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So wirst Du zum Bart-Profi: Waschen, Rasur, Pflege & Styling

Das Rundum-Programm für den perfekt gepflegten Bart

So wirst Du zum Bart-Profi: Waschen, Rasur, Pflege & Styling

Lisa Henkel  04.01.2023

Angefangen mit den ersten Härchen, stellt das Thema Bartwachstum und -pflege viele Männer vor Herausforderungen. Ob glatt rasiert, Vollbart oder alles dazwischen – ein gesunder und geschmeidiger Bart erfordert Arbeit. Bartpflege ist gar nicht so leicht, doch mit der richtigen Routine aus Waschen, Rasur, Pflege und Styling ist das kein Problem.

Bartwachstum: Wann und wie schnell wächst ein gesunder Bart?

Die ersten Barthaare sprießen – und nun? Die einen sind früher als gewollt mit einem dichten und vollen Bart „gesegnet“, die anderen warten sehnlichst auf Härchen für Härchen. Typischerweise sprießen die ersten feinen Härchen über der Oberlippe, darauffolgend Barthaare unter den Ohren, am Kinn, am Hals und letztlich werden auch die Haare der Wangenpartien zunehmend dichter. Die Altersspanne, in der das Bartwachstum stattfindet, ist groß. Ein beginnender Bartwuchs mit 13 Jahren ist genauso normal wie mit 20 Jahren. Vollständig abgeschlossen ist das Bartwachstum mit schätzungsweise 25–27 Jahren. Doch auch danach, im Laufe der Zeit, kann sich der Bart noch verändern. Nicht selten wird der Bart mit dem Alter noch etwas dichter und wächst schneller; einer der Einflussfaktoren ist das Hormon Testosteron. Wann Du nun mit einem Bart gesegnet wirst oder wurdest, ist letztlich überwiegend von genetischen Faktoren, sprich Deiner familiären Veranlagung, abhängig. Dein Opa und Vater tragen einen ausgeprägten Vollbart und/oder haben dichte und starke Körperbehaarung? Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Du ein ähnliches Behaarungsmuster entwickelst. Wer nicht mit den besten Genen ausgestattet wurde, kann mit der richtigen Bartpflege zwar einiges herausholen, wird aber nur unwahrscheinlich den lückenhaften 3-Tage-Bart zum dichten Vollbart machen.

Wichtig: Ein ausbleibender oder undichter Bart ist in vielen Fällen zwar genetisch veranlagt, kann jedoch auch durch eine zugrunde liegende Erkrankung bedingt sein. Bei gänzlich ausbleibendem oder stark reduzierten Bartwuchs kann in seltenen Fällen auch ein Mangel an Testosteron oder Testosteron-Rezeptoren dahinterstecken. Kommt es nach anfänglichem regelhaften Bartwuchs zu Haarausfall, kann eine Alopecia areata oder Alopecia androgenetica die Ursache sein.

Die immer wiederkehrende Frage: Beschleunigt die Rasur das Bartwachstum?

Um es kurz und knappzuhalten: Nein, es handelt sich um einen weitverbreiteten Irrglauben. Eine häufige(re) Rasur führt nicht dazu, dass die Haare schneller oder stärker nachwachsen. Das gilt übrigens für alle Haare – egal ob im Gesicht, an den Beinen oder im Intimbereich.

Reinigung, Rasur, Pflege und Styling: Die perfekte Routine für einen gepflegten und geschmeidigen Bart

Schritt Nummer 1: Den Bart gründlich, aber sanft reinigen

Unabhängig von der Bartfrisur – Schnurrbart oder Vollbart – sollte der Bart täglich gereinigt werden. In vielen Fällen ist lauwarmes Wasser ausreichend, um Talg, Schmutz und Schweiß zu entfernen. Alle paar Tage ist eine Reinigung mit einem geeigneten Shampoo oder Reinigungsmittel ratsam. Ob Babyshampoo oder Waschgel, wir empfehlen ein pH-neutrales, rückfettendes Reinigungsmittel ohne Parfüm. Dabei muss es sich nicht zwingend um ein als solches gekennzeichnetes „Bartshampoo“ handeln. Das Shampoo sollte gründlich einmassiert und mit lauwarmen Wasser ausgewaschen werden. Eine Bürste oder ein Kamm kann das Einmassieren je nach Bartfrisur erleichtern. Anschließend sollte die Haut sanft, aber gründlich abgetrocknet werden. Gerade bei dichteren und/oder längeren Bärten kann länger andauernde Feuchtigkeit die Entstehung von Infektionen fördern. Wer täglich oder regelmäßig auf Stylingprodukte wie Bartwachs oder Pomade zurückgreift, kann oder sollte – je nach Verträglichkeit – sogar täglich zu einem Reinigungsmittel greifen. Eine goldene Regel gibt es hier nicht.

Wichtig: Wenn Du an wiederkehrenden Schuppen, Pickeln, Bart-Akne oder Ekzemen leidest, kann ein geeignetes (medizinisches) Reinigungsmittel Abhilfe schaffen. Unsere Hautfachärzt*innen bei dermanostic helfen Dir gerne, die geeigneten Produkte für Deine individuelle Bartpflegeroutine auszuwählen. 

Schritt Nummer 2: Den Bart mit der richtigen Rasurmethode in Form bringen

Jeder Mann kennt Verletzungen, Irritationen und brennende Haut nach der Rasur. Egal welche Rasurmethode für Dich funktioniert, gibt es einige universelle Tipps, mit denen die Rasur reibungslos über die Bühne geht. Möglicherweise musst Du allerdings ein wenig Geduld aufbringen, um herauszufinden, was Deine Haut am besten verträgt. Der beste Zeitpunkt für die Rasur ist in oder nach der Dusche, wenn die Haare etwas aufgeweicht sind. Wenn es schnell gehen soll, eignet sich auch ein mit warmem Wasser getränktes Handtuch, das für einige Minuten auf die Haut gepresst wird. Bevor Du mit der Rasur beginnst, trägst Du ein Rasierschaum oder -gel auf. Dieses lässt den Rasierer sanfter über die Haut gleiten. Die Rasierklinge sollte außerdem scharf und sauber sein – das gilt auch für elektrische Rasierer. Eine alte und/oder stumpfe Rasierklinge kann Verletzungen und Hautreizungen begünstigen. Es ist daher wichtig, die Rasierklinge regelmäßig zu wechseln, je nach Rasierer und Bartfrisur nach jeder fünften bis siebten Rasur, gegebenenfalls jedoch auch deutlich häufiger. Für alle, die eine maximal glatte Rasur erzielen wollen, eignen sich auch Einmal-Rasierklingen. Sowohl bei der Nass- als auch Trockenrasur ist es wichtig, dass bei der Rasur nicht zu viel Druck auf die Haut ausgeübt wird. Außerdem sollte stets mit bzw. entlang der Haarwuchsrichtung rasiert werden. Dabei hilft es, die zu rasierende Hautpartie jeweils mit den Fingern straff zu ziehen, die Wangen aufzupusten oder den Hals entsprechend zu strecken oder beugen. Große Vorsicht ist bei jeglichen erhabenen Hautveränderungen wie Pickeln, Pusteln oder Muttermalen geboten. Nach der Rasur sollten Rasierschaum oder -gel gründlich abgewaschen und die Rasierklinge gereinigt werden. Wie Du Deine Haut nach der Rasur am besten pflegst, erfährst Du im nächsten Schritt.

Wichtig: Wenn Du zu eingewachsenen Haaren, Ausschlägen, Rötungen oder ähnlichen Hauterscheinungen nach der Rasur neigst, können einige Ursachen dahinterstecken. Bei einer Unverträglichkeit gegenüber Rasierprodukten oder Nickel, mit dem manche Rasierklingen beschichtet sind, kann es zu einer Kontaktdermatitis kommen.

Leidest Du unter Hautirritationen nach dem Rasieren und möchtest mehr über die richtige Behandlung erfahren? Lass Dich von unseren Ärzt*innen bei dermanostic - Hautarzt per App behandeln und hole Dir Rat. Dir wird innerhalb von 24 Stunden geholfen.

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Schritt Nummer 3: Die richtige Pflege für einen gesunden Bart

Mittlerweile finden sich eine ganze Reihe an Bartpflegeprodukten. Keine Sorge, für einen gesunden Bart braucht es keine ausgiebige Pflegeroutine. Zunächst kannst Du unmittelbar nach der Rasur ein beruhigendes Rasier­wasser oder eine Feuchtigkeitspflege auftragen. In allen Produkten, die auf die frisch rasierte Haut aufgetragen werden, haben Parfüm, Duftstoffe & Co. allerdings nichts zu suchen. Was für Dich am besten geeignet ist, hängt von Deinem individuellen Hauttyp und Deiner Verträglichkeit ab. Wenn Du nicht auf ein parfümiertes Aftershave verzichten willst, solltest Du damit bestenfalls warten, bis sich die Haut beruhigt hat. Ist die Rasur überstanden, können auch weitere Pflegeprodukte wie z.B. Bartöl zum Einsatz kommen. Bartöl kann durchaus zu einem gepflegteren Bart beitragen, ist aber noch lange kein Wundermittel. Es verleiht den Barthaaren Glanz und Geschmeidigkeit und kann nebenbei angenehm riechen. Dafür reichen bereits wenige Tropfen. Zu viel des Guten lässt den Bart hingegen eher fettig aussehen. Eine Feuchtigkeitspflege ersetzen ein paar Tropfen Bartöl jedoch nicht. Bei trockener, empfindlicher Haut ist eine geeignete Feuchtigkeitspflege daher immer die Basis. Für stolze Träger eines langen und/oder besonders dichten Bartes sollte außerdem das regelmäßige Kämmen oder Bürsten fester Bestandteil der Bartpflege sein. Dabei wird das Haar entwirrt und abgestorbene Hautschüppchen gelöst. Ein Kamm oder eine Bürste kann auch dabei helfen, Bartöl oder andere Pflegeprodukte besser im Bart zu verteilen.

Wichtig: Unkomplizierte Haut wird in vielen Fällen mit einer einfachen, milden Feuchtigkeitspflege glücklich. Für anspruchsvolle oder problematische Haut gibt es eine große Auswahl an speziellen Pflegeprodukten und medizinischen Mitteln. Bei eingewachsenen Haaren kann beispielsweise ein chemisches Peeling Abhilfe schaffen.

Schritt Nummer 4: Bart-Styling für den letzten Feinschliff

Beim Styling kannst Du Deiner Fantasie freien Lauf lassen. Nicht jeder Bart muss oder will gestylt werden, oft kann mit den richtigen Produkten jedoch leicht ein bisschen mehr Dichte und Fülle hinzu geschummelt werden. Egal ob Wachs, Pomade, Gel & Co. – wichtig ist vor allem, dass Stylingprodukte gründlich ausgewaschen werden.

Was tun, wenn der Bart pikst, juckt oder schuppt?

Auch im und unter dem Bart können sich Hauterkrankungen und -erscheinungen verstecken. Vorübergehende oder sporadisch auftretende Reizungen oder Irritationen sind nicht unüblich und kein Grund zur Sorge, wenn sie zügig wieder abklingen. Wenn Du jedoch dauerhaft mit einer der folgenden Hautproblemen zu kämpfen hast, ist eine ärztliche Abklärung ratsam.

Hinter all diesen Erscheinungen können sich Hauterkrankungen verbergen. Denn sowohl chronische Hauterkrankungen wie Neurodermitis (atopische Dermatitis) oder Schuppenflechte (Psoriasis) als auch Infektionen mit Pilzen oder Bakterien können sich im Bart äußern. Darüber hinaus können auch eine falsche Rasur oder (Bart-)Pflegeprodukte für eine Hautreaktion, z.B. eine Kontaktallergie, verantwortlich sein.

Unsere Hautfachärzt*innen bei dermanostic behandeln Dich komplett online. Sende uns einfach 3 Fotos und fülle den Fragebogen aus. Innerhalb von 24 Stunden erhältst Du eine Diagnose und Therapieempfehlung mit Privatrezept.

Wenn Du weitere Fragen hast, wende Dich gerne über unsere App, oder unsere Social Media Seiten an uns!

Lisa Henkel

Verfasst von Lisa Henkel

Lisa Henkel ist Medizinstudentin im klinischen Abschnitt und unterstützt als Co-Autorin die fachliche Redaktion bei dermanostic. Dabei verantwortet sie das Wirkstofflexikon und kleine Fachartikel zu Hauterkrankungen