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Lidekzem 

Auch bekannt als: Dermatitis der Lider; Ekzem der Lider; Eyelid dermatitis; Lidentzündung 

ICD-Code: H01.11

Das Lidekzem ist durch eine Entzündung des Augenlids gekennzeichnet, welche akut, wiederkehrend-chronisch oder chronisch auftreten kann. Die Lider sind hierbei meist beidseitig betroffen. Neben einer Rötung der Lider können Schuppen, Hautvergröberungen und Hautverdickungen sowie Juckreiz auftreten. Ursächlich kommen verschiedene Krankheitsbilder sowie eine Vielzahl an Kontaktallergenen in Frage. Durch die besondere anatomische Lage der Lider kann hier besonders schnell eine Entzündung entstehen. Der nahe Kontakt zur Tränenflüssigkeit und die Hautfalten am Augenlid als Sammelort für verschiedene Erreger, spielen bei der Entstehung eines Lidekzems eine wichtige Rolle. In unserer digitalen Hautarztpraxis bei dermanostic behandeln unsere Hautärzt*innen täglich viele Patient*innen mit einem Lidekzem per App.

5 Fakten über das Lidekzem

  • Häufigste Auslöser von Lidekzemen sind Kontaktallergene (50%)  
  • Im Rahmen einer Grunderkrankung am häufigsten bei Neurodermitis (10-20%)  
  • Anatomische Verhältnisse begünstigen die Entstehung  
  • Die Abklärung der Ursache ist entscheidend für die Therapie   
  • Der Hautbefund besteht im Schnitt 1,5 Jahre  

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Definition

Was ist ein Lidekzem?   

Beim Lidekzem handelt es sich um eine Entzündung des Augenlids, wobei die Erkrankung akut, wiederkehrend-chronisch oder chronisch auftreten kann. Meist sind beide Lider betroffen, in wenigen Fällen kann der Hautbefund aber auch nur an einem Lid auftreten. Die Haut ist meist leicht bis stark gerötet. Schuppen, Hautvergröberung und -verdickung sowie Juckreiz können begleitend auftreten. Am häufigsten können Kontaktallergene für die Entstehung des Hautbefundes verantwortlich gemacht werden. Bei Kontaktallergenen handelt es sich um Fremdstoffe, auf die unsere Haut überempfindlich reagiert. Kontaktallergene lassen sich in Kosmetik, Medikamenten, Kontaktlinsen und anderen Haushaltsmitteln ausfindig machen. Aber auch Allergene im beruflichen Umfeld oder in der Natur (z.B. Pollen) können ein Lidekzem (allergische Reaktion) hervorrufen. Ein Lidekzem kann auch im Rahmen bestimmter Erkrankungen auftreten. Führend ist hier die atopische Dermatitis (10- 20%). Während das Lidekzem in Verbindung mit einer Atopie meist im frühen Kindesalter auftritt, präsentiert sich ein kontaktallergisches Ekzem meist erst im Jugend- oder Erwachsenenalter. Falls auch Du einen unklaren Hautbefund hast, kannst Du Dich gern ohne Termin und Wartezeit direkt an unsere Hautfachärzt*innen aus der digitalen Hautarztpraxis dermanostic per App wenden. Unser Team aus Expert*innen kann Dir bei der Diagnosestellung helfen und erstellt Dir einen ausführlichen Arztbrief.

Ursache

Warum entsteht ein Lidekzem? 

Ein Lidekzem entsteht meist in Folge einer Kontaktallergie. Bei einer Kontaktallergie reagiert der Körper überempfindlich auf körperfremde Stoffe. Kommen bestimmte Stoffe mit der Haut in Berührung, richtet sich der Körper übermäßig stark gegen diese Allergene. In der Folge treten Hautveränderung auf. Hierfür können Lid- und Wimperntusche, Make- up, Kontaktlinsenreiniger, Kontaktlinsen, Gesichtsreiniger, Brillengestelle, aber auch Augentropfen verantwortlich sein. Manchmal kann es auch zur sogenannten “Allergenverschleppung“ kommen. Dabei gelangen Allergene durch Augenreiben von den Fingern ins Auge.   
Allergene können auch über die Luft, also “aerogen“, übertragen werden. Beispielsweise könnten dies Inhaltsstoffe eines Parfums, aber auch Pflanzenbestandteile (Pollen) sein. Diese besondere Form der Kontaktallergie nennt man auch “Airborne Contact Dermatitis“.  
In seltenen Fällen kann sich eine Kontaktallergie auch nur am Augenlid bemerkbar machen. Beispielweise könnte eine Allergie gegen künstliche Fingernägel die Hände beschwerdefrei erscheinen lassen, während sich am Augenlid ein deutlicher Hautbefund zeigt.   

Das Bild eines Lidekzems kann aber auch im Rahmen verschiedener Erkrankungen auftreten. Am häufigsten wird es in Zusammenhang mit einer Neurodermitis (Atopisches Ekzem) beobachtet (10-20%). Seltener tritt es im Rahmen einer seborrhoischen Dermatitis (seborrhoisches Ekzem) oder einer Sonnenallergie auf. Ebenso ist der Hautbefund in Folge von Hautirritation vorzufinden. Diese treten auf, wenn die Haut mit toxischen, reizenden oder irritierenden Stoffen in Berührung gekommen ist (z.B. Formaldehyd, Primin). Achtung: Hierbei besteht meist keine Allergie, sondern lediglich eine Schädigung der Hautschicht.  

Durch die anatomische Nähe zur Tränenflüssigkeit ist das Augenlid einer feuchten Umgebung ausgesetzt. Ebenso begünstigen die Lidfalten, dass sich Allergene hier besonders gut ansammeln können. Das Lidekzem kann so verstärkt werden.  

Diagnose

Wie wird die Diagnose des Lidekzems gestellt?

Das Lidekzem kann anhand des typischen Erscheinungsbildes und der Krankengeschichte inklusive möglichen Kontaktes zu Allergenen des Betroffenen von Hautärzt*innen diagnostiziert werden.

Symptome

Wie zeigt sich ein Lidekzem auf der Haut? 

Meist sind beide Lider betroffen, in wenigen Fällen kann der Hautbefund auch nur an einem Lid auftreten. Die Haut ist meist leicht bis stark gerötet. Schuppen, Hautvergröberung und -verdickung sowie Juckreiz können begleitend auftreten. Manchmal kommt es auch zu einem Nässen und zur Krustenbildung. In seltenen Fällen kann ein Lidekzem zu trockenen Augen, tränenden Augen oder zu einer Entzündung der Hornhaut des Auges führen. Ebenso können Funktionsstörungen auftreten, wie beispielsweise ein nach “außen gewendetes“ und “abgesunkenes“ Lid (Ektropium). Einzelne genannte Charakteristika können fehlen.

Falls auch Du einen unklaren Hautbefund hast, kannst Du Dich gern an unsere Hautfachärzt*innen aus der digitalen Hautarztpraxis dermanostic per App wenden. Unser Team aus Expert*innen kann Dir bei der Diagnosestellung helfen und erstellt Dir einen ausführlichen Arztbrief.

Komplikationen

Was sind die Gefahren eines Lidekzems? 

Durch eine gestörte Hautbarriere, sowie das Aufkratzen der Haut können Bakterien und Viren besser in die Haut eindringen. Eine Infektion kann so verursacht werden. Vor allem bei Patient*innen mit Neurodermitis kann eine Herpes-Infektion auftreten (Ekzema herpeticatum). Im schlimmsten Fall kann es zu einer bakteriellen Infektion kommen, was glücklicherweise nur selten auftritt. Eine erhöhte Schleimproduktion begünstigt das Auftreten einer Lidfunktionsstörung oder einer chronischen Hornhautentzündung.  

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Univ.-Prof. Dr. med. Jorge Frank

Univ.-Prof. Dr. med. Jorge Frank

Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten

Anzahl behandelter dermanostic-Patienten: 2.250

Therapie

Wie kann man ein Lidekzem behandeln? 

Bei der Therapie eines Lidekzems ist Geduld gefragt. Oft kann es einige Zeit dauern, bis man die Ursache herausfindet und das Therapiekonzept anschlägt. Grundsätzlich sollte man zunächst ausfindig machen, welche Auslöser in Frage kommen. Die für die kontaktallergische Reaktion verantwortlichen Inhaltsstoffe, Medikamente, Aerosole, etc. sollten identifiziert und anschließend gemieden werden.

Hierbei kann eine Behandlung mit Kortison helfen. Dabei kann die Anwendung am Auge mit niedrigdosierten Glucocorticoiden erfolgen. Bei besonders schwerer Symptomatik können auch orale Glucocorticoide in Frage kommen. Als Alternative kann auch die Anwendung von Calcineurininhemmern in Betracht gezogen werden. Bei diesem Medikament sind die Langzeitwirkungen jedoch noch nicht in vollem Maß ausreichend bekannt.

Allgemeine Maßnahmen:

  • Die Reinigung der Lider spielt eine wichtige Rolle. In den Hautfalten können sich Allergene besonders gut festsetzten und die Allergie verstärken. Auch über die Luft übertragene Allergene sind so gut zu beseitigen. Die Anwendung von reinem Olivenöl zur Reinigung der Augenlider ist eine gute Option.
  • Da die Lidränder teilweise verkrustet sein können, empfiehlt sich hierbei die Anwendung von feuchten Umschlägen. Sie können dabei helfen, die Krusten zu lösen und die Lider zu reinigen. Beispielsweise können in kalten schwarzen Tee oder auch in Tannolact-Lösung getränkte Kompressen vorsichtig aufs Lid gelegt werden.
  • Verwende feuchtigkeitsspendende Cremes zum Beispiel auf Basis von Glycerin.
  • Bei starker Symptomatik kann auch ein Antihistaminikum (bspw. Desloratadin, Cetericin) in Frage kommen.

Falls auch Du einen unklaren Hautbefund hast, kannst Du Dich gern an unsere Hautfachärzt*innen aus der digitalen Hautarztpraxis dermanostic per App wenden. Unser Team aus Expert*innen kann Dir bei der Diagnosestellung helfen und erstellt Dir einen ausführlichen Arztbrief.

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Madeleine Jandek

Verfasst von Madeleine Jandek

Madeleine Jandek ist bei dermanostic im Kommunikations- und Redaktionsteam für den medizinischen Support mitverantwortlich. Sie schließt bald den klinischen Teil ihres Humanmedizinstudiums an der Universität Ulm ab und möchte im Anschluss die Facharztausbildung zur Dermatologin beginnen. Bei dermanostic schreibt sie unter anderem Artikel über alle Themen rund um Haare, Haut und Nägel.

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Literatur und Einzelnachweise

  1. Altmeyer, P.: Atopisches Lidekzem (Dezember 2015) | Abgerufen 23. Mai 2022 von www.altmeyers.org

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