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Schwitzpilz: Wusstest Du, dass durch Schwitzen eine Pilzinfektion entstehen kann?

Wenn die Hautflora aus dem Gleichgewicht gerät

Schwitzpilz: Wusstest Du, dass durch Schwitzen eine Pilzinfektion entstehen kann?

Lisa Henkel  21.09.2022

Pilze sind, neben zahlreichen weiteren Mikroorganismen, ein wichtiger Teil unserer Hautflora. Feucht-warmes Klima und Schweiß mag der Hefepilz Malassezia besonders gerne. Nicht selten entsteht dann ein Schwitzpilz – eine harmlose und nicht ansteckende Pilzinfektion der Haut. Um den Pilz und die störenden Flecken auf der Haut vollständig loszuwerden, ist dennoch oft eine Behandlung notwendig.

Was ist der Schwitzpilz und wer kann ihn bekommen?

Der Schwitzpilz ist auch als Kleienpilzflechte oder Pityriasis versicolor bekannt. Es handelt sich um eine sehr häufige, harmlose und nicht ansteckende Pilzinfektion der Haut. Jedes Alter und Geschlecht ist betroffen, wobei die Erkrankung mit zunehmenden Alter eher seltener wird. Typisch für den Schwitzpilz sind kleine braune, graue oder weiße Flecken auf der Haut. Die medizinische Bezeichnung für den Schwitzpilz „Pityriasis versicolor“ bedeutet übersetzt so viel wie „Vielfarbigkeit“ und ist an die farbigen Hautflecken angelehnt. Begleitend können auch Schuppen oder Juckreiz auftreten. In vielen Fällen tritt der Schwitzpilz wiederholt auf, vor allem im Sommer.

Das Gute: Mit der richtigen Therapie ist eine schnelle und effektive Behandlung möglich.

Woher kommt der Schwitzpilz?

Der Schwitzpilz wird durch einen Hefepilz namens Malassezia furfur verursacht. Dieser ist ein natürlicher Bestandteil der Hautflora bei allen Menschen. Bestimmte Umwelteinflüsse wie Schweiß, Hitze und individuelle Veranlagung können jedoch dazu führen, dass der Pilz sich vermehrt und die Krankheit hervorruft. Überall, wo es warm und feucht ist, herrschen optimale Bedingungen für den Hefepilz. Talg und Hautfette, die wir alle tagtäglich produzieren, dienen als Nahrung für den Pilz und begünstigen das Wachstum. Das ist der Grund, weshalb der Schwitzpilz vor allem im Sommer auftritt.

Warum verursacht der Pilz Flecken auf der Haut?

Durch die Ansammlung des Pilzes entstehen kleinfleckige Verfärbungen. Bei hellen Hauttypen sind die Flecken des Schwitzpilzes meist rötlich bis bräunlich, weil das Pigment des Pilzes auf der hellen Haut gut sichtbar wird. Bei dunkleren Hauttypen sind die Flecken hingegen eher heller, da der Pilz die Melaninbildung der Haut stört. Die Bräunung der Haut wird also an den betroffenen Hautstellen verhindert.

Der Schwitzpilz kann anderen Hauterkrankungen wie der Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) oder Röschenflechte zum Verwechseln ähnlich sehen. Du bist Dir unsicher, ob Du an einem Schwitzpilz leidest? Sende uns einfach 3 Fotos und fülle den Fragebogen aus. Innerhalb von 24 Stunden erhältst Du eine Diagnose und Therapieempfehlung mit Privatrezept.

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Der Schwitzpilz ist unter verschiedenen Namen bekannt. Welcher Name ist falsch?

a)
Kleienpilzflechte
b)
Pityriasis versicolor
c)
Weißfleckenkrankheit

Wo tritt der Schwitzpilz am Körper auf?

Der Schwitzpilz liebt warme und feuchte Haut. Er fühlt sich daher besonders wohl an Hautstellen, an denen Schweiß entsteht oder sich ansammelt. Am häufigsten treten die fleckigen Hautveränderungen an Brust und Rücken auf. Vor allem in Hautfalten, an die kaum Luft gelangt, kann er sich umso besser vermehren. Bei Frauen ist deshalb sehr häufig die Haut unter der Brust betroffen. Doch auch an den Schultern, im Nacken oder an Oberschenkel- und Oberarminnenseiten kann der Schwitzpilz entstehen.

Gut zu wissen: Der Hefepilz „wohnt“ auf der Kopfhaut

Die keinfleckigen Hautveränderungen treten in den meisten Fällen am Oberkörper auf. Der verursachende Pilz, Malassezia furfur, ist jedoch als Teil der Hautflora am gesamten Körper vorhanden, besonders auf der Kopfhaut. Dort ernährt sich der Pilz von dem Talg der Talgdrüsen. Auch wenn die Kopfhaut selbst nicht betroffen ist, macht es dennoch manchmal Sinn, sie mitzubehandeln, um den Pilz zu reduzieren.

Wann ist eine medizinische Behandlung notwendig?

Eine Pilzinfektion verschwindet leider selten von alleine. Eine Behandlung ist deshalb oft sinnvoll oder sogar notwendig, vor allem, wenn:

  • der Schwitzpilz regelmäßig oder andauernd auftritt
  • große Hautareale betroffen sind
  • Du stark unter den Hautveränderungen leidest

Wie wird der Schwitzpilz behandelt?

Pilzinfektionen der Haut werden mit Antipilzmitteln, sogenannten Antimykotika, behandelt. Der wichtigste Wirkstoff zur Behandlung des Schwitzpilzes ist Ketoconazol. Ketoconazol ist in verschiedenen Produkten wie Cremes, Salben oder Shampoos erhältlich. In schweren Fällen können auch Tabletten verschrieben werden. Ketoconazol bietet den Vorteil, dass es gut verträglich ist und auch über längeren Zeitraum angewendet werden kann. Betroffene, die regelmäßig an einem Schwitzpilz leiden, können Ketoconazol daher auch über Wochen bis Monate (z.B. im Sommer) zur Verhinderung einer erneuten Pilzinfektion anwenden. Es gibt jedoch zahlreiche alternative Wirkstoffe, die eine ebenso gute Wirkung und Verträglichkeit zeigen.

Wichtig:

Mit einem Antimykotikum wie Ketoconazol kann die Pilzinfektion schnell und effektiv behandelt werden. Bis die Flecken auf der Haut verschwinden, ist jedoch Geduld gefragt – manchmal vergehen mehrere Wochen.

Was kannst Du selbst gegen den Schwitzpilz tun? Wie kannst Du den Schwitzpilz verhindern?

Neben bzw. zusätzlich zur medizinischen Behandlung ist es wichtig, die Haut stets möglichst sauber und trocken zu halten. Schweiß, egal ob nach dem Sport, Sonnen oder Solariumbesuch, sollte daher zeitnah abgeduscht oder zumindest abgetrocknet werden. Zusätzlich kann die Haut durch Auftragen von Babypuder (z.B. in Hautfalten) trocken gehalten werden. Bei der Wahl der Kleidung sind luftdurchlässige/atmungsaktive Materialien zu empfehlen. Bei übermäßiger Schweißproduktion, sogenannter Hyperhidrose, kann diese medizinisch behandelt werden.

Wenn Du weitere Fragen hast, wende Dich sich gerne über unsere App, oder unsere Social Media Seiten an uns!

Lisa Henkel

Verfasst von Lisa Henkel

Lisa Henkel ist Medizinstudentin im klinischen Abschnitt und unterstützt als Co-Autorin die fachliche Redaktion bei dermanostic. Dabei verantwortet sie das Wirkstofflexikon und kleine Fachartikel zu Hauterkrankungen