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Arzneimittelexanthem (Arzneimittelallergie)

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Auch bekannt als: fixe Arzneimittelreaktion, fixe toxische Arzneireaktion, allergisches Arzneimittelexanthem, Arzneimittelreaktion fixe generalisierte bullöse, FDE, fixed drug eruption, fixes Arzneimittelexanthem, fixes toxisches Arzneimittelexanthem, fixe toxische Arzneimittelreaktion, GBFDE, generalisierte bullöse fixe Arzneiexanthem, generalized bullous fixed drug eruption, allergische Arzneimittelexanthem.

Ein Arzneimittelexanthem bezeichnet eine allergische Reaktion der Haut auf bestimmte Inhaltsstoffe von Medikamenten.

Definition

Was ist ein Arzneimittelexanthem?

Ein Arzneimittelexanthem ist eine allergische Reaktion der Haut (ähnlich wie bei dem Allergischen Kontaktekzem) auf bestimmte Inhaltsstoffe von Medikamenten. Diese Reaktion tritt in einem zeitlichen Zusammenhang mit der Einnahme / Anwendung auf. Klinisch ist ein Hautauschlag (= Exanthem) sichtbar, der sich in unterschiedlicher Form (z.B. ein Nävus) zeigen kann.

Ursache

Wann tritt ein Arzneimittelexanthem auf?

Bei einem Arzneimittelexanthem handelt es sich um eine allergische Reaktion. Auslöser kann ein Medikament in Tablettenform aber auch eine Salbe oder Creme sein.

Typische auslösende Medikamente sind beispielsweise Antibiotika, Schmerzmittel, Medikamente gegen Viren (= Virostatika) (die nimmt man z.B. gegen Herpes zoster) oder Antidepressiva.

Symptome

Wie sieht ein Arzneimittelexanthem aus?

Die Symptome können sehr individuell ausfallen. Meistens entstehen die Hautreaktionen zwischen dem 7. und 12. Tag nach dem Beginn der Therapie. Man unterscheidet zwei Reaktionstypen:

—> Sofortreaktion: Symptome entstehen innerhalb 60 Minuten

—> Spätreaktion: > 1 Stunde, aber auch bis zu mehreren Wochen möglich

Unerwünschte Reaktionen:

  • Rötung
  • Quaddeln (= Urtikaria)
  • Schwellung (= Ödem)
  • Atemnot
  • in schweren Fällen: anaphylaktischer Schock (Notfall!)

Hauterscheinung:

  • rote Flecken oder Pustel in unterschiedlicher Ausprägung
  • häufig Juckreiz
  • betroffen sein können Rumpf, Arme, Beine, oder seltener auch das Gesicht
  • typisch: Hautveränderung tritt immer wieder an derselben Stelle auf

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Diagnose

Arzneimittelexanthem Diagnose: wie wird es gestellt?

Wichtig ist eine ausführliche Anamnese durch einen Arzt. Ein enger zeitlicher Zusammenhang zwischen den Symptomen und des Medikaments macht eine Arzneimittelreaktion wahrscheinlich. Für einige Wirkstoffe können bestimmte Hauttests, wie zum Beispiel Prick-Tests, Intrakutantest oder Epikutantest (wie bei der allergischen Rhinitis), herangezogen werden.

Therapie

Arzneimittelexanthem Therapie: Was kann man dagegen machen?

Bei einer Anaphylaktischen Reaktion mit Hautausschlägen, Atemnot oder Blutdruckabfall sollte sofort der Notarzt kontaktiert werden, damit entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden können.

Das auslösende Medikament wird in der Regel abgesetzt oder das Präparat gewechselt (sofern dies medizinisch möglich ist). Arzneimittelexantheme besitzen meist einen harmlosen Verlauf und heilen unter einer entsprechenden äußeren Therapie der betroffenen Stellen schnell ab. Bei schweren Verläufen kann eine Therapie in Form von Tabletten notwendig sein. Ein Antihistaminikum kann die Symptome außerdem reduzieren. Die allergologische Diagnostik (= Allergietest) (mehr zum Thema Allergien) sollte dennoch erfolgen.

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Die Bilder in der unten ausgeführten Slideshow wurden von der Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen zur Verfügung gestellt.

So sieht die Hauterkrankung aus: Beispielbilder Arzneimittelexanthem (Arzneimittelallergie)

Verfasst von Marie Fuchs

Marie Fuchs ist Ärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie ist die Leiterin des Patientensupports (öffentliche Patientenkommunikation) und schreibt medizinische Artikel.

Literatur und Einzelnachweise

  • AWMF (2015). Leitlinie Allergologische Diagnostik von Überempfindlichkeitsreaktionen auf Arzneimittel. Abgerufen 08. Dezember 2021, von https://www.awmf.org

  • Deutsches Ärzteblatt (2019). Allergische Reaktionen vom Spättyp: Fallstricke bei der Diagnose. Abgerufen 08. Dezember 2021, von https://www.aerzteblatt.de