Analekzem

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Therapie

Das Analekzem ist eine proktologische Erkrankung, also eine Erkrankung, die Bereiche des Enddarms bzw. Anus betrifft. Dabei kommt es zu einer Entzündung der Haut um die Afteröffnung, die häufig mit einem quälenden Juckreiz einhergeht, wodurch der häufig große Leidensdruck bei Patienten mit Analekzem entsteht. 

Definition

Was versteht man unter einem Analekzem?

Charakteristisch sind Juckreiz und Rötung und in ausgeprägteren Fällen kann es auch zu Blutungen kommen. Das Analekzem ist keine eigenständige Erkrankung, sondern meistens die Folge einer anderen gesundheitlichen Störung, wie zum Beispiel einer Allergie oder einer Schädigung der Hautbarriere beispielsweise in Folge übertriebener Hygiene, zum Beispiel durch feuchtes Toilettenpapier. In diesem Kapitel gehen wir etwas genauer auf folgende Formen des Analekzems ein:

  • das kontaktallergische Analekzem
  • das atopische Analekzem
  • ein irritativ-toxisches Analekzem und kumulativ-toxisches Analekzem
  • das Analekzem durch eine chronische Entzündung 

Ursache

Was für Ursachen gibt es für das Analekzem?

Die Ursachenforschung stellt bei jedem Patienten eine Herausforderung dar, da das Analekzem meistens eine Begleiterscheinung oder das Resultat einer Allergie oder Hautreizung ist. 

Zu den häufigsten Ursachen eines Analenkzems zählen die allergische Reaktion, die Neurodermitis, mangelnde oder übertriebene Hygiene, mechanische Reizungen der Region um den Anus, zum Beispiel bei starkem Juckreiz, der durch vermehrtes Schwitzen oder bei nässenden Hämorrhoiden hervorgerufen werden kann. Seltenere Ursachen stellen unter anderem bestimmte Darmerkrankung oder Infektionen dar.

Allergisch bedingte Analekzeme entstehen in den meisten Fällen durch Allergien gegen bestimmte Inhaltsstoffe in kosmetischen Produkten, die von der betroffenen Person regelmäßig angewendet werden. 

Beim atopischen Analekzem liegt als zugrunde liegende Erkrankung eine Neurodermitis (Synonym: atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem) vor. Bei der atopischen Dermatitis liegt eine Barrierestörung der Haut und eine vermehrte, wahrscheinlich genetisch bedingte verstärkte Hauttrockenheit vor, wodurch es ebenfalls zur verstärkten Sensibilität gegenüber bestimmten Substanzen kommt, ähnlich wie bei der Allergie. 

Bei einem kumulativ-toxischen Analekzem liegt die Ursache in einem verstärkten Kontakt mit teils körpereigenen Flüssigkeiten oder Sekreten der Analregion, wie Schweiß, blutiges Sekret oder Wundflüssigkeit durch nässende Hämorrhoiden oder Analfisteln. Dadurch kommt es zu einer permanenten Aufweichung und Reizung der umgebenden Haut, die dann die örtliche Entzündung auslöst.

Aber auch infektiöse Ursachen, zum Beispiel durch Pilze oder Bakterien, kommen bei der Entwicklung eines Analekzems in Frage. 

Symptome

Welche Symptome macht die Entzündung?

Die typischen Merkmale eines Analekzems müssen nicht bei jedem Patienten auftreten und können sowohl einzeln als auch in Kombinationen vorkommen. Hierzu zählen leichte bis starke Rötungen, meist ohne Begrenzungen, nässende und offene Stellen sowie Bläschen, die manchmal mit Flüssigkeit gefüllt sind. Zudem kommt es zu einer Flechtbildung, die sich durch gröbere Hautstrukturen äußert. Das Ekzem macht sich zudem durch einen sehr starken Juckreiz bemerkbar, der auch nachts kaum zu stillen ist, weshalb viele Betroffene unter Schlafstörungen leiden. Außerdem macht sich entweder von Beginn an oder im Laufe der Zeit ein Brennen bemerkbar, das durch das Kratzen zusätzlich verschlimmert wird.

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Diagnose

Woran erkennt der behandelnde Arzt, dass es sich um ein Analekzem handelt?

Um die Diagnose stellen zu können, ist die Krankengeschichte und eine gründliche körperliche Untersuchung notwendig. In manchen Fällen kann eine endoskopische Untersuchung hilfreich sein, besonders um die Ursache von Blutungen genauer feststellen zu können. Zudem sollte bei einem Verdacht auf ein durch Bakterien oder Pilze verursachtes Analekzem ein Abstrich erfolgen und anschließend auf Erreger untersucht werden. Ein Patchtest wird bei einem durch eine Allergie verursachtes Analekzem durchgeführt. Dabei werden die vermuteten Allergene auf die Analregion aufgetragen und die allergische Reaktion abgewartet.

Therapie

Was kann man gegen das Analekzem tun?

Bei nicht stark ausgeprägten Analekzemen sollte der Kontakt mit möglichen Allergenen vermieden und der Patient darauf hingewiesen werden auf vermehrtes Kratzen zu verzichten. Bestimmte medizinische, vor allem juckreizlindernde Salben können zur Pflege eingesetzt werden und eine symptomatische Besserung der Beschwerden erzielen. Auch Sitzbäder sind zur richtigen Analhygiene zu empfehlen. Zudem muss bei Bestehen einer Grunderkrankung, die für die Entstehung des Analenkrems in Frage kommt, behandelt werden. Bringen diese Maßnahmen keine Linderung, so kann eine kortisonhaltige Salbe als lokale antientzündliche Therapie verschrieben werden. Außerdem sollten scharfe Gewürze und säurehaltige Lebensmittel während der Erkrankung vermieden werden. 

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Die Bilder in der unten ausgeführten Slideshow wurden von der Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen zur Verfügung gestellt.

Klicken Sie hier, um die Bilder zu sehen.

Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.