Malum perforans (Fußgeschwür)

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Offene Stellen an den Füßen können die Lebensqualität stark einschränken. Es gibt unterschiedliche Ursachen für die Entstehung eines Malum perforans, daher sollten Risikofaktoren behoben und eine Therapie frühzeitig begonnen werden. Wir erklären Ihnen, was diese Erkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man dagegen tun kann.

Dermanostic Hautlexikon | Malum perforans (Fußgeschwür)

Definition

Das Malum perforans ist ein Geschwür (auch als Ulkus bezeichnet) oder eine Hornhautschwiele an mechanisch belasteten Stellen an den Fußsohlen oder Zehen. Es handelt sich hierbei um eine chronische Wunde, die meist in Folge einer Erkrankung des Nervensystems (Polyneuropathie) auftritt und sich in einer verminderten Empfindlichkeit gegenüber Berührungen und Druck an den Füßen äußert.

Ursachen

Das Malum perforans ist definiert als Fußgeschwür in Folge von Nervenschäden und Nervenfunktionsstörungen, meist verursacht durch die Blutzuckerkrankheit Diabetes mellitus. Durch die Empfindungsstörung, werden mechanische Reizungen und Wunden nicht mehr richtig wahrgenommen.
Auch übermäßiger Alkoholkonsum, Vitaminmangel oder die langjährige Nutzung bestimmter Medikamente können ein Fußgeschwür begünstigen. Durch die Nervenschäden und die damit verbundene verminderte Sensibilität der Haut kommt es zu Fehlbelastungen des Fußes. Zunächst bilden sich Hornschwielen an den stark belasteten Stellen, wie am Fußballen, an den Zehenspitzen und der Ferse. Auch das Schmerzempfinden ist durch die Nervenschädigung reduziert, so dass an den stark durch Druck belasteten Hautstellen kleine Wunden oder Blasen nicht bemerkt werden und sich so ein Geschwür bilden kann.

Komplikationen

Wie bei allen chronischen Wunden können durch das Eindringen von Bakterien Infektionen entstehen. Die Füße sind häufig schlechter durchblutet, sodass die Heilung länger andauert. Die Geschwüre können sich, ohne richtige Behandlung, schnell bis auf den Knochen ausdehnen und diesen im schlimmsten Fall infizieren. Daher sollten die Füße bei einer bekannten Neuropathie immer gut beobachtet werden, da Schmerzen durch die Erkrankung nicht entstehen.

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Diagnose

Das Fußgeschwür kann bereits bei der klinischen Beobachtung in Zusammenhang mit den Vorerkrankungen diagnostiziert werden. Es erfolgt eine Überprüfung der Durchblutung durch eine Ultraschalluntersuchung, da eine schlechte Durchblutung den Heilungsprozess verlangsamt. Zudem wird ein mikrobiologischer Abstrich gemacht, um Bakterienherde zu sanieren. Eine Betreuung mit den Neurologen ist zu empfehlen, da die Neuropathie mitbehandelt werden sollte.

Therapie

Die Grunderkrankung, die zu einer Nervenschädigung und somit Polyneuropathie geführt hat, sollte stets mitbehandelt werden. Die Wunde sollte gereinigt und gegeben falls mit einem antibiotischen Wirkstoff behandelt werden. Eine gute Fußpflege und entlastendes Schuhwerk sind entscheidend für einen dauerhaften Therapieerfolg.

Prävention

Vorbeugend wird die Haut an den Füßen regelmäßig nach Hautschäden und Rötungen untersucht. Eine gute Fußhygiene und das richtige orthopädische Schuhwerk sind entscheidend bei einer Polyneuropathie. Nasse Füße sollten immer gut abgetrocknet und rissige Stellen, die eine Eintrittspforte für Bakterien darstellen, gut gepflegt werden.

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Autor: Dr. med. Alice Martin