Aphten

ICD-Code: K12.0

Aphten sind kleine Flecken, die sich sowohl im Mundbereich als auch im Genitalbereich auffinden lassen. Sie sind oft mit Schmerzen verbunden, aber haben meist keine nachhaltigen Folgen. Wie Aphten entstehen und wie man diese therapiert, findest Du im folgenden Artikel. In unserer digitalen Hautarztpraxis bei dermanostic behandeln unsere Hautärzt*innen täglich viele Patient*innen mit Aphten per App.

5 Fakten über Aphten

  • Treten häufiger im Mundbereich auf, können aber auch an der Genitalschleimhaut gefunden werden
  • Können als habituelle Aphten immer wieder auftreten
  • Heilen im Regelfall nach drei bis sieben Tagen ab
  • Können, wenn mehrere zusammenwachsen, das Krankheitsbild der “Mundfäule” verursachen
  • Die Therapie ist meistens nur schmerzlindernd, die Aphten heilen dann von selbst ab

Definition

Was sind Aphten?

Illustration einer Aphte im Mundbereich

Bei Aphten handelt es sich um kleine, weißlich-gelbliche, oft rund-begrenzte Flecken, die durch eine Entzündung entstehen und dadurch mit einer oberflächlichen Schädigungen der Schleimhaut einhergehen.

Dabei können Aphten sowohl die Mundschleimhaut als auch die Genitalschleimhaut betreffen. Oftmals verursachen diese kleinen Geschwüre starke Schmerzen, sind in den meisten Fällen jedoch harmlos und heilen ohne Folgen ab.

Besuche auch hier unseren Instagram-Beitrag zu weiteren Erkrankungen im und am Mund.

Ursache

Was verursacht Aphten?

Die genauen Ursachen und Entstehungsmechanismen von Aphten sind weitgehend unklar. Man geht jedoch davon aus, dass sie aufgrund einer starken Reaktion des eigenen Immunsystems entstehen (für diese starke Immunreaktion gibt es verschiedene Mechanismen, auf die wir noch genauer eingehen werden).

Es bilden sich kleine Abschürfungen der Schleimhaut, die medizinisch dann als Läsionen bezeichnet werden. Durch die Schädigung der Schleimhaut werden die Endbereiche kleiner Nerven freigelegt, wodurch intensive Schmerzen entstehen können.

Zu den häufigsten Erkrankungen, die zu einer Entstehung von Aphten führen können sind im groben Überblick die Folgenden:

Wiederkehrende Aphten, vor allem orale Aphten, können auch ein Zeichen für einen Vitaminmangel sein. Nahrungsdefizite wie ein Vitamin-B12- oder Folsäuremangel, aber auch ein Eisenmangel oder Nahrungsunverträglichkeiten werden ebenfalls als Auslöser in Betracht gezogen.

Im Gegensatz dazu können Aphten jedoch auch aufgrund einer überschießenden Immunreaktion entstehen, häufig dann als Begleiterscheinung auf dem Boden einer Autoimmunerkrankung.

Unter einer Autoimmunerkrankung wird in der Medizin eine Erkrankung verstanden, bei der es zu einer Fehlregulation des Immunsystems kommt und körpereigene Strukturen dadurch attackiert und zerstört werden. Die Symptome können dabei sehr unterschiedlich ausfallen, je nachdem, welches Organ betroffen ist.

Zu den Autoimmunerkrankungen, bei denen es gleichzeitig auch zur Entstehung von aphthoiden Läsionen (Aphten) kommen kann, sind unter anderem:

  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen, wie z.B. der Morbus Crohn oder die Colitis Ulcerosa
  • Entzündliche Erkrankungen der Gefäße (Vaskulitiden), wie z.B. bei dem Morbus Behcet (hierbei kommt es zu einem episodenweise, meistens gleichzeitig sehr starken und schmerzhaften Befall der Mund- und Genitalschleimhaut)

Auch ein Diabetes Mellitus, bei dem das Immunsystem jedoch eher geschwächt ist, kann die Entstehung von aphthoiden Läsionen begünstigen. Zu den selteneren Ursachen zählt das sogenannte "Sweet-Syndrom", das häufig mit Fieber einhergeht.

In manchen Fällen bleibt jedoch die Ursache für das Auftreten rezidivierender Aphten ungeklärt, wie es zum Beispiel im Rahmen sogenannter "Habitueller Aphten" der Fall ist, die oft familiär gehäuft auftreten.

Jedoch sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass auch stark gewürzte Speisen oder auch besonders saures Obst zu einer Schädigung der Mundschleimhaut führen und damit ebenfalls orale Aphthen hervorrufen kann.

Studien zeigen zudem, dass Raucher seltener von Aphten betroffen sind, da bei ihnen mit der Zeit eine Verhornung der Mundschleimhaut auftritt, die möglicherweise vor Aphten schützt.

Welcher Virus verursacht Aphten?

Sowohl Aphten im Mund als auch Aphten im Genitalbereich können durch eine Virusinfektionen entstehen - ganz klassisch sind in diesem Zusammenhang "Herpetiforme Aphten", die durch das Humane Herpes-Virus 1 und 2 ("Herpes") ausgelöst werden können. Neben den herpetiformen Aphten gibt es noch andere Infektionskrankheiten, wie zum Beispiel eine Infektion mit dem HI-Virus (HIV), die ein ähnliches Bild verursachen können, jedoch deutlich seltener vorkommen.

Ganz gleich welcher Ursache - bei dermanostic - der online Hautarztpraxis erhältst Du innerhalb von 24 Stunden die Diagnose der Aphte und eine von Hautfachärzt*innen für Dich herausgesuchte Therapie.

Symptome

Woran erkennt man Aphten?

Orale Aphten treten im Mund auf und können dort Zahnfleisch, Mundhöhle, Mandeln oder die Zunge befallen. Sie sind rund oder oval, haben einen gelblichen bis grauweißen Belag und sind häufig von einem entzündlichen roten Rand umgeben. Sie können in ihrer Größe von wenigen Millimetern bis zu 3 Zentimetern variieren. Eine große Anzahl kleiner Aphten kann ein Anzeichen für eine so genante "Mundfäule" darstellen.

Wie lange dauert es bis eine Aphte weg ist?

Aphten können einmalig oder immer wieder auftreten. Sie heilen meistens jedoch von alleine innerhalb von ein bis drei Wochen wieder ab. Bei größeren Aphten kann es auch Monate dauern, bis sie ganz verschwunden sind. In diesem Fall kann es auch zu einer Narbenbildung kommen.

Komplikationen

Sind Aphten gefährlich?

Im Regelfall entstehen bei dieser Erkrankung keine ernsthaften Komplikationen und die Beschwerden klingen nach einigen Tagen bis Wochen wieder ab. Nur selten können bakterielle Entzündungen der Bläschen durch eindringende Erreger entstehen. In solchen Fällen empfiehlt unsere Hautarztpraxis, dass zeitnah unsere Hautfachärzt*innen den Abszess per App beurteilen und entsprechend gezielt behandeln.

Therapie

Was kann man gegen Aphten tun?

Um die Symptome zu mildern, besteht die Option, schmerzstillende Wirkstoffe in Form von Gelen, Pasten oder Spülungen anzuwenden. Wenn die Mundschleimhaut geschädigt ist, können andere Krankheitserreger leichter eindringen. Deshalb kann zusammen mit der schmerzlindernden Therapie auch eine antibakterielle Therapie durchgeführt werden. Bei schweren Verläufen kann mit speziellen Säuren die Mundschleimhaut an der betroffenen Stelle verätzt werden. So bildet sich eine Schutzschicht auf der Wunde, die die Schmerzempfindlichkeit an der entsprechenden Stelle lindert.

Sollte eine Grunderkrankung bestehen, muss diese natürlich erst einmal behandelt werden. Mithilfe der richtigen Therapie, die unsere Hautärzt*innen 24/7 erstellen, kann die Erkrankung gut behandelt werden. Hier erfährst Du, wie die Beratung per App funktioniert.

Prävention

Wie kann man die Entstehung von Aphten verhindern?

Eine gute Mundhygiene ist entscheidend, um der Entstehung von Aphten vorzubeugen. Zudem sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden. Davon abgesehen lässt sich leider nicht vermeiden, dass Aphten wiederkehrend entstehen können.

Wirkstoffe

Was hilft gegen Aphten?

Gegen Aphten werden unter anderem folgende Wirkstoffe eingesetzt:

Dr. med. Alice Martin

Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und Mitgründerin der Online-Hautarztpraxis dermanostic. Sie ist leidenschaftliche Vermittlerin für dermatologische Themen und deshalb bei dermanostic für die Patientenkommunikation zuständig. 

Literatur und Einzelnachweise

  1. Altmeyer, P.:
    Aphthen (Übersicht) (19. Januar 2018) | Abgerufen am 29. Juni 2021 von www.altmeyers.org
  2. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.:
    Diagnostik und Therapieoptionen von Aphthen und aphtoiden Läsionen der Mund- und Rachenschleimhaut (11. November 2016) | Abgerufen am 29. Juni 2021 von www.awmf.org