Voriconazol

Auch bekannt als: VRC, antifungales Azol-Antimykotikum
Einsatz bei: Pilzinfektionen der Haut, Nägel und Schleimhäute
Stoffklasse: Triazol-Antimykotikum
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Definition

Was ist Voriconazol?

Voriconazol ist ein Triazol-Antimykotikum, das in der Dermatologie eingesetzt wird, um Pilzinfektionen der Haut, Nägel und Schleimhäute gezielt zu behandeln.

Es wirkt, indem es die Bildung der Pilzzellmembran stört und so das Wachstum und die Vermehrung von Pilzen hemmt.

Das Präparat ist verschreibungspflichtig.

Anwendungsgebiete

Wofür wird Voriconazol angewendet?

Voriconazol wird eingesetzt, um Hautpilz, Nagelpilz oder Pilzinfektionen der Schleimhäute zu behandeln, besonders wenn andere Therapien nicht wirken oder bei geschwächtem Immunsystem.

Typische Einsatzgebiete sind Infektionen durch

Candida:

  • Hefepilz, der normalerweise auf Haut, Schleimhäuten oder im Darm vorkommt.
  • Kann Infektionen wie Soor (Mundpilz), Scheidenpilz oder Nagelpilz verursachen.
  • Meist harmlos, kann aber problematisch werden bei geschwächter Abwehr.

Aspergillus:

  • Schimmelpilz, der in der Umwelt weit verbreitet ist (z. B. auf Brot, Erde, Staub).
  • Kann Atemwegsinfektionen verursachen, manchmal auch Haut- oder Schleimhautinfektionen.
  • Besonders gefährlich bei Menschen mit Immunschwäche oder Lungenerkrankungen.

oder andere seltene Pilzarten, die Haut und Nagel befallen können

Wirkungsweise

Wie wirkt Voriconazol?

Voriconazol blockiert ein Enzym, das die Herstellung eines wichtigen Bausteins der Pilzzellwand (Ergosterol) ermöglicht. Ohne diesen Baustein wird die Zellwand instabil, die Pilze können nicht mehr wachsen und sterben schließlich ab.

Darreichungsform und Dosierung

Wie wird Voriconazol eingenommen?

Voriconazol ist in Tablettenform, als Lösung zum Einnehmen und als intravenöse Infusion verfügbar. Die Dosierung richtet sich nach Alter, Gewicht und Art der Infektion. In der Regel wird die Therapie unter ärztlicher Überwachung begonnen, da Blutspiegelkontrollen wichtig sein können. Hiermit wird sichergestellt, dass genau die richtige Menge im Blut ist – nicht zu viel, nicht zu wenig – um die Infektion effektiv zu behandeln und Nebenwirkungen zu vermeiden.

Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Deinem Arzt oder Deiner Ärztin bestimmt.

Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

  • Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, Hautausschläge, Sehstörungen (vorübergehende Veränderungen des Farbsehens oder gesteigerte Lichtempfindlichkeit)
  • Gelegentlich: Leberfunktionsstörungen, Fieber, Hautreaktionen
  • Selten: Herzrhythmusstörungen, schwere allergische Reaktionen
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Kontraindikationen

Wann darf Voriconazol nicht eingenommen werden?

  • Überempfindlichkeit gegen Voriconazol oder andere Azole
  • Schwere Leberfunktionsstörungen
  • Herzerkrankungen
  • Mögliche Gefahr einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse, z.B. bei vorangegangener Chemotherapie oder Stammzelltransplantation
  • Gleichzeitige Einnahme bestimmter Medikamente, die zu Wechselwirkungen führen können
  • Bei Säuglingen und Kleinkindern unter 2 Jahren darf das Arzneimittel nicht angewendet werden
  • Bei einer bestehenden Schwangerschaft ist eine Absprache mit einem Arzt oder einer Ärztin notwendig
  • Von einer Anwendung in der Stillzeit wird abgeraten

Informiere Deinen Arzt oder Deine Ärztin über alle weiteren Medikamente, die Du einnimmst oder kürzlich eingenommen hast – auch rezeptfreie Präparate. So lassen sich mögliche Wechselwirkungen vermeiden.

Solltest Du das Medikament nicht vertragen oder keine Besserung feststellen, wende Dich bitte an Deinen behandelnden Arzt oder Deine behandelnde Ärztin. Alternativ kannst Du Dich auch über unsere App an unsere Hautfachärzt:innen wenden, sofern das Medikament im Rahmen einer dermatologischen Behandlung verschrieben wurde. Schicke einfach drei Fotos der betroffenen Hautstelle ein und fülle einen kurzen Fragebogen aus. Innerhalb weniger Stunden erhältst Du eine Rückmeldung mit einem Arztbrief und einem Rezept.

Hinweise

Was sollte man bei der Einnahme noch beachten?

Vorsicht ist geboten, wenn zuvor eine Chemotherapie oder eine Stammzelltransplantation durchgeführt wurde, da das Risiko einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse bestehen kann. Vermeide intensive Sonnen- oder Solarienbestrahlung, da die Haut empfindlicher wird. Frauen im gebärfähigen Alter sollten während und nach der Behandlung wirksame Verhütung nutzen.

In der Dermatologie wird es im Sinne von „klassischem Hautpilz“ nicht routinemäßig verwendet.

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Quellen:

  1. Gelbe Liste| Voriconazol | Abgerufen am 07. Mai 2026

 

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