Chronisch venöse Insuffizienz

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Schwere Beine und sichtbare Gefäße an den Unterschenkeln sind häufige Symptome der chronisch venösen Insuffizienz – auch Venenschwäche genannt. Besonders häufig sind Frauen im höheren Lebensalter betroffen. Wir erklären Ihnen, was diese Erkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man dagegen tun kann.

Dermanostic Hautlexikon | Chronisch venöse Insuffizienz

Definition

Eine Venenschwäche ist gekennzeichnet als verminderte Leistungsfähigkeit des Venensystems in den Beinen das sauerstoffarme Blut zurück zum Herzen zu transportieren. Dabei sacken die Venen aus und das Blut staut sich in den Gefäßen. Dadurch kommt es zu einer sichtbaren Gefäßdarstellung an den Seitenflächen der Füße sowie an den Unterschenkeln. Zudem kann der Blutstau zu einer Schwellung der Unterschenkel führen, welches man auch als Ödem bezeichnet. Ist das Stadium der chronisch venösen Insuffizienz fortgeschritten, heilen offene Stellen an der Oberfläche der Haut besonders schlecht ab.

Ursachen

Es gibt unterschiedliche Ursachen für die Entstehung einer chronisch venösen Insuffizienz. Der Blutfluss in den Venen arbeitet entgegen der Schwerkraft. Für den Rücktransport des Blutes in den Venen gibt es unterschiedliche Mechanismen, um die Schwerkraft zu überwinden. Zum einen die sogenannte „Muskelpumpe“. Durch die Muskelaktivität wird das Blut während der Muskelanspannung nach oben gepresst. Venenklappen in den Venen verhindern, dass das Blut zurück in die Beine fließt. Auch das Herz übt einen negativen Sog auf das Gefäßsystem aus und fördert den Blutfluss zum Herzen.

Besonders häufig können lange stehende Tätigkeiten oder Bewegungsmangel für die chronisch venöse Insuffizienz verantwortlich sein. Das führt dazu, dass die Muskelpumpen dadurch weniger aktiv sind und den Abtransport des Bluts nicht mehr ausreichend unterstützen. Die Venen dehnen sich immer weiter aus und die Venenklappen können sich wegen des erweiterten Durchmessers nicht mehr richtig schließen. Das Blut versackt und die oberflächlichen Venen, die nicht durch Muskeln oder Knochen stabilisiert werden, weiten sich aus.

Symptome

Die chronisch venöse Insuffizienz lässt anhand verschiedener Hautveränderungen kennzeichnen. Unter der Haut schimmern Krampfadern, also erweiterte Venen mit einem Durchmesser größer als drei Millimeter, hervor. Es lassen sich Ödeme erstasten, das sind Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe, die zu geschwollenen Knöchel und/oder Beine führen. Im weiteren Krankheitsverlauf kommt es zu Hautveränderungen, wie zum Beispiel braune Flecken der Haut (Pigmentierung) oder entzündliche Veränderungen der Haut (Ekzem). Außerdem können weiße Narbenherden als auch Verhärtungen des Unterhautgewebes im Rahmen chronischer Ödeme entstehen.

Suchen Sie eine dermatologische Beratung?

Appstore Badge Playstore Badge

Diagnose

Bei Anzeichen der oben genannten Symptome einer chronisch venösen Insuffizienz sollte ein Facharzt die Beinvenen untersuchen. Anhand des persönlichen Gespräches und dem äußeren Erscheinungsbild kann schnell eine Diagnose gestellt werden. Des Weiteren hilft eine Sicht- und Tastuntersuchung. Die Struktur des Gewebes wird abgetastet, um mögliche Schwellungen oder Verhärtungen zu erkennen. Zusätzlich kann mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung das Ausmaß der Venenschwäche anhand des Ultraschallbildes beurteilt werden. Bei dieser Methode lassen sich auch Venenentzündungen und Blutgerinnsel beobachten, die sich möglicherweise gebildet haben.

Therapie

Die Venenschwäche ist nicht heilbar, sondern ein chronisch fortschreitender Prozess. Damit der Krankheitsverlauf der Venenschwäche sich nicht verschlechtert und in eine chronisch venöse Insuffizienz übergeht, kann man mit einigen Tipps den Progress aufhalten. Dazu zählen, Bewegung und Sport, ein häufiger Wechsel zwischen stehender und sitzender Tätigkeit und das Tragen von Kompressionsstrümpfen bei langer stehender Tätigkeit. Außerdem ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung unterstützend. Des Weiteren helfen wechselwarme Duschen.

Die Basistherapie besteht darin, eine Kompression (z.B. Kompressionsstrümpfe) in Kombination mit körperlicher Bewegung täglich durchzuführen. Die Strümpfe üben einen Druck von außen auf das Gewebe aus und wirken ähnlich der Muskelpumpe. Bei Bewegung spannt sich die Muskulatur an, die zwischen den Muskeln liegenden Venen werden zusammengepresst und die Venenklappen schließen besser. Folglich wird das Blut zielgerichtet zum Herzen befördert. Symptome wie Schmerzen, Schwellungen und Spannungsgefühle werden deutlich gelindert, was zu einer gesteigerten Lebensqualität führt.

Neben der Kompressionstherapie gibt es die Möglichkeit die krankhaft veränderten Venen durch operative, teils invasive Verfahren zu entfernen. Die Therapieverfahren sind unter anderem Venenstripping, das Veröden (Sklerosierungstherapie) der Venen oder die Lasertherapie.

Sie haben eine Hautveränderung? Mit DERMANOSTIC können Sie sofort einen Hautarzt per App kontaktieren – Ihnen wird innerhalb von 24 Stunden geholfen.

Autor: Dr. med. Alice Martin