Aktinische Keratose

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Die aktinische Keratose ist eine rötliche, gelegentlich auch hautfarbene oder bräunliche, fest anhaftende Rauigkeit (wie „Schmirgelpapier“) der oberen Hautlagen, die einen Großteil der Bevölkerung im hohen/höheren Lebensalter betrifft. Sie gilt als die häufigste Vorstufe des weißen/hellen Hautkrebses. Oftmals können sie als „Pigmentflecken“ fehlgedeutet werden. Im Anfangsstadium der Aktinischen Keratose zeigen sich nur kleine Veränderungen. Vorbeugung und rechtzeitiger Beginn der Therapie sind entscheidend für den Behandlungserfolg.

Wir erklären Ihnen die Bedeutung dieser Erkrankung, wie sie entsteht und was man dagegen machen kann.

Dermanostic Hautlexikon | Aktinische Keratosen

Definition

Die aktinische Keratose ist die häufigste Vorstufe des weißen/hellen Hautkrebses (Plattenepithelkarzinom) und zählt zu den häufigsten Tumorerkrankungen der Haut.

Ursachen

Für die aktinische Keratose sind mehrere Ursachen sowie Risikofaktoren bekannt, darunter:

  • Chronische Belastung der Haut durch UV-Licht
  • Heller Hauttyp
  • Fortgeschrittenes Lebensalter
  • Erbliche Vorbelastung
  • Einnahme von Immunsuppressiva (Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken)

Symptome

Die aktinische Keratose äußert sich durch rötlich-bräunliche oder hautfarbene Flecken und schuppiger, rauer Haut (wie „Schmirgelpapier“). Sie weist zu Beginn einen Durchmesser von fünf bis zehn Millimeter auf. Im Laufe der Erkrankung kann es jedoch zum Zusammenwachsen der aktinischen Keratosen kommen, die dann größere Hautflächen einnehmen (Feldkanzerisierung). Oftmals treten die Hautveränderungen an von der Sonne beschienenen Körperstellen auf. Dies sind vor allem die Handrücken, Ohrmuscheln, das Gesicht und die unbehaarte Kopfhaut bei Männern. Häufig kommt es neben einer Schuppung und Verkrustung zu kleinen Blutungen, nur selten zu Schmerzen.

Suchen Sie eine dermatologische Beratung?

Appstore Badge Playstore Badge

Prävention

Um der Entwicklung von aktinischen Keratosen vorzubeugen, sollte der Kontakt der Haut mit UV-Licht so weit wie möglich reduziert werden. Somit gilt im Allgemeinen: Im Sommer zwischen 11.00 und 15.00 Uhr die direkte Sonneneinstrahlung meiden und Sonnenschutzpräparate mit einem hohen Lichtschutzfaktor (LSF) verwenden, am besten LSF 50. Zudem sollte die Haut gut bedeckt werden (langärmelige Oberbekleidung, lange Hose, Kappe, breitkrempiger Hut, etc.).

Therapie

  • Kürettage: Abtragen der Oberfläche vereinzelter aktinischer Keratosen mittels eines scharfkantigen Löffels oder einer Ringkürrette.
  • Kryotherapie: Aufsprühen von flüssigem Stickstoff auf die Hautveränderungen über mehrere Sekunden.
  • Verätzen: Geringgradig ausgeprägte aktinische Keratosen können mit ätzenden Substanzen betupft werden.
  • Lasertherapie: Hierbei kommen abtragender (ablative) Laser zum Einsatz.
  • Photodynamische Therapie (PDT): Eine Kombination aus einer die Haut für Licht empfindlich machender Substanz (ALA) in Creme- oder Gelform und spezifischer Lichtbehandlung. Diese Behandlung wird insbesondere bei großflächiger Ausprägung der Erkrankung eingesetzt. Die PDT kann bei Bedarf nach drei Monaten wiederholt werden.
  • Retinoide und Diclofenac: Können als Salbe, Creme oder Gel aufgetragen werden. Allerdings erfordert die Behandlung Geduld, da eine Therapie bis zu mehreren Monaten dauern kann.
  • Imiquimod: Ist ebenfalls als Creme verfügbar und stimuliert die lokale Immunabwehr. Sie wirkt als „reinigende Entzündung“ und greift die Krebszellen, aber nicht die gesunde Haut an. Geht immer mit einer unterschiedlich starken Entzündungsreaktion der Haut einher (Rötung, Brennen, Nässen), die nach einigen Wochen abklingt.
  • 5-Fluoruracil: Dieser Wirkstoff hemmt die Zellteilung und verursacht ebenfalls eine Entzündungsreaktion an den behandelten Hautarealen.

Wie so oft gilt hier ganz besonders: Je früher die Erkrankung diagnostiziert und behandelt wird, desto besser ist dies für das Therapieergebnis.

Sie haben eine Hautveränderung? Mit DERMANOSTIC können Sie sofort einen Hautarzt per App kontaktieren – Ihnen wird innerhalb von 24 Stunden geholfen.

Autor: Univ.-Prof. Dr. med. Jorge Frank | Dr. med. Alice Martin