Rhinitis allergica

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Was ist eine allergische Rhinitis?

Die Nase juckt, läuft und das obwohl keine Erkältung vorliegt. Es handelt sich um klassische Symptome einer Rhinitis allergica, auch allergischer Schnupfen bzw. allergische Rhinitis genannt. Wir erklären Ihnen, was die Erkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man dagegen tun kann.

Rhinitis allergica

Definiton

Was bedeutet eigentlich rhinitis allergica?

Die allergische Rhinitis bezeichnet eine allergisch bedingte Entzündung der Nasenschleimhaut. Ist nicht nur die Nase, sondern sind auch die Augen betroffen, spricht man von einer Rhinokonjunktivitis.

Die Rhinitis allergica ist einer der häufigsten allergischen Erkrankungen und tritt insbesondere im Frühjahr auf.

Ursache

Wie kommt es zu einer rhinitis allergica?

Je nach Ursache unterscheidet man 3 Formen der allergischen Rhinitis:

  1. Saisonale allergische Rhinitis: durch Pollen verursacht (auch bekannt als „Heuschnupfen“)
  2. Perenniale allergische Rhinitis: verursacht durch Nahrungsmittel (wie z.B. Erdbeeren, Nüsse, Eier, Fisch), Hausstaub, Tierhaare oder Bettfedern
  3. Berufsbedingte allergische Rhinitis: verursacht durch spezielle Allergenkontakte (z.B. Bäcker, Friseur)

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Symptomatik

Wie äußert sich rhinitis allergica?

Die Hauptsymptome sind eine behinderte Nasenatmung, Niesattacken und eine wässrige Nasensekretion. Auch Juckreiz an Nase und Augen, die zudem tränen und gerötet sein können sowie Kopfschmerzen sind häufige Symptome.

Wird die allergische Rhinitis durch Pollen verursacht, kommt es zu Niesattacken, der Bildung einer wässrigen Nasensekretion und einer Konjunktivitis (Bindehautentzündung). Die Konjuktivitis verursacht die vorhin beschriebenen Rötungen mit Juckreiz an den Augen.

Auch Milben können Auslöser, einer Rhinitis allergica sein. In diesem Fall treten die Beschwerden während und nach dem Schlaf auf. Während des Tages bessern sich die Beschwerden.

Diagnostik

Nach einer ausführlichen Befragung zum Auftrittszeitpunkt (situations-, saisonal- oder berufsbedingt) wird die Nase untersucht (dies wird als Rhinoskopie bezeichnet). Zusätzlich erfolgt eine Begutachtung der nasalen Mukosa, also der Nasenschleimhaut, die geschwollen sein kann. Hier können sich auch Ekzeme (Hautausschläge) zeigen.

Eine Inspektion der Augen gehört ebenfalls zu der Grunduntersuchung bei allergischer Rhinitis. Zudem werden Allergietests, wie z.B. der Pricktest, durchgeführt, um die genaue Ursache zu ermitteln. Drei Tage vor dem Allergietest sollten Antihistaminika und die Anwendung von Kortisonpräparaten gemieden werden, damit die Ergebnisse zuverlässig sind. Ist ein Hauttest nicht möglich, da Hauterkrankungen bestehen oder der Patient im Säuglings- oder Kleinkindalter ist, erfolgt eine Blutabnahme, bei der die Antikörper gegen Allergene (sogenannte IgE-Antikörper) untersucht werden. Des Weiteren existiert ein sog. nasaler Provokationstest, bei dem ein inhalierbarer Stoff, der als symptomauslösendes Allergen in Frage kommt auf die Nasenschleimhaut aufgetragen wird (z. B. in Form eines Nasensprays). Dies kann ebenfalls dazu dienen, unter kontrollierten Bedingungen eine alltagsrelevante allergische Reaktion bei Patienten mit allergischer Rhinitis zu erkennen.

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Therapie

Was kann man gegen rhinitis allergica machen?

Die effektivste Therapie liegt darin, die Reizfaktoren zu vermeiden, was aber nicht immer möglich ist. Bei einer berufsbedingten Ursache sollte mit dem Arzt besprochen werden, ob sich daraus eine Berufserkrankung entwickeln kann. In solchen Fällen sollte über einen Arbeitsplatzwechsel nachgedacht werden.

Symptomatische Therapie:

Die medikamentösen Therapieoptionen sind zahlreich, sie wirken jedoch gegen die Symptome und nicht gegen die Ursache. Trotzdem kommt der symptomatischen Therapie eine wichtige Bedeutung zu, da die Rhinitis allergica, vor allem durch die nasalen Symptome und damit einhergehende erschwerte Nasenatmung, stark belastend sein kann.

So kommen Histaminblocker, intranasale Kortisonpräparate, die direkt in die Nase als Spray verabreicht werden oder sogenannte Cromone (Mastzellstabilisatoren) zum Einsatz.

Als Ursachentherapie kann eine sog. spezifische Immuntherapie zur Desensibilisierung durchgeführt werden. Wie bereits erklärt, besteht das Hauptproblem darin, dass der Körper auf Allergene reagiert, die im Normalfall zu keiner Reaktion des Körpers führen. Aus diesem Grund kann eine sogenannte Desensibilisierung bzw. Hyposensibilisierung durchgeführt werden. Dabei soll der Körper eine Toleranz gegenüber dem Allergen entwickeln.  Eine allergenspezifische Immuntherapie kann dabei auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen:

1. Hyposensibilisierung:

Bei der spezifischen Immuntherapie wird durch die Gabe steigender Dosen des Allergens eine Allergentoleranz gefördert. So wird der Körper langsam an das Allergen „gewöhnt“, sodass beim erneuten Kontakt die Reaktion immer geringer ausfällt. Im Verlauf verlernt der Körper die allergische Reaktion. Man unterscheidet zwischen einer Spritzen- bzw. Tablettentherapie.

2. Subkutane Desensibilisierung:

Die Allergene werden unter die Haut (subkutan) gespritzt, wobei sich die Therapieschemata je nach Präparat unterscheiden. Die Therapie wird über 3 Jahre geführt und der Patient erscheint hierfür alle 4-6 Wochen beim behandelnden Arzt.

3. Sublingual:

Die Allergenextrakte werden als Tropfen, Tablette oder Spray unter die Zunge (sublungual) appliziert. Im Unterschied zur subkutanen Desensibilisierung, wird die sublinguale Therapie täglich durchgeführt. Die Therapiedauer beträgt ebenfalls 3 Jahre. Nebenwirkungen treten bei der sublingualen Therapie deutlich seltener auf.

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Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.

Literatur und Einzelnachweise