Candidose

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Die Candidose ist eine Pilzinfektion. Der Erreger Candida ist bei ca. 30% der gesunden Menschen Bestandteil der Hautflora und in der Regel harmlos. Erst bei Überbesiedlung und Veränderung der Grundflora, kann eine Infektion entstehen. Bei 90% der Fälle handelt es sich hierbei speziell um den Pilz Candida albicans. Wir erklären Ihnen, was diese Erkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man dagegen tun kann.

Definition

Was genau versteht man unter einer Candidose?

Die Candidose, auch als Hefemykose bekannt, ist ein Haut- oder Schleimhautbefall durch den Hefepilz Candida. Aufgrund der Candida-Infektionen treten starke Rötungen, Juckreiz und Bläschen, meist lokalisiert im Genitalbereich, insbesondere an der Scheide der Frau, zwischen feuchten Hautfalten oder an der Nagelfalz – eben dort, wo es ein optimales Milieu für den Pilz gibt, auf. Bei der oralen, den Mund betreffenden Candidose (Mundsoor), kommt es zu weißen Belägen bis in den Rachen hinein. Dies wird auch als Soor bezeichnet.

Ursache

Was sind die Gründe für eine Candidose?

Unsere Hautflora wird im normalen Fall von verschiedenen Bakterien und Pilzen besiedelt. Bei einem Ungleichgewicht und geschwächten Immunsystem kann der Hefepilz überwuchern. Bei gesunden Menschen kann dieser Pilz im Mund und Rachenraum vorkommen, verursacht allerdings meistens keine Beschwerden. Eine sichtbare Candidose tritt vor allem bei Patienten unter Antibiotikatherapie oder mit einem geschwächten Immunsystem auf.

Rote Pilze

Symptome

Welche Beschwerden verursacht eine Infektionen?

Am häufigsten tritt die Pilzinfektion an Körperstellen auf, bei denen Haut auf Haut liegt und somit eine übermäßige Feuchtigkeit verursacht wird. Der Hefepilz fühlt sich in diesem feucht-warmen Milieu wohl und kann unter diesen Bedingungen gut und schnell wachsen.

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Therapie

Wie geht man vor?

Grundsätzlich fühlt sich der Hefepilz im feucht-warmen Milieu am wohlsten. Zunächst kann man also verhindern, dass sich ein solches Milieu am Körper überhaupt bildet. Das bedeutet, dass die Hautfalten trocken gehalten werden sollten, z.B. durch ein regelmäßiges Trocknen oder Föhnen der Körperareale. Bei bestimmten Vorerkrankung wie bspw. Diabetes mellitus sollte eine optimale Einstellung des Blutzuckerspiegels erfolgen. In der Apotheke gibt es verschiedene Salben und Cremes, die gegen die Pilzinfektion wirken. Diese Wirkstoffe bezeichnet man als antimykotisch. Verfügbare Wirkstoffe darunter sind:

  • Fluconazol
  • Itraconazol
  • Capsofungin
  • Nystatin
  • Amphotericin.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?
Haben eigene Maßnahmen nicht viel gebracht und bestehen Symptome schon seit geraumer Zeit, so ist ein Besuch beim Hausarzt sehr sinnvoll, da hier ein Abstrich durchgeführt werden kann und dadurch der Erreger identifiziert wird.

Risikopatienten, die z.B. an einer Krebserkrankung leiden, oder andere schwere systematische Erkrankungen haben, sollten hierbei direkt bei Auftritt der Infektion zum Hautarzt gehen. Grund dafür ist, dass in äußerst seltenen Fällen der Erreger ins Blutsystem übergeht und verschiedene Organe befallen kann. Bei einer solchen Komplikation ist eine ärztliche Behandlung absolut wichtig. Diese Komplikation tritt äußert selten auf.

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Die Bilder in der unten ausgeführten Slideshow wurden von der Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen zur Verfügung gestellt.

Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.

Literatur und Einzelnachweise

  • Altmeyer, P. (2021, Februar 15). Candidosen. Abgerufen 06. April 2021, von https://www.altmeyers.org
  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (2020), Diagnostik und Therapien von Candida-Infektionen. Abgerufen 07. April 2021, von https://www.awmf.org