Hämangiom (Blutschwämmchen)

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Das Hämangiom (auch als Blutschwamm oder Erdbeerfleck bekannt) ist eine im Kindesalter sehr häufig auftretende Gefäßfehlbildung, die sich auch an der Haut zeigen kann. Wir erklären Ihnen, was diese Erkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man dagegen tun kann.

Um ein Hämangiom oder auch weitere Hautveränderungen deuten zu können empfehlen wir unser Video zu Hautveränderungen.

Definition

Was ist ein Hämangiom?

Bei einem Hämangiom handelt es sich um eine gutartige Wucherung der Blutgefäße. Blutschwämmchen können bereits bei der Geburt vorhanden sein und sich dann entweder leicht vergrößern oder zurückbilden. Solche Gefäßwucherungen können theoretisch überall auftreten, sowohl an Organen als auch unter der Haut. In der Regel sind sie ungefährlich und auf eine Stelle des Körpers beschränkt.

Charakteristischerweise sind Hämangiome bei Geburt anfangs noch sehr klein und vergrößern sich anschließend in manchen Fällen (ca. 10%) insbesondere im ersten Lebensjahr deutlich. Manche Formen treten erst ab dem 30. Lebensjahr auf.

Die meisten Hämangiome an der Haut sind klein und nicht weiter behandlungsbedürftig. In seltenen Fällen, wenn die Lokalisation ungünstig und das Hämangiom sehr groß ist, kann es zu Beeinträchtigungen kommen. In solchen Fällen ist dann eine Behandlung notwendig.

3-5% aller Säuglinge weisen Hämangiome auf. Frühgeborene sind sogar bis zu 10-mal häufiger betroffen. Mädchen besitzen häufiger Hämangiome als Jungs.

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Ursache

Wie entsteht ein Hämangiom?

Über die Ursache der Entstehung eines Hämangioms ist nicht viel bekannt. Es wird vermutet, dass bereits in der Schwangerschaft Plazentagewebe in das Blutgefäß des Ungeborenen gelangt und sich in einem Blutgefäß der Haut festsetzt. Andere Theorien gehen von einer genetischen Veränderung der blutgefäßwandauskleidenen Zellen (Endothelzellen) aus. Hier spricht man dann von sogenannten "vaskulären Malformationen".

Symptome

Welche Beschwerden verursachen Hämangiome?

Grundsätzlich wird zwischen zwei Arten von einem Blutschwamm unterschieden – das lokalisierte und das segmentale Hämangiom. Das lokalisierte Hämangiom tritt deutlich häufiger auf. Blutschwämmchen können wenige Millimeter bis mehrere Zentimeter groß werden. Sie zeichnen sich oftmals durch eine blumenkohlartig aufgewölbte Oberfläche aus und können eine rote oder blau-violette Färbung annehmen.  Am häufigsten treten Hämangiome im Kopf- und Halsbereich auf (60%), insbesondere um das Auge herum (Orbita).

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Therapie

Was kann man gegen ein Hämangiom unternehmen? -

Bei einem lokalisierten Hämangiom, das klein und günstig lokalisiert ist, ist eine Behandlung nicht notwendig. Wenn doch eine Therapie erforderlich ist, dann dient diese vor allem dazu, das Wachstum zu stoppen und die Nebenwirkungen zu minimieren. Auch ästhetische Gründe können eine Behandlung rechtfertigen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es konkret?

Behandlung durch Kälte (Kryotherapie): Bei der Kryotherapie werden die Blutschwämmchen bei Temperaturen von minus 30-40° vereist, sodass sie sich verschließen. Die Anwendung erfolgt bei segmentalen Hämangiomen.

Behandlung durch einen Laser: Eine Laserbehandlung zerstört die Gefäße. Hier entscheidet die Tiefe des Hämangioms darüber, welche Laserart von Vorteil ist. Die Anwendung erfolgt bei segmentalen Hämangiomen.

Behandlung mit Steroiden: Laser-Therapien und Kryotherapien haben bei segmentalen Hämangiomen keinen Erfolg, deshalb können diese u.a. mit Kortison behandelt werden. Aufgrund der Nebenwirkungen des Kortisons wird die Behandlung jedoch nur unter strenger ärztlicher Aufsicht durchgeführt.

Behandlung durch Propranolol: Propranolol ist ein blutdrucksenkendes Medikament, welches bei der Behandlung des Hämangioms eingesetzt werden kann. Es ist das Mittel der Wahl (besseres Wirkungs- und Nebenwirkungsprofil als die Kortisontherapie) und in vielen Studien getestet worden.

Behandlung durch eine Operation von einem Arzt an Blutschwämmchen werden nur selten durchgeführt, da die Blutungsgefahr erhöht ist. Befindet sich das Hämangiom jedoch auf der Kopfhaut kann eine Operation erwogen werden, damit keine kahlen Hautstellen entstehen.

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Die Bilder in der unten ausgeführten Slideshow wurden von der Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen zur Verfügung gestellt.

Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.

Literatur und Einzelnachweise

  • Altmeyer, P. (2021, Februar 15), Hämangiome. Abgerufen 07. April 2021, von https://www.altmeyers.org
  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (2020), Infantile Hämangiome im Säuglings- und Kleinkindesalter. Abgerufen 07. April 2021, von https://www.awmf.org
  • Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie / Plastische Chirurgie (2021), Hämangiome. Abgerufen 01. März 2021, von https://www.uniklinikum-jena.de