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Periorale Dermatitis - Ursache, Symptome und Behandlung

Wir erklären, was es mit der Mundrose (oder auch Stewardessen-Krankheit) auf sich hat.

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Dr. Alice Martin 04.06.2021

Stewardessen - meinst jung, weiblich und top gestylt. Nicht unbedingt ein Bild, das man im Kopf mit einem fiesen Ausschlag im Gesicht verbindet. Doch ironischerweise wird die Hautkrankheit periorale Dermatitis umgangssprachlich auch als Stewardessen-Krankheit bezeichnet. Ob das wirklich so ironisch ist, wie es sich jetzt anh√∂rt, was das eigentlich f√ľr eine Krankheit ist und wie sie behandelt wird, erf√§hrst Du hier!

Was ist Periorale Dermatitis?

Rote Stellen und Pickel um den Mund herum - w√§hrend der Pandemie und dem st√§ndigen Tragen der Maske keine Seltenheit. H√§ufig handelt es sich hier um eine periorale Dermatitis. Das ist ein entz√ľndlicher Hautausschlag, der in der Regel im Gesicht auftritt. Der Ausbruch beginnt meist im Bereich um den Mund und das Kinn und kann sich von dort weiter √ľber das Gesicht ausbreiten. Es kommt zu R√∂tungen und kleinen Pickelchen. Nur in schweren F√§llen breitet sich der Ausschlag weiter auf den Hals aus.

Pickel im Gesicht klingt f√ľr viele von euch sicher jetzt nach einer Akne. Tats√§chlich √§hneln sich die beiden Krankheiten von der blo√üen Optik her auch sehr. Auch die Rosacea ist quasi ein Doppelg√§nger der perioralen Dermatitis. Erst, wenn man genauer hinschaut, erkennt ein Fachmann oder eine Fachfrau die Unterschiede.

Mundrose. Das klingt jetzt erstmal ganz sch√∂n, so wie eigentlich alles, was das Wort "Rose" enth√§lt. Doch da muss ich euch leider entt√§uschen, es handelt sich hier nicht um eine besondere Rosenart, die euch euer Schatz heute Abend als √úberraschung mit nach Hause bringt. Der Begriff "Mundrose" ist einfach nur ein anderes Wort f√ľr die periorale Dermatitis. Der Begriff l√§sst sich darauf zur√ľckf√ľhren, wie die Krankheit optisch in Erscheinung tritt. Die r√∂tlichen Hautver√§nderungen treten, wie bereits erw√§hnt, in der Regel zun√§chst um den Mund herum auf.

Nach der Entt√§uschung mit der Rose nun aber eine gute Nachricht f√ľr euch: Die Krankheit ist ungef√§hrlich und auch nicht ansteckend. Dennoch kann der Ausschlag durchaus unangenehm sein und vor allem aus optischen Gr√ľnden als st√∂rend empfunden werden, schlie√ülich freut sich vermutlich niemand von uns √ľber pl√∂tzlich auftretende Pickelchen im Gesicht. Bei einigen Patient*innen kann die Krankheit so leider auch eine psychische Belastung ausl√∂sen.

Doch was hat es jetzt mit dem Begriff "Stewardessen-Krankheit" auf sich? Das werden wir herausfinden, wenn wir uns einmal anschauen, wer von der Krankheit betroffen ist. In den Industrieländern, wie Deutschland, leidet ca. 1% der Bevölkerung an der perioralen Dermatitis. Am häufigsten betroffen sind Frauen im Alter von 20-45 Jahren. Und da haben wir es auch mit den Stewardessen, da ein Großteil dieser Berufsgruppe weiblich ist und auch in die entsprechende Altersgruppe eingeordnet werden kann. Seltener betroffen sind Kinder und Männer.

Periorale Dermatitis

Wie erkenne ich Periorale Dermatitis?

Pickel oder periorale Dermatitis, das ist hier die Frage. Shakespeare beiseite, schlie√ülich m√∂chten wir ja wissen, wie man einen "einfachen Pickel" von der perioralen Dermatitis unterscheiden und woran man die Krankheit √ľberhaupt erkennt. Wie bereits erw√§hnt, tritt der Ausschlag vor allem im Mund- und Kinnbereich auf. Erste Anzeichen f√ľr die Krankheit sind kleine rote Pickel, die sich in dieser Zone ausbreiten und sich √ľber einen relativ kurzen Zeitraum bereits stark vermehren.

Während des Krankheitsverlaufs können zusätzlich folgende Symptome auftreten:

  • Starker Juckreiz, bzw. brennendes Gef√ľhl an den betroffenen Hautstellen
  • Teils eitrige, rote Kn√∂tchen und Papeln
  • Schuppige Haut
  • Spannungsgef√ľhl auf der Haut

Sollten diese Symptome auf Deinen Ausschlag zutreffen dann solltest Du schnell mit einer Therapie beginnen und Dich gegebenenfalls auch auf den Weg in die Hautarztpraxis deiner Wahl gegeben, um die bestm√∂gliche Therapiemethode f√ľr dich herauszufinden. Das geht √ľbrigens auch online √ľber die dermanostic-App! Denn wenn die periorale Dermatitis nicht oder gar falsch behandelt wird, kann es zu Ausbreitungen des Ausschlags um die Wangen, Augenpartie bis auf den Hals kommen.

Woher kommt die Periorale Dermatitis?

"Aber warum habe ich denn jetzt diesen blöden Ausschlag im Gesicht? Ich pflege meine Haut doch total ordentlich und regelmäßig!" Das ist wohl die häufigste Frage, die sich Patient*innen stellen, die von perioraler Dermatitis betroffen sind. Ich bin sicher, die Antwort auf diese Frage wird euch nicht zu 100% zufrieden stellen, denn eine richtige, völlig eindeutige Antwort gibt es leider nicht.

Die genaue Ursache der perioralen Dermatitis konnte bisher leider noch nicht festgestellt werden. Man vermutet allerdings ein Zusammenspiel einer Vielzahl verschiedener Faktoren. Als eine der Hauptursachen wird eine √úberpflegung der Haut vermutet. Sehr h√§ufiges Verwenden von Pflegeprodukten oder Kosmetika sch√§digt die Hautbarriere. Das erkl√§rt somit auch, warum auch diejenigen unter euch betroffen sein k√∂nnen, die eine scheinbar sehr ausgepr√§gte Pflegeroutine haben. Die Haut ist somit nicht mehr so gut gegen Krankheitserreger gesch√ľtzt, wodurch sich der Ausschlag ausbreiten kann. In diesem Fall gilt also die Regel "Weniger ist mehr!".

Weitere m√∂gliche Ausl√∂ser, die einen Ausbruch der Krankheit beg√ľnstigen, k√∂nnen sein:

Weiter vermutet man, dass die entz√ľndlichen Kn√∂tchen im Zusammenhang mit psychischen Belastungen, wie Stress oder Trauer, stehen k√∂nnen. Viele Hautkrankheiten k√∂nnen ma√ügeblich durch die Psyche beeinflusst werden.

Was hilft schnell gegen Periorale Dermatitis?

"Weniger ist mehr!" Das h√∂rt man h√§ufig, doch hier ist es tats√§chlich auch der erste Schritt zur Behandlung des Ausschlags im Gesicht, die sogenannte Nulltherapie. Das hei√üt auf jegliche Pflege- und Kosmetikprodukte zu verzichten. Die Nulltherapie sollte im Normalfall ca. 12 Wochen durchgef√ľhrt werden. Begleitend kann ein mildes Produkt verwendet werden, das die Dermatolog*innen verschreiben k√∂nnen. Zwar zeigt sich in den meisten F√§llen schon nach wenigen Wochen eine Besserung, allerdings sollte die Behandlung dennoch nicht fr√ľhzeitig abgebrochen werden, da es sonst zu einem erneuten Ausbruch kommen kann.

Es ist besonders wichtig, dass ihr auf Produkte, wie kortisonhaltige Cremes, Parf√ľms, seifenhaltige Waschmittel und fluoridhaltige Zahnpasta verzichtet, da diese einen erneuten Schub der Krankheit ausl√∂sen k√∂nnen. Die Haut sollte w√§hrend der Nulltherapie lediglich mit lauwarmem Wasser gereinigt werden.

Ist die Nulltherapie nicht ausreichend, k√∂nnen Fach√§rzt*innen f√ľr Dermatologie zus√§tzlich Medikamente verschreiben. Hier gibt es verschiedene Produkte, aber auch Antibiotika, die eingesetzt werden k√∂nnen. Welches Medikament f√ľr Deine individuelle Behandlung das richtige ist, gilt es dann gezielt abzukl√§ren.

Wenn Du mehr dar√ľber erfahren willst, was Du gegen Akne und Hautunreinheiten unternehmen kannst, legen wir Dir das von unseren beiden √Ąrztinnen und Mitgr√ľnderinnen Dr. med Alice Martin und Dr. med Estefan√≠a Lang verfasste Buch "Nat√ľrlich frei von Akne" sehr ans Herz. √úber diesen Link kannst Du dir ein Exemplar sichern!

Dr. Alice Martin

Verfasst von Dr. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Haut√§rztin in Weiterbildung und Mitgr√ľnderin der Online-Hautarztpraxis dermanostic. Sie ist leidenschaftliche Vermittlerin f√ľr dermatologische Themen und deshalb bei dermanostic f√ľr die Patientenkommunikation zust√§ndig.‚ÄĮ