Avelumab
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In der Onkologie wird Avelumab zur Behandlung bestimmter Krebsarten eingesetzt, häufig als Monotherapie. Dazu gehören unter anderem Blasenkrebs (Urothelkarzinom) und Nierenzellkarzinom.
In der Dermatologie spielt Avelumab eine wichtige Rolle beim Merkelzellkarzinom (MCC), einer seltenen, aggressiven Form von Hautkrebs. Hier wird es bei Erwachsenen mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Tumor eingesetzt, um das Immunsystem gezielt gegen die Krebszellen zu aktivieren.
Definition
Was ist Avelumab?
Avelumab ist ein Krebsmedikament, das das Immunsystem unterstützt, Tumorzellen zu erkennen und zu bekämpfen. Es handelt sich um einen monoklonalen Antikörper, der bestimmte Schutzmechanismen von Krebszellen blockiert, sodass die Abwehrkräfte des Körpers die Tumore gezielt angreifen können. Avelumab wird vor allem bei bestimmten Haut- und Organkrebsarten eingesetzt, zum Beispiel bei Blasenkrebs oder Nierenkrebs, in der Dermatologie beim Merkelzellkarzinom.
Wirkungsweise
Wie wirkt Avelumab?
Avelumab hilft dem Immunsystem, Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen. Manche Tumorzellen können sich normalerweise vor den Abwehrzellen verstecken, indem sie ein Signal namens PD-L1 nutzen. Dieses Signal verhindert, dass die T-Zellen des Immunsystems die Krebszellen angreifen.
Avelumab blockiert dieses Signal, sodass die T-Zellen wieder aktiv werden und die Tumorzellen gezielt zerstören können. Zusätzlich kann Avelumab Immunzellen aktivieren, die Tumorzellen direkt zerstören. Dieser Effekt wird ADCC (antikörperabhängige zelluläre Zytotoxizität) genannt.
Avelumab gehört zu den monoklonalen Antikörpern und genauer zu den Checkpoint-Inhibitoren:
Monoklonale Antikörper sind speziell hergestellte Eiweißstoffe, die gezielt bestimmte Strukturen im Körper erkennen, hier den PD-L1-Rezeptor auf Krebszellen.
Checkpoint-Inhibitoren lösen die „Bremsen“ des Immunsystems, sodass die Abwehrzellen den Krebs besser bekämpfen können.
Anwendung und Dosierung
Wie wird Avelumab verabreicht?
Avelumab wird als Monotherapie nur als Infusion in die Vene verabreicht – es darf nicht als Spritze oder Bolus direkt in die Vene gegeben werden. Die empfohlene Dosis beträgt 800 mg alle 2 Wochen.
Verdünnung: Das Medikament wird vor der Infusion mit einer Kochsalzlösung (0,9 % oder 0,45 % Natriumchlorid) gemischt.
Vorbeugung von Reaktionen: Vor der Infusion werden in der Regel ein Antihistaminikum und Paracetamol verabreicht.
Infusionsdauer: Die Infusion dauert etwa 60 Minuten.
Filter: Während der Infusion wird ein steriler Filter verwendet, um das Medikament sicher zu verabreichen.
Während der Infusion sollten Patient:innen auf Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, Hitzegefühl, niedrigen Blutdruck, Atemnot, Giemen, Hautreaktionen sowie Rücken- oder Bauchschmerzen überwacht werden.
Nebenwirkungen
Welche Nebenwirkungen macht Avelumab?
Häufige Nebenwirkungen
- Müdigkeit oder Erschöpfung
- Fieber oder grippeähnliche Symptome
- Hautreaktionen, z. B. Ausschlag oder Juckreiz
- Übelkeit, Durchfall oder Magen-Darm-Beschwerden
- Verminderter Appetit
- Gewichtsabnahme
Immunvermittelte Nebenwirkungen
- Darm: Durchfall oder Entzündung (Kolitis)
- Lunge: Atembeschwerden durch Lungenentzündung (Pneumonitis)
- Leber: Leberentzündung (Hepatitis)
- Hormondrüsen: Funkrionsstörungen der Nebennieren oder Hypophyse (z. B. Müdigkeit, Gewichtszunahme oder hormonelle Veränderungen)
Seltenere Nebenwirkungen
- Anämie
- Bluthochdruck
- Niedriger Natriumspiegel im Blut (Hyponatriämie)
- Atemnot (Dyspnoe)
- Krämpfe oder Schmerzen im Bauchbereich
Bei Hautveränderungen wie einem Hautausschlag, Juckreiz oder trockener Haut kannst Du Deine Beschwerden auch digital abklären lassen.
Über unsere App kannst Du Fotos hochladen und einen kurzen Fragebogen ausfüllen. Innerhalb von 24 Stunden erhältst Du eine ärztliche Rückmeldung inklusive Arztbrief, Therapieempfehlung und – falls medizinisch angezeigt – einem Rezept.
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Schwerwiegende Nebenwirkungen
Avelumab aktiviert gezielt das Immunsystem. Manchmal kann es dabei gesunde Organe, wie Darm, Lunge, Leber oder Hormondrüsen angreifen.
Infusionsbedingte Reaktionen
Während oder kurz nach der Infusion kann es zu akuten Reaktionen kommen, wie: Fieber, Schüttelfrost, Hautausschlag oder Juckreiz, Atembeschwerden oder Blutdruckabfall.
Wechselwirkungen
Gibt es bei der Einnahme von Avelumab Wechselwirkungen?
Es liegen bislang keine gezielten Studien zu Wechselwirkungen vor. Da Avelumab nicht wesentlich über Leberenzyme verstoffwechselt wird, ist es unwahrscheinlich, dass es andere Medikamente beeinflusst oder von ihnen beeinflusst wird.
Kontraindikationen
Wann sollte man Avelumab nicht anwenden?
- Bei einer Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff
- Während der Schwangerschaft und Stillzeit
Weiteres
Avelumab war die erste zugelassene Immuntherapie für das metastasierte Merkelzellkarzinom. Es hilft dem Immunsystem, die Krebszellen gezielt zu erkennen und zu bekämpfen. Für Patient:innen, die auf Immuntherapie nicht ansprechen oder diese nicht erhalten können, kommen chemotherapeutische Behandlungen infrage, zum Beispiel platinbasierte Chemotherapien wie Cisplatin oder Carboplatin.
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