Malum perforans (Fußgeschwür)

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Offene Stellen an den Füßen können die Lebensqualität stark einschränken. Es gibt unterschiedliche Ursachen für die Entstehung eines Malum perforans, daher sollten Risikofaktoren behoben und eine Therapie frühzeitig begonnen werden. 
Wir erklären Ihnen, was ein Hautdefekt in Form eines Malum perforans bedeutet, wie es entsteht und was man dagegen tun kann.

Definition

Was ist ein Malum perforans?

Das Malum perforans ist ein Geschwür (auch als Ulkus bezeichnet) oder eine Ausbildung von Hornschwielen an mechanisch belasteten Stellen an den Fußsohlen oder Zehen. Es handelt sich hierbei um eine chronische Wunde, die meist in Folge einer Erkrankung des Nervensystems (Polyneuropathie) auftritt. Sie entsteht vor allem dadurch, dass es durch die Grunderkrankung zu einer verminderten Empfindlichkeit gegenüber Berührungen sowie zu einer damit verbundenen Störungen des Gefühls von Druck an den Füßen kommt. 

Ursache

Was ist eine Polyneuropathie?

Das Malum perforans ist definiert als Fußgeschwür in Folge von Nervenschäden und Nervenfunktionsstörungen, meist verursacht durch die Blutzuckerkrankheit Diabetes mellitus. Die Blutzuckerkrankheit sowie auch übermäßiger Alkoholkonsum, Vitaminmangel oder die langjährige Nutzung bestimmter Medikamente können ein Fußgeschwür begünstigen.

Durch die genannten Erkrankungen bzw. Umstände kann eine Polyneuropathie, also eine Schädigung der kleinen Nervenendigungen, verursacht werden. Das kann z. B. dann passieren, wenn der Diabetes mellitus medikamentös nicht gut eingestellt ist und der Zuckergehalt im Blut und Gewebe dadurch chronisch erhöht ist. Durch die Zerstörung der kleinen Nerven kann es zu einer Empfindungsstörung kommen, wodurch mechanische Reizungen und damit einhergehende Schmerzreize nicht mehr richtig wahrgenommen werden und die Betroffenen somit nicht mehr vor Gewebeschädigung gewarnt werden können. Des Weiteren kann eine Fehlbelastungen des Fußes daraus resultieren. Zunächst bilden sich Hornschwielen an den stark belasteten Stellen, wie am Fußballen, an den Zehenspitzen und der Ferse. Auch das Schmerzempfinden ist durch die Nervenschädigung reduziert, so dass an den stark durch Druck belasteten Hautstellen kleine Wunden oder Blasen nicht bemerkt werden und sich so ein Geschwür bilden kann.

Diagnose

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Das Fußgeschwür kann bereits bei der klinischen Beobachtung in Zusammenhang mit den Vorerkrankungen diagnostiziert werden. Es erfolgt eine Überprüfung der Durchblutung durch eine Ultraschalluntersuchung, da eine schlechte Durchblutung den Heilungsprozess verlangsamt. Zudem wird ein mikrobiologischer Abstrich gemacht, um Bakterienherde zu sanieren. Eine Betreuung mit den Neurologen ist zu empfehlen, da die Neuropathie mitbehandelt werden sollte

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Komplikationen

Was kann es für Komplikationen geben?

Wie bei allen chronischen Wunden können durch das Eindringen von Bakterien Infektionen entstehen. Die Füße sind im Allgemeinen häufig schlechter durchblutet, sodass die Heilung länger andauert. Die Geschwüre können sich, ohne richtige Behandlung, schnell bis auf den Knochen ausdehnen und diesen im schlimmsten Fall infizieren. Daher sollten die Füße bei einer bekannten Neuropathie immer gut beobachtet werden, da Schmerzen durch die Erkrankung nicht entstehen.

Therapie

Wie sieht die Behandlung aus?

Die Grunderkrankung, die zu einer Nervenschädigung und somit Polyneuropathie geführt hat, sollte stets mitbehandelt werden. Die Wunde sollte gereinigt und gegebenenfalls mit einem antibiotischen Wirkstoff behandelt werden. Eine gute Fußpflege und das Tragen von entlastendem Schuhwerk sind entscheidend für einen dauerhaften Therapieerfolg. Abgestorbenes Gewebe sollte ebenfalls entfernt werden.

Prävention

Wie kann man vorbeugen?

Vorbeugend wird die Haut an den Füßen regelmäßig nach Hautschäden und Rötungen untersucht. Die Anwendung bestimmter Maßnahmen zur Fußpflege und das richtige orthopädische Schuhwerk sind entscheidend zur Vorbeugung von Komplikationen bei einer Polyneuropathie.

Nasse Füße sollten immer gut abgetrocknet und rissige Stellen, die eine Eintrittspforte für Bakterien darstellen, gut gepflegt werden. Eine vorhandene Gefühlsstörung kann zwar chronische Wunden auslösen, jedoch bei konsequenter langjähriger Anwendung der oben genannten Maßnahmen lässt sich das Risiko zur Entstehung eines Hautdefekts in Form eines Malum perforans verringern.

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Die Bilder in der unten ausgeführten Slideshow wurden von der Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen zur Verfügung gestellt.

Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.

Literatur und Einzelnachweise