Orale Candidose (Mundsoor)

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Der Begriff "Candidose" ist eine Sammelbezeichnung für Infektionskrankheiten, die durch Pilze der Gattung Candida hervorgerufen werden. Dabei kann eine Infektion mit Candida-Pilzen an vielen Körperregionen auftreten. In diesem Artikel möchten wir jedoch auf eine besonders häufige Form der Candidose eingehen, nämlich die orale Candidose.

Definition

Was ist eine "Candidose"?

Im medizinischen Sprachgebrauch wird eine Infektion mit Candida-Pilzen oftmals als “Soor” bezeichnet, deshalb nennt die orale Candidose sich auch Mundsoor. Bei der oralen Candidose kommt es zu einer Überbesiedelung der Mundhöhle mit Hefepilzen. Der häufigste Erreger dieser Infektion ist der Pilz Candida albicans.

Durch die Infektion entstehen die typischen konfluierenden weißen Beläge auf der Mundschleimhaut. Die Erkrankung ist nicht immer eindeutig auf den ersten Blick sicher zu diagnostizieren, da auch andere Erkrankungen für die Ausbildung weißlicher Beläge im Mund in Frage kommen. Wird jedoch eine orale Candidose diagnostiziert, verläuft diese meist harmlos.

Ursache

Wodurch entsteht eine orale Candidose?

Eine orale Candidose bzw. ein Mundsoor wird häufig durch bestimmte Grunderkrankungen ausgelöst oder kann als Nebenwirkung einer medizinischen Behandlung auftreten. Da Candida-Spezies zu dem normalen und gesunden Spektrum der Mundflora zählen, gilt generell, dass sich diese Erkrankung in der Regel erst bei einer geschwächten Abwehrlage entwickelt.

Eine gestörte Immunabwehr im Mundraum kann dabei jedoch auch durch ganz harmlose Ursachen, wie zum Beispiel eine zu intensive Mundhygiene (die zu einem Ungleichgewicht der natürlichen Mundflora führt), verursacht werden.

Weitere Ursachen sind unter anderem:

  • Stress
  • Zahnprothesen
  • Diabetes mellitus oder HIV
  • und bestimmte Medikamente, wie zum Beispiel über mehrere Wochen eingenommene Breitspektrum-Antibiotika.

Zu der Gruppe der Medikamente, die eine orale Candidose verursachen können, sind auch noch die Asthma-Sprays zu nennen, da einige dieser Sprays das Immunsystem im Mund herunterregulieren können.

Als häufige Begleiterscheinung entwickeln sich orale Candidosen jedoch im Rahmen von Krebserkrankungen und dann der daraufhin häufig eingeleiteten Chemotherapie. Auch hier kommt es insgesamt wieder zu einer Schwächung des Immunsystems, die dann die Ausbreitung der Candida-Spezies im Mundraum begünstigt. 

Diagnose

Woran erkennt man eine orale Candidose?

Allgemein erkennt man eine orale Candidose bzw. einen Mundsoor durch das klinische Bild, also vor allem die weißen Beläge. Bei Missempfindungen oder Schmerzen im Mundraum sollten die Betroffenen eine genauere ärztliche Abklärung der Beschwerden veranlassen. Die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt kann im Rahmen einer gründlichen Untersuchung und vor allem durch das Anlegen einer Pilzkultur beurteilen, ob es sich um eine Pilzinfektion oder eine andere Erkrankung handelt.

Um diagnostische Sicherheit zu gewinnen, sollte bei Verdacht auf eine orale Candidose mit einem sterilen Wattetupfer ein Abstrich des Schleimhaut-Belags genommen und im Labor untersucht werden. Zudem kann auch noch eine Stuhlprobe auf Candida untersucht werden, um einen Befall innerer Organe auszuschließen.

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Therapie

Was kann man tun?

Die Behandlung der Pilzinfektion lässt sich mit Medikamenten gut therapieren. Dabei lassen sich sogenannte "Antimykotika" (Bezeichung für Medikamente, die gegen Pilze wirken) lokal auf die Mundschleimhaut auftragen. In manchen Fällen ist eine topische Therapie, also die lokale Behandlung mit einem Antimykotikum nicht ausreichend, um die orale Candidosis zu beseitigen. Dann besteht die Option einer systemischen Therapie, was bedeutet, dass ein Medikament eingenommen wird und nach Aufnahme im Darm über den Blutkreislauf wirkt. 

Welches Antimykotikum geeignet ist, entscheidet die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt. Die Mittel können jedoch zu Nebenwirkungen wie beispielsweise zu vorübergehenden Kopfschmerzen, Hautausschlägen, Geschmacksstörungen, Übelkeit, Blähungen und Durchfall führen und zählen daher im Gegensatz zu vielen örtlich anzuwendenden Medikamenten zu den verschreibungspflichtigen. 

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Die Bilder in der unten ausgeführten Slideshow wurden von der Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen zur Verfügung gestellt.

Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.

Literatur und Einzelnachweise

  • Altmeyer, P. (2019, Dezember 15), Candidose der Mundschleimhaut. Abgerufen 08. Juli 2021, von https://www.altmeyers.org
  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (2020, Juli 31), Diagnostik und Therapien von Candida-Infektionen. Abgerufen 08. Juli 2021, von https://www.awmf.org