Lifestyle

Pickel nach Absetzen der Pille

Akne durch hormonelle Umstellungen

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Madeleine Jandek 25.05.2022

Hast Du Deine Pille nach einem längeren Zeitraum abgesetzt und leidest nun an Akne? Lass Dir sagen, dass dies gar nicht so selten der Fall ist. Denn Hormone und der weibliche Zyklus spielen eine wichtige Rolle, wenn es um das Thema Hautunreinheiten geht. Hormonschwankungen und ein Übergewicht an männlichen Geschlechtshormonen (Ja – auch alle Frauen haben männliche Geschlechtshormone) können dazu führen, dass entzündete Pickel und Pusteln wie zu alten Teenie-Zeiten wieder verstärkt auftreten. Besonders lästig ist es, wenn man geglaubt hat, diese Zeit hinter sich gelassen zu haben. Vielleicht hattest Du aber auch die Pille gerade wegen Deiner Akne verschrieben bekommen und bist Dir nun unsicher, wie Du Deine Akne nun behandeln solltest. Wir wollen Dich an die Hand nehmen und Dir zeigen, woran es liegt und wie Du Deine Akne wieder losbekommen kannst.

Fangen wir mit den Basics an: Welche Rolle spielt unser weiblicher Zyklus bei der Entstehung von Hautunreinheiten?

Zugegebenermaßen sieht der weibliche Zyklus auf den ersten Blick etwas kompliziert aus. Anhand der Abbildung kannst Du sehen, dass während des Zyklus (ca. 28 Tage) verschiedene Hormone (LH, FSH, Östrogen und Progesteron) unterschiedlich stark ansteigen und auch wieder abfallen. Wichtig für Deine Haut sind die beiden Hormone Östrogen und Progesteron. Denn sie sind dafür mitverantwortlich, dass Deine Haut gesund und rein aussieht. Diese beiden Hormone können als Gegenspieler zu den männlichen Geschlechtshormonen wirken, den sogenannten Androgenen. Das wohl bekannteste unter ihnen ist wohl Testosteron. Androgene bewirken, dass Hautunreinheiten verstärkt werden. Typisch dafür: Eine erhöhte Talgproduktion und viele abgestorbene Hautschüppchen.

weiblicher Zyklus, Hormone

Sicherlich kennst Du das: Du weißt, dass die Periode in einigen Tagen einsetzen wird und auf einmal entstehen wieder unschöne Pickel auf der Haut. Das passiert etwa ab dem 20. Tag (bis etwa Tag 28) unseres weiblichen Zyklus. Denn ab diesem Zeitpunkt nimmt die Menge des Östrogens und Progesterons stetig ab. Unsere “Glow-Hormone“ werden weniger und unsere Haut wird "schlechter". Wusstest Du, dass der Tag Deiner Periode immer der Erste Deines weiblichen Zyklus ist? Auch am ersten Tag sind Östrogen und Progesteron noch sehr niedrig und Hautunreinheiten treten nicht selten auf. Und dann ist es so weit: Ab etwa dem 7. Tag beginnt das Östrogen wieder langsam zu steigen, unsere Haut erholt sich und Pickel bilden sich teilweise zurück. Du kannst Dich auch an unsere Hautfachärzt*innen wenden, wenn Dich Deine Akne belastet und Du fachgerecht behandelt werden willst. Kontaktiere dazu gern unsere Hautfachärzt*innen in unserer digitalen Hautfachpraxis dermanostic per App. Unsere Expert*innen helfen Dir bei der Diagnosestellung und erstellen einen individuellen Therapieplan für Dich!

Wie beeinflusst die Pille eigentlich unseren weiblichen Zyklus?

Die Gründe, warum Du Dich für die Einnahme einer Pille entschieden hast, können ganz vielfältig sein. Eins steht jedoch fest: Es ist ein Hormon-Cocktail, der unseren natürlichen Hormonhaushalt erst einmal etwas durcheinanderbringen kann. Aber versteht uns nicht falsch. Auch wenn die Pille die letzten Jahre teilweise ganz schön in Verruf geraten ist, ist sie dennoch eine gute Verhütungsmethode. Denn sie hat auch durchaus ihre Vorteile. Die Pille kann nach Absprache mit Ärzt*innen eine gute Option für Dich sein, vor allem dann, wenn Du nach einem sicheren Verhütungsmittel suchst. Aber wie funktioniert die Pille jetzt nun genau? Sicherlich hast Du schon einmal gehört, dass die Pille aus einer Kombination von Östrogen und Progesteron bzw. deren synthetischen Hormonersatzstoffen bestehen kann. Daneben gibt es auch noch die sogenannte Minipille, die nur Gestagene enthält. Je nach Präparat (Maxim, Valette, etc.) gibt es verschiedene Kombinationsmöglichkeiten des Östrogens (meist Ethinylestradiol ) und der Gestagene. Während manche Pillen durchgängig in gleicher Dosierung eingenommen werden sollten, können andere Pillen zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Zyklus unterschiedliche Dosierungen der Wirkstoffe aufweisen. Genauere Details solltest Du mit Deiner Gynäkologin oder mit Deinem Gynäkologen besprechen, da sie eine für Dich und Deine Bedürfnisse angepasste Pille aussuchen können. Denn wie so oft im Leben: Alles hat seine Vor- und Nachteile.

Verbessert jede Pille meine Akne?

Aufgepasst: Denn nicht jede hormonelle Verhütung führt zu einer Verbesserung des Hautbildes. Während Östrogene in der Regel zu einer Verbesserung des Hautbildes führen, sieht es bei den Gestagenen schon ganz anders aus. Die Bandbreite an einsetzbaren Gestagenen ist groß. Während unser körpereigenes Gestagen namens Progesteron eine antiandrogene Wirkung besitzt - also gegen Akne wirkt - können andere Gestagene genau andersherum wirken. Denn manche verstärken Hautunreinheiten sogar, wie beispielweise die häufig eingesetzte Minipille.

Wieso kommt es eigentlich zu Pickeln nach dem Absetzen der Pille?

Wenn man nun eine lange Zeit antiandrogen wirkende Pillen-Präparate eingenommen hat, kann die Haut nach dem Absetzen erst einmal verrücktspielen. Dein Körper wird wahrscheinlich überfordert sein und sich fragen: Wo sind die ganzen Hormone hin? Unser Hormonhaushalt ist in dem Moment einfach überfordert. Und es kann sogar bis zu 18 Monaten dauern, bis sich der Zyklus wieder komplett normalisiert. Das sind alles Faktoren, die berücksichtigt werden sollten. Die männlichen Hormone (Androgene) treten nach Absetzen der Pille verstärkt in den Vordergrund und können folglich wieder zu einer verstärkten Talg- und Ölproduktion führen. Das Hautbild verschlechtert sich, die Akne floriert. Denn Pillen lösen nicht die Ursache der Akne. Sie sind lediglich Symptombekämpfer. Wende Dich auch an unsere Hautfachärzt*innen, wenn Du einen unklaren Hautbefund hast. Kontaktiere dazu doch gern unsere Hautfachärzt*innen in unserer digitalen Hautfachpraxis dermanostic per App. Unsere Expert*innen helfen Dir bei der Diagnosestellung und erstellen einen individuellen Therapieplan für Dich!

Sollten demzufolge Pillen überhaupt gegen Akne verschrieben werden?

Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, da es hierfür keine pauschale Lösung gibt. Diese Entscheidung solltest Du unbedingt mit Deiner Gynäkologin oder Deinem Gynäkologen besprechen. Wenn Du z.B. noch starke Periodenschmerzen hast, gleichzeitig nach einer sicheren Verhütungsmethode suchst UND auch noch an Hautunreinheiten leidest, könnte eine Pille gegen Hautunreinheiten eine gute Wahl sein. Man sollte jedoch trotz Pille auf eine gute Pflege-Routine achten. In einigen Fällen können auch Medikamente in Form von Cremes oder Tabletten in Betracht gezogen werden.

Was kann ich nun gegen Pickel nach Absetzen der Pille tun?

Kommen wir nun zur Frage aller Fragen! Was mache ich nun, wenn die Pickel wieder sprießen und die Hautunreinheiten auf einmal wiederkommen?

Zuallererst rate ich Dir, dass Du Dir eine gute Hautpflegeroutine aneignest. Lies Dir dazu gern unseren ausführlichen Blogeintrag zur Hautpflege bei Hautunreinheiten durch.

Und nun ein paar Tipps, wie Du Deine Akne mit ein paar einfachen Mitteln sichtbar verbessern kannst:

  1. Verwende ein pH-neutrales Reinigungsmittel für Deine Haut. Wichtig ist auch, dass das Reinigungsmittel nicht zu aggressiv ist. Dadurch könnte nämlich die Haut übermäßig stark strapaziert werden und die natürliche Hautflora aus dem Gleichgewicht kommen. Wir empfehlen es, die Reinigung des Gesichts am besten einmal täglich am Abend durchzuführen. Wichtig: Egal wie müde Du bist: Gehe nicht mit Deinem Tages-Make-up ins Bett.
  2. Achte darauf, dass Deine Haut mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt wird. Auch viele Medikamente gegen Akne können austrocknend wirken. Wichtig ist hierbei jedoch, dass die Feuchtigkeits-Cremes “öl-frei“ sind. Denn Öle würden zu einer weiteren Verschlechterung Deiner Akne führen.
  3. Wirkstoffe gegen Akne anwenden
    Das chemische Peeling BHA, Retinoide, Benzoylperoxid oder Niacinamid. Es gibt eine Vielzahl an Mitteln auf dem Markt, die nachweislich bei Akne helfen können. Positive Effekte werden vor allem dann sichtbar, wenn die Akne noch nicht allzu stark ausgeprägt ist. Lass Dich am besten von Kosmetiker*innen Deines Vertrauens beraten. Aber Achtung: Zu viel des Guten ist auch nicht das Richtige. Versuche Deine Pflegeroutine einfach zu halten und nicht alle Wirkstoffe auf einmal zu verwenden. Denn mehr ist nicht immer mehr! Zu viele unterschiedliche Wirkstoffe können Deine Haut zusätzlich strapazieren und Deiner Hautbarriere schaden. Eine falsche Hautpflege sollte vermieden werden.
  4. Vermeide eine falsche Ernährung
    Eine ausgewogene Ernährung sollte in Deinem Leben nicht zu kurz kommen. Unser tägliches Essen trägt maßgeblich zu unserer Gesundheit bei. Und das wird sich auch auf unserer Haut widerspiegeln. Grünes Gemüse, gesunde Fette, komplexe Kohlenhydrate liefern Deiner Haut wichtige Nährstoffe. Milchprodukte tierischer Abstammung, Zucker, aber auch ungesunde Fette sollten bei Akne eher nicht auf dem täglichen Speiseplan stehen.
  5. Gehe zu Dermatolog*innen Deines Vertrauens! Denn bei mittelschwerer bis schwerer Akne , aber auch schon bei leichter Akne kann eine fachgerechte Beratung helfen. Denn Hautunreinheiten können Narben oder dunkle Flecken auf der Haut verursachen. Deshalb unser Tipp: Der schnelle Gang zu Ärzt*innen lohnt sich. Bei mittelschwerer bis schwerer Akne können verschreibungspflichtige Medikamente in Form von Cremes oder Tabletten notwendig sein, um Deine Akne adäquat behandeln zu können. Dabei können Dir Hautfachärzt*innen aus unserer digitalen Hautarztpraxis dermanostic per App gerne helfen. Das geht ganz einfach: Du brauchst nur drei Bilder von Deinem Hautbefund hochzuladen und einen Fragebogen auszufüllen. Unsere Expert*innen helfen Dir bei der Diagnosestellung und erstellen einen individuellen Therapieplan für Dich!

Wenn Du mehr darüber erfahren willst, was Du gegen Akne und Hautunreinheiten unternehmen kannst, legen wir Dir das von unseren beiden Ärztinnen und Mitgründerinnen Dr. med Alice Martin und Dr. med Estefanía Lang verfasste Buch "Natürlich frei von Akne" sehr ans Herz. Über diesen Link kannst Du Dir ein Exemplar sichern!

Madeleine Jandek

Verfasst von Madeleine Jandek

Madeleine Jandek ist bei dermanostic im Kommunikations- und Redaktionsteam für den medizinischen Support mitverantwortlich. Sie schließt bald den klinischen Teil ihres Humanmedizinstudiums an der Universität Ulm ab und möchte im Anschluss die Facharztausbildung zur Dermatologin beginnen. Bei dermanostic schreibt sie unter anderem Artikel über alle Themen rund um Haare, Haut und Nägel.