Windeldermatitis

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

In diesem Artikel
  • Definition: Was versteht man unter einer Windeldermatitis?
  • Ursachen: Wodurch entsteht eine Windeldermatitis?
  • Diagnose: Woran erkennt der Hautarzt eine Windeldermatitis?
  • Therapie: Was lässt sich die entzündete Haut am Po wieder in den Griff kriegen?
  • Prävention: Was kann man vorbeugend tun?

Die Windeldermatitis kennzeichnet eine vor allem bei Säuglingen auftretende Entzündung der Haut im Windelbereich. Wir erklären Ihnen, was diese Erkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man dagegen tun kann.

Windeldermatitis

Definition

Was versteht man unter einer Windeldermatitis?

Die Windeldermatitis ist ein medizinischer Fachausdruck für den „wunden Po“ oder den „Windelausschlag“. Die sogenannte Windeldermatitis kann bei Säuglingen oder bei Patienten mit Blasenschwäche, die dichte Unterhosen tragen, auftreten. Die aufgeweichten betroffenen Hautstellen sind gereizt und anfällig für eine Infektion. Pilze beispielsweise können sich dort leicht ansiedeln - bei Besiedlung eines Hefepilzes spricht man dann von einem „Windelsoor“. 

Ursache

Wodurch entsteht eine Windeldermatitis?

Oft spielen mehrere Faktoren eine Rolle, die eine Entzündung hervorrufen. Eine Ursache ist die Windel selbst. Durch längeres Tragen weicht die Feuchtigkeit, die sich in der Windel sammelt, die obere Hautschicht auf. Die natürliche Schutzbarriere der Haut wird geschwächt, sodass Bakterien oder Pilze hier leichter eindringen können. 

Ursachen und Risikofaktoren für ein Aufquellen der Haut sind z.B.: 

•   Reizende Substanzen in Urin oder Stuhl: Der natürliche Hautschutz wird angegriffen 

•   Mangelnde Hygiene (z.B. seltenes Windelwechseln): Feuchtigkeit und Wärme bietet ein gutes Milieu für Keime 

•   Bakterieninfektion: Hierbei können nässende und/oder eitrige Wunden entstehen 

•   Pilzbefall: Die Entzündungsreaktion wird hierdurch verstärkt

•   Übermäßige Hygiene: Pflegemittel können die empfindliche Haut reizen 

•   Allergien: Die Haut kann gegen bestimme Inhaltsstoffe in Pflegeprodukten oder Windeln allergisch sein, was eine Entzündung hervorruft 

•   Falsche Ernährung: Scharfe Speisen oder besonders säurehaltige Nahrungsmittel erhöhen das Risiko für eine Windeldermatitis, da diese reizenden Stoffe über den Stuhl ausgeschieden werden und die Haut angreifen 

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Diagnose

Woran erkennt der Hautarzt eine Windeldermatitis?

Zwischen den Oberschenkeln und am Gesäß zeigen sich scharf begrenzte und gerötete Hautbereiche und eine gerötete und aufgeweichte Haut. Zum Teil bilden sich kleine Pickel oder offene Stellen, welche sich auf die Innenseiten der Oberschenkel und den Bauch ausdehnen können. Die betroffene Haut kann bei Berührung schmerzen, jucken oder brennen.  

Die Windeldermatitis ist eine Blickdiagnose, das heißt, der Arzt kann die Diagnose bereits durch das klinische Erscheinungsbild stellen. Ein Abstrich klärt, ob zudem ein bakterieller oder pilzartiger Befall vorhanden ist.  

Therapie

Was lässt sich die entzündete Haut am Po wieder in den Griff kriegen?

Damit die Haut sich von der Entzündungsreaktion erholen kann, sind schon wenige Verhaltensänderungen wirksam: 

•   Die Haut auch mal an der Luft trocknen lassen 

•   Windelwechseln nach jedem Stuhlgang und jeder Blasenentleerung bzw. spätestens nach 4 Stunden 

•   Gründliche Reinigung der gereizten Haut mit lauwarmen Wasser oder Öl. Auf parfümierte Seifen verzichten 

•   Beim Abtrocknen reibende Bewegungen vermeiden, stattdessen die Haut mit sanftem Druck abtupfen 

•   Anwenden von Wundschutzcremes oder -pasten mit desinfizierenden, entzündungshemmenden oder vor zu viel Feuchtigkeit schützenden Inhaltsstoffen 

 Bei schweren Verläufen, jedoch ausschließlich unter Anweisung des Arztes, kann Cortisonsalbe auf die entzündeten Stellen aufgetragen werden.

Windeldermatitis mit Bakterienbefall: 

Häufig sind hier Antibiotika notwendig, welche für Säuglinge als Zäpfchen oder Säfte zur Verfügung stehen. Zur Wahl der passenden Therapie befragen Sie Ihren Haut- oder Kinderarzt. 

Windeldermatitis mit Pilzbefall (Windelsoor): 

Die betroffenen Hautareale müssen mit einer vom Kinderarzt verordneten Salbe (Antimykotikum) eingecremt werden. Ein Saft ist nur anzuwenden, wenn der Pilzbefall auch den Mund und den Verdauungstrakt betrifft. 

Prävention

Was kann man vorbeugend tun?

Das Auftreten einer Windeldermatitis lässt sich leicht verhindern: 

•   Möglichst oft die Windel weglassen, v.a. im Sommer 

•   Die Windel nicht zu straff anlegen, damit es zu keinem Wärmestau kommt 

•   Regelmäßiges Windelwechseln, v.a. bei Durchfall 

•   Nur Wasser oder Öl zum Waschen verwenden, keine Seife 

•   Gründliches Abtrocknen, v.a. in den Hautfalten

•   Auf scharfe oder saure Babyspeisen verzichten. Das gilt auch für stillende Mütter.

•   Das Kind maximal einmal die Woche baden, damit der natürliche Hautschutz nicht angegriffen wird 

•   Zuckerarme Beikost für das Baby, da Zucker den pH-Wert des Urins negativ beeinflussen kann 

Gerötete Stellen im Windelbereich, aber noch keine Windeldermatitis: 

Hier gibt es noch keinen Grund zur Sorge, da die Windeldermatitis mit einer Wundsalbe meist noch verhindert werden kann. Für die richtige Wahl der Wundsalbe können Sie Ihren Arzt oder Apotheker kontaktieren. Sie interessieren sich für weitere Informationen rund um das Thema Haut? Dann schauen Sie gerne in unserem Hautarztlexikon vorbei oder besuchen unseren Youtube-Kanal. Dort haben wir viele interessante Informationen zu weiteren hautärztlichen Themengebieten für Sie zusammengestellt.

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Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.

Literatur und Einzelnachweise