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Welche Pickelarten gibt es und wie wird man sie wieder los?

Hautunreinheiten erkennen: Mitesser, Pusteln oder Knoten.

Welche Pickelarten gibt es und wie wird man sie wieder los?

Madeleine Jandek  23.03.2022

Pickel sind für die meisten Menschen für kurz oder lang ein lästiger Begleiter. Mythen und Unklarheiten kursieren im Netz, wie und warum diese fiesen Pickel auftreten. Vielleicht hast Du Dir auch schon einmal die Fragen gestellt: was ist überhaupt ein Pickel? Und wie entsteht eigentlich ein Mitesser? Aus diesem Grund müssen wir darüber sprechen! Bringen wir mal Licht ins Dunkle. 

Welche verschiedenen Pickelarten gibt es?

Um bei allen Begriffen nicht durcheinander zu kommen, versuchen wir einmal strukturiert heranzugehen, welche Arten von Pickeln es denn überhaupt gibt. Sicherlich ist Dir schon aufgefallen, dass es eine Reihe unterschiedlicher Hautunreinheiten geben kann. Sie können mit Eiter gefüllt sein und eine eher gelbliche Farbe aufweisen, schwärzlich erscheinen, erhaben sein oder wie ein derber Knoten in der Haut sitzen. 

Zuallererst gibt es Hautunreinheiten, die sich in der Regel nicht entzünden. Sprich, sie verursachen keine Schmerzen auf der Haut und sind selten gerötet. Man bezeichnet diese Art der Hautunreinheit auch als nichtentzündliche Akne. Dazu zählen die allseits bekannten Mitesser (Komedone). Bei der Bildung von Mitessern wird die Öffnung unserer Talgdrüsen verstopft. Das kann Folge einer vermehrten Talgproduktion oder einer übermäßigen Verhornung sein. Dabei sammeln sich viele tote Hautzellen an der Hautoberfläche an und bilden zusammen mit dem Talg einen Pfropfen, der unsere Talgdrüsen verschließt. Mitesser können entweder schwarz (Blackheads) oder weiß/ hell (Whiteheads) erscheinen. Du fragst Dich was der Unterschied zwischen einem Whitehead und einem Blackhead ist? 

 1) Blackheads: hier besteht eine Verbindung zwischen dem Talgpfropfen und der Hautoberfläche. Der Talgpfropfen kann in Kontakt mit dem Sauerstoff der Luft treten. Das führt dazu, dass der Farbstoff "Melanin" in den Hautzellen mit der Luft reagiert und der Pfropfen dadurch eine dunkle Farbe bekommt- ein Blackhead entsteht. 

 2) Whitehead: eigentlich ist es genau das Gleiche mit dem entscheidenden Unterschied, dass hier kein Kontakt zum Sauerstoff der Luft besteht und die oberste Hautschicht sich wie ein dünnes Häutchen über den Pfropfen legt. Der Inhalt des Pfropfens erscheint hell. 

Sind Mitesser und Pickel das Gleiche?

Noch dabei? Dann geht's weiter mit der zweiten großen Gruppe. Es gibt auch Hautunreinheiten, die sich leider in der Regel eher entzünden. Man spricht hierbei von der entzündlichen Akne. Die Hauterscheinungen können schon deutlich lästiger werden. Während man seiner Haut das Auftreten eines Blackheads vielleicht noch verzeiht, kann es bei der entzündlichen Akne zu unangenehmen Schmerzen, rötlichen Erhebungen, mit Eiter gefüllten Pickeln und tief in der Haut gelegenen Knötchen kommen.  

Im Fachjargon zählen Hautunreinheiten dazu, die man als Pusteln, Papeln, Knoten und Zysten bezeichnet- alles Begriffe, die Du Dir nicht zwingend merken musst. Eine Pustel kommt wohl dem am nächsten, was die meisten von uns als Pickel bezeichnen würden: eine kleine gerötete Erhabenheit, bei der sich Eiter durch Ausdrücken entleert. Sie sehen aus wie ein weißliches Eiterbläschen und schmerzen bei Berührungen.  

Eine andere Art von Pickel kann auf der Haut als geröteter und erhabener Knoten erscheinen. Wenn man sie berührt, kann man jedoch fühlen, dass sie tief in die Haut gehen. Viele bezeichnen sie dann als sogenannte "unterirdische Pickel". Das ist nicht ganz falsch, denn diese Art von Pickel bildet sich oft in einer tieferen Schicht als beispielsweise eine Pustel. Hier kann eine Überbesiedlung des Propionibakteriums (Bakterium auf der Haut) eine wichtige Rolle spielen.  

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Was ist der Unterschied zwischen Pickeln und einer Akne?

Der Begriff "Pickel" ist also gar nicht so leicht zu definieren. Am ehesten kann ein Pickel als Pustel beschrieben werden. Pickel sind sozusagen eine von mehreren Hauterscheinungen im Rahmen einer Akne, die in verschiedenen Stadien ablaufen kann. Vermehrte Mitesser gehören eher zu der leichteren Form einer Akne, während Pusteln und Knötchen eher auf eine mittelschwere bis schwere Form hinweisen können. Ein Mitesser (nichtentzündliche Akne) kann sich auch in eine Pustel umwandeln (entzündliche Akne)- ein fließender Verlauf ist also möglich. Mehrere Stadien einer Akne können auch parallel vorliegen.  
Von einer Akne spricht man, sobald es viele Mitesser auf der Haut, oder Pickel bzw. gerötete Knötchen gibt. Zusätzlich kann man zwischen einer leichten, mittelschweren und schweren Akne (je nach Anzahl und Ausprägung der Hautunreinheiten) unterscheiden. 

Was sind mögliche Ursachen für die Entstehung von Pickeln?

So vielfältig Pickel sein können, sind es auch die möglichen Ursachen, die die Entstehung von Pickeln fördern können. Bei vielen Menschen spielt die genetische Veranlagung eine wichtige Rolle. Sobald Eltern davon erzählen, dass sie selbst einmal starke Hautunreinheiten hatten, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man selbst an Akne leiden könnte. 
Wie so oft können auch die Hormone mitmischen. Ein leichter Überschuss an männlichen Hormonen kann zu einer Bildung von Pickeln führen (hormonelles Ungleichgewicht). Während des weiblichen Zyklus kann Dir auch schon einmal aufgefallen sein, dass sich Deine Haut je nach Zykluszeitpunkt verändert.  
Auch Medikamente oder das Rauchen könnten Dein Hautbild negativ beeinflussen, sowie eine schon oben erwähnte Überbesiedlung Deiner Haut mit dem Propionibakterium.   

Kann man die Entstehung von Pickeln vorbeugen?

Auch wenn eine Akne lästig sein kann, gibt es durchaus ein paar Tipps und Tricks. Heut gibt's ausnahmsweise eine goldene Regel, die Du unbedingt beachten solltest, damit Deine Pflege effektiv wirken kann: bereit dafür?  
Deine Goldene Regel: Quetsche einen Pickel nicht aus und vermeide ein zu häufiges Anfassen Deiner Haut. Die Hände kommen tagtäglich mit viel Schmutz in Berührung, welchen Deine Haut nicht gebrauchen kann. Wenn Du Deine Pickel ausquetschst, treibt es die Entstehung Deiner Hautunreinheiten voran- Entzündungen, Rötungen, Schwellungen bis hin zu Narben könnten auf Deiner Haut entstehen.  

Weitere Tipps zur Behandlung von Pickeln: 

1. Reduziere Deinen Konsum von Lebensmitteln mit einem hohen Anteil an Einfachzuckern und von verarbeiteten Lebensmitteln, wie Süßigkeiten oder Fertiggerichte. Auch Milch steht im Verdacht Dein Hautbild zu verschlechtern. 

2. Wechsel mindesten 2 Mal die Woche Dein Handtuch. Auch Dein Kopfkissen solltest Du mindestens einmal die Woche wechseln. 

3. Rauchen ist allseits bekannt schädlich für Deinen Körper. Und Deine Haut bildet dabei keine Ausnahme. Sie würde es Dir danken, wenn Du auf das Rauchen verzichten würdest.  

4. Verwende öl- freie Produkte bzw. leichte Cremes mit wenig Ölen, die Deine Poren nicht verstopfen.  

5. Versuche es doch auch einmal mit einem chemischen Peeling (2-3x/ Woche), am besten mit dem Wirkstoff Beta- Hydroxy- Säure (BHA). Außerdem kannst Du Dein Gesicht mit einem milden Reinigungsmittel reinigen. Achtung: ein zu aggressives Reinigen könnte paradoxerweise eine übermäßig starke Talgproduktion ankurbeln.  

6. Suche Dir bei Auftreten einer entzündlichen Akne einen Hautarzt oder eine Hautärztin. Vielleicht waren bis jetzt Deine Versuche und Deine Behandlung wirkungslos. Das könnte daran liegen, dass Deine Akne einer intensivierten fachgerechten Therapie bedarf. Man muss nicht damit leben "müssen"- es gibt heutzutage durchaus gute Medikamente (Behandlung mit Antibiotika, Benzoylperoxid, Vit.A- Säure), die Dir helfen könnten, dein Hautbild zu verbessern. Lass Dich daher von Hautärzt*innen beraten- gerne auch in unserer dermanostic- App mit spezialisierten Expert*innen. Wir würden uns freuen, Dir helfen zu können, damit Du Dich in Deiner Haut wohlfühlen kannst.  

 

 

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich gerne über unsere App, oder unsere Social Media Seiten an uns!

Verfasst von Madeleine Jandek

Madeleine Jandek ist bei dermanostic im Kommunikations- und Redaktionsteam für den medizinischen Support mitverantwortlich. Sie schließt bald den klinischen Teil ihres Humanmedizinstudiums an der Universität Ulm ab und möchte im Anschluss die Facharztausbildung zur Dermatologin beginnen. Bei dermanostic schreibt sie unter anderem Artikel über alle Themen rund um Haare, Haut und Nägel.