Hämangiom (Blutschwämmchen)

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Das Hämangiom (auch als Blutschwämmchen bekannt) ist eine im Kindesalter sehr häufig auftretende Gefäßfehlbildung, die sich auch an der Haut zeigen kann. Wir erklären Ihnen, was diese Erkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man dagegen tun kann.

Dermanostic Hautlexikon | Hämangiom (Blutschwämmchen)

Definition

Bei einem Hämangiom handelt es sich um eine gutartige Wucherung der Blutgefäße. Blutschwämmchen können bereits bei der Geburt vorhanden sein und sich dann entweder leicht vergrößern oder zurückbilden. Solche Gefäßwucherungen können theoretisch überall auftreten, sowohl an Organen als auch unter der Haut. In der Regel sind sie ungefährlich und auf eine Stelle des Körpers beschränkt. Die meisten Hämangiome an der Haut sind klein und nicht weiter behandlungsbedürftig. In seltenen Fällen, wenn die Lokalisation ungünstig und das Hämangiom sehr groß ist, kann es zu Beeinträchtigungen kommen. In solchen Fällen ist dann eine Behandlung notwendig.

Ursachen

Über die Ursache der Entstehung eines Hämangioms ist nicht viel bekannt. Es wird vermutet, dass bereits in der Schwangerschaft Plazentagewebe in das Blutgefäß des Ungeborenen gelangt und sich in einem Blutgefäß der Haut festsetzt. Andere Theorien gehen von einer genetischen Veränderung der blutgefäßwandauskleidenen Zellen (Endothelzellen) aus.

Symptome

Grundsätzlich wird zwischen zwei Arten von Blutschwämmchen unterschieden – das lokalisierte und das segmentale Hämangiom. Das lokalisierte Hämangiom tritt deutlich häufiger auf. Blutschwämmchen können wenige Millimeter bis mehrere Zentimeter groß werden. Sie zeichnen sich oftmals durch eine blumenkohlartig aufgewölbte Oberfläche aus und können eine rote oder blau-violette Färbung annehmen. Auch wenn ein Hämangiom überall auf der Haut vorkommen kann, sind die häufigsten Lokalisationen im Kopf-Halsbereich.

Lokalisiertes Hämangiom

Diese Form des Hämangioms ist bei der Geburt noch nicht sichtbar und erscheint erst Tage bis Wochen nach der Geburt als rötliche, runde Erhebungen. Im Alter von 6-12 Monaten vergrößern sich lokalisierte Hämangiome, danach ruht das Wachstum für eine längere Zeit. Meistens bildet sich das Blutschwämmchen noch im Kindesalter zurück und zwischen dem 6. und 9. Lebensjahr verschwindet es ganz. Blutschwämmchen sollten dringend behandelt werden, wenn diese die Sinnenorgane beeinträchtigen. Sie können zum Beispiel im Augenbereich zu Erblindungen, im Nasenbereich zu Deformierungen oder im Lippenbereich zu dauerhaften Veränderungen führen.

Blutschwämmchen an den Extremitäten (Arme und Beine) stellen selten Komplikationen dar und sollten nur behandelt werden, wenn sie auffallend schnell wachsen oder Bereiche wie das Genital, den After, sowie Finger oder Zehen betreffen.

Segmentales Hämangiom

Diese Form ist deutlich seltener dafür aber ausgeprägter und betrifft meistens das Gesicht. Nach der Geburt ist allenfalls eine Rötung erkennbar, diese wächst jedoch schnell und kann sich über einen Großteil des Gesichts ausbreiten. So kann es teilweise, beim Wachstum in den Mundbereiche die Atmung oder die Nahrungsaufnahme beeinträchtigen.

Um die Art des Hämangioms erkennen zu können, reicht meistens die Blickdiagnose. Aufschluss über die Tiefe und eine Wachstumsaktivität können der Ultraschall sowie eine Magnetresonanztomografie (MRT) liefern.

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Therapie

Bei einem lokalisierten Hämangiom, das klein und günstig lokalisiert ist hat, ist eine Behandlung nicht notwendig. Wenn doch eine Therapie erforderlich ist, dann dient diese vor allem dazu, das Wachstum zu stoppen und die Nebenwirkungen zu minimieren. Auch ästhetische Gründe können eine Behandlung rechtfertigen.

Behandlungsmöglichkeiten:

Behandlung durch Kälte (Kryotherapie)
Bei der Kryotherapie werden die Blutschwämmchen bei Temperaturen von minus 30-40° vereist, sodass sie sich verschließen. Die Anwendung erfolgt bei segmentalen Hämangiomen.

Behandlung durch einen Laser
Eine Laserbehandlung zerstört die Gefäße. Hier entscheidet die Tiefe des Hämangioms darüber, welche Laserart von Vorteil ist. Die Anwendung erfolgt bei segmentalen Hämangiome.

Behandlung durch Kortison
Laser-Therapien und Kryotherapien haben bei segmentalen Hämangiomen keinen Erfolg, deshalb können diese u.a. mit Kortison behandelt werden. Aufgrund der Nebenwirkungen des Kortisons wird die Behandlung jedoch nur unter strenger ärztlicher Aufsicht durchgeführt.

Behandlung durch Propranolol
Propranolol ist ein blutdrucksenkendes Medikament, welches bei der Behandlung des Hämangioms eingesetzt werden kann. Es ist das Mittel der Wahl (besseres Wirkungs- und Nebenwirkungsprofil als die Kortisontherapie) und in vielen Studien getestet worden.

Behandlung durch eine Operation
Operationen an Blutschwämmchen werden nur selten durchgeführt, da die Blutungsgefahr erhöht ist. Befindet sich das Hämangiom jedoch auf der Kopfhaut kann eine Operation erwogen werden, damit keine kahlen Hautstellen entstehen.

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Autor: Dr. med. Alice Martin