Akrozyanose

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Akrozyanose bezeichnet die Blaufärbung von sogenannten Akren. Unter Akren versteht man alle Körperanhänge, wie Nase, Ohren, Finger und Zehen.

Definition

Was versteht man unter dem Begriff „Akrozyanose“?

Die Akrozyanose zeichnet sich durch eine Verminderung der Sauerstoffversorgung dieser Körperregionen aus, wodurch nämlich eben diese Blaufärbung zustande kommt.  

Zusammengefasst kommt es also im Rahmen dieser Sauerstoffunterversorgung, die vor allem durch die fehlende Zufuhr von sauerstoffreichem, arteriellem Blut zustande kommt, zu einer Blaufärbung zum Beispiel der Finger, Nase, Ohren und Zehen. Durch bestimmte Erkrankungen, aber auch durch einfache Kälteeinwirkung kommt es zu einem starken Zusammenziehen kleiner Blutgefäße. Anders als bei Menschen, die nicht unter einer Akrozyanose leiden, ziehen sich die kleinen Blutgefäße bei der Akrozyanose besonders stark zusammen (sog. Gefäßspasmen) und können dadurch eine Körperregion kurzzeitig unzureichend mit sauerstoffreichem Blut versorgen.

Ein weiterer Aspekt, der zu der Entstehung der typischen Blaufärbung bei der Akrozyanose beiträgt, ist die gleichzeitige Erweiterung der kleinen sauerstoffarmen Venen, die ebenfalls blau durch die Haut erscheinen. Dadurch färbt sich die Extremität kurzzeitig blau-violett. In der Regel kommt es anschließend wieder zu einer guten Durchblutung. Die Gefäßerkrankung kann durch Kälte provoziert werden. Aber auch Stress und andere, seltenere Faktoren können dazu führen. 

Symptome

Wie zeigt sich eine Akrozyanose?

Normalerweise ist die Akrozyanose ein kurzzeitig auftretendes Phänomen, das durch verschiedene Triggerfaktoren provoziert werden kann. Besonders Kälte und Stress führen zu einer kurzzeitigen Minderdurchblutung und Blaufärbung. Dabei ist jedoch wichtig zu wissen, dass das Gewebe bei einer kurzzeitigen Unterversorgung mit Sauerstoff in der Regel keinen Schaden nimmt. Erst, wenn die Minderversorgung länger anhält, kann es zu einem Gewebeschaden kommen. 

Diagnose

Woran erkennt der behandelnde Arzt die Akrozyanose?

Die Akrozyanose ist eine Blickdiagnose, d. h. der behandelnde Arzt sollte bei Betrachtung der Hautveränderung direkt erkennen, dass es sich um dieselbe handelt. Als auslösende Faktoren für eine Unterversorgung mit Blut können auch zu enge Kleidungsstücke, wie zum Beispiel Handschuhe, Schuhe oder Hüte in Frage kommen, welche dann eine richtige Akrozyanose imitieren. Daher ist eine gründliche Befragung und Untersuchung des Patienten meistens sehr sinnvoll. Außerdem sollte überprüft werden, ob die Verfärbung der Akren durch Kälte auszulösen ist. Eine tiefergehende Diagnostik sollte nur bei bestimmten Begleiterscheinungen in Betracht gezogen werden, die dann für bestimmte Erkrankungen, die im Zusammenhang mit einer Akrozyanose auftreten können, sprechen könnten. In seltenen Fällen wäre dadurch zum Beispiel eine Abklärung einer rheumatologischen Grunderkrankung notwendig. 

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Therapie

Was für eine medikamentöse Therapie existiert bei dieser Gefäßerkrankung?

Handelt es sich tatsächlich um eine Akrozyanose, die insbesondere durch Kälte getriggert wird, empfiehlt es sich erst einmal lokal wärmende Maßnahmen anzuwenden, wie zum Beispiel das Tragen von Handschuhen. Wichtig ist ein Gefäßtraining durch physikalische Maßnahmen wie Wechselbänder, Sauna, Massagen und sportliche Tätigkeiten. Dem Patienten sollte bei regelmäßigem Tabakkonsum dringend davon abgeraten werden (und natürlich auch allen Nichtbetroffenen). In manchen Fällen hat sich die externe Anwendung durchblutungsfördernder Salben als hilfreich erwiesen. Es gibt jedoch auch Medikamente, die die Spannung der Gefäßmuskulatur verringern, jedoch nur unter gründlicher Kosten-Nutzen-Abwägung angewendet werden sollten. 

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Die Bilder in der unten ausgeführten Slideshow wurden von der Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen zur Verfügung gestellt.

Klicken Sie hier, um die Bilder zu sehen.

Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.