Sarkoidose

Auch bekannt als: Benigne Lymphogranulomatose; Sarkoidose kutane kleinknotige; Benignes Miliarlupoid; Besnier-Boeck-Schaumann M.; Boeck M.; Cutaneous sarcoidosis; Kutane Sarkoidose; Lymphogranulomatose benigne; Lymphogranulomatosis benigna; Miliarlupoid benignes; Morbus Besnier-Boeck-Schaumann; Morbus Boeck; Sarcoidosis; Boecksches Sarkoid; Sarkoidose kutane großknotige; Sarkoidose subkutan knotige
ICD-Code: D86.9
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HautverÀnderungen, Gelenkbeschwerden und Kurzatmigkeit sind mögliche Symptome der sogenannten Sarkoidose. Wir erklÀren Dir hier, was diese Erkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man dagegen tun kann. In unserer digitalen Hautarztpraxis bei dermanostic behandeln unsere HautÀrzt*innen tÀglich viele Patient*innen mit einer Sarkoidose per App.

5 Fakten ĂŒber Sarkoidose

  • Kann die verschiedensten Organe betreffen und somit unterschiedliche Symptome auslösen
  • Das am hĂ€ufigsten betroffene Organ ist die Lunge
  • 90% der Menschen erkranken an der chronischen, dauerhaft bestehenden Form
  • Meistens erkranken Frauen, im Alter zwischen 20 und 40 Jahren
  • Die Heilungsrate fĂŒr die akute Form liegt bei 95%, die chronische Form zu heilen stellt sich als schwieriger dar

Definition

Was ist eine Sarkoidose?

Die Sarkoidose (oder Morbus Boeck) bezeichnet eine entzĂŒndliche Multisystemerkrankung, bei der sich knötchenförmige GewebsverĂ€nderungen bilden können. Die Sarkoidose kann ĂŒberall im bzw. am Körper auftreten und die Organe beeintrĂ€chtigen. Die hĂ€ufigste Krankheitsform ist die chronische Sarkoidose der Lunge.

Betroffene sind meistens weiblich und zwischen dem 20 und 40 Lebensjahr. Teilweise erkranken auch Kinder unter 4 Jahren an einer Sarkoidose, was als „frĂŒhkindliche Sarkoidose“ bezeichnet wird. In ca. 20% der FĂ€lle treten auch Symptome an der Haut auf.

Ursache

Wie erkrankt man an einer Sarkoidose?

Die genaue Ursache fĂŒr diese entzĂŒndliche Erkrankung ist nicht vollstĂ€ndig geklĂ€rt. Viele Faktoren spielen bei der Krankheitsentstehung eine Rolle. Unter anderem wird eine Autoimmunkomponente, bei der der Körper gegen sich selbst agiert, angenommen.

Man vermutet außerdem, dass das Einatmen schĂ€dlicher Substanzen das Immunsystem der Lunge aktiviert, da die Sarkoidose vor allem die Lunge betrifft.

Ganz gleich welcher Ursache – bei dermanostic – der online Hautarztpraxis erhĂ€ltst Du innerhalb von 24 Stunden die Diagnose der Sarkoidose und eine von HautfachĂ€rzt*innen fĂŒr Dich herausgesuchte Therapie.

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Symptome

Wie Ă€ußert sich Sarkoidose?

Die frĂŒhkindliche Sarkoidose zeigt weniger stark ausgeprĂ€gte Symptome. Die Symptome umfassen Fieber, Appetitlosigkeit und MĂŒdigkeit. Die Leber und Milz können auch vergrĂ¶ĂŸert sein.

Je nach Verlaufsform unterscheidet man zwischen einer akuten – also plötzlich auftretenden –  und einer chronischen Sarkoidose:

  • Akute Sarkoidose: Die akute Sarkoidose ist seltener als die chronische Form. Die plötzlich auftretenden Symptome sind Fieber und Abgeschlagenheit sowie eine GelenkentzĂŒndung (Arthritis), die meist die Sprunggelenke betrifft. Unter der Haut, vorzugsweise an den Vorderseiten der Unterschenkel, treten schmerzhafte rote oder blĂ€uliche Knötchen (= Erythema nodosum) auf. Lymphknotenschwellungen im Bronchien-, bzw. Lungenbereich verursachen meist keine Symptome, sind aber auf dem Röntgenbild zu erkennen.
  • Chronische Sarkoidose: 90% aller Sarkoidose-Patient*innen leiden unter der chronischen Form. Einige Patient*innen besitzen keine Beschwerden, andere entwickeln schleichende Beschwerden. Dazu zĂ€hlen vor allem ein Reizhusten und belastungsabhĂ€ngige Atemnot. Weitere Anzeichen sind leichtes Fieber, Gewichtsverlust, MĂŒdigkeit, Gelenkschmerzen (= Arthritis). Auch hier sind Lymphknotenschwellungen im Lungenbereich im Röntgen sichtbar.

Die Sarkoidose kann theoretisch den ganzen Körper betreffen, was verschiedenste Symptome erzeugt:

1. Augen: Verschiedenste Strukturen können hier betroffen sein, z.B. die Regenbogenhaut (Iris) oder der sogenannte Ziliarkörper. Diese sogenannte Iridozyklitis (= EntzĂŒndung im Augenbereich) erzeugt Augenschmerzen, die besonders bei hellem Licht entstehen.
2. Haut: Hier entstehen schmerzhafte Knötchen unter der Haut (Erythema nodosum), hÀufig an den Vorderseiten der Unterschenkel. Zudem können blÀulich lilafarbene HautverfÀrbungen, v.a. an Wangen und Nase als sogenannter Lupus pernio (an Frostbeulen erinnernd) auftreten.
3. Herz: Bei einem ausgeprÀgten Befund können eine HerzschwÀche (= Herzinsuffizienz) oder Herzrhythmusstörungen entstehen.
4. Nieren: Bei der Sarkoidose entsteht ein erhöhtes Risiko fĂŒr Nierensteine.
5. Zentrales Nervensystem (Neurosarkoidose): Seltener können Hirnnerven ausfallen oder eine HirnhautentzĂŒndung (= Meningitis) entstehen.
6. Leber und Milz: Sind diese Organe betroffen, entstehen meist keine Symptome
7. Knochen: Meist sind hier die Fingerknochen betroffen.

Falls auch Du solche Symptome an Dir festgestellt hast, kannst Du Dich gern an unsere HautfachĂ€rzt*innen aus der digitalen Hautarztpraxis dermanostic per App wenden. Unser Team aus Expert*innen kann Dir mit einer Diagnosestellung helfen und erstellt Dir einen ausfĂŒhrlichen Arztbrief.

So sieht die Hauterkrankung aus: Beispielbilder: Sarkoidose

Diagnose

Wie wird die Sarkoidose erkannt?

ZunĂ€chst findet das persönliche PatientengesprĂ€ch statt. Danach folgt die körperliche Untersuchung. Anschließend sollten eine Röntgenaufnahme des Brustbereichs und eine Lungenfunktionsuntersuchung erfolgen. Je nachdem welche Organe betroffen sind, fĂŒhren individuelle Untersuchungen zu einer sicheren Diagnose.

Wenn die Haut betroffen ist, sollten Hautproben unter lokaler BetÀubung entnommen werden. Dabei wird das Gewebe mikroskopisch untersucht, sodass eine Diagnose gestellt werden kann.

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Komplikationen

Ist Sarkoidose gefÀhrlich?

Die akute Form der Sarkoidose hat eine gute Heilungsprognose, wobei es jedoch auch hier zu RĂŒckfĂ€llen kommen kann.

Bei der chronischen Form kommt es in der HĂ€lfte der FĂ€lle zur Entwicklung bleibender LungenschĂ€den, die meist jedoch nicht sehr stark ausgeprĂ€gt sind. Nur in ganz seltenen FĂ€llen fĂŒhrt die chronische Sarkoidose zu schwerwiegenden Komplikationen wie Herzversagen oder vollstĂ€ndiger LungenfunktionseinschrĂ€nkung.

Therapie

Wie kann man eine Sarkoidose behandeln?

Akute Sarkoidose:

Wenn heftige Symptome bestehen, wird zunĂ€chst eine Therapie mit nicht-steroidalen EntzĂŒndungshemmer (NSAR), welche fiebersenkend, entzĂŒndungshemmend und schmerzstillend wirken, eingeleitet. Dazu zĂ€hlen Wirkstoffe wie z.B. Ibuprofen oder Paracetamol. Bei Verschlechterung der Symptome kann kurzzeitig auch Kortison eingesetzt werden, um die EntzĂŒndung einzudĂ€mmen.

Wenn die Haut betroffen ist, kann Ă€ußerlich Kortison in Form einer Creme aufgetragen werden. Auch kann die betroffene Stelle mit Kortison unterspritzt werden.

Alternativ gibt es die Möglichkeit, die entsprechenden Areale mit UV-Licht zu bestrahlen. Das UV-Licht unterdrĂŒckt lokal das Immunsystem der Haut.

Chronische Sarkoidose:

Bei der chronischen Sarkoidose ist Kortison Therapie der Wahl, welches in RĂŒcksprache mit dem Arzt ĂŒber Monate verabreicht wird und langsam reduziert wird. Dies begĂŒnstigt als Nebenwirkung einen Knochenschwund (Osteoporose), was vom Arzt oder von der Ärztin bei der Therapieentscheidung berĂŒcksichtigt werden sollte. Bei einer lĂ€ngerfristigen Therapie mit Kortison sollten Magenschutztabletten und Vitamin D eingenommen werden.

In schweren VerlĂ€ufen können „Immunsuppressiva“, welche das Immunsystem herunterfahren, eingesetzt werden. Durch diese Immunsuppressiva ist gleichzeitig das regulĂ€re Immunsystem geschwĂ€cht, sodass Infekte schneller entstehen können.

Kann man Sarkoidose heilen?

Bei der akuten Sarkoidose genesen 95% der Patient*innen innerhalb von einigen Monaten spontan und ohne Behandlung.

Die akute Sarkoidose heilt hÀufig unter entsprechender Therapie schnell ab.

Eine Spontanheilung bei der chronischen Sarkoidose ist zwar möglich, aber selten. Je weiter die Diagnose fortgeschritten ist, desto schwieriger ist die Therapie bzw. desto schlechter ist die Prognose. Die HÀlfte aller Patienten mit einer chronischen Sarkoidose entwickelt bleibende LungenschÀden. Die meisten sind aber nicht allzu stark ausgeprÀgt.

Jede Therapie ist individuell, unsere HautÀrzt*innen erstellen Dir als Patient*in eine entsprechende Therapie. Hier erfÀhrst Du, wie das geht.

ErklÀrvideo

Quellen:

  1. Altmeyer, P. (6. Februar 2020) | Sarkoidose (Übersicht) | Abgerufen am 30. MĂ€rz 2021

Inhalt

Verfasst von
Christian Paffhausen
PortrÀt Christian
Christian Paffhausen ist der ehemalige Marketing Leiter bei dermanostic. In Zusammenarbeit mit unserem Medical Team hat er sich dabei unter anderem um den Aufbau unserer Ratgeber Artikel gekĂŒmmert.

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