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Arzneimittelexanthem (Arzneimittelallergie)

Auch bekannt als: fixe Arzneimittelreaktion, fixe toxische Arzneireaktion, allergisches Arzneimittelexanthem, Arzneimittelreaktion fixe generalisierte bullöse, FDE, fixed drug eruption, fixes Arzneimittelexanthem, fixes toxisches Arzneimittelexanthem, fixe toxische Arzneimittelreaktion, GBFDE, generalisierte bullöse fixe Arzneiexanthem, generalized bullous fixed drug eruption, allergische Arzneimittelexanthem
ICD-Code: T88.7
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Das dermanostic Maskottchen beim Lesen

Plötzlich auftretende rote Flecken nach der Einnahme eines Medikaments? Dahinter kann ein Arzneimittelexanthem (Arzneimittelallergie) stecken – eine Hautreaktion, die durch bestimmte Wirkstoffe ausgelöst wird.

Der daraus entstehende Hautausschlag tritt oft unerwartet auf und kann irritierend und unangenehm sein. In den meisten Fällen ist die Reaktion zwar harmlos, sollte aber dennoch ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden.

Wir erklären, welche Symptome auf ein Arzneimittelexanthem hindeuten können und wann es wichtig ist, ärztlichen Rat einzuholen.

5 Fakten über das Arzneimittelexanthem

  • Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems
  • Typisch: roter, fleckiger und juckender Hautausschlag
  • Häufig tritt ein schmerzender oder juckender Hautausschlag auf
  • Auftreten meist verzögert (Tage bis Wochen nach Einnahme)
  • Bei starkem Ausschlag, Fieber oder Schwellungen: sofort zum Arzt.

Definition

Was ist ein Arzneimittelexanthem?

Haut mit roten Flecken, Hautausschlag

 

Ein Arzneimittelexanthem ist eine allergische Reaktion auf die Inhaltsstoffe eines eingenommenen oder lokal angewendeten Medikaments.

Oft ist ein Arzneimittelexanthem die erste Warnreaktion des Körpers und kann auf eine Arzneimittelallergie hinweisen. Der meist juckende Hautausschlag (Exanthem) tritt häufig verzögert auf, oft erst Stunden bis Tage nach der Einnahme oder Anwendung des Medikaments. Mit einer Häufigkeit von 1–4% gehören Arzneimittelexanthemen zu den häufigsten arzneimittelbedingten Hautreaktionen.

Es gibt verschiedene Arten von Arzneimittelexanthemen, die sich in Dauer, Intensität und Verlauf unterscheiden. Die häufigsten Formen einer Arzneimittelallergie sind die makulösen oder makulopapulösen Exantheme, die einen leichten Verlauf haben.

Ursache

Wann tritt ein Arzneimittelexanthem auf?

Grundsätzlich kann es nach jedem Medikament zu einem Arzneimittelexanthem kommen. Auslöser kann ein Medikament in Tablettenform aber auch eine Salbe oder Creme sein. Besonders häufig tritt das Arzneimittelexanthem nach Einnahme von Antibiotika, vor allem nach Penicilin auf.

Typische Auslöser eines Arzneimittelexanthems:

  • Antibiotika
  • Schmerzmittel (insbesondere NSAR)
  • Urikostatika wie Allopurinol
  • Antikonvulsiva (Medikamente gegen Krampfanfälle)
  • Virostatika (z. B. zur Behandlung von Viren, wie Herpes zoster)
  • Antidepressiva
  • Antiepileptika

Nicht jede Hautreaktion ist eine Allergie. Manche Reaktionen ähneln einer Allergie, werden aber nicht immunologisch ausgelöst – sogenannte Pseudoallergien.

Wenn Du nach der Einnahme eines Medikaments Hautausschlag, Juckreiz oder Rötungen bemerkst, ist es wichtig, frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen.

Wende Dich gerne direkt an unsere Online-Hautarztpraxis: Sende drei Fotos und einen ausgefüllten Fragebogen per App, mit der Angabe all Deiner Symptome. Innerhalb von 24 Stunden erhältst Du eine Diagnose, Therapieempfehlung und ein Privatrezept.

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Symptome

Wie sieht ein Arzneimittelexanthem aus?

Die Haut zeigt sich meist mit geröteten Flecken oder kleinen Bläschen, manchmal juckend. Die meist symmetrische Verteilung von roten Makeln und Papeln, fließen zu flächigen Arealen zusammen. Manchmal kann das Aussehen Scharlach oder Masern ähneln.

Meistens treten die Symptome des Exanthems im Bereich des Körperstamms und Nackens auf und erweitern sich zentrifuhal auf die Extremitäten.

Hauterscheinung & mögliche Reaktionen:

Häufig:

  • Rote Flecken oder Pusteln in unterschiedlicher Ausprägung
  • Häufig Juckreiz
  • Betroffen sein können Rumpf, Arme, Beine, oder seltener auch das Gesicht
  • Hautveränderung tritt immer wieder an derselben Stelle auf

Selten:

  • Quaddeln (= Urtikaria)
  • Schwellung (= Ödem)
  • Atemnot
  • Fieber
  • In schweren Fällen: anaphylaktischer Schock (Notfall!)

Auftreten der Hautreaktion

Wann treten Hautreaktionen nach Medikamenten auf?

Hautreaktionen zeigen sich oft verzögert: meistens zwischen dem 7. und 12. Tag nach Beginn der Einnahme. Manche Reaktionen können sogar erst einige Tage nach Absetzen des Medikaments auftreten.

Man unterscheidet zwei Arten von Reaktionen:

  • Sofortreaktion: Symptome treten innerhalb von einer Stunde auf (z. B. Nesselsucht, Juckreiz).
  • Spätreaktion: Symptome zeigen sich erst nach mehr als 1 Stunde, manchmal sogar nach Tagen oder Wochen (z. B. Hautausschlag oder Ekzeme).

Auch wenn Du das Medikament schon abgesetzt hast, können Reaktionen noch auftreten. Bei Veränderungen der Haut immer eine Ärztin oder einen Arzt informieren.

So sieht die Hauterkrankung aus: Beispielbilder: Arzneimittelexanthem (Arzneimittelallergie)

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Diagnose

Wie wird die Diagnose gestellt?

Eine sorgfältige ärztliche Anamnese bildet die Grundlage der Abklärung. Ein enger zeitlicher Zusammenhang zwischen Symptombeginn und Medikament spricht für eine Arzneimittelreaktion. Für bestimmte Wirkstoffe können ergänzend Hauttests wie Prick-, Intrakutan- oder Epikutantests (ähnlich wie bei allergischer Rhinitis) eingesetzt werden.

Als mögliche Differenzialdiagnosen kommen unter anderem Nesselsucht, eine photoallergische Hautreaktion, Purpura, eine Kontaktdermatitis, das Staphylococcal scalded skin syndrome (SSSS) sowie das symmetrische arzneimittelbedingte intertriginöse und fleckige Exanthem (SDRIFE) in Betracht. Dabei handelt es sich um andere Hauterkrankungen, die einem Arzneimittelexanthem ähneln können.

Komplikationen

Ist ein Arzneimittelexanthem gefährlich?

Schwerwiegende Verläufe eines Arzneimittelexanthems sind selten. In Einzelfällen kann es jedoch zu einer anaphylaktischen Reaktion mit Hautausschlag, Atemnot oder Blutdruckabfall kommen – dann sollte sofort der Notarzt verständigt werden, damit umgehend die notwendigen Maßnahmen eingeleitet werden können.

Hier ist schnelles Handeln entscheidend, da auch Schleimhäute und innere Organe betroffen sein können.

Sofort medizinische Hilfe solltest du in Anspruch nehmen, wenn:

  • Der Ausschlag sich schnell großflächig ausbreitet
  • Du starke Schmerzen, Fieber und Schwellungen hast
  • Schleimhäute (Mund, Augen, Genitalien) betroffen sind
  • Du Anzeichen einer systemischen Reaktion bemerktst (z.B. Atmenot)

Folgen eines Arzneimittelexanthems sind unter anderem:

  • Drug Rash with Eosinophilia and Systemic Symptom Syndrom, kurz DRESS
  • Stevens-Johnson-Syndrom, kurz SJS
  • Toxische epidermale Nekrolyse, oder auch Lyell-Syndrom
  • Pustulöses Exanthem
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Therapie

Wie wird das Arzneitmittelexanthem behandelt?

Haut wird mit einem Umschlag gekühlt

 

Als erstes ist es notwendig, das auslösende Medikament abzusetzen. Wenn das auslösende Medikament nicht abgesetzt werden kann oder es keine Alternative gibt, kann es unter ärztlicher Aufsicht oft weiter eingenommen werden – vor allem bei milden Verläufen. Auch dann können die Symptome behandelt werden, um Linderung zu schaffen und den Alltag angenehmer zu gestalten

In vielen Fällen klingen die Symptome nach ein bis zwei Wochen von selbst ab. Zur Linderung von Juckreiz und Hautveränderungen können unterstützend eingesetzt werden:

  • Kühlende Umschläge
  • Antihistaminika
  • Kortison (Glukokortikoide)

Bei uns erhältst Du innerhalb von 24 Stunden eine Diagnose und eine Beratung, einfach indem Du uns drei Fotos der Hautveränderung schickst und einen Fragebogen ausfüllst. Hier gibst Du direkt an, welche Medikamente Du in letzter Zeit genommen hast oder regelmäßig nimmst. Von unseren Huatfachärzt:innen erhältst Du innerhalb von 24 Stunden einen Arztbrief inkl. Therapieempfehlung und wenn nötig ein Rezept erhältst.

Bei einer anaphylaktischen Reaktion mit Hautausschlägen, Atemnot oder Blutdruckabfall sollte sofort der Notarzt kontaktiert werden, damit entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden können!

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Wirkstoffe

Was hilft gegen Arzneimittelexantheme?

Gegen ein Arzneimittelexanthem werden unter anderem folgende Wirkstoffe eingesetzt:

Erklärvideo

Quellen:

 

  1. Jetter, A. (2014). Hautausschläge – das Arzneimittelexanthem. Lege Artis – das Magazin Zur Ärztlichen Weiterbildung, 4(04), 234–240. https://doi.org/10.1055/s-0034-1389640| Das Arzneimittelexanthem
  2. Weyers, W. (2003). Entzündliche Dermatosen mit Spongiose. In Springer eBooks (S. 87–115). https://doi.org/10.1007/978-3-662-07784-9_7| Arzneimittelexanthem
  3. Absmaier, M., Biedermann, T. & Brockow, K. (2016). Auslöser von Arzneiexanthemen: Absetzen, durchbehandeln oder desensibilisieren? Der Hautarzt, 68(1), 29–35. https://doi.org/10.1007/s00105-016-3907-y| Auslöser von Arzneiexantheme

     

Inhalt

Verfasst von
Dr. med. Eleni Papakonstantinou
Dr. med. Eleni Papakonstantinou ist Hautfachärztin bei dermanostic und verbindet ihre Erfahrung aus der Praxis mit digitaler Hautmedizin. In ihren Beiträgen geht es ihr darum, Hautthemen verständlich und alltagsnah zu erklären und Orientierung zu geben, wann Hautpflege ausreicht und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.

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