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Windeldermatitis

Auch bekannt als: Windelsoor; Soorwindeldermatitis; Ammoniakalische Dermatitis; Dermatitis glutaealis infantum; Dermatitis glutealis infantum; Dermatitis pseudosyphilitica papulosa; Diaper dermatitis; Erythema glutaeale; Erythema papulosum posterosivum; posterosives Syphiloid; Syphiloid posterosives; Dermatitis ammoniacalis

ICD-Code: L22

Die Windeldermatitis kennzeichnet eine vor allem bei Säuglingen auftretende Entzündung der Haut im Windelbereich. Wir erklären im Folgenden, was diese Erkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man dagegen tun kann.

5 Fakten über Windeldermatitis

  • Ist der generelle Begriff für Ausschläge im Windelbereich
  • Kann auch bei nicht-windeltragenden Patienten entstehen, wenn diese eine Blasenschwäche und dadurch ständig feuchte Unterwäsche haben
  • Die Ausschläge können von Pilzen oder Bakterien befallen werden und sich somit verschlimmern
  • Heilt in der Regel schnell und ohne Folgen ab
  • Jede Windel sollte spätestens nach 4 Stunden gewechselt werden, und außerdem nach jedem Stuhlgang und jeder Blasenentleerung

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Definition

Was ist eine Windeldermatitis?

Die Windeldermatitis ist ein medizinischer Fachausdruck für den „wunden Po“ oder den „Windelausschlag“. Sie gehört zu der toxischen Kontaktdermatitis. Die sogenannte Windeldermatitis kann bei Säuglingen oder bei Patienten mit Blasenschwäche, die dichte Unterhosen tragen, auftreten.

Ist Windeldermatitis ein Pilz?

Bei der Windeldermatitis sind die aufgeweichten betroffenen Hautstellen gereizt und anfällig für eine Infektion. Pilze beispielsweise können sich dort leicht ansiedeln. Bei Besiedlung eines Hefepilzes spricht man dann von einem „Windelsoor“.

Ursache

Wie kommt es zur Windeldermatitis?

Oft spielen mehrere Faktoren eine Rolle, die eine Entzündung hervorrufen. Eine Ursache ist die Windel selbst. Durch längeres Tragen weicht die Feuchtigkeit, die sich in der Windel sammelt, die obere Hautschicht auf. Die natürliche Schutzbarriere der Haut wird geschwächt, sodass Bakterien oder Pilze hier leichter eindringen können.

Ursachen und Risikofaktoren für ein Aufquellen der Haut sind z.B.:

Symptome

Wie sieht eine Windeldermatitis aus?

Zwischen den Oberschenkeln und am Gesäß zeigen sich scharf begrenzte und gerötete Hautbereiche und eine gerötete und aufgeweichte Haut. Zum Teil bilden sich kleine Pickel oder offene Stellen, welche sich auf die Innenseiten der Oberschenkel und den Bauch ausdehnen können. Die betroffene Haut kann bei Berührung schmerzen, jucken oder brennen.

Therapie

Welche Creme hilft bei Windeldermatitis?

Damit die Haut sich von der Entzündungsreaktion erholen kann, sind schon wenige Verhaltensänderungen wirksam:

  • Die Haut auch mal an der Luft trocknen lassen
  • Windelwechseln nach jedem Stuhlgang und jeder Blasenentleerung bzw. spätestens nach 4 Stunden
  • Gründliche Reinigung der gereizten Haut mit lauwarmen Wasser oder Öl. Auf parfümierte Seifen verzichten
  • Beim Abtrocknen reibende Bewegungen vermeiden, stattdessen die Haut mit sanftem Druck abtupfen
  • Anwenden von Wundschutzcremes oder -pasten mit desinfizierenden, entzündungshemmenden oder vor zu viel Feuchtigkeit schützenden Inhaltsstoffen

Bei schweren Verläufen, jedoch ausschließlich unter Anweisung des Arztes, kann Cortisonsalbe auf die entzündeten Stellen aufgetragen werden.

Windeldermatitis mit Bakterienbefall:

Häufig sind hier Antibiotika notwendig, welche für Säuglinge als Zäpfchen oder Säfte zur Verfügung stehen. Zur Wahl der passenden Therapie befragen Sie Ihren Haut- oder Kinderarzt. Falls bei dir die Frage besteht, ob du zum Haut- oder besser zum Kinderarzt gehen solltest, lies dir dazu unseren Blogartikel durch.

Windeldermatitis mit Pilzbefall (Windelsoor):

Die betroffenen Hautareale müssen mit einer vom Kinderarzt verordneten Salbe (Antimykotikum) eingecremt werden. Ein Saft ist nur anzuwenden, wenn der Pilzbefall auch den Mund und den Verdauungstrakt betrifft.

Prävention

Wie kann man Windeldermatitis vorbeugen?

Das Auftreten einer Windeldermatitis lässt sich leicht verhindern:

  • Möglichst oft die Windel weglassen, v.a. im Sommer
  • Die Windel nicht zu straff anlegen, damit es zu keinem Wärmestau kommt
  • Regelmäßiges Windelwechseln, v.a. bei Durchfall
  • Nur Wasser oder Öl zum Waschen verwenden, keine Seife
  • Gründliches Abtrocknen, v.a. in den Hautfalten
  • Auf scharfe oder saure Babyspeisen verzichten. Das gilt auch für stillende Mütter.
  • Das Kind maximal einmal die Woche baden, damit der natürliche Hautschutz nicht angegriffen wird
  • Zuckerarme Beikost für das Baby, da Zucker den pH-Wert des Urins negativ beeinflussen kann

Gerötete Stellen im Windelbereich, aber noch keine Windeldermatitis:

Hier gibt es noch keinen Grund zur Sorge, da die Windeldermatitis mit einer Wundsalbe meist noch verhindert werden kann. Für die richtige Wahl der Wundsalbe können Sie Ihren Arzt oder Apotheker kontaktieren. Du interessierst sich für weitere Informationen rund um das Thema Haut? Dann schau gerne in unserem Hautarztlexikon vorbei oder besuche unseren Youtube-Kanal. Dort haben wir viele interessante Informationen zu weiteren hautärztlichen Themengebieten für dich zusammengestellt.

Wirkstoffe

Ist Windeldermatitis gefährlich?

Im Regelfall entstehen bei Windelausschlägen keine Komplikationen und die Beschwerden klingen nach einigen Tagen wieder ab. Es kann jedoch in seltenen Fällen zu einer Infektion des Ausschlags durch Bakterien oder Viren kommen.

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Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.

Mehr zum Thema

Literatur und Einzelnachweise

  1. Altmeyer, P: Windeldermatitis (13. April 2021) | Abgerufen 14. April 2021 von www.altmeyers.org

  2. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.: Candidose der Haut (15. September 2005) | Abgerufen 14. April 2021 von dmykg.ementals.de

  3. Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte: Windeldermatitis/Windelsoor (18. September 2017) | Abgerufen 14. April 2021 von www.kinderaerzte-im-netz.de

FAQ

Illustration von zwei arbeitenden Hautärzten