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Lichen planus mucosae (oraler Lichen planus)

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Auch bekannt als: Lichen planus der Schleimhaut, Oraler Lichen ruber planus, Lichen ruber mucosae, mukosale Lichen planus, Erosive Lichen Planus, Orale lichenoide Reaktion, Oraler Lichen planus, Vulvovagino-gingivales Syndrom, Oral lichen planus, Spinnengewebsleukoplakie, Lichen ruber der Schleimhaut, Spinngewebsleukoplakie, Vulvovaginal gingival syndrome.

Der Lichen ruber mucosae ist eine nicht ansteckende, chronisch entzündliche Erkrankung der Schleimhaut.

Definition

Was ist ein Lichen planus mucosae?

Der Lichen ruber mucosae (mucosae = Schleimhaut) ist eine nicht ansteckende, chronisch entzündliche Erkrankung der Schleimhaut (wie bei dem Lichen sclerosus et atrophicus). Meistens ist die Mundschleimhaut an der Innenseite der Wangen, die seitlichen Partien der Zunge und / oder das Zahnfleisch befallen. Der Genitalbereich kann ebenso betroffen sein. Das Erscheinungsbild ist mitunter sehr unterschiedlich, weiße netzartige Streifen („Wickham“-Zeichnung) sind typisch.

Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer. Das Erkrankungsalter liegt insbesondere zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr.

Ursache

Die genaue Ursache ist nicht bekannt, man vermutet eine Autoimmunreaktion. Außerdem gibt es Studien, die eine Assoziation zu anderen Autoimmunerkrankungen (wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder Vitiligo diskutieren.

Symptome

Wie sieht ein Lichen planus mucosae aus?

Typisches Erscheinungsbild:

· flache, rötliche Papel (Knötchen)

· Papel kann zu Plaques (Flecken) zusammenfließen

· weißliche „Wickham“-Streifung (nicht abwischbar): netzartige Zeichnung

· Juckreiz häufig (mehr zum Thema Juckreiz auf unser Blog: Juckreiz – Was kann man dagegen tun?)

Es gibt verschiedene Formen:

· weißer Papel- oder Plaque-Typ: streifige, punktförmige oder netzartige erhabene weiße Flecken

· roter oder erosiver Typ: schmerzhafte Rötungen oder Hautdefekte (Erosionen oder Ulkus) – verstärkt durch Säure

· Mischtypen möglich

Häufig betroffene Stellen der Schleimhaut:

· Mundschleimhaut (etwa wie bei der oralen Candidose)

· Zunge, Lippen

· Genitalbereich und Analkanal (ähnlich wie bei Hämorrhoiden)

—> Die Mundschleimhaut ist bei etwa 50% der Patienten und Patientinnen betroffen!

—> Eine betroffene Mundschleimhaut stellt eine Präkanzerose dar (= mögliche Vorstufe einer Krebserkankung, erhöhtes Risiko) – eine Kontrolle sollte daher alle 3 Monate erfolgen.

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Diagnose

Wie wird die Diagnose eines Lichen planus mucosae gestellt?

Die Diagnose wird häufig durch die vorliegende klassische Klinik gestellt – insbesondere die „Wickham“-Streifung ist hier oft zielführend.

Eine histologische Untersuchung mittels Gewebeprobe kann die Diagnose weiter bestätigen (histopathologischer Befund).

Therapie

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei einem Lichen planus mucosae?

Die Therapie richtet sich nach dem jeweiligen Schweregrad der Hautveränderung.

Lokale Therapie:

Bei einem begrenzten Befall können Kortisonpräparate in Form von Paste, Creme oder Salbe angewandt werden. Ein Antihistaminikum (wie bei Allergien) kann für die Linderung eines ausgeprägten Juckreizes eingenommen werden.

Systemische Therapie:

Bei einem ausgeprägteren Hautbefund kann kurzfristig Kortison in Tablettenform oder auch Retinoide (Vitamin-A-Säure) (wie bei Akne z.B.) verabreicht werden. Bei nicht Ansprechen der Therapie gibt es noch weitere Möglichkeiten (z.B. Immunsuppressiva).

Trotz wirksamen und effektiven Therapien ist ein chronischer Verlauf und damit ein Rezidiv (Wiederauftreten) häufig.

Wegen des erhöhten Risikos eines Plattenepithelkarzinoms sollten Kontrolluntersuchungen und eine Sensibilisierung der Betroffenen für die entsprechenden Symptome erfolgen.

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Die Bilder in der unten ausgeführten Slideshow wurden von der Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen zur Verfügung gestellt.

So sieht die Hauterkrankung aus: Beispielbilder Lichen planus mucosae (oraler Lichen planus)

Verfasst von Marie Fuchs

Marie Fuchs ist Ärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie ist die Leiterin des Patientensupports (öffentliche Patientenkommunikation) und schreibt medizinische Artikel.

Literatur und Einzelnachweise

  • M. Hilgers, M. Megahed (Mai 2014). Lichen ruber mucosae - Einblick in die Pathogenese und Therapieoptionen. Abgerufen 20. Oktober 2021, von https://www.springermedizin.de
  • Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) (August 2019). S2k-Leitlinie. Abgerufen 20. Oktober 2021, von https://www.awmf.org