Handekzem

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Ein Handekzem ist eine nicht ansteckende Entzündung der Haut, auftretend an den Händen. Die Hauterkrankung kann akut, subakut oder auch chronisch vorliegen. Typisch sind Juckreiz und teilweise schmerzhafte Veränderungen. Bläschen, eine Schuppung und Risse der Haut können zusätzlich vorkommen.

Definition

Was ist ein Handekzem?

Je nach Krankheitsverlauf, dem Aussehen des Handekzems oder den auslösenden Faktoren, können verschiedene Einteilungen vorgenommen werden.

  1. Einteilung nach Ursache:
  • Allergisches Handekzem: Schutzbarriere der Haut ist durch aggressive oder allergieauslösende Stoffe angegriffen -> Überreaktion der körpereigenen Abwehr -> Entzündung
  • Kumulativ-subtoxisches Handekzem („irritativ“): Hervorgerufen durch „äußere“ Einflüsse (z.B. berufsbedingt), hautbelastende Tätigkeiten
  • Atopisches Handekzem: Ausgelöst durch „innere“ Faktoren (erhöhtes Risiko z.B. durch bereits vorhandene Allergien, wie Neurodermitis, Heuschnupfen oder allergischem Asthma); kann zusätzlich „von außen“ getriggert werden
  1. Einteilung über den Krankheitsverlauf / zeitlicher Aspekt:
  • Akut
  • Subakut
  • Chronisch (> 3 Monate trotz entsprechender Therapie)
  1. Einteilung über das klinische Erscheinungsbild:
  • Hyperkeratotisches Handekzem: starke Verhornung
  • Hyperkeratotisch-rhagadiformes (Rhagaden = Risse der Haut) Handdermatitis: Verhornung und (Ein-)Risse der Haut
  • Dyshidrotisches Handdermatitis: gruppierte, unterschiedlich große Bläschen mit klarem Inhalt, Schuppung und Risse der Haut möglich

Diese Handekzeme können sich auch als Mischformen äußern, wenn sich die verschiedenen Formen überlagern. Häufig sind Personen in bestimmten Berufsgruppen (berufsbedingte Hauterkrankung) betroffen, die zum Beispiel einen Pflegeberuf oder ein Handwerk ausüben. Darüber hinaus fallen auch Sportler in die Kategorie, die bei der Aktivität Handschuhe tragen (z.B. Baseballspieler und Boxer) aber auch Personen, die oft mit Feuchtigkeit einhergehende (Haus-)Arbeiten verrichten. Allgemein sind oft Menschen betroffen, die bereits an Neurodermitis erkrankt sind oder Allergie aufzeigen. Bei einem chronischen Handekzem ist der individuelle Krankheitsverlauf im Einzelfall nicht vorhersehbar und kann daher sehr unterschiedlich ablaufen.

Symptome

Wie äußert sich ein Handekzem?

Die Symptome können innerhalb kurzer Zeit auftreten und äußern sich beginnend mit einem Juckreiz der Haut. Im weiteren Verlauf können sich kleine Bläschen an den Fingerseiten und auf den Handflächen entwickeln, bis beide Hände durch das Handekzem ausgeprägt sind. Es kann unter Umständen durch die raue, trockene Haut und einer Schwellung auch zum Auftreten massiver Verhornungen bis hin zu schmerzhaften Einrissen der betroffenen Hautstellen kommen. Durch diese Beeinträchtigung kann die Lebensqualität der Betroffenen, insbesondere bei schweren und chronischen Formen, stark beeinträchtigt und der persönliche Leidensdruck hoch sein. Die Hauterkrankung kann über Wochen oder sogar Monate bestehen und tritt häufig schubweise auf.

Diagnose

Wie wird die Diagnose gestellt?

Für eine genaue Diagnosestellung wird neben einer gründlichen Hautuntersuchung auch die Anamnese des Patienten genau besprochen, um möglichst schnell die Ursache herauszufinden. Dabei wird beispielweise auf den Beruf eingegangen, zu welcher Jahreszeit die Hautveränderung erscheint und wie lange diese anhält. In manchen Fällen können Hautschuppen untersucht werden, um auszuschließen, dass es sich um einen Pilz oder um eine Schuppenflechte handelt. Da eine Allergie die Ursache für ein Handekzem sein kann, wird mit Hilfe eines Allergietestes (Epikutantest) der Verdacht ausgeschlossen oder bestätigt: Per Pflaster werden dazu geringe Mengen von Kontaktallergenen auf die Haut geklebt.

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Therapie

Welche Therapie-Optionen gibt es?

Wichtig ist es, die Haut zu schützen. Das heißt – sofern auslösende Ursachen herausgefunden werden konnten, sollten diese möglichst gemieden werden! Allgemein gilt also, dass die ursächlichen Faktoren minimiert werden sollten (zum Beispiel Tragen von Schutzhandschuhen, die Hände mit einer ph-neutralen Seife waschen).
Vor allem ist auch die richtige Pflege wichtig! Fetthaltige Cremes verstärken die Hautbarriere, eincremen ganz unter dem Motto: Ein „zu viel“ gibt es nicht!

Sollte dennoch eine Therapie nötig sein kann eine Kortisontherapie angewandt werden. Diese wirkt antientzündlich, verschiedene Wirkstoffe und Dosierungen sind möglich.

Optimalerweise, sollte die Kortison-Creme nicht über einen längeren Zeitraum verwendet, sondern für die Akutphase des Handekzems eingesetzt werden.

Bei einem sehr starken Befund ist die Behandlung mit UV-A Strahlung möglich. Eine bestimmte medizinische Creme macht die Haut lichtsensibler und ermöglicht die Wirksamkeit der Phototherapie. Auch hierbei ist zu beachten, dass die Therapie nur für einen kurzen Zeitraum geeignet ist, da die Strahlenbelastung bei langzeitiger Anwendung schädlich sein kann.

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Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.

Literatur und Einzelnachweise