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Weißer Hautkrebs – Sehr gute Heilungschancen, dennoch unterschätzt

Überblick über eine der häufigsten Krebserkrankungen des Menschen

Weißer Hautkrebs – Sehr gute Heilungschancen, dennoch unterschätzt

Lisa Henkel  14.09.2022

Am 13. September ist Tag des weißen Hautkrebses – ein Anlass, über weißen Hautkrebs zu informieren und aufzuklären. Denn Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Dabei gibt es wohl kaum eine Krebserkrankung, die sich so effektiv vorbeugen lässt. Prävention und Früherkennung lohnen sich auch trotz der sehr guten Heilungschancen. Wir erklären Dir warum.

Was ist weißer Hautkrebs?

Es gibt verschiedene Formen von Hautkrebs. Die bekanntesten Formen sind der weiße und schwarze Hautkrebs. Zum weißen Hautkrebs wiederum zählen das Basalzellkarzinom (Basaliom) und das Spinalzellkarzinom/Plattenepithelkarzinom (Spinaliom). Der weiße Hautkrebs ist also ein Überbegriff für diese zwei Unterarten, von denen das Basaliom die häufigere ist. Die Verwendung des Begriffs „Hautkrebs“ ist in den Medien nicht immer einheitlich. In vielen Fällen ist bei „Hautkrebs“ von schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom) die Rede. Dabei macht weißer Hautkrebs den Großteil aller Hautkrebserkrankungen aus. Weißer Hautkrebs ist deutlich häufiger als schwarzer Hautkrebs und glücklicherweise in den meisten Fällen gut zu behandeln und vollständig zu heilen. Die Krebszellen des weißen Hautkrebses breiten sich nämlich kaum bzw. nur langsam aus. Metastasen sind bei weißem Hautkrebs, anders als bei schwarzem Hautkrebs, extrem selten.

Warum Du weißen Hautkrebs nicht unterschätzen solltest

Weißer Hautkrebs hat sehr gute Heilungschancen; deshalb ist er jedoch noch lange nicht harmlos oder unbedeutend. Hautkrebs entsteht bevorzugt an Körperstellen, die viel und häufig der Sonne ausgesetzt sind. Entsprechend handelt es sich in den meisten Fällen um Körperstellen, die gut sichtbar sind (z.B. im Gesicht). Auch wenn sich weißer Hautkrebs nur in sehr seltenen Fällen im Körper ausbreitet (Metastasen bildet), kann er an Tiefe und Größe zunehmen. Eine große, krustige Verhärtung im Gesicht wird dann auch zunehmend zu einem kosmetischen Problem und zur Belastung. Wird weißer Hautkrebs erst spät erkannt oder zu lange gezögert, kann der Krebs nachhaltige Schäden anrichten und Gewebe und Knochen (z.B. an der Nase oder Augen) zerstören. Die Behandlung bzw. Entfernung ist dann nicht nur schwieriger und anspruchsvoller, sondern hinterlässt oft auch unvermeidbare Narben. Eine kleine Hautveränderung im Frühstadium lässt sich hingegen in den meisten Fällen schnell und unkompliziert entfernen.

Wie bei jeder Krebserkrankung gilt:

Prävention und Früherkennung sind das A und O, denn die Zeit ist der entscheidende Faktor! Je früher Krebs erkannt wird, desto besser kann er behandelt und bestenfalls vollständig geheilt werden.

Wer erkrankt an weißem Hautkrebs?

Weißer Hautkrebs tritt mit durchschnittlich 75 Jahren bei Männern und Frauen gleichermaßen auf. Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel, denn auch jüngere Menschen können an weißem Hautkrebs erkranken. Helle Hauttypen, dazu gehören vor allem Hauttyp I und II nach Fitzpatrick, sind am häufigsten betroffen. Menschen mit diesen Hauttypen haben oft auch überdurchschnittlich viele Muttermale und/oder Sommersprossen. Die Einteilung der Haut in die 6 Hauttypen nach Fitzpatrick basiert auf der Empfindlichkeit der Haut gegenüber der Sonne. Du kannst selbst leicht feststellen, zu welchem Hauttyp Du gehörst.

Zum Nachlesen: Die 6 Hauttypen nach Fitzpatrick

Risikofaktoren: Wann besteht ein erhöhtes Risiko für weißen Hautkrebs?

An welchen Körperstellen tritt weißer Hautkrebs auf?

Weißer Hautkrebs entsteht typischerweise an sonnengeschädigten Hautstellen wie Gesicht und Kopfhaut, Ohren, Hals und Handrücken. Prinzipiell kann weißer Hautkrebs jedoch am ganzen Körper vorkommen.

Wie sieht weißer Hautkrebs aus?

Leider gibt es keine konkreten Erkennungsmerkmale von weißem Hautkrebs. Dennoch gibt es einige typische Erscheinungen, die bereits auf den ersten Blick ein Hinweis auf weißen Hautkrebs sein können. Wie der Name bereits andeutet, heben sich die Hautveränderungen bei weißem Hautkrebs zumindest farblich nur wenig von der gesunden Haut ab. Hautveränderungen zeigen sich in den meisten Fällen rosig/rötlich oder weißlich. Manchmal sind die Hautveränderungen erhaben und beim Streichen über die Haut zu tasten. Sowohl Knötchen als auch Geschwulste können auftreten. Weißer Hautkrebs kann jedoch auch vollständig flach sein und eher einer Hautwunde, Narbe oder Entzündung ähneln. Oft sind die Hautveränderungen von Krusten umgeben oder bedeckt. Wenn diese abfallen oder aufgekratzt werden, kann die entstehende Wunde auch bluten oder nässen.

Schon gewusst? 3 Fakten über Hautkrebs

  1. Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. [1]
  2. Die 5-Jahres-Überlebensrate von weißem Hautkrebs liegt bei 100%. Er ist extrem selten lebensbedrohlich. [2]
  3. Schätzungsweise jede*r 10. erkrankt im Laufe des Lebens an weißem Hautkrebs. [3]

Wie kannst Du erkennen, ob Du Hautkrebs hast?

Die Antwort lautet: Gar nicht (Hautfachärzt*innen jedoch) …

Auf den bloßen Blick lässt sich Hautkrebs, speziell weißer Hautkrebs, von Laien nur sehr schwer erkennen – es sei denn, er ist bereits weit fortgeschritten. Das ist jedoch der Grund, weshalb Du Deine Haut bei ungewöhnliche Veränderungen und im Rahmen der Hautkrebsvorsorge untersuchen lassen solltest. Hautfachärzt*innen können bereits auf einen Blick beurteilen, ob eine Hautveränderung weitere Untersuchungen erfordert und abgeklärt werden muss. Besteht der Verdacht auf Hautkrebs, muss immer eine Probe der Haut entnommen werden. Erst bei der Untersuchung unter dem Mikroskop und im Labor kann dann sicher festgestellt werden, ob und ggf. um welche Art des Hautkrebses es sich handelt.

Du hast eine Hautveränderung, die Dir Sorgen bereitet? Schicke uns einfach Fotos Deiner Haut und lass Dich bei dermanostic der Online-Hautarztpraxis von unseren Hautärzt*innen beraten.

Vorsorge ist besser als Nachsorge: Prävention und Früherkennung

Zur bestmöglichen Hautkrebsvorsorge gehört die Prävention und Früherkennung.

Die gute Nachricht ist: Das erfordert gar nicht viel Aufwand. Um weißen Hautkrebs vorzubeugen und früh zu erkennen, gibt es sehr effektive und einfache Maßnahmen – die jedoch nach wie vor von vielen vernachlässigt werden.

Prävention

UV-Strahlung ist das Größte aller Übel, wenn es um die Entstehung von Hautkrebs geht. Egal ob im Alltag, am Strand, in den Bergen oder im Solarium: UV-Strahlung ist immer schädlich. Bei der Prävention von Hautkrebs geht es daher um die Meidung von bzw. den Schutz vor UV-Strahlung. Sonnenbrand sollte unbedingt vermieden werden. Vor allem in der Kindheit und im Jugendalter erhöhen intensive Sonneneinstrahlung und Sonnenbrände das Hautkrebsrisiko enorm.

Den sichersten und effektivsten Schutz bietet Sonnencreme, sofern sie korrekt aufgetragen wird (es gibt einiges zu beachten!). Geeignete Kleidung und Kopfbedeckungen sind zusätzlich zu empfehlen, können Sonnencreme jedoch keinesfalls ersetzen bei intensiver UV-Strahlung. Dies gilt nicht nur für das nächste Sonnenbad bei sommerlichen 30 Grad am Strand. Denke daran, dass die Sonnenstrahlung auch im Schatten, bei bewölktem Himmel und niedrigen Temperaturen stärker sein kann als es scheint.

Zum Nachlesen: Alle Fragen über Hautkrebsvorsorge beantwortet

Früherkennung

Um jegliche Art von Hautkrebs so früh wie möglich zu erkennen, ist die Selbstbeobachtung der Haut essenziell. Nimm Dir dazu einfach in regelmäßigen Abständen ein paar Minuten Zeit und kontrolliere Deine ganzen Körper auf jegliche Hautveränderungen. Bei der Kontrolle von Muttermalen hilft Dir die ABCDE-Regel. Stellst Du verdächtige Hautveränderungen fest, solltest Du sie untersuchen lassen. Zusätzlich empfehlen wir dringend, die Hautkrebsvorsorge der Krankenkassen in Anspruch zu nehmen. Für alle Personen ab 35 Jahren ist die Vorsorgeuntersuchung alle 2 Jahre kostenfrei. Es gibt jedoch auch Krankenkassen, die bereits ab 18 Jahren zu bestimmten Bedingungen die Hautkrebsvorsorge übernehmen. Speziell bei Risikofaktoren (z.B. Hautkrebs in der Familie) ist eine ärztliche Kontrolle schon in jüngerem Alter sinnvoll.

Letztlich gilt für die Hautkrebsuntersuchung: Lieber einmal zu viel als zu wenig.

Auch Vorstufen von Hautkrebs können bereits bei der Hautkrebsvorsorge entdeckt werden. Dazu gehören z.B. die sogenannten aktinischen Keratosen, bei denen es sich um Vorstufen der Spinaliome (also weißen Hautkrebs) handelt.

Zum Nachlesen: ABCDE-Regel zur Kontrolle von Muttermalen

Behandlungsmöglichkeiten bei weißem Hautkrebs

Ziel jeder Krebsbehandlung ist die Entfernung aller Krebszellen. Im besten Fall können kleine Hautveränderungen in einem wenige Minuten dauernden Eingriff entfernt (herausgeschnitten) werden. Oberflächlicher Hautkrebs kann alternativ mit flüssigem Stickstoff vereist („eingefroren“) werden. Man spricht dann auch von Kryotherapie. Ein besonders gutes kosmetisches Ergebnis ohne Narben kann unter bestimmten Voraussetzungen auch durch Anwendung spezieller Cremes erreicht werden. Die Creme wird dabei einfach auf die Hautveränderung aufgetragen und anschließend mit Licht bestrahlt. Es handelt sich um eine sogenannte photodynamische Therapie (nicht zu verwechseln mit Strahlentherapie). Auch die aktinische Keratose, eine Vorstufe von weißem Hautkrebs, kann mit Cremes mit Wirkstoffen wie Imiquimod oder 5-Fluorouracil gut behandelt werden.

Fortgeschrittener Hautkrebs erfordert stets eine individuelle Therapie in Abhängigkeit von Größe, Tiefe und Ausprägung des Krebses. Dafür stehen verschiedene Therapieverfahren zur Auswahl, die kombiniert werden können. Aggressivere Behandlungsmethoden wie Strahlen- oder Chemotherapie müssen glücklicherweise nur sehr selten bei weißem Hautkrebs angewendet werden.

Wichtig:

Auch nach der Entfernung oder Behandlung von Hautkrebs sind regelmäßige Nachkontrollen notwendig. Hautkrebs kann jederzeit wiederkommen („Rezidiv“) oder an anderen Körperstellen neu entstehen.

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Literatur und Einzelnachweise

  1. Zentrums für Krebsregisterdaten (ZfKD) des Robert Koch-Instituts: Krebs in Deutschland für 2017/2018, Kapitel 3.0 Übersichten zu den Krebsneuerkrankungs- und Krebssterbefällen Tabelle 3.0.1. Abgerufen am 06.09.2022 von https://www.krebsdaten.de
  2. Zentrums für Krebsregisterdaten (ZfKD) des Robert Koch-Instituts: Krebs in Deutschland für 2017/2018, Kapitel 3.14 Nicht-melanotischer Hautkrebs (2021). Abgerufen am 06.09.2022 von https://www.krebsdaten.de
  3. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.: Leitlinie Basalzellkarzinom der Haut (2018). Abgerufen am 06.09.2022 von https://www.awmf.org
  4. World Cancer Research Fund International: Skin cancer statistics (2022). Abgerufen am 13.09.2022 von https://www.wcrf.org/

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Lisa Henkel

Verfasst von Lisa Henkel

Lisa Henkel ist Medizinstudentin im klinischen Abschnitt und unterstützt als Co-Autorin die fachliche Redaktion bei dermanostic. Dabei verantwortet sie das Wirkstofflexikon und kleine Fachartikel zu Hauterkrankungen