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Nävus (Muttermal)

Auch bekannt als: Melanozytennaevus; Mal; Hamartom der Haut; Muttermal

ICD-Code: D22.L

Ein Nävus ist ein gutartiges Muttermal, welches im Alltag auch als “Leberfleck” bezeichnet wird. Leberflecken sind meistens ungefährlich, können jedoch auch schwarzen Hautkrebs (ein Malignes Melanom) verursachen.

5 Fakten über Muttermale

  • Die braune Farbe entsteht durch den Farbstoff Melanin
  • Sind an sich nicht gefährlich, können sich aber zu bösartigem Hautkrebs entwickeln
  • Die ABCDE-Regel dient der Beurteilung, ob Muttermale gefährlich sein könnten
  • Viele Muttermale sind nicht von Geburt an da, sondern entwickeln sich erst im Laufe des Lebens
  • Harmlose Muttermale müssen nicht therapiert werden

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Definition

Was ist ein Nävus (Muttermal)?

Bei einem Nävus handelt es sich um ein gutartiges Muttermal, welches im Volksmund auch „Leberfleck“ genannt wird. Muttermale bestehen aus einer scharf abgegrenzten Ansammlung von Nävizellen, auch Melanozyten genannt. Das sind die Zellen, die den Farbstoff Melanin bilden, der für die Bräunung der Haut verantwortlich ist und damit zu den pigmentbildenden Zellen zählen.

Nävi entwickeln sich meist nach der Geburt und sind in der Regel unbedenklich, können aber auch entarten und schwarzen Hautkrebs (Malignes Melanom) verursachen.

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Ursache

Wodurch entsteht ein Nävus?

Muttermale werden nicht vererbt, sondern bilden sich durch bestimmte noch nicht genau bekannte genetische Veränderungen während des Embryonalstadiums. Die wenigen Muttermale, die bereits von Geburt an vorhanden sind, sind meistens großflächig und wachsen im Laufe der Wachstumsphase im Kindesalter mit. Man bezeichnet angeborene Muttermale auch als kongenitale Nävi. Insbesondere die Sonne ist ein wichtiger Trigger für die Entwicklung und Veränderung von Muttermalen.

Symptome

Woran erkennt man einen harmlosen Nävus?

Es gibt unterschiedliche Arten von Muttermalen, die prinzipiell an der gesamten Haut also auch im Bereich der Schleimhaut auftreten können. Muttermale sind in der Regel harmlos und verursachen keine Beschwerden. Allerdings können Sie durch eine ungünstige Lokalisation (z.B. im Brustbereich) stören, wenn der BH zu einer Reibung führt. Gereizte Muttermale können zu Juckreiz führen. Auch kleine Blutungen und Veränderungen sind die Folge. In dem Fall sollte über eine Entfernung des Muttermals nachgedacht werden. Viele Muttermale besitzen zentral wachsende, etwas stärker pigmentierte und dickere Haare. Das ist ein Zeichen von Gutartigkeit. Durch die vermehrte Ansammlung von den pigmentbildenden Melanozyten wird auch das Haar stärker pigmentiert. Man sollte das Haar nicht herauszupfen, sondern besser schneiden, wenn es kosmetisch stört. Durch das Zupfen des Haares, kann das Muttermal gereizt werden.

Komplikationen

Ist ein Nävus gefährlich?

Muttermale sind an sich gutartig und somit besteht kein Grund zur Sorge. Sie können sich allerdings zum bösartigen schwarzen Hautkrebs weiterentwickeln, weshalb man ein verändertes Muttermal nie unterschätzen sollte. Mithilfe der ABCDE-Regel lässt sich gut einschätzen, ob ein Muttermal harmlos ist, oder ob man damit besser zu einem Facharzt gehen sollte.

"Viele Patienten sind sich trotz der ABCDE-Regel nicht sicher, ob sie mit einem Muttermal zum Hautarzt gehen sollten. Lass dich gerne bei dermanostic der Online-Hautarztpraxis beraten."

Dr. med. Estefanía Lang

Dr. med. Estefanía Lang

Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten

Anzahl behandelter dermanostic-Patienten: 26.000

Therapie

Was kann man tun?

Ein unauffälliges Muttermal bzw. Nävus benötigt keine spezielle Therapie. Bei Nävi, die eine funktionelle Beeinträchtigung mit sich bringen, zum Beispiel durch die Lage an ungünstigen Körperstellen, wodurch das Muttermal permanent gereizt ist, kann auf Wunsch des Patienten eine operative Entfernung erfolgen.  Wichtiger ist jedoch die regelmäßige Kontrolle aller Muttermale. Auch ein konsequenter Sonnenschutz ist zu empfehlen, um die Bildung weiterer, dann erworbener Nävi einzudämmen und die bereits bestehenden Muttermale vor UV-Strahlung zu schützen. Wenn sich ein Nävus entweder in Form, Farbe oder Größe auffällig verändert, sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Die auffälligen Veränderungen können mit Hilfe der ABCDE-Regel untersucht werden. Im Zweifelsfall muss eine Gewebeprobe der auffälligen Muttermale entnommen und mikroskopisch untersucht werden.

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Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.

Mehr zum Thema

Literatur und Einzelnachweise

  1. Altmeyer, P.: Naevus melanozytäer (Übersicht) (26. Juni 2018) | Abgerufen 17. Juni 2021 von www.altmeyers.org

  2. Dermaostschweiz: Melanozytäre Nävi (16. Februar 2005) | Abgerufen 17. Juni 2021 von www.dermaostschweiz.ch

FAQ

Illustration von zwei arbeitenden Hautärzten