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Was schützt das Kindergesicht bei Kälte?

Die Haut eines Kindes ist bis zu fünf mal dünner als die Erwachsenenhaut

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Johanna Vogel 13.12.2021

Durch die kalte Luft im Winter ist das Gesicht einer besonderen Belastung ausgesetzt. Durch die niedrigen Temperaturen wird nämlich der natürliche schützende Fettfilm der Haut (Hydro-Lipid-Film) angegriffen. Um die Haut zu schützen, kann man zu Cremes oder Salben greifen. Auf dem Markt gibt es unzählige Angebote verschiedener Cremes. Wie wählt man da die richtige aus? Muss man bei Kindern etwas besonderes bei der Pflege im Winter beachten? Wir klären Dich darüber auf, was die Haut Deines Kindes wirklich vor Kälte schützt.

Braucht die Haut meines Kindes im Winter besondere Pflege?

In den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt ist das Unterhautfett­gewebe eines Kindes noch nicht ausreichend ent­wickelt. Das führt dazu, dass die Kleinen schneller frieren. Auch ist die zarte Babyhaut, sowie die Haut von Kleinkindern insgesamt sensibler und bis zu 5-mal dünner als die von Erwachsenen, da ihre natürliche Hautbarriere noch nicht ausgereift ist. Zum Beispiel produziert die Kinderhaut weniger Fett. Gerade die Winterzeit sorgt durch ihre eisigen Temperaturen und trockene Heizungsluft daher dafür, dass die Haut des Säuglings schnell austrocknet. Daher lautet das Motto im Winter: Cremen, cremen, cremen! Gerade Cremes mit hohem Fettgehalt sind für Säuglinge und Kleinkinder besonders gut geeignet.

Wie kann ich mein Kind vor Kälte im Gesicht schützen?

Am besten kann die Kinderhaut durch eine dicke Creme geschützt werden. Das kann zum Beispiel eine Wind-und-Wetter-Creme mit hohem Fettanteil sein. Häufig enthalten in fettbasierten Cremes sind Mandelöl oder Sonnenblumenöl. Durch den hohen Fettanteil bleiben diese Cremes auch bei eisigen Temperaturen geschmeidig und können der Haut so den nötigen Schutz bieten. Diese dicke, fettige Cremeschicht wirkt dann wie ein Frostschutz für das Gesicht.

Eine weitere Möglichkeit ist die Anwendung von sogenanntem Kältebalsam bzw. Kälteschutzcreme. Kältebalsam besteht in der Regel nur aus Fett und Öl, machmal gehört noch Bienenwachs zu den Inhaltsstoffen.

Aber Vorsicht: Manche Cremes, die sich „Kältecremes“ nennen, schützen nicht vor Kälte, sondern haben einen kühlenden Effekt auf die Haut. Achte also genau darauf, was auf der Verpackung angegeben ist!

Wieder im Haus kann aber durchaus auch eine Lotion, also eine wasserhaltigere Creme verwendet werden, um die Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen. Für draußen eignen sich aber nur fettbasierte Pflegeprodukte.

Wenn Dein Kind zu fettiger Haut neigt, solltest Du fetthaltige Cremes allerdings nur sparsam verwenden, da es sonst zu einer Überfettung kommen kann. Durch zu hohe Fettzufuhr kann die Balance des Hydro-Lipid-Filmes der Haut zerstört werden, was zu Hautirritationen führen kann.

Was hilft bei aufgeplatzten Lippen?

Auch bei trockenen Lippen hilft am besten eine reichhaltige fettige Pflege.

Lippenbalsam und Pflegestifte mit pflanzlichen Wachsen und Ölen helfen bei der Vorbeugung von spröden Lippen. Wenn die Lippen schon trocken und rissig sind, solltest Du weiter regelmäßig mit fetthaltigen Produkten gepflegt werden, bis sie wieder schön geschmeidig sind. Dies gilt für Kinder, aber genau so auch für Erwachsene.

Wichtig: Die trockenen Lippen sollten nicht mit der Zunge benetzt werden. Dadurch trocknen sie nämlich nur noch mehr aus!

DOs

  • Wind- und Wettercremes
  • hoher Fettanteil
  • keine Zusatzstoffe

DON’Ts

  • Cremes mit hohem Wasseranteil
    (können austrocknen und leiten Kälte direkt an die Haut weiter)
  • Cremes mit scharfen Duft- oder anderen Zusatzstoffen

Mein Kind hat Neurodermitis – Wie pflege ich empfindliche Kinderhaut im Winter?

Bei Neurodermitis oder sehr empfindlicher und trockener Haut sollte darauf geachtet werden, dass eine möglichst neutrale Hautpflege verwendet wird. Das bedeutet, dass bei der Auswahl der Creme darauf geachtet wird, dass möglichst wenige Zusatzstoffe wie Duft- oder Konservierungsstoffe in dem Produkt enthalten sind. Diese können die sowieso schon empfindliche Haut sonst noch weiter reizen.

Es gibt aber auch Zusatzstoffe, die helfen: Caldendula, also die Ringelblume, hat eine entzündungshemmende Wirkung, wodurch sie bei gereizter Haut angenehm lindernd wirken kann.  Zusätzlich können Bäder mit Ölzusätzen helfen, die Haut zu beruhigen. Allerdings darf das Kind weder zu lange, noch zu heiß gebadet werden, da das die Haut wiederum austrocknen kann.

Generell sollte trockene, gereizte und zu Neurodermitis neigende Haut ausreichend und regelmäßig gepflegt werden. Mehr zur Neurodermitis-Erkrankung in der Kindheit kannst du hier in unserem Hautlexikon-Artikel erfahren.

Johanna Vogel

Verfasst von Johanna Vogel

Johanna Vogel studiert im Master Kommunikationswissenschaft und Germanistik an der Universität Duisburg-Essen. Bei dermanostic arbeitet sie in den Bereichen Presse und Kommunikation. Sie beschäftigt sich vor allem mit den Themen Digitalisierung, eHealth und asynchroner Kommunikation und deren Bedeutung für Arzt und Patienten.