Dein Kind kommt aus Kita oder Schule nach Hause und plötzlich fallen knallrote Wangen auf – obwohl es gar nicht wild getobt hat? Vielleicht zeigen sich auch kleine, rötliche Flecken am Körper. Solche Anzeichen können auf Ringelröteln hinweisen. Ringelröteln sind eine ansteckende Virusinfektion, die vor allem Kinder betrifft und in der Regel harmlos verläuft.
Wir haben mit unserer Hautfachärztin Dr. med. Eleni Papakonstantinou, selbst zweifache Mutter, über die Erkrankung gesprochen.
Was sind Ringelröteln?
Ringelröteln, medizinisch Erythema infectiosum, sind eine Virusinfektion, ausgelöst vom Parvovirus B19. Meist erkranken Kinder zwischen 5 und 15 Jahren, Erwachsene können die Infektion aber ebenfalls bekommen.
Typisch sind rote Flecken, vor allem auf den Wangen, manchmal auch an Armen und Beinen. Die Kinder spüren dabei oft ein leichtes Spannungsgefühl auf der Haut, manchmal juckt es auch ein bisschen.
Man nennt Ringelröteln auch die „fünfte Kinderkrankheit“ – neben Masern, Mumps, Röteln und Windpocken. Meist verläuft die Erkrankung ziemlich milde: Viele Kinder merken kaum etwas, fühlen sich vielleicht nur ein bisschen erkältet. Erst der typische Ausschlag verrät dann, dass es tatsächlich Ringelröteln sind.
Wie steckt man sich an?
Die Viren werden hauptsächlich über Tröpfchen übertragen – also beim Niesen, Husten oder auch beim Sprechen. Es ist auch möglich, sich über die Hände anzustecken: Wenn ein Erkrankter in die Hand niest und diese dann einem anderen gibt oder Gegenstände berührt, können die Viren auf Schleimhäute von Nase oder Mund gelangen und so eine Ansteckung verursachen.
Für Schwangere gilt: Die Viren können unabhängig davon, ob die Mutter selbst Krankheitszeichen zeigt oder nichts merkt, auf das ungeborene Kind übertragen werden. Über die Plazenta können die Erreger das Kind erreichen und ihm ernsthaft schaden.
Aber es gilt: Wer die Erkrankung schon einmal hatte, hat Antikörper gebildet und ist für den Rest des Lebens geschützt.
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Was sind die Symptome bei Ringelröteln?
Viele Kinder und Erwachsene merken gar nicht, dass sie sich mit Ringelröteln angesteckt haben – die Infektion verläuft oft unbemerkt. Wenn doch Symptome auftreten, zeigt sich das in der Regel ein bis zwei Wochen nach der Ansteckung.
Die Erkrankung lässt sich grob in zwei Phasen unterteilen:
1. Erkältungsähnliche Symptome:
In dieser ersten Phase fühlt sich das Kind meist einfach etwas krank. Typisch sind leichtes Fieber, Müdigkeit, Unwohlsein, Schnupfen, Halsschmerzen oder Kopfschmerzen. Erwachsene können zusätzlich Gelenkschmerzen bekommen. Diese Symptome dauern meist nur ein paar Tage und werden oft fälschlicherweise als ganz normale Erkältung eingestuft.
2. Hautausschlag:
Ein bis zwei Tage nach den ersten Beschwerden folgt der typische Ausschlag. Zuerst zeigen sich die roten Wangen und später können auch Arme, Beine oder Rumpf betroffen sein. Teilweise juckt es leicht. Bei einigen Kindern oder Erwachsenen kann der Ausschlag über mehrere Wochen immer wieder auftreten.
Die Diagnose erfolgt meist durch eine Blickdiagnose beim Arzt oder der Ärztin. In manchen Fällen wird ein Bluttest oder eine Gewebeprobe (Biopsie) durchgeführt.
Für eine Ersteinschätzung kann auch unsere Hautarzt-App genutzt werden. Hier kann die Diagnose ganz einfach durch Fotos und einen Fragebogen gestellt werden. Innerhalb von 24 Stunden erhält man eine Rückmeldung mit Arztbrief und ausführlicher Erläuterung zur Therapieempfehlung. Wenn nötig senden wir auch ein Privatrezept.
Ist die Krankheit gefährlich?
Für die meisten Kinder und Erwachsenen sind Ringelröteln harmlos. Es gibt aber bestimmte Situationen, in denen Vorsicht geboten ist.
Besonders Schwangere sollten aufpassen: Wenn sie sich anstecken, kann das Virus auf das ungeborene Kind übertragen werden und Schäden verursachen. Das Risiko ist am höchsten im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel.
Auch Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen können stärker betroffen sein. Dazu gehören zum Beispiel:
- Blutarmut (Anämie), etwa durch Eisenmangel
- Immunschwäche, etwa durch bestimmte Medikamente, schwere chronische Erkrankungen oder eine HIV-Infektion
- Erkrankungen der roten Blutkörperchen, z.B. Sichelzellanämie oder Thalassämie
Wann ist man nicht mehr ansteckend?
Menschen mit Ringelröteln sind besonders ansteckend in den Tagen vor dem Ausschlag, oft bevor sie selbst Symptome bemerken.
Die ansteckende Phase dauert in der Regel etwa sechs Tage. Sobald der Ausschlag sichtbar ist, ist das Risiko für andere meist vorbei. Auch symptomfreie Personen können in dieser Zeit andere anstecken.
Was tun bei Ringelröteln?
In den meisten Fällen verlaufen Ringelröteln unkompliziert, und es braucht gar keine speziellen Medikamente. Wichtig ist vor allem: Ruhe gönnen.
Bei Gliederschmerzen oder Abgeschlagenheit können fiebersenkende Mittel wie Paracetamol oder Ibuprofen gegeben werden. Achte außerdem darauf, ausreichend zu trinken, am besten Wasser oder auch einmal ein ungesüßter Tee.
Die Haut kann durch den Ausschlag rau oder leicht schuppig werden. Dann helfen zum Beispiel ein warmes Bad mit etwas Öl oder eine beruhigende Lotion. Auch in der Abheilungsphase kann gezielte Hautpflege die Haut wieder geschmeidig machen.
Wenn die Symptome stärker werden oder Dein Kind sich sehr unwohl fühlt, solltest Du lieber einmal zu viel als zu wenig in die Arztpraxis gehen.
Und ganz wichtig: Schwangere, die Kontakt zu jemandem mit Ringelröteln hatten, sollten sich umgehend bei ihrer Ärztin oder ihrem Arzt melden, um das Risiko für das ungeborene Kind abzuklären.
Weitere Informationen zum Krankheitsbild erhältst Du unter:
Infektionsschutz.de.
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