Erysipel (Wundrose)

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Flammend rot, schmerzhaft und geschwollen – die klassischen Trias für das Erysipel (Wundrose). Die bakterielle Infektion sollte immer antibiotische behandelt werden. Die ursächlichen kleinen Verletzungen sollten ebenso identifiziert und mit in die Behandlung eingeschlossen werden. Wir erklären Ihnen, was diese Erkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man dagegen tun kann.

Dermanostic Hautlexikon | Erysipel (Wundrose)

Definition

Bei einem Erysipel, auch als Wundrose bekannt, handelt es sich um eine durch Bakterien ausgelöste Entzündung der Haut und des darunterliegenden Gewebes. Die Bakterien gelangen durch kleine Wunden und Verletzungen der Haut in tiefere Hautschichten, wo sie sich vermehren und eine Entzündung verursachen. Es kommt zu einer meist scharf begrenzten Rötung, Überwärmung und schmerzhaften Schwellung der Haut. Gelegentlich bilden sich auch Pusteln und Blasen an der Hautoberfläche. Am häufigsten tritt die Wundrose am Bein, seltener an anderen Lokalisationen, wie dem Gesicht, auf.

Ursachen

Am häufigsten wird die Wundrose durch Bakterien aus der Gruppe der Streptokokken ausgelöst. Es handelt sich um Bakterien, die die natürliche Hautflora besiedeln und bei einer intakten Hautoberfläche keine Beschwerden verursachen. Kommt es jedoch zu Verletzungen der Haut, können die Bakterien in die Tiefe eindringen und Entzündungen hervorrufen. Die Verletzung kann eine Schürfwunde, ein Kratzer, ein Schnitt oder eine trockene und rissige Haut sein. Auch andere Hautkrankheiten, wie Pilzinfektionen am Nagel oder eine Neurodermitis, können eine Wundrose begünstigen. Ein geschwächtes Immunsystem und eine gestörte Blutversorgung der Haut begünstigen zudem die Wundrose, da die körpereigenen Immunzellen schlechter an den Ort des Geschehens gelangen können. Kinder und ältere Menschen sind aufgrund ihres weniger effizienten Immunsystems und der schnelleren Verletzungsgefahr häufiger betroffen.

Symptome

Klassisch für die Wundrose ist ein scharf begrenztes schmerzhaftes, rotes, überwärmtes und geschwollenes Hautareal. Ist die Infektion ausgeprägter, können auch Begleitsymptome, wie Kopfschmerzen, Fieber und Schüttelfrost auftreten. Die naheliegenden Lymphknoten sind häufig geschwollen.

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Diagnose

Die Wundrose kann bereits an ihrem Erscheinungsbild und den Symptomen festgestellt werden. Fieber und veränderte Blutwerte helfen dem Arzt die Schwere der Infektion einschätzen zu können. Wundabstriche für den Erregernachweis können für die richtige Auswahl der Antibiotikatherapie hilfreich sein. Besonders wichtig ist es, nach der Eintrittsstelle der Bakterien zu suchen. Erst wenn die Ursache identifiziert und auch behandelt wird, kann gewährleistet werden, dass die Wundrose nicht erneut auftritt.

Therapie

Sobald eine Wundrose diagnostiziert wurde, sollte die Behandlung starten, damit die Bakterien sich nicht weiter ausbreiten. Da es sich um eine bakterielle Entzündung handelt, ist das Mittel der Wahl ein Antibiotikum. Dies verhindert schwere Komplikationen, wie z.B. eine Blutvergiftung, Herz- oder Nierenentzündungen usw.

Zudem sollten die Extremitäten (falls hier die Wundrose lokalisiert ist) hochgelagert werden, um den Lymphabfluss zu verbessern.

Schmerzmittel, die gleichzeitig entzündungshemmend wirken, helfen zusätzlich. Sobald die Infektion einige Tage mit einem Antibiotikum behandelt wurde und die Symptome sich bessern, kann eine Kompression durchgeführt werden. Das heißt, dass das Areal mit einer elastischen Binde gewickelt wird. Dies ist natürlich nur an den Extremitäten und nicht am Gesicht oder Körperstamm möglich. Durch die Kompression wird verhindert, dass sich erneuert Flüssigkeit im Gewebe einlagert, außerdem wirkt es abschwellend. Die Eintrittsstelle der Bakterien sollte, wie bereits beschrieben, immer mitbehandelt werden.

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Autor: Dr. med. Alice Martin