Allergisches Kontaktekzem

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Plötzlich tritt ein Hautausschlag auf und die Haut juckt. Mögliche Ursachen können Cremes, Waschmittel oder andere häufig angewendete Mittel sein.

Allergische Kontaktekzeme stellen eine immunologische Reaktion der Haut gegen ein/mehrere spezifische(s) Allergen(e) dar. Es gehört daher auch zu den häufigsten dermatologischen Berufserkrankungen (ca. 10% aller Berufskrankheiten), weshalb die Frage nach der beruflichen Tätigkeit entscheidend zur Identifizierung der Ursache(n) beitragen kann.

Wir erklären Ihnen, was die Bedeutung der Erkrankung ist, wie sie entsteht und was man dagegen machen kann.

Definition

Was versteht man unter einem allergischen Kontaktekzem?

Ein allergisches Kontaktekzem (auch Kontaktallergie genannt) ist eine immunologisch vermittelte (allergische) Reaktion der Haut, die mit einer nicht-infektiösen Entzündungsreaktion einhergeht und an der Stelle auftritt, an der die Haut mit dem allergischen Auslöser (Allergen), in Kontakt gekommen ist.

Der Begriff „Ekzem“ bedeutet so viel wie „Juckflechte“ und kommt aus dem griechischen Wort „eczema“ (herausbrodeln, aufwallen).

Wie häufig tritt ein allergisches Kontaktekzem auf?

Das allergische Kontaktekzem betrifft weltweit bis zu 15 % der Bevölkerung.

Ursache

Was sind die Auslöser einer Kontaktallergie?

Bei der Kontaktallergie liegt eine Überempfindlichkeit und Überreaktion der Haut auf bestimmte (Kontakt-) Substanzen vor. Diese Überreaktion tritt nicht direkt beim ersten Kontakt mit dem Allergen auf, sondern im Verlauf und erst nach mehrfachen Kontakten. Der Körper erkennt das Allergen nach mehrfachem Kontakt wieder (Sensibilisierung) und stuft es irgendwann als „fremd“ und „feindlich“ ein. Als Abwehrreaktion setzt er eine immunologische (allergische) (Abwehr-)Reaktion in Gang und reagiert somit in übertriebener Form, etwa vergleichbar mit dem Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Wiederholt sich dieser Vorgang aber sehr oft, kann die allergische Reaktion auch an Körperstellen auftreten, die keinen direkten Kontakt mit dem Allergen hatten (allergische Streureaktion).

Zu den häufigsten Allergenen gehören:

  • Nickel (ca. 20%), insbesondere als Modeschmuck oder berufsbedingt
  • Duftstoffe (ca. 15%), bspw. in Cremes, Parfüm oder Deodorant
  • Perubalsam (ca. 10%), etwa in Pflegeprodukten

Jedoch gehören auch andere Konservierungsstoffe, Pflanzen und pflanzliche Produkte zu potentiellen Allergenen. Die Datenbank der Kontaktallergene umfasst mittlerweile mehr als 3.000 verschiedene Substanzen und wird jährlich aktualisiert.

Was sind Risikofaktoren?

Bestimmte Berufsgruppen wie zum Beispiel:

  • Bäcker
  • Friseure
  • Maler
  • Dachdecker
  • KFZ-Mechaniker, Maschinenbauer oder Reinigungspersonal

haben nahezu täglich Kontakt zu verschiedenen Allergenen, auf die sie im Laufe der Zeit allergisch reagieren können.

Symptome

Welche Beschwerden habe Sie bei einer allergischen Kontaktallergie?

Die oben erwähnte Entzündungsreaktion der Haut verläuft in verschiedenen Stadien und kann folgende Symptome beinhalten:

  • Rötung
  • Bläschenbildung
  • Schuppung und Nässen der Haut

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Diagnose

Wie erkennt der Arzt die Diagnose?

In einem Gespräch mit Ihrem Hautarzt erörtern Sie gemeinsam die möglichen Ursachen Ihrer Symptome und Beschwerden. Durch Meidung der von Ihnen selbst vermuteten möglichen Auslöser können Sie selbst testen, ob sich der Hautbefund verbessert. In aller Regel ist jedoch ein Allergietest (sogenannter Epikutantest) erforderlich. Hierbei werden verschiedene Allergene und Testsubstanzen (gelegentlich auch von Ihnen selbst mitgebrachte vermutete Auslöser wie z.B. Make-up und Reinigungsprodukte) unter Pflastern mit auf dem Rücken oder am Oberarm angebracht. Nach 48 Stunden werden die Pflaster abgezogen und die Hautreaktionen werden ausgewertet. Nach 72 Stunden erfolgt dann üblicherweise eine zweite Ablesung der Reaktion.

Therapie

Wie wird die Kontaktallergie behandelt?

Bei Verdacht eines allergischen Kontaktekzems sollten Sie stets einen Hautarzt aufsuchen. Der erste und wichtigste Behandlungsansatz ist die Identifikation des Allergens/der Allergene. Anschließend gilt es, den Kontakt zum Allergen zu meiden. Des Weiteren kann die betroffene Hautstelle äußerlich mit einer Creme, Salbe oder Lotion behandelt werden, deren aktiver Wirkstoff zumeist ein Glukokortikoid ist. Glukokortikoide hemmen die Entzündungsreaktion und führen zum Abklingen der Symptome. Darüber hinaus können Sie die betroffenen Stellen kühlen und somit den Juckreiz und die Schmerzen lindern.

Außerdem ist eine zusätzliche Hautpflege wichtig, die ebenfalls mit dem Hautarzt besprochen werden sollte, da nicht alle Pflegeprodukte im individuellen Fall geeignet sind.

Wie kann ich mich vor dem allergischen Kontaktekzem schützen?

Da sich eine Kontaktallergie in der Regel langsam entwickelt („bis der letzte Tropfen das Fass zum Überlaufen bringt“) und sie Kontaktstoffe im individuellen Fall im Vorfeld nicht als mögliche Auslöser einschätzen können, gibt es keine vorbeugende Maßnahmen. Personen, die bereits bekannte Kontaktallergien haben und deren Haut somit empfindlicher ist, sollten mit den bereits bekannten Auslösern verwandte Substanzen meiden, die in der Vergangenheit bereits eine allergische Reaktion ausgelöst haben.

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Die Bilder in der unten ausgeführten Slideshow wurden von der Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen zur Verfügung gestellt.

Verfasst von Univ.-Prof. Dr. med. Jorge Frank
Co-Autor: Dr. med Alice Martin

Prof. Dr. med. Jorge Frank ist Professor an der Universität Göttingen. Er hält die Professur für Dermatologie mit dem Schwerpunkt Dermato-Onkologie.

Literatur und Einzelnachweise

  • Altmeyer, P. (2021, Februar 15). Kontaktdermatitis allergische. Abgerufen 07. April 2021, von https://www.altmeyers.org
  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (2020), Kontaktekzem. Abgerufen 07. April 2021, von https://www.awmf.org