Lichen vidal (lichen simplex chronicus)

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Auch bekannt als: Umschriebene Neurodermitis, Lichen chronicus simplex, Lichen chronicus Vidal, Lichen nuchae, Neurodermitis circumscripta, Vidalsche Krankheit, Prätibiale pruritische papulöse Dermatose, Verruköser Lichen simplex chronicus

Als Lichen Vidal bezeichnet man eine chronische entzündliche Hauterkrankung, die sich durch eine meist stark juckende Verdickung der Haut auszeichnet.

Definition

Was ist ein Lichen Vidal?

Als Lichen Vidal bezeichnet man eine chronische entzündliche Hauterkrankung, die sich durch eine meist stark juckende Verdickung der Haut auszeichnet. Im Randbereich können knotige Veränderungen auftreten. Am häufigsten sind Erwachsene im Alter von 20 bis 60 Jahren betroffen, wobei Frauen anfälliger sind als Männer. Die Erkrankung zählt zu den chronisch ekzematösen Hautkrankheiten.

Ursache

Welche Ursachen gibt es?

Die genauen Ursachen sind derzeit noch nicht bekannt. Besprochen wird eine "Minusvariante" der Neurodermitis (atopisches Ekzem). Untersuchungen stellen auch einen Zusammenhang zwischen Diabetes Mellitus (Zuckerkrankheit), Lebererkrankungen, Magen-Darm-Störungen, Nierenversagen oder anderen Grunderkrankungen dar. Umweltfaktoren wie Kälte, Hitze, Luftverschmutzung oder unspezifische Reizstoffe spielen bei der Entstehung von Lichen Vidal auch eine Rolle. Zudem sind Menschen, die psychischen Belastungen und Stress ausgesetzt sind, besonders anfällig.

Symptome

Welche Symptome äußern sich?

Lichen Vidal äußert sich vor allem durch unentwegten starken Juckreiz (dadurch chronisches Kratzen), der auch durch Kratzen nicht gelindert werden kann. Stattdessen entsteht nach den Kratzattacken ein noch stärkerer Juckreiz. Die Erkrankung kann überall am Körper auftreten.

Häufig betroffen sind:

  • Nackenbereich
  • Kinnbereich
  • Arme, Beine 
  • Kreuzbeinregion
  • Genitalbereich (Skrotum: Hoden, Vulva: äußere Geschlechtsorgane)

Zu Beginn hat die Haut noch ein normales Aussehen. Im weiteren Verlauf beginnt sie zu jucken sowie trocken und schuppig zu werden. Durch das Kratzen entwickeln sich auf der Haut streifenförmige Veränderungen. Außerdem bilden sich erbsengroße, rötlichbraun bis graubraune Knötchen (Papeln) besonders im Randbereich, die sich auf der flächenhaft verdickten Haut vermehren können.

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Diagnose

Wie wird die Diagnose gestellt?

Um ein Lichen Vidal diagnostizieren zu können, werden andere in Frage kommende und ähnliche Hautkrankheiten ausgeschlossen. Dazu zählen beispielsweise allergische Kontaktekzeme, Neurodermitis, Lichen ruber planus, Pilzinfektionen oder Schuppenflechte. Neben der Krankengeschichte und dem klinischen Befund kann auch eine Gewebeentnahme oder eventuell eine Pilzprobe mit anschließender Untersuchung durchgeführt werden.

Therapie

Wie sieht die Therapie aus?

Hier kommen lokal angewandte Feuchtigkeitscremes und Kortikosteroide (Kortisonpräparate) zum Einsatz. Eventuell kann eine psychologische Betreuung empfohlen werden. Juckreiz kann auch mit Antihistaminika (anti-allergischen Tabletten) gelindert werden. Um speziell den Juckreiz im Genitalbereich zu lindern, sind Sitzbäder sowie Pasten mit Zinkoxid hilfreich. Außerdem kann eine PUVA-Therapie (eine Lichttherapie) angewandt werden. Positive Ergebnisse sind zudem mit Klimatherapien zu erzielen. Demzufolge ist der Aufenthalt im Hochgebirge oder an der Nordsee besonders empfehlenswert, da dort das ultraviolette Licht besonders intensiv ist.

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Verfasst von Marie Fuchs

Marie Fuchs ist Ärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie ist die Leiterin des Patientensupports (öffentliche Patientenkommunikation) und schreibt medizinische Artikel.

Literatur und Einzelnachweise