Phimose (Vorhautverengung)

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Therapie

Auch bekannt als: Vorhautverengung, Phimosis

Bei der Phimose handelt es sich um eine angeborene oder erworbene Vorhautverengung im Penisbereich.

Definition

Was ist eine Phimose?

Bei der Phimose handelt es sich um eine angeborene oder erworbene Vorhautverengung im Penisbereich. Hierdurch kann es zum Stau von Smegma (Vorhauttalg) oder sogar kleinen Smegmasteinchen kommen. Dadurch ist die Entwicklung von wiederkehrenden Entzündungen des Penis, bekannt als Balanitis, begünstigt.

Ursache

Wieso entsteht eine Phimose?

Eine Phimose kann angeboren oder auch erworben sein.

Angeborene Phimose:

  • Bei der Geburt wird die Eichel durch die Vorhaut geschützt - es besteht eine natürliche Verklebung zwischen Vorhaut und Eichel (Schutzfunktion)
  • In den nächsten Lebensjahren löst sich diese Verklebung spontan auf und die Vorhaut lässt sich zurückziehen.
  • Bei Säuglingen und Kindern normal
  • Phimose besteht auch nach der Pubertät: 0,6%–1,5% der Jugendlichen -> Primäre Phimose

Erworbene Phimose:

  • Vernarbungen und Einreißen durch chronisch-entzündliche Hauterkrankungen: Balanitis, Lichen sclerosus et atrophicus (häufigste dermatologische Ursache!) -> Sekundäre Phimose

Symptome

Wie sieht eine Phimose aus?

  • Die Vorhaut lässt sich gar nicht oder nicht ausreichend über die Glans penis (Eichel) zurückziehen - enge Vorhaut

  • Weißlicher Ring kann entstehen, wenn versucht wird, die Vorhaut zurückzuziehen

  • Aufblähen der Vorhaut beim Wasserlassen (ballonartige Schwellung)

  • Schmerzen bei einer Erektion oder beim Geschlechtsverkehr (siehe dazu: Geschlechtskrankheiten), sowie bei der Ejakulation (Samenerguss)

  • Ursache Lichen sclerosus et atrophicus: Zusätzlich weißliche Plaques in der Genitalregion

    Begleitend kann vorliegen:

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Diagnose

Wie wird die Diagnose einer Phimose gestellt?

Die Diagnose kann mittels vorliegender Klinik gestellt werden: Vorhaut ist nicht oder unvollständig reponierbar (zurückschiebbar).

Zusätzlich wird die Anamnese erhoben: Zu typischen Beschwerden zählen Störungen bei der Miktion (Harnentleerung), häufige Entzündungen des Penis und der Vorhaut (Balanitis) sowie Schmerzen bei der Erektion oder beim Geschlechtsverkehr.

Therapie

Wie erfolgt die Therapie einer Phimose?

Bis zum Ende der Pubertät ist eine verengte Vorhaut, die nicht zurückgezogen werden kann, normal (physiologische Phimose) – wenn die Phimose jedoch länger vorliegt und auch Symptome wie Schmerzen oder wiederkehrende Entzündungen vorhanden sind, handelt es sich um einen Befund, der behandelt werden sollte (pathologische Phimose).

Es gibt mehrere Therapieoptionen, je nach Ausprägung der Phimose.

Liegt eine angeborene Phimose vor kann eine konservative Behandlung versucht werden, mit Hilfe einer Creme oder Salbe, die Vorhaut vorsichtig zurückzuschieben und diese dadurch zu dehnen. Bei einer leicht entzündlichen Komponente kann auch eine Kortisonhaltigen Salbe oder Creme verwendet werden. Ebenso ist es möglich die Verklebung in örtlicher Betäubung zu lösen.

Wenn diese Therapie nicht ausreicht, die Phimose auch noch nach der Pubertät besteht oder weitere Beschwerden vorhanden sind, sollte die Vorhaut durch eine operative Behandlung entfernt werden, dies wird Zirkumzision oder Beschneidung genannt. Es gibt allerdings auch eine operative Methode, „Triple Incision“ oder Welsch-Plastik genannt, bei der die enge Vorhaut erweitert wird und dabei ein großer Anteil der Vorhaut erhalten bleibt. Bei dieser OP kann es jedoch auch zu einem Rezidiv (also Wiederauftreten) kommen. Dafür ist eine Vorstellung und Beratung in einer urologischen Praxis notwendig.

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Verfasst von Marie Fuchs
Co-Autor: Marie Fuchs

Marie Fuchs ist Ärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie ist die Leiterin des Patientensupports (öffentliche Patientenkommunikation) und schreibt medizinische Artikel.

Literatur und Einzelnachweise

  • Prof. Dr. med. Dr. h.c. Maximilian Stehr (15.09.2017). Leitlinie „Phimose und Paraphimose". Abgerufen 07. Oktober 2021, von https://www.awmf.org
  • Oster J. (April 1968). Further fate of the foreskin. Incidence of preputial adhesions, phimosis, and smegma among Danish schoolboys. Abgerufen 07. Oktober 2021, von https://pubmed.ncbi
  • Springer Medizin (2018). „Eine Beschneidung ist keine Bagatelle“. Abgerufen 07. Oktober 2021, von https://link.springer.com