Hämorrhoiden

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Viele kennen den Begriff der Hämorrhoiden (aus dem griechischen: haíma = Blut; rhoos = fließen). Das Hämorrhoidalleiden ist eine Volkserkrankung und kann zu unangenehmen Symptomen, wie Blutungen, chronischen Schmerzen, Juckreiz oder einem Nässen führen. Wir erklären Ihnen, was diese Erkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man dagegen tun kann.

Definition

Was sind Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden sind Schwellkörper bzw. vergrößerte Blutgefäße (Gefäßpolster) im Analkanal. Genauer gesagt handelt es sich hierbei um den Plexus hämorrhoidalis superior. Jeder Mensch besitzt von Natur aus Hämorrhoiden, die die Funktion haben, den Darm auch bei Belastung von außen gemeinsam mit dem inneren und äußeren Schließmuskel abzudichten. Belastungen können hierbei Niesen oder Lachen sein.

Dieses arterio-venösen, ringförmigen Gefäßpolster können an- und abschwellen. Dadurch regulieren Sie die Abdichtung zwischen dem Darminhalt und dem After (eine weitere Gefäßanomalie ist das Hämangiom). Normalerweise entleeren sich diese Gefäßpolster bei der Defäkation. Krankhaft werden vergrößerte Hämorrhoiden, wenn sich in diesen Gefäßpolstern das Blut staut und nicht mehr abfließen kann. Die Gefäßpolster sind dauerhaft gefüllt und leiern aus bzw. sacken ab und werden schließlich von außen sichtbar.

Man vermutet, dass ca. 70 Prozent aller Erwachsenen im Laufe ihres Lebens einmal von symptomatischen Hämorrhoiden betroffen sind (dann spricht man von Hämorrhoidalleiden). Der Häufigkeitsgipfel tritt hierbei zwischen dem 45. und dem 65 Lebensjahr. Männer und Frauen sind in etwa gleich betroffen.

Begünstigt vor allem durch einen erhöhten Druck, z.B. bei zu hartem Pressen beim Stuhlgang, werden diese Gefäßwände großem physikalischem Stress ausgesetzt und erweitern sich. Sie können ihre gewohnte Lokalisation verlassen und sogar aus dem After austreten. Je nach Krankheitsstadium befinden sich die Hämorrhoiden unterschiedlich tief und können in Anfangsstadien wieder an ihre Ursprungslokalisation zurück verlagert werden. In späten Stadien sacken die Hämorrhoiden aus dem Analkanal nach außen und befinden sich dort dauerhaft am After. Vergrößerte Hämorrhoiden tasten sich als rote bis blaurote Knoten im Analbereich. Je nach Ausprägung kann man das Hämorrhoidalleiden in verschiedene Stadien einteilen. Abhängig vom jeweiligen Stadium bzw. Grad treten sie z.B. nur beim Pressen sichtbar am After auf.

älteres Paar Händchen haltend

Ursache

Was führt zu einem Hämorrhoidalleiden?

Als Ursache für die Entstehung von Hämorrhoiden kommt alles in Frage, was den Druck im Bereich des Afters und somit das Risiko für Hämorrhoiden erhöhen kann. Dazu zählen:

  • Schwangerschaften
  • körperlicher Stress
  • Bluthochdruck

Jedoch stellt auch fettreiche oder ballaststoffarme Ernährung, da diese den Darm träge macht, sowie eine Bewegungsarmut oder eine genetische Veranlagung einen Risikofaktor dar.

Symptome

Welche Beschwerden machen vergrößerte Hämorrhoiden?

Vergrößerte Hämorrhoiden können nicht nur durch das äußere Erscheinungsbild im Analkanal Schwierigkeiten verursachen. Typische Symptome von Hämorrhoiden sind in der Regel

  • starke Schmerzen beim Stuhlgang
  • Jucken
  • Brennen
  • Fremdkörpergefühl

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Diagnose

Wie stellt der Arzt bzw. die Ärztin die Diagnose von Hämorrhoiden?

Die digital-rektale Untersuchung (DRU) und eine Proktoskopie des Analkanals verifizieren die Diagnose durch den Arzt bzw. die Ärztin.

älteres Paar liegt umarmend im Bett

Therapie

Wie sieht die Behandlung von Hämorrhoiden aus?

Die Behandlung bei Hämorrhoidalleiden kann vielseitig sein. Es gibt sowohl lokale als auch chirurgische und medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten. Zudem ist eine gute Hygiene entscheidend, um einer Entzündung vorzubeugen.

Konservative Therapie: Grundsätzlich sollte jede Basistherapie bei Hämorrhoiden immer bei den Ursachen ansetzen. Das heißt, dass Risikofaktoren, bspw. in Form falscher Ernährung, beseitigt werden sollten. Das heißt, dass sportliche Aktivität betrieben und eine ballaststoffreiche und somit stuhlfreundliche Ernährung erfolgen sollte, um den Darm in Schwung zu bringen. Auch das Stuhlverhalten (kein langes Pressen auf der Toilette oder harter Stuhl) hat eine entscheidende Rolle. Zudem gibt es Beckenbodenübungen, die den Therapieerfolg unterstützen.

Medikamentöse Therapie: Diese richtet sich besonders gegen Begleitbeschwerden wie Schmerzen, Juckreiz oder Entzündungen. Hierbei kommen verschiedene Salben und Cremes zum Einsatz mit entzündungshemmender und/oder betäubender Wirkung. Allerdings wird hier weder der Schweregrad noch das Voranschreiten der Krankheit beeinflusst.

Verödung der Gefäße: Die Verödung der Gefäße ist bei leichten bis mittleren Stadien die Therapie der Wahl. Hierbei werden Gefäß-verklebende Substanzen in die Hämorrhoiden gespritzt oder man klemmt die Hämorrhoiden mit Gummibändern ab.

Chirurgische Therapie: Die Hämorrhoidektomie (operatives entfernen von Hämorrhoiden) ist bei schweren Fällen die Therapie der Wahl. Dabei werden die vergrößerten Gefäßpolster mittels einer Operation unter Narkose entfernt.

Eigeninitiative: Wichtig ist besonders bei äußeren Hämorrhoiden den Analbereich hygienisch zu behandeln, um Infektionen vorzubeugen. Nach jedem Stuhlgang sollte der Analbereich gewaschen werden. Dadurch werden Bakterien aus dem Darm entfernt und verursachen seltener eine Infektion im Analbereich.

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Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.

Literatur und Einzelnachweise

  • Altmeyer, P. (2021, Februar 15). Hämorrhoiden. Abgerufen 07. April 2021, von https://www.altmeyers.org
  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (2020), Hämorrhoidalleiden. Abgerufen 07. April 2021, von https://www.awmf.org