Aphten

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Aphten sind kleine Flecken, die sich sowohl im Mundbereich als auch im Genitalbereich auffinden lassen. Sie sind oft mit Schmerzen verbunden, aber haben meist keine nachhaltigen Folgen. Wie Aphthen entstehen und wie man diese therapiert, finden Sie im folgenden Artikel.

Definition

Was sind Aphten?

Bei Aphten handelt es sich um kleine, weißlich-gelbliche, oft rund-begrenzte Flecken, die durch eine Entzündung entstehen und dadurch mit einer oberflächlichen Schädigungen der Schleimhaut einhergehen.

Dabei können Aphten sowohl die Mundschleimhaut als auch die Genitalschleimhaut betreffen. Oftmals verursachen diese kleinen Geschwüre starke Schmerzen, sind in den meisten Fällen jedoch harmlos und heilen ohne Folgen ab.

Ursache

Wodurch kommt es zur Bildung von Aphten?

Die genauen Ursachen und Entstehungsmechanismen von Aphten sind weitgehend unklar. Man geht jedoch davon aus, dass sie aufgrund einer starken Reaktion des eigenen Immunsystems entstehen (für diese starke Immunreaktion gibt es verschiedene Mechanismen, auf die wir noch genauer eingehen werden).

Es bilden sich klein Abschürfungen der Schleimhaut, die medizinisch dann als Läsionen bezeichnet werden. Durch die Schädigung der Schleimhaut werden die Endbereiche kleiner Nerven freigelegt, wodurch intensive Schmerzen entstehen können.

Zu den häufigsten Erkrankungen, die zu einer Entstehung von Aphten führen können sind im groben Überblick die Folgenden:

  • Infektionskrankheiten (v. a. Viren)
  • Vitaminmangelerscheinungen
  • Autoimmunkrankheiten
  • Habituelle Aphten

Sowohl Aphten im Mund als auch Aphten im Genitalbereich können durch eine Virusinfektionen entstehen - ganz klassisch sind in diesem Zusammenhang "Herpetiforme Aphten", die durch das Humane Herpes-Virus 1 und 2 ("Herpes") ausgelöst werden können. Neben der herpetiformen Aphten gibt es noch andere Infektionskrankheiten, wie zum Beispiel eine Infektion mit dem HI-Virus (HIV), die ein ähnliches Bild verursachen können, jedoch deutlich seltener vorkommen.

Wiederkehrende Aphten, vor allem orale Aphten, können jedoch auch ein Zeichen für einen Vitaminmangel sein. Nahrungsdefizite wie ein Vitamin-B12- oder Folsäuremangel, aber auch ein Eisenmangel oder Nahrungsunverträglichkeiten werden ebenfalls als Auslöser in Betracht gezogen.

Im Gegensatz dazu können Aphten jedoch auch aufgrund einer überschießenden Immunreaktion entstehen, häufig dann als Begleiterscheinung auf dem Boden einer Autoimmunerkrankung.

Unter einer Autoimmunerkrankung wird in der Medizin eine Erkrankung verstanden, bei der es zu einer Fehlregulation des Immunsystems kommt und körpereigene Strukturen dadurch attackiert und zerstört werden. Die Symptome können dabei sehr unterschiedlich ausfallen, je nachdem, welches Organ betroffen ist.

Zu den Autoimmunerkrankungen, bei denen es gleichzeitig auch zur Entstehung von aphthoiden Läsionen (Aphten) kommen kann, sind unter anderem:

  • Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen, wie z.B. der Morbus Crohn oder die Colitis Ulcerosa
  • Entzündliche Erkrankungen der Gefäße (Vaskulitiden), wie z.B. bei dem Morbus Behcet (hierbei kommt es zu einem episodenweise, meistens gleichzeitig sehr starken und schmerzhaften Befall der Mund- und Genitalschleimhaut)

Auch ein Diabetes Mellitus, bei dem das Immunsystem jedoch eher geschwächt ist, kann die Entstehung von aphthoiden Läsionen begünstigen. Zu den selteneren Ursachen zählt das sogenannte "Sweet-Syndrom", das häufig mit Fieber einhergeht.

In manchen Fällen bleibt jedoch die Ursache für das Auftreten rezidivierender Aphten ungeklärt, wie es zum Beispiel im Rahmen sogenannter "Habitueller Aphten" der Fall ist, die oft familiär gehäuft auftreten.

Jedoch sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass auch stark gewürzte Speisen oder auch besonders saures Obst zu einer Schädigung der Mundschleimhaut führen und damit ebenfalls orale Aphthen hervorrufen kann.

Studien zeigen zudem, dass Raucher seltener von Aphten betroffen sind, da bei ihnen mit der Zeit eine Verhornung der Mundschleimhaut auftritt, die möglicherweise vor Aphten schützt.

Symptome

Woran erkennt man, dass es sich um Aphten handelt?

Orale Aphten treten im Mund auf und können dort Zahnfleisch, Mundhöhle, Mandeln oder die Zunge befallen. Sie sind rund oder oval, haben einen gelblichen bis grauweißen Belag und sind häufig von einem entzündlichen roten Rand umgeben. Sie können in ihrer Größe von wenigen Millimetern bis zu 3 Zentimetern variieren. Eine große Anzahl kleiner Aphten kann ein Anzeichen für eine so genante "Mundfäule" darstellen. Aphten können einmalig oder immer wieder auftreten. Sie heilen meistens jedoch von alleine innerhalb von ein bis drei Wochen wieder ab. Bei größeren Aphten kann es auch Monate dauern, bis sie ganz verschwunden sind. In diesem Fall kann es auch zu einer Narbenbildung kommen.

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Diagnose

Welche Untersuchungen führen zur Diagnose „Aphten“?

Die Diagnose kann anhand des klinischen Bildes gestellt werden, es handelt sich also um eine Blickdiagnose. Zusätzlich werden dem Patienten natürlich immer noch genauerer Fragen gestellt, um möglicherweise schon einmal die Ursache für die Aphten herleiten zu können. Wenn die Aphten immer wieder kehren oder besonders groß sind, können gezielte Untersuchungen erfolgen. Eine Blutuntersuchung oder Schleimhautprobe kann beispielsweise genauere Hinweise dafür liefern, was der Auslöser für die Aphten sein kann.

Therapie

Was kann man gegen die aphtoiden Läsionen tun?

Um die Symptome zu mildern, besteht die Option schmerzstillende Wirkstoffe in Form von Gelen, Pasten oder Spülungen anzuwenden. Wenn die Mundschleimhaut geschädigt ist, können andere Krankheitserreger leichter eindringen. Deshalb kann zusammen mit der schmerzlindernden Therapie auch eine antibakterielle Therapie durchgeführt werden. Bei schweren Verläufen kann mit speziellen Säuren die Mundschleimhaut an der betroffenen Stelle verätzt werden. So bildet sich eine Schutzschicht auf der Wunde, die die Schmerzempfindlichkeit an der entsprechenden Stelle lindert.

Sollte eine Grunderkrankung bestehen, sollte diese natürlich erst einmal behandelt werden.

Eine gute Mundhygiene ist entscheidend, um der Entstehung von Aphten vorzubeugen. Zudem sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden.

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Die Bilder in der unten ausgeführten Slideshow wurden von der Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen zur Verfügung gestellt.

Klicken Sie hier, um die Bilder zu sehen.

Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.