Pityriasis versicolor (Kleienpilzflechte)

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Auch bekannt als: Kleieflechte

Pityriasis versicolor ist eine häufig vorkommende und nicht ansteckende Pilzinfektion der oberen Hautschicht, die sich durch bräunliche / weiße Flecken am Oberkörper äußert.

Definition

Was ist eine Pityriasis versicolor?

Pityriasis versicolor ist eine häufig vorkommende und nicht ansteckende Pilzinfektion der oberen Hautschicht, die sich durch bräunliche, graue oder auch weiße Flecken am Oberkörper äußert. Die Flecken entstehen aufgrund einer nicht vorhandenen Bräunung der Haut. Die Hauterkrankung tritt saisonal bedingt, besonders in der warmen Jahreszeit, auf.

Ursache

Wodurch entsteht sie?

Verursacht wird die harmlose Pilzerkrankung durch den Hefepilz Malassezia. Dieser kommt natürlicherweise in den Haarfollikeln vor (ist also Teil der normalen Hautflora). Der Pilz ernährt sich von Fettsubstanzen aus den Talgdrüsen und sorgt unter normalen Umständen für keine Hautveränderungen. Bei Betroffenen formt der Pilz jedoch sogenannte Pilzrasen in der Umgebung der Haarfollikelöffnungen. Diese befinden sich auf der Hornschicht der Haut und äußern sich durch eine andere Pigmentierung (dunkle Flecken, helle Flecken) von dieser.

Weshalb es zu dieser Wandlung kommt, ist unbekannt. Begünstigend wirken jedoch ein feuchtes Klima (Leben / Aufenthalt in tropischen Regionen), vermehrte Schweißbildung (viel Sport) und stark fettenden Cremes.

Symptome

Wie äußert sich die Pityriasis versicolor?

Die Pilzerkrankung äußert sich durch bräunliche, weiße oder auch graue schuppige Flecken um die einzelnen Follikelöffnungen der Haare herum. Später entstehen zahlreiche scharf begrenzte Flecken von bis zu einem Zentimeter. Diese können zu großen und unregelmäßig geformten Flecken verschmelzen. Die Pigmentierung der Flecken kann verschiedene Brauntöne, aber auch eine gelblich-gräuliche oder weiße Pigmentierung annehmen. Ein leichter Juckreiz ist in seltenen Fällen vorhanden.

Besonders betroffen sind Hautpartien, die reich an Talgdrüsen sind

  • Brust und Rücken sind häufig befallen
  • Schultern, Nackenbereich
  • Arme
  • Innenseite der Oberschenkel 

Im Vergleich zur gesunden Haut werden die vom Pilz betroffenen Hautpartien nach der Sonneneinwirkung nicht dunkler (gebräunt), sondern heller. Das liegt daran, dass die betroffenen Hautareale durch die Pigmentierung des Pilzes von den UV-Strahlen geschützt werden. Zudem bildet der Pilz eine Substanz, die verhindert, dass die Pigmentzellen der Haut Melanin bilden, welches der Haut die Bräune verleiht.

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Diagnose

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die verdächtigen Hautstellen werden inspiziert. Anschließend kann ein Klebeband auf die betroffene Stelle gedrückt werden, um Schuppen zu gewinnen. Diese werden unter einem Mikroskop genau untersucht (mikroskopische Untersuchung).

Therapie

Wie erfolgt die Therapie?

Zur Behandlung wird eine Creme oder Lotion mit einem pilzabtötenden Wirkstoff (Antimykotikum) verschrieben. Sollte die lokale Behandlung in besonders hartnäckigen Fällen nicht ausreichen, so können antimykotische Tabletten (gegen den Pilz) verordnet werden. Bei Betroffenen mit der Veranlagung zu einer Pityriasis versicolor kommen die Flecken häufig zurück. Denn die Hefepilze gelangen oft von der Kopfhaut wieder an die Haarfollikel des Oberkörpers. Deshalb ist die Behandlung der Kopfhaut mit einem pilzabtötenden Shampoo ebenfalls zu empfehlen.

Des Weiteren sollte darauf geachtet werden Faktoren, die das Wachstum des Hefepilzes fördern, zu vermindern. Dazu zählt nach schweißtreibenden Aktivitäten immer zu duschen, luftdurchlässige Kleidung zu tragen oder auf fettreiche Pflegecremes zu verzichten. Dies trägt unterstützend zu einer erfolgreichen Behandlung bei.

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Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.

Literatur und Einzelnachweise