Condylomata acuminata (Kondylome, Feigwarzen)

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Condylomata acuminata (Kondylome), auch bekannt als Feig- oder Genitalwarzen, sind virusbedingte kleine Knötchen an der Hautoberfläche der Patienten. Sie zählen zu den häufigsten durch Geschlechtsverkehr übertragenen Hauterkrankungen. Wir erklären Ihnen, was diese Erkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man dagegen tun kann.

Definition

Was sind Feig- bzw. Genitalwarzen?

Bei Kondylomen handelt es sich um eine Viruserkrankung, die durch den Virus humanes Papillomavirus (HPV) verursacht wird. Feigwarzen sind gutartige, kleine, weiche und meist rosa Hautwucherungen, die meistens den Genital-oder Afterbereich besiedeln, da vor allem ein feucht-warmes Milieu die Infektion und dem HPV begünstigt. Betroffen sind hierbei meistens:

  • Schamlippen
  • Scheide
  • Penisschaft
  • Vorhaut

In seltenen Fällen können sich aber Kondylome auch - je nach Sexualpraktik - am Enddarm bzw. in der Mundhöhle vorkommen. In Europa treten Condylomata acuminata mit einer Prävalenz von etwa 1-2% der sexuell aktiven Erwachsenen zwischen dem 15. und 45. Lebensjahr auf. Der Altersgipfel liegt in der sexuell aktivsten Phase zwischen dem 20. und 24. Lebensjahr. Männer und Frauen sind etwa gleichhäufig davon betroffen. Weltweit gesehen steigt die Anzahl an Neuinfektionen mit Genitalwarzen.

Neben dem Herpes (hierzu können Sie sich gerne unseren Beitrag zum Thema Herpes anschauen) und der Chlamydien-Infektion gehören die Condylomata acuminata zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen.

Ursache

Wie entstehen Feigwarzen?

Die Übertragung der Viren erfolgt durch direkten Haut – beziehungsweise Schleimhautkontakt, meistens bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Somit gleicht der Übertragungsweg einer sogenannten Schmierinfektion. Das konsequente Nutzen von Kondomen bietet leider keinen vollständigen Schutz, jedoch werden ca. 70% aller HPV-Infektion durch den Gebrauch von Kondomen verhindert.

Neugeborene können auch von dem Virus infiziert werden, indem die Schwangere Mutter das Virus durch den Geburtskanal überträgt.

Unterschieden wird bei dem Humanen- Papillom- Virus in Hoch- und Niedrigrisikotypen. Die HPV-Typen 6 und 11 gehören hierbei zu den Niedrigrisikotypen und verursachen am häufigsten Kondylome. Die Viren nisten sich in der obersten Hautschicht ein, verursachen aber nicht zwingend die Ausbildung der Warzen. Einige Faktoren begünstigen die Bildung von Kondylomen, z.B. ein geschwächtes Immunsystem, Stress oder weitere Erkrankungen. Andere Genitalinfektionen wie Chlamydien oder Genital-Herpes erhöhen auch das Risiko einer Infektion.

Zu den Hochrisikotypen zählen die HPV-Typen 16 und 18. Hier besteht das Risiko, nach einer Infektion mit den genannten Typen einen Gebärmutterhalskrebs zu entwickeln.

Symptome

Welche Beschwerden verursachen Feigwarzen?

Feigwarzen verursachen in der Regel keine Beschwerden, sind also asymptomatisch. In seltenen Fällen kommt es zu Juckreiz, kleineren Blutungen, Ausfluss bei Frauen und zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie). Die Warzen ähneln stecknadelkopfgroßen Knötchen (Papeln) und sind rötlich, bräunlich oder grau-weiß gefärbt. Typischerweise befallen sie die Schamlippen, Scheide und den Penis, aber auch Analkanal, Enddarm, die Harnröhre und in seltenen Fällen den Gebärmutterhals.

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Diagnose

Wie wird die Diagnose gestellt?

Durch ihr charakteristisches Aussehens erkennt der Arzt die Feigwarzen meist schon bei der klinischen Untersuchung. Hierbei wird nicht nur der befallene Körperteil untersucht, sondern auch der After, Enddarm (im Rahmen einer sogenannten Proktoskopie) und Gebärmutterhals, da sie sich dort unbemerkt ausgebreitet haben können. Hierbei entnimmt der behandelnde Arzt bei den Patienten einen Abstrich vom Gebärmutterhals, um im Anschluss die gewonnenen Zellproben zu untersuchen. Im Zweifelsfall kann die Diagnose durch eine Gewebeprobeentnahme (Biopsie) bestätigt werden.

Therapie

Wie werden Feigwarzen behandelt?

Die Behandlung von Feigwarzen richtet sich vor allem nach der Anzahl, Größe und der Lokalisation der entsprechenden Hautveränderungen. Feigwarzen können einerseits konservativ mit Cremes und Lösungen, beispielsweise die Behandlung mit Podophyllin-Toxin, sowie einer kleinen Abschabung behandelt werden, wenn die Ausprägung gering ist. Andererseits sind auch invasivere und chirurgische Verfahren bei großflächigem oder schwer erreichbarem Feigwarzen- häufig unter stationären Bedingungen -  möglich. Hierzu zählen folgende Verfahren:

  • chirurgische Entfernung
  • Lasertherapie
  • Elektrokoagulation
  • Kauterisierung (Verbrennung mit Kauter)
  • Kryotherapie (Vereisung mittels flüssigem Stickstoff oder anderen Vereisungssprays)

Prävention

Wie kann man einer HPV-Infektion vorbeugen?

Geschützter Geschlechtsverkehr mittels Kondom ist häufig nicht ausreichend, um die Infektion mit HPV-Viren vorzubeugen. Als „Goldstandard“ gilt deshalb eine prophylaktische Impfung gegen Genitalwarzen, die in Deutschland vor allem jungen Mädchen ab dem 12. Lebensjahr empfohlen wird. Seit August 2019 wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) die Impfung auch für Jungs zwischen 9 und 14 Jahren empfohlen. Diese deckt nicht alle HPV-Viren, jedoch die wichtigsten krebsauslösenden Typen ab.

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Die Bilder in der unten ausgeführten Slideshow wurden von der Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen zur Verfügung gestellt.

Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.

Literatur und Einzelnachweise

  • Altmeyer, P., Condylomata acuminata. Abgerufen 08. April 2021, von https://www.altmeyers.org
  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (2017, September 1), HPV-assoziierte Läsionen der äußeren Genitoanalregion und des Anus – Genitalwarzen und Krebsvorstufen der Vulva, des Penis und der peri- und intraanalen Haut. Abgerufen 08. März 2021 https://www.awmf.org