Varizellen (Windpocken)

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

In diesem Artikel
  • Definition: Was sind Windpocken?
  • Ursachen: Wer bekommt Windpocken?
  • Symptome: Wie erkenne ich Windpocken?
  • Therapie: Was tun bei einer Infektion mit Varizellen?
  • Prävention: Wie kann man sich vor Windpocken schützen?
  • Varizellen (Windpocken) Video: Hautlexikon in 180 Sekunden

Die Windpocken sind eine klassische Kinderkrankheit, die durch das Varizella-Zoster-Virus verursacht wird. Wie in dem Namen enthalten, werden die Viren über die Luft übertragen und verursachen Pocken auf der Haut. Wir erklären Ihnen, was diese Erkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man bei Windpocken tun kann. 

Dermanostic Hautlexikon | Windpocken (Varizellen)

Definition

Was sind Windpocken?

Windpocken stellen eine Virusinfektion durch das Varizella-Zoster-Virus dar, das über die Luft oder als Schmierinfektion übertragen werden kann. Im Vordergrund stehen die stark juckenden Hautveränderungen mit dem charakteristischen Hautausschlag, begleitet von einem Krankheitsgefühl mit Fieber und Gliederschmerzen.

Ursache

Wer bekommt Windpocken?

Varizellen, den meisten geläufig unter dem Begriff der Windpocken, sind Viren, die, wie der Name suggeriert, über „den Wind“ übertragen werden. Wie das genau funktioniert? Wenn eine erkrankte Person niest oder hustet, verbreitet sie damit Viren in ihrer unmittelbaren Umgebung, wodurch dann eine Ansteckung mit Windpocken bei einer bisher noch nicht erkrankten Person erfolgen kann.

Ist man bereits an dem Virus erkrankt gewesen und hat die Infektion überwunden, so hat sich das Immunsystem den Erreger gemerkt und ist von fortan immun gegen diesen. Wer aber weder geimpft ist, noch die Infektion durchlaufen hat, ist gegen die Viren nicht geschützt. Somit können Windpocken bei Erwachsenen und auch noch in höherem Alter auftreten, was medizinisch insgesamt aber eher selten der Fall ist. Hat man sich nun angesteckt, so dauert es zwischen acht Tagen und vier Wochen, bis erste Symptome auftreten. In den meisten Fällen zeigen sich erste Symptome nach zwei Wochen in Form von Allgemeinsymptomen und dann auch der typischen juckenden Bläschen.

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Dermanostic Hautlexikon | Windpocken (Varizellen)

Symptome

Wie erkenne ich Windpocken?

Zu Beginn der Symptomatik zeigt sich ein gewisses Unwohlsein, das ca. 2 Tage andauert. Nach zwei Tagen kommt häufig noch ein leichtes Fieber bis 39 Grad Celsius hinzu. Daraufhin tritt ein stark juckender Hautausschlag in Form von Pusteln (kleinen Pickeln) auf. Normalerweise beginnen diese im Kopfbereich und breiten sich dann auf dem Rumpf und die Gliedmaßen aus. Aus den Pusteln entwickeln sich Bläschen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Auch der Mund oder die Genitalien können betroffen sein. Nach Entleerung der Flüssigkeit bilden sich aus den Pusteln kleine trockene Verkrustungen.

Durch den juckenden Hautausschlag entsteht bei betroffenen Personen das Bedürfnis nach intensivem Kratzen. Doch starkes Kratzen sorgt für ein erhöhtes Risiko zur Narbenbildung und sollte so weit es geht vermieden werden. Bei einem normalen Krankheitsverlauf ist man nach fünf Tagen wieder gesund. Auch der typische Hautausschlag hat sich in diesem Zeitraum in der Regel bis zum letzten Bläschen zurück gebildet.

Eine der gefürchtetsten Komplikationen ist die Hautentzündung. Wenn das Virus die Blut-Hirn-Schranke überwindet, können selten auch Beeinträchtigungen des zentralen Nervensystems auftreten. Symptome sind eine Hirnhautreizungen und eine Störung des Gleichgewichts.

Erkrankte Erwachsene zeigen bis zu 20 Prozent als Begleiterscheinung eine Lungenentzündung. Schwangere können durch eine Infektion ihr Ungeborenes gefährden. Generell erkranken Kinder zwischen dem zweiten und zehnten Lebensjahr am häufigsten an Windpocken. Jugendliche  und Erwachsene sind seltener betroffen. Dennoch gilt, dass die Infektion nach Ende der Kindheit meist schwerer verläuft. Wer einmal die Erkrankung durchstanden hat, bleibt sein Leben lang immun und ist somit vor einem erneuten Ausbruch geschützt. Sie interessieren sich für weitere Informationen rund um das Thema Haut? Dann schauen Sie gerne in unserem Hautarztlexikon vorbei oder besuchen Sie unseren Youtube-Kanal. Dort haben wir viele interessante Informationen zu weiteren hautärztlichen Themengebieten für Sie zusammengestellt.

Therapie

Was tun bei einer Infektion mit Varizellen?

Bei einem normalen Verlauf reicht es, die Beschwerden zu lindern. Damit stehen eine Bettruhe und die Bekämpfung des Juckreizes im Vordergrund. Gegen den Juckreiz bieten sich Antihistaminika an. Lokal wird auf die betroffenen Stellen eine Zink-Schüttel-Mixtur aufgetragen, die die Bläschen austrocknet und einen kühlenden Effekt hat. Allgemein sollte Hitze und damit eine Provokation der Schweißbildung vermieden werden, da beides den Juckreiz zusätzlich verstärken kann.

Bei Fieber können fiebersenkende Mittel wie Paracetamol oder Ibuprofen, z. B. als Saft für Kinder, helfen. Ganz wichtig: ohne Absprache mit einem Kinderarzt sollte kein Aspirin (Acetylsalicylsäure) verabreicht werden. Es kann eine lebensbedrohliche Nebenwirkung, die als Reye-Syndrom (Hirnfunktionsstörung) bezeichnet wird, verursachen.

Außerdem sollte das Kind während der Erkrankung oder auch bei Verdacht auf Windpocken keine Institutionen, wie Schulen, Kindergärten oder andere Gemeinschaftseinrichtungen besuchen, um andere Kinder vor einer Ansteckung zu schützen. Auch der Kontakt zu nicht Geimpften oder noch nicht an Windpocken erkrankten Menschen im Familien- oder Freundeskreis sollte gemieden werden. Besonders schwangere Frauen und Immungeschwächte sollten vor einer potentiellen Windpockeninfektion geschützt werden und sollten bei unbeabsichtigtem Kontakt unbedingt einen Arzt aufsuchen. Präventiv besteht die Möglichkeit einer Impfung gegen Windpocken.

Prävention

Wie kann man sich vor Windpocken schützen?

Impfung

Die STIKO empfiehlt für alle Kinder zwischen 11 Monaten und 17 Jahren eine Grundimmunisierung gegen Windpocken. Ebenso wird noch nicht an Varizellen erkrankten Frauen mit Kinderwunsch eine Nachholimpfung empfohlen. Eine besondere Gefahr besteht nämlich bei einer Schwangerschaft. Der Impfstoff muss zur vollständigen Immunisierung zwei Mal verabreicht geben. Zwischen den beiden Impfungen sollte ein Mindestabstand von vier Wochen bestehen.

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Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.

Literatur und Einzelnachweise