innerhalb kurzer Zeit auftreten und äußern sich beginnend mit einem Juckreiz der Haut. Im weiteren Verlauf können sich kleine Bläschen an den Fingerseiten und auf den Handflächen entwickeln, bis beide Hände durch das Handekzem ausgeprägt sind. Es kann unter Umständen durch die raue, trockene Haut und einer Schwellung auch zum Auftreten massiver Verhornungen bis hin zu schmerzhaften Einrissen der betroffenen Hautstellen kommen. Durch diese Beeinträchtigung kann die Lebensqualität der Betroffenen, insbesondere bei schweren und chronischen Formen, stark beeinträchtigt und der persönliche Leidensdruck hoch sein. Die Hauterkrankung kann über Wochen oder sogar Monate bestehen und tritt häufig schubweise auf. (Mehr dazu in unserem Blog).

Wende Dich gerne an unsere Hautärzt*innen in unserer dermanostic App, falls Du an einem der oben genannten Symptome leidest, hier erhältst Du einen individuellen Pflegeplan mit Empfehlungen für Deine Haut.

Komplikationen

Ist ein Handekzem gefährlich?

Im Regelfall entstehen bei dieser Erkrankung keine Komplikationen neben der typischen Symptome. Es kann in seltenen Fällen jedoch zu einer bakteriellen Infektion des Ausschlags kommen, was zur Bildung von eitrigen Pusteln und Krusten führt und mit starken Schmerzen einhergeht.

"Was vielen nicht bewusst ist, ist dass ein chronisches und stark ausgeprägtes Handekzem extrem belastend für die betroffene Person sein kann. Sollte dies auch bei Dir der Fall sein, kannst Du Dich bei unseren Fachärzten beraten lassen und von ihnen die für Dich am besten angepasste Therapie erhalten."

Dr. med. Barbara Meyer-Lehmann

Dr. med. Barbara Meyer-Lehmann

Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten

Anzahl behandelter dermanostic-Patienten: 2.000

Therapie

Was machen bei Handekzem?

Wichtig ist es, die Haut zu schützen. Das heißt – sofern auslösende Ursachen herausgefunden werden konnten, sollten diese möglichst gemieden werden! Allgemein gilt also, dass die ursächlichen Faktoren minimiert werden sollten (zum Beispiel Tragen von Schutzhandschuhen, die Hände mit einer ph-neutralen Seife waschen).
Vor allem ist auch die richtige Pflege wichtig! Fetthaltige Cremes verstärken die Hautbarriere, eincremen ganz unter dem Motto: Ein „zu viel“ gibt es nicht!

Sollte dennoch eine Therapie nötig sein kann eine Kortisontherapie angewandt werden. Diese wirkt antientzündlich, verschiedene Wirkstoffe und Dosierungen sind möglich.

Optimalerweise, sollte die Kortison-Creme nicht über einen längeren Zeitraum verwendet, sondern für die Akutphase des Handekzems eingesetzt werden.

Bei einem sehr starken Befund ist die Behandlung mit UV-A Strahlung möglich. Eine bestimmte medizinische Creme macht die Haut lichtsensibler und ermöglicht die Wirksamkeit der Phototherapie. Auch hierbei ist zu beachten, dass die Therapie nur für einen kurzen Zeitraum geeignet ist, da die Strahlenbelastung bei langzeitiger Anwendung schädlich sein kann.

Jede Therapie ist individuell, unsere Hautärzt*innen erstellen Dir als Patient*in eine entsprechende Therapie. Hier erfährst Du, wie das geht.

Wirkstoffe

Was hilft gegen Handekzem?

Gegen ein Handekzem werden unter anderem folgende Wirkstoffe eingesetzt:

Therapie erhalten

Du erhältst hier von unseren Hautfachärzten eine Diagnose und Deine Therapie mit Privatrezept.

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Dr. med. Alice Martin

Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.

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Mehr zum Thema

Literatur und Einzelnachweise

  1. Altmeyer, P.: Handdermatitis (Übersicht) (27. November 2019) | Abgerufen 30. Juli 2021 von www.altmeyers.org

  2. Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V.: Handekzem (2012) | Abgerufen 30. Juli 2021 von dha-allergien.de

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