Spironolacton
In 5 Minuten online zur Hautarzt-Diagnose.


25+ Erfahrene Dermatologen

Spironolacton ist ein kaliumsparendes Diuretikum, das ursprünglich vor allem zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt wird. Aufgrund seiner antiandrogenen Wirkung findet der Wirkstoff auch in der Dermatologie Anwendung, insbesondere bei hormonell beeinflusster Akne, androgenetischer Alopezie und Hirsutismus.
Die dermatologische Anwendung erfolgt häufig off-label.
Definition
Was ist Spironolacton?
Spironolacton ist ein sogenannter Aldosteronantagonist. Der Wirkstoff hemmt das Hormon Aldosteron und beeinflusst dadurch den Wasser-, Natrium- und Kaliumhaushalt des Körpers.
Gleichzeitig besitzt Spironolacton eine antiandrogene Wirkung. Es kann die Wirkung von Androgenen wie Testosteron und Dihydrotestosteron abschwächen. Da diese Hormone unter anderem Talgdrüsen und Haarfollikel beeinflussen, wird Spironolacton auch zur Behandlung verschiedener hormonell bedingter Haut- und Haarprobleme eingesetzt.
Indikationen
Wann wird Spironolacton eingesetzt?

In der Dermatologie wird Spironolacton vor allem bei Frauen eingesetzt. Mögliche Anwendungsgebiete sind hormonell beeinflusste Akne, androgenetische Alopezie und Hirsutismus.
Auch bei PMOS kann Spironolacton eingesetzt werden, wenn androgenbedingte Beschwerden wie Akne, verstärkte Gesichts- oder Körperbehaarung oder Haarausfall auftreten. Dabei behandelt Spironolacton nicht das PMOS selbst, sondern kann dessen androgenabhängige Haut- und Haarveränderungen reduzieren. Spironolacton kann hierbei auch mit antiandrogenen hormonellen Kontrazeptiva kombiniert werden.
In 5 Minuten online zur Hautarzt-Diagnose.

25+ Erfahrene Dermatologen
Struktur und Stoffklasse
Zu welcher Stoffklasse gehört Spironolacton?

Summenformel: C₂₄H₃₂O₄S
Spironolacton gehört zu den Aldosteronantagonisten und kaliumsparenden Diuretika. Zusätzlich wirkt der Wirkstoff antiandrogen, indem er unter anderem die Wirkung von Androgenen an ihren Rezeptoren abschwächt.
Wirkungsweise
Wie wirkt Spironolacton?
Spironolacton blockiert Androgenrezeptoren und vermindert dadurch die Wirkung männlicher Sexualhormone im Gewebe. Dies ist insbesondere für Talgdrüsen und Haarfollikel relevant.
Bei Akne können Androgene die Talgproduktion erhöhen und damit die Entstehung von Hautunreinheiten fördern. Spironolacton kann diesen hormonellen Einfluss reduzieren und dadurch die Talgproduktion und Akne verbessern.
Bei der androgenetischen Alopezie reagieren genetisch empfindliche Haarfollikel auf Androgene und werden zunehmend kleiner. Spironolacton kann diesen Einfluss reduzieren und dadurch das Fortschreiten des Haarausfalls bremsen.
Besonders sinnvoll kann die Kombination mit Minoxidil sein. Während Spironolacton den androgenbedingten Haarverlust reduziert, fördert Minoxidil das Haarwachstum.
Bei Hirsutismus kann die antiandrogene Wirkung dazu beitragen, das Wachstum kräftiger Gesichts- und Körperhaare zu reduzieren.
In 5 Minuten online zur Hautarzt-Diagnose.

25+ Erfahrene Dermatologen
Anwendung
Wie wird Spironolacton angewendet?
Spironolacton wird als Tablette eingenommen. Die Dosierung richtet sich nach der jeweiligen Erkrankung, der Verträglichkeit und dem individuellen Therapieansprechen.
Bei Akne werden häufig 50 bis 100 mg täglich eingesetzt. Die Behandlung kann zunächst niedriger begonnen und bei guter Verträglichkeit und noch nicht ausreichender Wirkung ärztlich gesteigert werden. Erste Verbesserungen zeigen sich meist nach etwa 2 bis 3 Monaten, der volle Effekt oft erst nach mehreren Monaten.
Bei androgenetischer Alopezie werden häufig 100 bis 200 mg täglich eingesetzt. Auch hier kann die Therapie niedriger begonnen und individuell angepasst werden. Da Haare langsam wachsen, sind erste Veränderungen meist nach etwa 3 bis 6 Monaten zu erwarten. Eine verlässlichere Beurteilung des Behandlungserfolgs ist häufig erst nach 6 bis 12 Monaten möglich.
Nebenwirkungen
Mögliche unerwünschte Effekte
Bei der Einnahme von Spironolacton können verschiedene Nebenwirkungen auftreten.
Möglich sind unter anderem vermehrter Harndrang, Schwindel, niedriger Blutdruck, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Brustspannen und Veränderungen des Menstruationszyklus.
Außerdem kann Spironolacton den Kaliumspiegel im Blut erhöhen. Dieses Risiko ist insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion, bestimmten Begleiterkrankungen oder der Einnahme weiterer Medikamente erhöht, die den Kaliumhaushalt beeinflussen.
In 5 Minuten online zur Hautarzt-Diagnose.

25+ Erfahrene Dermatologen
Wechselwirkungen
Welche Wechselwirkungen sind möglich?
Vorsicht ist insbesondere bei Medikamenten geboten, die ebenfalls den Kaliumspiegel oder die Nierenfunktion beeinflussen.
Dazu gehören beispielsweise andere kaliumsparende Diuretika, Kaliumpräparate, ACE-Hemmer oder Angiotensin-Rezeptorblocker.
Die regelmäßig eingenommenen Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel sollten deshalb vor Beginn der Behandlung ärztlich überprüft werden.
Kontraindikationen
Wann darf Spironolacton nicht verwendet werden?

Spironolacton darf beziehungsweise sollte unter anderem nicht angewendet werden bei einem erhöhten Kaliumspiegel, bestimmten schweren Nierenerkrankungen oder einer bekannten Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff.
Aufgrund seiner antiandrogenen Wirkung sollte Spironolacton während einer Schwangerschaft nicht zur dermatologischen Behandlung eingesetzt werden. Bei bestehendem Kinderwunsch oder möglicher Schwangerschaft sollte die Anwendung daher vorher ärztlich besprochen werden.
Handelsname und Zulassung
Unter welchem Namen ist Spironolacton erhältlich?
Spironolacton ist in Deutschland unter anderem als Aldactone® sowie als verschiedene Generika erhältlich. Verfügbare Präparate enthalten beispielsweise 25 mg, 50 mg oder 100 mg Spironolacton.
Spironolacton ist in Deutschland verschreibungspflichtig.
Aktuell bieten wir die Verschreibung von Spironolacton zur Aknebehandlung über die Dermanostic-App nicht an. Die Behandlung erfordert eine individuelle ärztliche Begleitung, einschließlich der je nach Patient notwendigen Kontrollen von Blutwerten und Blutdruck sowie bei gebärfähigen Patientinnen einer entsprechenden Schwangerschaftskontrolle. Diese Behandlung kann bei einer Hautärztin oder einem Hautarzt vor Ort erfolgen.
Quellen:
-
Salavastru, C., Fritz, K. & Tiplica, G. (2013). Spironolacton in dermatologischen Behandlungen. Der Hautarzt, 64(10), 762–767. https://doi.org/10.1007/s00105-013-2597-y| Spironolacton
-
Schumacher, B. (2021). Antiandrogene Wirkung: Spironolacton zur Aknetherapie bei jungen Frauen? Hautnah Dermatologie, 37(2), 22. https://doi.org/10.1007/s15012-021-6627-7| Spironolacon Aknetherapie
-
Schindler, A. (1990). Antiandrogentherapie bei der Frau*. Geburtshilfe und Frauenheilkunde, 50(10), 749–753. https://doi.org/10.1055/s-2008-1026359| Antiandrogentherapie
Inhalt



