Aktinische Keratose

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Die aktinische Keratose ist eine rötliche, gelegentlich auch hautfarbene oder bräunliche, fest anhaftende Rauigkeit (wie „Schmirgelpapier“) der oberen Hautlagen, die einen Großteil der Bevölkerung insbesondere ab dem 50. Lebensalter betrifft. Sie gilt mit einer Wahrscheinlichkeit von 10-20 % als die häufigste Vorstufe des hellen Hautkrebses.

Definition

Was ist eine aktinische Keratose?

Gerade Menschen, die sich entweder berufsbedingt oder als Hobby viel im Freien befinden, sind hierbei besonders gefährdet. Die Prävalenz (Rate der zu einem bestimmten Zeitpunkt oder in einem bestimmten Zeitabschnitt an einer bestimmten Krankheit Erkrankten) liegt bei ca. 11,5% bei den 60-70-jährigen. Oftmals können sie als „Pigmentflecken“ fehlgedeutet werden. Im Anfangsstadium der Aktinischen Keratose zeigen sich nur kleine Veränderungen. Vorbeugung und rechtzeitiger Beginn der Therapie sind entscheidend für den Behandlungserfolg.

Die aktinische Keratose ist die häufigste Vorstufe des weißen/hellen Hautkrebses (Plattenepithelkarzinom) und zählt zu den häufigsten Tumorerkrankungen der Haut.

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Ursache

Was sind die Risikofaktoren?

Für die aktinische Keratose sind mehrere Ursachen sowie Risikofaktoren bekannt, darunter:

  • Chronische Belastung der Haut durch UV-Licht
  • Heller Hauttyp
  • Fortgeschrittenes Lebensalter
  • Erbliche Vorbelastung
  • Immunsuppression (Schwächung des Immunsystems durch andere Vorerkrankungen)
  • Einnahme von Immunsuppressiva (Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken)

Symptome

Welche Beschwerden entstehen?

Die aktinische Keratose (auch solare Keratose genannt) äußert sich durch rötlich-bräunliche oder hautfarbene Flecken und schuppiger, rauer Haut (wie „Schmirgelpapier“). Die häufigste klinische Einteilung erfolgt nach Olsen (Olsen Grad I - III). Frühe aktinische Keratosen zeigen sich als einzelne oder wenige, raue, unscharf begrenzte Hautveränderungen (Läsionen), die farblich ins Rötliche reichen und besser zu ertasten als zu sehen sind, da sie nur wenige Milimeter als Durchmesser aufweisen (Olsen Grad I).

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Therapie

Was kann man gegen Aktinische Keratose tun?

Wie so oft gilt hier ganz besonders: Je früher die Erkrankung diagnostiziert und behandelt wird, desto besser ist dies für das Therapieergebnis.

  • Kürettage: Abtragen der Oberfläche vereinzelter aktinischer Keratosen mittels eines scharfkantigen Löffels oder einer Ringkürrette.
  • Kryotherapie: Aufsprühen von flüssigem Stickstoff auf die Hautveränderungen über mehrere Sekunden.
  • Verätzen: Geringgradig ausgeprägte aktinische Keratosen können mit ätzenden Substanzen betupft werden.
  • Lasertherapie: Hierbei kommen abtragende (ablative) Laser zum Einsatz.
  • Photodynamische Therapie (PDT): Eine Kombination aus einer die Haut für Licht empfindlich machender Substanz (ALA) in Creme- oder Gelform und spezifischer Lichtbehandlung. Diese Behandlung wird insbesondere bei großflächiger Ausprägung der Erkrankung eingesetzt. Die PDT kann bei Bedarf nach drei Monaten wiederholt werden.
  • Retinoide und Diclofenac: Können als Salbe, Creme oder Gel aufgetragen werden. Allerdings erfordert die Behandlung Geduld, da eine Therapie bis zu mehreren Monaten dauern kann.
  • Imiquimod: Ist ebenfalls als Creme verfügbar und stimuliert die lokale Immunabwehr. Sie wirkt als „reinigende Entzündung“ und greift die Krebszellen, aber nicht die gesunde Haut an. Geht immer mit einer unterschiedlich starken Entzündungsreaktion der Haut einher (Rötung, Brennen, Nässen), die nach einigen Wochen abklingt.
  • 5-Fluoruracil: Dieser Wirkstoff hemmt die Zellteilung und verursacht ebenfalls eine Entzündungsreaktion an den behandelten Hautarealen.

Es besteht die Möglichkeit, dass sich eine Aktinische Keratose spontan zurückbildet. Jedoch bleibt sie üblicherweise mehrere Jahre bestehen. Wie so oft gilt hier ganz besonders: Je früher die Erkrankung diagnostiziert und behandelt wird, desto besser ist dies für das Therapieergebnis.

Prävention

Wie kann man einer Aktinischen Keratose vorbeugen?

Um der Entwicklung von aktinischen Keratosen vorzubeugen, sollte der Kontakt der Haut mit UV-Licht so weit wie möglich reduziert werden. Somit gilt im Allgemeinen: Im Sommer zwischen 11.00 und 15.00 Uhr die direkte Sonneneinstrahlung meiden und Sonnenschutzpräparate mit einem hohen Lichtschutzfaktor (LSF) verwenden, am besten LSF 50. Zudem sollte die Haut gut bedeckt werden (langärmelige Oberbekleidung, lange Hose, Kappe, breitkrempiger Hut, etc.). Mehr dazu in unserem Blog Beitrag.

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Die Bilder in der unten ausgeführten Slideshow wurden von der Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen zur Verfügung gestellt.

Verfasst von Univ.-Prof. Dr. med. Jorge Frank
Co-Autor: Dr. med. Alice Martin

Prof. Dr. med. Jorge Frank ist Professor an der Universität Göttingen. Er hält die Professur für Dermatologie mit dem Schwerpunkt Dermato-Onkologie.

Literatur und Einzelnachweise

  • Altmeyer, P. (2021, Februar 15). Aktinische Keratose. Abgerufen 06. April 2021, von https://www.altmeyers.org
  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (2020), Aktinische Keratose und Plattenepithelkarzinom der Haut. Abgerufen 07. April 2021, von https://www.awmf.org
  • Leiter-Stöppke, U. (2020, August 6), Hautkrebsvorstufe Aktinische Keratose. Abgerufen 02. März 2021, von https://www.krebsgesellschaft.de