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Insektenstiche

Auch bekannt als: Fliegenstich; Stiche von Insekten; Insektenstichraktionen; Hymenopterenstiche; Iktus; Insektenstich; Ikti

ICD-Code: T14.0

Vor allem im Sommer treten Insektenstiche gehäuft auf, wobei das Verhalten der Insekten unterschiedlich ist. Über Wespen, Bienen und Hornissen, bis hin zu Zecken, Flöhen und Moskitos - alle können den Menschen stechen und damit eine Hautreaktion auslösen, die in den meisten Fällen als Quaddel-ähnliche Hauterhebung zu sehen ist, die jucken, brennen oder auch schmerzen kann.

Wir erklären hier, welche Insektenstiche besonders häufig sind, was sie verursachen und was man dagegen tun kann.

5 Fakten über Insektenstiche

  • Wespengift besitzt von allen das höchste Allergiepotenzial
  • Lösen eine Abwehrreaktion des Immunsystems aus, bei der Histamin freigesetzt wird
  • Trotz Juckreiz sollte man die Einstichstellen nicht kratzen, weil sie sich entzünden können
  • Bei ungewöhnlichen Reaktionen (Fieber, Schwindel, Erbrechen) sollte man immer den Arzt aufsuchen
  • Vor allem in den Tropen können Insekten Überträger von schlimmeren Krankheiten wie Malaria sein

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Definition

Was sind Insektenstiche?

Bei einem Insektenstich handelt es sich um eine Verletzung der Haut, die durch den Stich des Insektes zur Verteidigung oder Nahrungsaufnahme verursacht wurde. Meist kommt es zu Rötung, Schwellung und oft auch Juckreiz.

Wespen, Bienen und Hornissen stechen vor allem bei Bedrohung. Zecken, Flöhe und Moskitos sind hingegen auf Blut angewiesen und stechen oder beißen gezielt, um sich zu ernähren. Mücken sind meist nachts aktiv, Wespen und Bienen tagsüber.

Bei bis zu 25 % der Bevölkerung treten allergisch-bedingte überschießende Reaktionen auf Insektenstiche auf, bis zu 3,5% davon entwickeln sogar eine potenziell lebensbedrohliche Anaphylaxie (um die 20 dokumentierte Todesfälle in Deutschland gibt es). Insektenstiche führen darüber hinaus bei mindestens 75% der Bevölkerung zu allergisch bedingten Quaddeln (Urtikaria) und Papeln an der Stichstelle.

Ursache

Was sind die Ursachen von Insektenstichen?

Wespenstiche:

Wespen besitzen eine besonders hohe Aufdringlichkeit und das Wesepengift besitzt das höchste Allergiepotential. Typisch nach einem Stich sind:

  • rote überwärmte Schwellungen
  • Schmerzen
  • Juckreiz

Treten zusätzlich Unwohlsein, Übelkeit oder ein Anschwellen der Gliedmaße auf, ist dies ein Hinweis für eine allergische Reaktion. Hier ist ein Arztbesuch dringlichst angeraten. Ohne allergische Reaktion verschwinden die Symptome in der Regel innerhalb von drei bis vier Tagen.

Bienenstiche:

Bei einem Bienenstich verbleibt der Stachel an der Einstichstelle in der Haut und führt zu einer Schwellung mit Rötung. Schmerzen an der Einstichstille und Juckreiz sind typisch. Der Stachel sollte nach dem Stich umgehend mit einer Pinzette entfernt werden, da er Gift enthält. Anschließend sollte die Einstichstelle gekühlt werden. Auch das Gift von Bienen kann allergische Reaktionen bis hin zu einem allergischen Schock (auch anaphylaktischer Schock genannt) verursachen.

Bei einer allergischen Reaktion bzw. einem anaphylaktischen Schock sollte ein Arzt schnell kontaktiert werden, da ein Insektenstich zum Atemstillstand führen kann!

Bremsen- und Mückenstiche:

Bremsen und Mücken sind blutsaugende Insekten. Der Stich einer Bremse ist sehr schmerzhaft, die Haut schwillt an und rötet sich. In der Mitte des Stiches zeigt sich meist eine kleine Vertiefung. Die Stechmücke saugt wie die Bremse Blut, wobei eine juckende, teils überwärmte Quaddel entsteht. Mückenstiche sind in Deutschland unbedenklich, in den Tropen hingegen können sie ernstzunehmende Krankheiten übertragen – z.B. Malaria.

Zeckenbiss

Zeckenbisse entstehen besonders beim Aufenthalt im Grünen. Die Zecke hält sich in Gebüschen, Sträuchern und hohem Gras auf. Zunächst krallt sie sich an der Kleidung oder an einzelnen Haaren fest und sucht sich später Hautkontakt, um Blut zu saugen. Ein Zeckenbiss ist an sich ungefährlich, jedoch können Zecken Krankheiten wie Borreliose oder FSME (Frühsommermeningoenzephalitis) übertragen. Entdecken Sie eine Zecke an ihrem Körper, gilt es, diese schnellstmöglich mit einer Pinzette zu entfernen.

Im Zweifel ist das Aufsuchen eines Arztes ratsam. Beobachte außerdem das Areal, in dem der Biss stattgefunden hat. Wenn hier im Verlauf eine wandernde Rötung auftritt, sollte ein Hautarzt aufgesucht werden. Lies hier mehr zur Behandlung von Zeckenbissen.

Flöhe

Hauptwirte der Flöhe sind vor allem Hunde und Katzen, jedoch kommt auch der Mensch infrage. Typisch für Flohbisse sind kleine, rote und stark juckende Punkte auf der Haut, wobei die Bisse oft direkt nebeneinander liegen. Kratzen ist zu vermeiden, da sich die Bissstellen entzünden. Es empfiehlt sich die betroffene Hautregion zu kühlen und ein Gel gegen Insektenstiche anzuwenden.

Symptome

Welche Beschwerden verursachen Insektenstiche?

Typische Symptome eines Insektenstichs sind Schmerzen, Juckreiz und ein brennendes Gefühl auf der Haut. Trotzdem sind die meisten Insektenstiche harmlos. Bei einer allergischen Reaktion ist der Arzt aufzusuchen, hier besteht das mögliche Risiko eines allergischen Schocks. Kommt es neben anschwellenden Gliedmaßen nach dem Insektenstich übermäßig zu:

  • Schwindel
  • Hautausschlag
  • Herzklopfen
  • Schwellungen im Gesicht oder
  • Mundbereich

könnte ein allergischer Schock vorliegen. Hier sollte direkt ein Notarzt kontaktieren werden.

Komplikationen

Ist ein Insektenstich gefährlich?

Bei einer Insektengiftallergie kann es sehr schnell zu einer allergischen Reaktion bis hin zum allergischen Schock kommen. In diesem Fall muss sofort gehandelt werden.

Auch Insektenstiche im Mund oder Hals können zu gefährlicher Atemnot führen, Wehalb in einem solchen Fall ebenfalls schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden muss.

Des Weiteren kann sich ein Insektenstich entzünden und im schlimmsten Fall zu einer Sepsis (Blutvergiftung) führen. Der Stich kann sich entzünden, indem Bakterien nach dem Aufkratzen des Stichs durch kleine Eintrittspforten in die Haut gelangen. Anzeichen einer Sepsis sind Fieber, Verwirrtheit, beschleunigte Atmung und Schüttelfrost. Auch ein roter, sich vom Stich ausbreitender Strich kann ein Anzeichen für eine Blutvergiftung sein. In diesem Falle muss ebenfalls so schnell wie möglich ein Krankenhaus aufgesucht werden, denn es gilt: Jede Minute zählt.

"Bist du dir nicht sicher, ob deine Reaktion auf einen Stich ungewöhnlich ist, kannst du dich jederzeit bei dermanostic online beraten lassen."

Univ.-Prof. Dr. med. Jorge Frank

Univ.-Prof. Dr. med. Jorge Frank

Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten

Anzahl behandelter dermanostic-Patienten: 3.000

Therapie

Was tun bei geschwollenen Insektenstichen?

Um die Entzündung und die Schmerzen zu vermindern, ist das Auflegen eines kühlen, feuchten Umschlags sinnvoll. Lotionen mit Antihistaminika lindern den Juckreiz und beschleunigen den Heilungsprozess. Alternativ sind auch niedrig dosierte Kortisonpräparate zu empfehlen. Viele Salben, Gele und Sprays sind auch ohne Rezept in der Apotheke käuflich und nach dem Stich großflächig aufzutragen.

Hinweis: Insektenstiche im Mund- und Rachenraum können auch bei Nicht-Allergikern schlimmstenfalls zur Atemnot führen. Hier sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden.

Wenn eine Insektengiftallergie vorliegt, sollte zudem ein Notfallset verschrieben werden. Es enthält abschwellende Medikamente und eine Adrenalinspritze, welche den Kreislauf in der Notsituation stabilisiert. Zudem ist eine Hyposensibilisierung v.a. bei Wespengift, aber auch weiteren Insektengiften sinnvoll. Hierbei wird der Körper an das Allergen (Gift) gewöhnt, sodass zukünftig die Symptome abgeschwächt auftreten und keine allergische Reaktion mehr zu befürchten ist.

Prävention

Was tun, um sich gegen Insektenstiche zu schützen?

Insektenstiche sind nicht hundertprozentig zu vermeiden, jedoch lässt sich das Risiko durch einige Maßnahmen minimieren:

  • Helle Kleidung! Insekten bevorzugen dunkle Kleidung
  • Bei Waldspaziergängen lange Kleidung tragen
  • Grüne Flächen mit Schuhen betreten
  • Verzichten auf stark riechende Parfüms und Kosmetika
  • Nahrungsmittel und Getränke in der Natur abdecken
  • Kein Zelten in der Nähe von Gewässern

Zudem kann man Kleidung und Haut mit einem Repellent eincremen oder einsprühen, welches den Geruch des Menschen für die Insekten neutralisiert. Auf Kleidung und Moskitonetzen kann die Substanz über mehrere Tage haften, auf der Haut beträgt die Wirkdauer nur wenige Stunden, sodass der Schutz stetig erneuert werden muss.

*Hinweis*: Repellents sind bei Säuglingen und Kleinkindern ungeeignet.

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Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.

Mehr zum Thema

Literatur und Einzelnachweise

  1. Altmeyer, P.: Insektenstiche (Übersicht) (15. Februar 2021) | Abgerufen 06. April 2021 von www.altmeyers.org

  2. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V: Bienen- und Wespengiftallergie, Diagnose und Therapie (1. März 2011) | Abgerufen 01. März 2021 von www.awmf.org

FAQ

Illustration von zwei arbeitenden Hautärzten