Hämorrhoiden

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Viele kennen den Begriff der Hämorrhoiden. Das Hämorrhoidalleiden ist eine Volkserkrankung und kann zu unangenehmen Symptomen, wie Blutungen, Juckreiz oder einem Nässen führen. Wir erklären Ihnen, was diese Erkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man dagegen tun kann.

Dermanostic Hautlexikon | Hämorrhoiden

Definition

Hämorrhoiden sind vergrößerte Blutgefäße (Gefäßpolster) im Bereich des Afters. Jeder Mensch besitzt von Natur aus Hämorrhoiden, die die Funktion haben den Darm von außen abzudichten. Diese Gefäßpolster können an- und abschwellen. Dadurch regulieren Sie die Abdichtung zwischen dem Darminhalt und dem After. Krankhaft werden Hämorrhoiden, wenn sich in diesen Gefäßpolstern das Blut staut und nicht mehr abfließen kann. Die Gefäßpolster sind dauerhaft gefüllt und leiern aus bzw. sacken ab.

Begünstigt vor allem durch einen erhöhten Druck werden diese Gefäßwände großem physikalischem Stress ausgesetzt und erweitern sich. Sie können ihre gewohnte Lokalisation verlassen und sogar aus dem After austreten. Je nach Krankheitsstadium befinden sich die Hämorrhoiden unterschiedlich tief und können in Anfangdsstadien wieder an ihre Ursprungslokalisation zurück verlagert werden. In späten Stadien sacken die Hämorrhoiden aus dem Analkanal nach außen und befinden sich dort dauerhaft am After. Hämorrhoiden tasten sich als rote bis blaurote Knoten im Analbereich. Je nach Ausprägung kann man Hämorrhoiden in verschiedene Stadien einteilen. Abhängig vom jeweiligen Schweregrad treten sie z.B. nur beim Pressen sichtbar am After auf.

Ursachen

Als Ursache kommt alles in Frage, was den Druck im Bereich des Afters erhöhen kann. Dazu können Schwangerschaften, körperlicher Stress oder Bluthochdruck zählen. Aber auch ballastoffarme oder fettreiche Ernährung sowie eine Bewegungsarmut oder eine genetische Veranlagung stellen Risikofaktoren dar. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Symptome

Hämorrhoiden können nicht nur durch das äußere Erscheinungsbild Schwierigkeiten verursachen. Typische Symptome sind Schmerzen, Juckreiz, Brennen, ein Fremdkörpergefühl im Bereich des Afters und unter Umständen Stuhlgangentleerungsstörungen. Blutungen können durch den erhöhten Druck beim Stuhlgang oder durch das Säubern nach dem Stuhlgang möglich. Da die Hämorrhoiden Gefäßpolster sind, führen kleine Verletzungen zu Blutungen, die sich auf dem Stuhl darstellen. Es handelt sich um die häufigste Ursache für das Symptom „Blut im Stuhl“.
Krampfartige Beschwerden im Bereich des Enddarms sind auch möglich. Wenn Hämorrhoiden aufplatzen oder aufschürfen sollten, bilden diese eine Eintrittspforte für Bakterien und andere Erreger, welche wiederrum Entzündungen hervorrufen können. Diese äußern sich durch Fieber, Schüttelfrost und Rötungen der Haut.

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Therapie

Die Behandlung der Hämorrhoiden kann vielseitig sein. Es gibt sowohl lokale als auch chirurgische und medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten. Zudem ist eine gute Hygiene entscheidend, um einer Entzündung vorzubeugen.

Konservative Therapie

Grundsätzlich sollte jede Behandlung immer bei den Ursachen ansetzen. Das heißt, dass Risikofaktoren beseitigt werden sollten. Das heißt, dass sportliche Aktivität betrieben und eine ballaststoffreiche Ernährung erfolgen sollte. Auch das Stuhlverhalten (kein langes Pressen auf der Toilette) hat eine entscheidende Rolle. Zudem gibt es Beckenbodenübungen, die den Therapieerfolg unterstützen.

Medikamentöse Therapie

Diese richtet sich besonders gegen Begleitbeschwerden wie Schmerzen, Juckreiz oder Entzündungen. Hierbei kommen verschiedene Salben und Cremes zum Einsatz mit entzündungshemmender und/oder betäubender Wirkung. Allerdings wird hier weder der Schweregrad noch das Voranschreiten der Krankheit beeinflusst.

Verödung der Gefäße

Die Verödung der Gefäße ist bei leichten bis mittleren Stadien die Therapie der Wahl. Hierbei werden Gefäß-verklebende Substanzen in die Hämorrhoiden gespritzt oder man klemmt die Hämorrhoiden mit Gummibändern ab.

Chirurgische Therapie

Die Hämorrhoidektomie (operative Entfernung der Hämorrhoiden) ist bei schweren Fällen die Therapie der Wahl. Dabei werden die vergrößerten Gefäßpolster unter Narkose entfernt.

Eigeninitiative

Wichtig ist besonders bei äußeren Hämorrhoiden den Analbereich hygienisch zu behandeln, um Infektionen vorzubeugen. Nach jedem Stuhlgang sollte der Analbereich gewaschen werden. Dadurch werden Bakterien aus dem Darm entfernt und verursachen seltener eine Infektion im Analbereich.

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Autor: Dr. med. Alice Martin