Balanitis (Eichelentzündung)

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Erkrankungen des männlichen Genitals können unterschiedliche Ursachen haben. Die Balanitis ist eine Entzündung der Eichel, die zu schmerzhaften Hautveränderungen führt. Hier können Infektionen oder mechanische Irritationen vorliegen. Zur Abklärung können Abstriche durchgeführt werden, die die Hautflora der Eichel analysieren. Wir erklären Ihnen, was diese Erkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man dagegen tun kann.

Dermanostic Hautlexikon | Balanitis (Eichelentzündung)

Definition

Eine Balanitis bedeutet eine entzündliche Veränderung der Eichel sowie der Vorhaut. Oft stellt man zunächst eine Rötung der Eichel fest und später folgen möglicherweise ein Brennen oder ein Juckreiz. Am häufigsten betroffen sind Männer mit unbeschnittenen Genital sowie Männer über den 60 Lebensjahren. Wiederkehrende und lang andauernde Episoden sind möglich.

Ursachen

Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die eine Balanitis verursachen können. Die Ursachen lassen sich grob in zwei Grundformen der Erkrankung einteilen. Die eine ist infektiös verursacht und die andere ist nicht infektiös verursacht (z.B. durch unspezifische Reizungen).

Die nicht infektiösen Formen:

  1. Einfache Eichelentzündung (Balanitis simplex)

    Hierbei spielt eine unspezifische Reizung der Haut eine große Rolle, dabei kann z.B. das Abtrocknen mit einem Handtuch schon eine Entzündung hervorrufen. Auch eine mangelnde oder übertriebene Hygiene des Intimbereichs kann eine Balanitis simplex verursachen. Allergische Reaktion auf Medikamente, Duftstoffe oder Latex sind ebenfalls mögliche Auslöser.

    Zunächst tritt bei der einfachen Form eine plötzliche Rötung auf und im Verlauf kann es zu kleinen Knötchen sowie einer trockenen Schuppung der Haut kommen. Männer aller Altersgruppen können betroffen sein.

  2. Zoon-Krankheit als chronische Entzündung (Balanitis Plasmacellularis)

    Ursächlich dafür ist ein sogenannter Feuchtigkeitsstau. Das heißt, dass vermehrt Feuchtigkeit unter der Eichel gesammelt wird. Eine Verengung der Vorhaut (Phimose) oder das Unvermögen Wasser zu lassen (Inkontinenz), zum Beispiel durch Prostatabeschwerden, können einen solchen Feuchtigkeitsstau verursachen.

    Die ständige Feuchtigkeit lässt hierbei die schützende Hornschicht der Haut des Penis aufquellen und ermöglicht so das Eindringen von Krankheitserregern. Männer, die an der Zuckerkrankheit (Diabetes Mellitus) leiden, sind besonders gefährdet.

    Die Rötungen sind in diesem Fall scharf begrenzt und seltsam geformt. Die Flecken weisen eine feuchte Oberfläche auf und glänzen lackartig. Innerhalb der Flecken kann es zu punktförmigen Einblutungen kommen.

Die infektiöse Form:

Infektionen, die sich häufig als Ausfluss durch eine Entzündung der Harnröhre bemerkbar machen, führen oftmals auch zu einer Eichelentzündung. Häufige Infektionen sind zum Beispiel Tripper, Chlamydien, Trichomonaden oder Pilzinfektionen. Ebenso können Herpes, Viren, Filzläuse oder Warzen eine Balanitis begünstigen.

Äußerlich kommt es ähnlich wie bei der einfachen Form zu plötzlichen Rötungen an der Eichel. Dazu kann es je nach Art der Infektion zu Schuppungen, Bläschen oder Belegen kommen.

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Symptome

Das Hauptsymptom ist die schmerzhaft gerötete und juckende Eichel. Betroffene leiden zudem häufig auch an eitrigem und übelriechendem Ausfluss. Das Zurückziehen der Vorhaut bereitet Betroffenen häufig Schmerzen und auch das Wasserlassen kann zu Problemen führen. In den meisten Fällen bleibt die Erkrankung auf den Penis begrenzt und Fieber tritt selten auf.

Diagnose

Zunächst wird der Patient ausführlich zu möglichen reizenden Einflüssen, anderen Erkrankungen und vorherigen Erfahrungen bezüglich einer Entzündung am Penis und der Eichel befragt. Mikrobiologische Abstriche helfen dabei, einen Keim zu identifizieren. In gewissen Fällen sind Gewebeentnahmen unter Betäubung sowie Abstriche zur Feststellung von Infektionen notwendig. Unter Umständen trägt eine Blutuntersuchung zur Diagnose bei.

Therapie

Die einfache Form der Eichelentzündung (Balanitis simplex) wird meistens mit einer einwöchigen Therapie einer Kortisonsalbe behandelt.

Bei der Zoon-Krankheit ist vor allem das Trockenhalten des Eichelbereichs entscheidend. Hierbei sollte auf das Zurückschieben der Vorhaut beim Waschen und Abtrocknen des Penis geachtet werden.

Bei Infektionen muss der Erreger meistens systemisch (als Tablettenform) therapiert werden, während die Entzündung der Eichel lokal behandelt wird.

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Autor: Dr. med. Alice Martin