Borreliose

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Eine Borreliose ist eine durch Zecken übertragene Infektionskrankheit, die durch als Borrelien bezeichnete Bakterien ausgelöst wird. Die Borreliose tritt gehäuft in der warmen Jahreszeit, vor allem in Europa und Nordamerika auf.

Definition

Was ist eine Borreliose?

Bei einer Übertragung von Borrelien können abhängig vom Stadium der Erkrankung charakteristische Symptome auftreten, auf die wir im Folgenden jedoch noch genauer eingehen werden. Hat eine infizierte Zecke unter 24 Stunden am Menschen gesaugt, ist die Übertragungswahrscheinlichkeit mit Borrelien, die dann zu einer Erkrankung führt, gering.

Eine Impfung gegen die Borreliose existiert aktuell noch nicht.

Je nach Erreger unterscheidet man verschiedene Subtypen der Borreliose. Die häufigste Form in unseren Breiten ist die sogenannte „Lyme-Borreliose“. In bestimmten Regionen der (Sub-) Tropen existieren andere Borrelienformen wie das Läuse- oder Zeckenrückfallfieber, welches von Reisenden nur selten nach Deutschland verschleppt wird.

Symptome

Wie macht sich Borreliose bemerkbar?

Die Symptome einer Borreliose können vielfältig sein. Nicht jeder Mensch, der von einer infizierten Zecke gestochen worden ist, entwickelt eine Borreliose. Viele Betroffene sind anfangs beschwerdefrei. Bei anderen entwickelt sich an der Einstichstelle eine ringförmige Rötung, die scharf begrenzt ist und welche sich zentrifugal ausbreitet. Im medizinischen Sprachgebrauch wird dann auch von der sogenannten „Wanderröte“ gesprochen. In ungefähr der Hälfte der Fälle geht diese Hautveränderung mit Brennen und Juckreiz einher. Begleitend können grippale Beschwerden, wie Kopf-, Gliederschmerzen sowie Fieber auftreten.

Typisch kann bei Infektionen mit Borrelien auch noch eine rot-blaue Verfärbung des Ohrläppchens (oft bei Kindern) oder der Brustwarze (eher bei Erwachsenen) sein.

Unter Umständen werden Wochen, Monate bis Jahre später andere Organe (z.B. das Herz) befallen, wenn die Erreger im Blut durch den Körper zirkulieren und sich dann an bestimmten Organen ansiedeln. So kann bei einer Infektion auch das Nervensystem befallen werden, was dann als „Neuroborreliose“ betitelt wird.

Spätfolgen können chronisch entzündete, schmerzende und geschwollene Gelenke (Lyme-Arthritis) oder anhaltende Hautveränderungen (Acrodermatitis chronica atrophicans), die mit einer Ausdünnung der Hautschichten einhergeht, sein.

Merke: Borreliosepatienten sind nicht ansteckend, können die Erkrankung also nicht auf einen anderen Menschen übertragen.

Diagnose

Woran erkennt man eine Infektion mit Borrelien?

Zunächst gilt zu klären, ob ein Zeckenstich vorliegt oder in vergangener Zeit stattgefunden hat. Möglicherweise entstehen die Symptome erst Wochen oder Monate nach der Infektion, sodass Patienten den Stich nicht bemerkt haben. Hier kann dem Arzt zumindest mitgeteilt werden, ob die Möglichkeit eines Zeckenkontakts bestand (Gartenarbeit, Waldaufenthalt). 

Laboruntersuchungen erhärten die Diagnose, wobei die Interpretation der Befunde nicht immer eindeutig ist. Daher sollte die Laboruntersuchung nur unter bestimmten Bedingungen und nicht als Routineuntersuchung erfolgen. 

Bei Verdacht auf eine Neuroborreliose kann eine Nervenwasserprobe durch einen Einstich in den unteren Rückenmarkskanal entnommen werden.

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Therapie

Was kann bei einer Borreliose therapeutisch unternommen werden?

Bei der Borreliose ist eine antibiotische Therapie einzuleiten. Im Frühstadium der Borreliose ist die Antibiotikatherapie wirksamer als im Spätstadium, d.h. der schnelle Therapiebeginn ist essentiell. Erwachsene im Frühstadium erhalten den Wirkstoff Doxycyclin, bei Kindern und Schwangeren sollte ein anderer Wirkstoff eingesetzt werden.

Im späteren Krankheitsstadium setzen Mediziner andere Antibiotika wie Ceftriaxon oder Cefotaxim ein.

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Die Bilder in der unten ausgeführten Slideshow wurden von der Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen zur Verfügung gestellt.

Klicken Sie hier, um die Bilder zu sehen.

Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.