Follikulitis (Haarbalgentzündung)

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Auch bekannt als: Haarfollikelentzündung, Folliculitis, Sykose, Follikelentzündung, Follikulitiden, Follikelentzündung, Sycosis

Die Follikulitis beschreibt eine Entzündung der Haarfollikel.

Definition

Was genau ist eine Follikulitis?

Die Follikulitis beschreibt eine Entzündung der Haarfollikel. Sie kann mit Eiter einhergehen. Sehr häufig ist die Follikulitis des Barthaares. Es gibt oberflächliche und tiefe Haarfollikelentzündungen. Tiefe Entzündungen können auch zu einer Entzündung in das umliegende Gewebe führen. Je nach Schweregrad zeigen sich Pustel und Pickel, Rötungen, Schwellungen und auch knotige Veränderungen.

Eine Einteilung der unterschiedlichen Schweregrade einer Follikulitis:

  • Die Oberflächliche Follikulitis ist auf den Haarfollikel begrenzt.
  • Eine tiefe Follikulitis hingegen ist eine in den Haarfollikel eindringende Infektion mit einer möglichen Entzündung in das umgebende Gewebe.
  • Furunkel: Die Entzündung kann sich auf den ganzen Haarbalg (Follikel) ausbreiten, außerdem auf die Umgebung übergehen. Dies wird als Furunkel bezeichnet.
  • Karbunkel: Mehrere zusammenfließende (konfluierende) Furunkel können zu einem Karbunkel führen. Dies ist also eine schwer entzündete Form von einer Haarfollikelentzündung.

Ursache

Welche Ursache hat eine Follukulitis?

Es gibt viele verschiedene Ursachen:

  • Bakterien
  • Viren
  • Pilze
  • Milben
  • Haarwachstumsstörung oder eine erbbedingte Verhornungsstörung
  • Reaktion auf Medikamente
  • Vitamin-Mangel

Risikofaktoren einer Follikulitis sind:

  • Feuchtwarme Klimazonen (Orte mit hohen Temperaturen)
  • Mangelnde Hygiene
  • Eine bereits bestehende Hautläsion (dadurch bakterielle Infektion möglich!)
  • Mikrotrauma durch Rasur oder Epilation
  • Diabetes mellitus (Blutzucker-Krankheit)

Symptome

Wie sieht das klinische Bild einer Follikulitis aus?

Das Bild kann sehr verschieden sein, da es oberflächliche und tiefen Entzündungen geben kann!

  • Oberflächlichen Follikulitis: Pustel / Pickel, eine Rötung und eventuell Eiter (gelblicher Inhalt) sind um den Haarfollikelausgang zu sehen.
  • Tiefe Follikulitis: Stärkere Infektion, umgebendes Gewebe gerötet. Leichte Schmerzen können vorliegen.
  • Furunkel: Eitrige Pustel entwickelt sich zu einem Knoten mit Schwellung und möglicher Rötung in der Umgebung. Schmerzen können vorhanden sein. Narbenbildung ist möglich.
  • Karbunkel: Mehrere nebeneinander liegende Haarfollikel sind betroffen, Fieber und Schmerzen (auch in der Umgebung) können auftreten sowie eine Entzündung der Lymphgefäße – und Knoten.

Häufig betroffene Körperstellen sind behaarte Körperareale:

  • Kopfhaut
  • Brust- und Rumpfbereich
  • Bartbereich (z.B. durch Mikrotrauma in der Rasur ausgelöst)

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Diagnose

Wie wird die Diagnose einer Follikulitis gestellt?

Eine Follikulitis kann mittels Blickdiagnose gestellt werden. Zusätzlich kann ein Abstrich zur Erregerklassifizierung (Pilz - und bakterielle Untersuchung) erfolgen. Bei starker Entzündung kann es notwendig sein, dass Blut abgenommen wird.

Therapie

Wie erfolgt die Therapie einer Follikulitis?

Allgemeine Therapie:

  • Kühlung der betroffenen Hautstellen
  • Keine Manipulation
  • Vermeidung von Risikofaktoren (z.B. Rasur, Epilation)
  • Hygiene-Maßnahmen kann eine Infektion vermeiden!

Lokale Therapie:

Bei einer oberflächlichen Follikulitis kann eine lokale Therapie ausreichend sein. Es erfolgt eine antiseptische Behandlung (z.B. Octenidin, Chlorhexidin, Triclosan oder Polihexanid), Bäder oder Umschlage mit Gerbstoffen können zusätzlich angewandt werden (z.B. mit Tannolact). Außerdem ist es möglich eine Salbe oder Creme mit Antibiotika zu verwenden.

Systemische (Innere) Therapie:

Eine intensivere „innere“ Therapie ist bei schweren Verlaufsformen angezeigt, diese erfolgt mit Antibiotika in Tablettenform.

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Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.

Literatur und Einzelnachweise