Xerosis cutis (Hauttrockenheit)

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Trockene Haut ist mehr als nur ein kosmetisches Problem. Medizinisch handelt es sich um eine Diagnose, die fachsprachlich Xerosis cutis genannt wird. Trockene Haut kann zu unangenehmen Symptomen, wie Juckreiz und einem Brenngefühl führen. Besonders ältere Menschen leiden unter trockener Haut und den dadurch verursachten Beschwerden. Es kommt zur Schuppung, Reizung und Rötung. Im Verlauf kann sich auch ein Spannungsgefühl und Juckreiz entwickeln.

Definition

Was versteht man unter Xerosis cutis?

Der Begriff Xerosis cutis leitet sich aus dem Griechischen ab und kennzeichnet medizinisch die trockene Haut. Der Ausgleich zwischen Wasserspeicherung und Feuchtigkeitsverlust über die Haut ist hierbei gestört. So ist auch die Schutzfunktion der Haut beeinträchtigt.

Ursache

Wie kommt es zu Hauttrockenheit?

Die Haut ist das größte Organ des Menschen und besitzt unterschiedliche Funktionen. Sie spielt als größtes Organ des menschlichen Körpers eine wichtige Rolle beim Schutz vor äußeren Reizen und dient dem Körper somit als Schutzbarriere. Durch ihre unterschiedlichen Drüsen (Schweiß- und Talgdrüsen) reguliert sie sich selbst, um ihrer Schutzfunktion nachgehen zu können. Es gibt dabei unterschiedliche Faktoren, die die Haut beeinflussen und austrocknen lassen.

Äußere Faktoren:

Faktoren, die von außen einwirken, begünstigen eine trockene Haut:

  • Häufiges Waschen, Duschen oder Baden bei heißer Temperatur
  • Sonnenbestrahlung und Solarienaufenthalte
  • Klimatische Faktoren: Kälte, geringe Luftfeuchtigkeit
  • Falsche Pflegeprodukte: Alkoholhaltige Lotionen, Parfüms, Hautprodukte mit einem ungeeigneten pH-Wert (abweichend vom pH 5,5)
  • Berufliche Hautbelastung

Innere Faktoren:

Faktoren, die vom Körper selbst ausgehen, bezeichnet man als innere Faktoren. Hierzu zählen die erbliche Veranlagung mit einer geringen Talgproduktion und hormonelle Umstellungen (Pubertät, Schwangerschaft und die Wechseljahre).

Auch gewisse Krankheitsbilder sind begünstigend für eine trockene Haut. Hierzu zählen z.B. die Neurodermitis, Schuppenflechte (Psoriasis) oder der Diabetes mellitus. Das sind nur einige Beispiele, viele weitere Erkrankungen können Einfluss auf die Haut nehmen und zu einer Austrocknung führen.

Am häufigsten betroffen von der Xerosis cutis sind ältere Menschen, da physiologisch die Talg- bzw. Schweißproduktion im Alter abnimmt und die Haut sich selbst weniger selbst rückfetten kann. Außerdem verliert die oberste Hautschicht (Epidermis) ihre Fähigkeit Feuchtigkeit zu binden.

Wenn die betroffenen zudem wenig Trinken und ihre Haut nicht pflegen, ist eine Xerosis cutis vorprogrammiert.

Diagnose

Woran erkenne ich, ob meine Haut zu trocken ist?

Ist die Haut insgesamt zu trocken zeigt sie ein glanzloses raues und schuppiges Aussehen. Es besteht ein Spannungsgefühl und die Elastizität ist vermindert. Vor allem nach dem Waschen der Haut entwickelt sich Juckreiz und die Betroffenen fangen an zu Kratzen, sodass kleine Verletzungen entstehen können.  Die Haut ist somit gereizt und reagiert nun empfindlicher auf äußere Faktoren, wie Temperaturschwankungen, UV-Strahlen, Allergenen oder Chemikalien (z.B. Reinigungsmittel). Dies kann leichter zu Hautinfektionen oder Hautausschlägen führen.

Die Diagnose ist meist eine Blickdiagnose. Ist die trockene Haut Ausdruck einer möglichen anderen Erkrankung, sollte diese gezielt abgeklärt werden.

Brauchen Sie eine Hautarztbehandlung?

Diagnose, Therapie und Rezept hier 24/7 möglich.

Appstore Badge Playstore Badge Webapp Badge

Therapie

Wie kann man Hauttrockenheit behandeln?

Allgemeine Tipps:

Wichtig für einen guten Hautzustand sind eine tägliche Trinkmenge von 1,5-2l und eine salzarme Ernährung, damit im Körper keine Flüssigkeit verloren geht. Die Pflegeprodukte für die Haut sollten pH-neutral (pH 5,5) sein. PH-neutrale Waschlotionen können beispielsweise ideal zur Reinigung der Haut verwendet werden ohne dieser zu viel Feuchtigkeit zu entziehen.

Die Haut ist auch nach dem Duschen von einem dünnen Fettfilm überzogen, welcher nicht durch trockenreiben entfernt werden sollte. Ratsam ist ein „Abtupfen“ der Haut. Grundsätzlich sollte nicht häufiger als 2-3x wöchentlich geduscht werden. Ausgenommen ist das tägliche Waschen der Hände, Füße, Achseln und des Intimbereichs.

Längere Aufenthalte in der Sonne oder im Solarium sollten vermieden werden. Im Urlaub ist eine Sonnencreme mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor zu empfehlen.

Bei der Hautpflege eignen sich verschiedene Cremes oder Salben, die rückfettend und feuchtigkeitsbindend wirken. Wenn die Haut stark gereizt und rissig ist, sollte nach Rücksprache mit dem Dermatologen eine individuell auf den Hautzustand abgestimmte Therapie durchgeführt werden. Der Dermatologe verordnet eine Wirkstoffkombination, die vom Apotheker in eine Basiscreme eingemischt wird. Oft enthalten die Cremes Harnstoff, da diese Substanz eine hohe Wasserbindungskapazität besitzt. Sind entzündliche Prozesse der Haut sichtbar, wird eine cortisonhaltige Wirkkomponente verschrieben.

Liegt der trockenen Haut eine organische Erkrankung zugrunde, wird die Expertise des entsprechenden Facharztes zusätzlich herangezogen.

Sie haben eine Hautveränderung? Mit dermanostic können Sie sofort einen Hautarzt per App kontaktieren – Ihnen wird innerhalb von 24 Stunden geholfen.

Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.

Literatur und Einzelnachweise