Candidose

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Die Candidose ist eine Pilzinfektion. Der Erreger Candida ist Bestandteil der Hautflora und in der Regel harmlos. Erst bei Überbesiedlung und Veränderung der Grundflora, kann eine Infektion entstehen. Wir erklären Ihnen, was diese Erkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man dagegen tun kann.

Dermanostic Hautlexikon | Candidose

Definition

Die Candidose, auch als Hefemykose bekannt, ist ein Haut- oder Schleimhautbefall durch den Hefepilz Candida. Aufgrund der Infektion treten starke Rötungen, Juckreiz und Bläschen, meist lokalisiert im Genitalbereich, zwischen feuchten Hautfalten oder an der Nagelfalz – eben dort, wo es ein optimales Milieu für den Pilz gibt, auf. Bei der oralen, den Mund betreffenden Candidose, kommt es zu weißen Belägen bis in den Rachen hinein. Dies wird auch als Soor bezeichnet.

Ursache

Unsere Hautflora wird von verschiedenen Bakterien und Pilzen besiedelt. Bei einem Ungleichgewicht und geschwächten Immunsystem kann der Hefepilz überwuchern. Bei gesunden Menschen kann dieser Pilz im Mund und Rachenraum vorkommen, verursacht allerdings meistens keine Beschwerden. Eine sichtbare Candidose tritt vor allem bei Patienten unter Antibiotikatherapie oder mit einem geschwächten Immunsystem auf.

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Symptome

Am häufigsten tritt die Pilzinfektion an Körperstellen auf, bei denen Haut auf Haut liegt und somit eine übermäßige Feuchtigkeit verursacht wird. Der Hefepilz fühlt sich in diesem feucht-warmen Milieu wohl und kann unter diesen Bedingungen gut und schnell wachsen.
Solche Körperbereiche finden sich in den Achselhöhlen, der Gesäßfalte, der Leistenregion, dem Genitalbereich und im Bereich unterhalb der Brust. Risikofaktoren wie Diabetes mellitus, eine Schwangerschaft, Antibiotika- oder Kortisontherapie begünstigen die Entstehung der Candidose. Bei Säuglingen kommt es vermehrt im Windelbereich, durch das feuchte Milieu, zu einer Windelsoor. Diese wird ausgelöst durch den Hefepilz Candida albicans, einer bestimmten Gattung der Candida.

Je nach Lokalisation der Infektion an der Schleimhaut, äußert sich die Candidose anders. Im Mund und Rachenraum entsteht der eben genannte Soor, ein weißlich abstreichbarer Belag. Es kann zu schmerzhaften Schluckstörungen und Appetitlosigkeit kommen.

Ist hingegen die Vaginalflora bei der Frau gestört, so entsteht ein weißlicher Ausfluss mit Juckreiz im Intimbereich.
Beim Mann verursacht die Candidainfektion an der Eichel zunächst eine leichte Rötung der Eichel. Wenn der Pilz weiter wächst, nimmt diese Rötung zu und die Eichel zeigt eine feucht-glänzende Oberfläche.

Am Nagel kann es ebenfalls zu einer Infektion kommen. Dieser kann sich daraufhin verfärben oder in Form einer eitrig, schmerzhaften Entzündung anschwellen. Im weiteren Verlauf kann es schließlich wellig und brüchig werden. Sind Hautfalten, wie die Achselhöhle, Leistenregion oder Gesäßfalte betroffen, so zeigt sich eine begrenzte schuppige Rötung der Haut, die von kleinen Pusteln umgeben sein kann.

Therapie

Was kann ich dagegen tun?
Grundsätzlich fühlt sich der Hefepilz im feucht-warmen Milieau am wohlsten. Zunächst kann man also verhindern, dass sich ein solches Milieu am Körper bildet. Das bedeutet, dass die Hautfalten trocken gehalten werden sollten, z.B. durch ein regelmäßiges Trocknen oder Föhnen der Körperareale. Bei bestimmten Vorerkrankung wie bspw. Diabetes mellitus sollte eine optimale Einstellung des Blutzuckerspiegels erfolgen. In der Apotheke gibt es verschiedene Salben und Cremes, die gegen die Pilzinfektion wirken. Diese Wirkstoffe bezeichnet man als antimykotisch. Verfügbare Wirkstoffe darunter sind: Fluconazol, Itraconazol, Capsofungin, Nystatin und Amphotericin.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?
Haben eigene Maßnahmen nicht viel gebracht und bestehen Symptome schon seit geraumer Zeit, so ist ein Besuch beim Hausarzt sehr sinnvoll, da hier ein Abstrich durchgeführt werden kann und dadurch der Erreger identifiziert wird.

Risikopatienten, die z.B. an einer Krebserkrankung leiden, oder andere schwere systemische Erkrankungen haben, sollten hierbei direkt bei Auftritt der Infektion zum Hautarzt gehen. Grund dafür ist, dass in äußerst seltenen Fällen der Erreger ins Blutsystem übergeht und verschiedene Organe befallen kann. Bei einer solchen Komplikation ist eine ärztliche Behandlung absolut wichtig. Diese Komplikation tritt äußert selten auf.

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Autor: Dr. med. Alice Martin