Psoriasis inversa

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Schuppen und Rötungen im Bereich der Hautfalten sind klassische Erscheinungen der Psoriasis inversa, eine Unterform der Schuppenflechte. Wir erklären Ihnen, was diese Erkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man dagegen tun kann.

Definition

Was ist eine Psoriasis inversa?

Als Psoriasis inversa bezeichnet man eine spezielle Form der Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris), die vor allem die Hautfalten und Körperbeugen betrifft. Eine Schuppenflechte in Hautfalten ist meist chronisch, aber nicht ansteckend. Diese Form der Schuppenflechte tritt allgemein selten auf. Typische Symptome wie bei Patienten mit einer Psoriasis vulgaris (klassischerweise silbrig-schuppende, rötliche Hautveränderung usw.) treten weniger häufig auf.

Ursache

Was sind die Ursachen?

Diese Sonderform der Psoriasis kann aus unterschiedlichen Gründen entstehen. Dabei spielen sowohl genetische als auch äußere Faktoren eine Rolle. Insgesamt kann bei einigen Psoriasis-Formen jedoch eine familiäre Häufung beobachtet werden. Bei der Form der Psoriasis inversa wird eine Entzündungsreaktionen in der Haut verursacht und es kommt zur Ausbildung von erstmals rot-schuppenden Stellen, insgesamt zu dem Bild einer Schuppenflechte in Hautfalten. Da sich die Herde im Bereich der Hautfalten und Beugen befinden, kommt es zu einer Anfeuchtung der Haut, auch als sogenannte Mazeration bezeichnet. Dadurch sieht die Psoriasis inversa anders als die klassische Psoriasis aus. Die Schuppung fehlt, es zeigen sich hell- oder tiefrote, nässende Herde.  Oft bricht die Krankheit erst durch auslösende Trigger-Faktoren aus. Hierzu zählen zum Beispiel Infektionen, Stress aber auch hormonelle Umstellungen im Rahmen der Pubertät oder Schwangerschaft. Auch gewisse Medikamente sind dafür bekannt, Auslöser der Psoriasis inversa zu sein. Dazu zählen unter anderem Blutdrucksenker, Schmerzmittel oder Malariamittel. Häufiger lösen diese Medikamente jedoch eine klassische Psoriasis vulgaris aus.

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Symptome

Was ist das typische Bild?

Patienten mit Psoriasis inversa haben rötliche Hautveränderungen im Bereich der Achselhöhlen, der Bauchfalte, unter der Brust oder im Genital- und Analbereich. Typisch sind hellrote, scharf abgegrenzte und nässelnde Hautstellen (Plaques). Die oben genannten Körperstellen neigen zu einer erhöhten Wärmebildung und Feuchtigkeit, daher ist die Schuppenbildung nicht sichtbar.

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Diagnose

Wie stellt der Hautarzt die Diagnose?

Da die typische Schuppenbildung bei Psoriasis inversa häufig ausbleibt, führt dies zu einer erschwerten Diagnosestellung. Außerdem kann die Erkrankung leicht mit einem Ekzem oder Pilz verwechselt werden. Pilzinfektionen können zudem deutlich häufiger im Bereich der Herde auftreten, da das Milieu feucht ist und die Haut empfindlicher gegenüber Erregern ist. Deshalb sollten mikrobiologische Abstriche zusätzlich entnommen werden, um eine bakterielle Besiedlung und Pilzinfektionen zu erfassen.

Therapie

Wie sieht die Behandlung aus?

Zunächst werden pflegende Wirkstoffe verordnet, die jedoch aufgrund des feuchten Milieus nicht zu fettig sein dürfen. Auch Sitzbäder in synthetischer Gerbsäure können Abhilfe schaffen, wenn Beschwerden im Genitalbereich zu beobachten sind. Die Hautareale sollten trocken gehalten werden, z.B. durch den Einsatz von Leinenläppchen im Bereich der Hautfalten.
Sollten größere Hautflächen betroffen sein, können Cortisonpräparate eingesetzt werden. Auch Vitamin-D–Präparate können geeignet sein, sofern keine Reizung der Haut auftritt. Sollten diese Anwendungen zu keiner Besserung der Symptome führen, kann eine Systemtherapie, in Form von Tabletten oder Spritzen, verordnet werden. Hierüber erhalten Sie von dem behandelnden Arzt eine ausführliche Aufklärung.

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Die Bilder in der unten ausgeführten Slideshow wurden von der Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen zur Verfügung gestellt.

Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.

Literatur und Einzelnachweise

  • Altmeyer, P., Psoriasis inversa. Abgerufen 08. April 2021, von https://www.altmeyers.org
  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (2019, Januar 29), Therapie der Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen. Abgerufen 08. April 2021, von https://www.awmf.org