Chronisch venöse Insuffizienz

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Schwere Beine und sichtbare Gefäße an den Unterschenkeln sind häufige Symptome der chronisch venösen Insuffizienz – auch Venenschwäche genannt. Besonders häufig sind Frauen im höheren Lebensalter betroffen. Laut dem Robert-Koch-Institut sind ca. 90% der deutschen Bevölkerung von varikösen Beinvenen betroffen. Eine chronisch-venöse-Insuffizienz haben ca. 5-10% der Allgemeinbevölkerung. Wir erklären Ihnen, was diese Erkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man dagegen tun kann.

Definition

Was ist eine chronisch-venöse Insuffizienz (CVI)?

Eine Venenschwäche ist gekennzeichnet als verminderte Leistungsfähigkeit des Venensystems, vor allem der unteren Extremitäten, das sauerstoffarme Blut zurück zum Herzen zu transportieren. Dabei sacken die Venen aus und das Blut staut sich in den Gefäßen. Dadurch kommt es zu einer sichtbaren Gefäßdarstellung an den Seitenflächen der Füße sowie an den Unterschenkeln.

Zudem kann der Blutstau zu einer Schwellung am betroffenen Bein führen, welches man auch als Ödem bezeichnet. Ist das Stadium der chronisch venösen Insuffizienz fortgeschritten, heilen offene Stellen an der Oberfläche der Haut besonders schlecht ab, was somit oftmals ein "offenes Bein" ergibt.

Ursache

Wodurch entsteht eine CVI?

Es gibt unterschiedliche Ursachen für die Entstehung einer CVI. Der Blutfluss in den Venen arbeitet entgegen der Schwerkraft. Für den Rücktransport des Blutes in den Venen gibt es unterschiedliche Mechanismen, um die Schwerkraft zu überwinden. Zum einen die sogenannte „Muskelpumpe“. Durch die Muskelaktivität wird das Blut während der Muskelanspannung nach oben gepresst. Venenklappen in den Venen verhindern, dass das Blut zurück in die Beine fließt. Auch das Herz übt einen negativen Sog auf das Gefäßsystem aus und fördert den Blutfluss zum Herzen.

Besonders häufig können lange stehende Tätigkeiten oder Bewegungsmangel für die Entstehung einer chronischen venösen Insuffizienz verantwortlich sein. Das führt dazu, dass die Muskelpumpen dadurch weniger aktiv sind und den Abtransport des Bluts nicht mehr ausreichend unterstützen. Die Venen dehnen sich immer weiter aus und die Venenklappen können sich wegen des erweiterten Durchmessers nicht mehr richtig schließen. Das Blut versackt und die oberflächlichen Venen, die nicht durch Muskeln oder Knochen stabilisiert werden, weiten sich aus.

Beine über Kreuz

Symptome

Welche Beschwerden verursacht eine CVI?

Die chronisch venöse Insuffizienz lässt sich anhand verschiedener Hautveränderungen kennzeichnen.

Diese lassen sich anhand der CEAP-Klassifikation in unterschiedliche Grade unterteilen: Grad I beispielsweise beschreibt unter der Haut schimmernde Besenreiser und Teleangiektasien, also erweiterte Venen mit einem Durchmesser größer als drei Millimeter.

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Diagnose

Woran erkennt der Arzt eine CVI?

Bei Anzeichen der oben genannten Symptome einer chronisch venösen Insuffizienz sollte ein Arzt die Beinvenen untersuchen. Anhand des persönlichen Gespräches und dem äußeren Erscheinungsbild kann schnell eine Diagnose gestellt werden. Des Weiteren hilft eine Sicht- und Tastuntersuchung. Die Struktur des Gewebes wird abgetastet, um mögliche Schwellungen oder Verhärtungen zu erkennen.

Zusätzlich kann mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung das Ausmaß der Venenschwäche anhand des Ultraschallbildes beurteilt werden. Bei dieser Methode lassen sich auch Venenentzündungen und Blutgerinnsel beobachten, die sich möglicherweise gebildet haben.

Therapie

Was kann man gegen eine CVI unternehmen?

Die Venenschwäche ist leider nicht heilbar, sondern ein chronisch fortschreitender Prozess. Damit der Krankheitsverlauf der Venenschwäche sich nicht verschlechtert und in eine chronisch venöse Insuffizienz übergeht, kann man mit einigen Tipps den Progress aufhalten. Dazu zählen, Bewegung und Sport, ein häufiger Wechsel zwischen stehender und sitzender Tätigkeit und das Tragen von Kompressionsstrümpfen bei langer stehender Tätigkeit. Außerdem ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung unterstützend. Des Weiteren helfen wechselwarme Duschen.

Die Basistherapie besteht darin, eine Kompression (z.B. durch Kompressionsstrümpfe) in Kombination mit körperlicher Bewegung täglich durchzuführen. Die Strümpfe üben über einen Druck von außen Kompression auf das Gewebe aus und wirken ähnlich der Muskelpumpe. Bei Bewegung spannt sich die Muskulatur an, die zwischen den Muskeln liegenden Venen werden zusammengepresst und die Venenklappen schließen besser. Folglich wird das Blut zielgerichtet zum Herzen befördert. Symptome wie Schmerzen, Schwellungen und Spannungsgefühle werden deutlich gelindert, was zu einer gesteigerten Lebensqualität führt.

Neben der Kompressionstherapie gibt es die Möglichkeit die krankhaft veränderten Venen durch operative, teils invasive Verfahren zu entfernen. Die Therapieverfahren sind unter anderem

  • Venenstripping
  • Veröden (Sklerosierungstherapie) der Venen
  • Lasertherapie

nackter Mensch gebeugt

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Die Bilder in der unten ausgeführten Slideshow wurden von der Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen zur Verfügung gestellt.

Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.

Literatur und Einzelnachweise

  • Altmeyer, P., Insuffizienz chronische venöse. Abgerufen 08. April 2021, von https://www.altmeyers.org
  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (2019, März 31), Diagnostik und Therapie der Varikose. Abgerufen 08. April 2021, von https://www.awmf.org