Was ist das Digitale-Versorgung-Gesetz?

Das DVG. Definition und Zweck.
Deine Haut braucht schnelle Hilfe?
In 5 Minuten online zur Hautarzt-Diagnose.
Porträt von Dr. med. Vasiliki Herold-VlantiPorträt von Dr. med. Thorsten Hromatke

25+ Erfahrene Dermatologen

Diagnose erhalten

Was ist das Digitale Versorgung Gesetz?

Am 19. Dezember 2019 ist das Gesetz für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation (Digitale-Versorgung-Gesetz – DVG) in Kraft getreten.

Das Gesetz hat die Digitalisierung des Gesundheitswesens entscheidend beeinflusst. Es gilt als Unterstützer digitaler Innovationen und schafft eine Rechtsgrundlage für die Versorgung mit digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGAs). [1]

Welchen Zweck hat das DVG?

Das DVG ist ein weiteres Gesetz, dass die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens voranbringen soll. Konkret hat es unter anderem die folgenden Zwecke:

  • die Ermöglichung einer schnelleren Nutzbarkeit von Gesundheit-Apps durch die Einführung der DiGA
  • die Vernetzung des Gesundheitswesens
  • eine einfachere Informationsbeschaffung über Videosprechstunden
  • Hürdenabbau beim Thema „Digitalisierung“
DVG: Vernetzung des Gesundheitssystems, Normalisierung der Videosprechstunde, Einführung der DiGA, Hürdenabbau

Einführung der DiGA

Gesundheits-Apps, die festgelegten Kriterien entsprechen, können seit dem Inkrafttreten des Digitale-Versorgung-Gesetzes von Ärzt*innen verschrieben werden. Zum Beispiel muss die App hohe Sicherheitsanforderungen erfüllen und einen medizinischen Nutzen haben. Dann haben gesetzlich Versicherte einen Anspruch auf eine Versorgung mit Hilfe digitaler Gesundheitsanwendungen, die von Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen verordnet und von der Krankenkasse erstattet werden können. [2] Mit §§ 33a und 139e Fünftes Sozialgesetzbuch (SBG V) wurden DiGAs zu einem Teil der regulären Gesundheitsversorgung. Das bedeutet, dass rund 73 Millionen Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung ihre Gesundheit mit Apps auf Rezept unterstützen können. [3]

Vernetzung des Gesundheitswesens

Um zu gewährleisten, dass alle Patient*innen die digitalen Möglichkeiten des Gesundheitssystems nutzen können, wurden Apotheken und Krankenhäuser dazu verpflichtet, sich an die TI (Telematikinfrastruktur) anzuschließen. Zudem ermöglicht das Gesetz für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation sogenannte „offene und standardisierte Schnittstellen“. Systeme mit internationalen Standards sollen einen einfacheren und schnelleren Informationsaustausch zwischen verschiedenen Parteien des Gesundheitswesens vereinfachen. Dadurch soll verhindert werden, dass der Austausch aufgrund von Systemunterschieden oder Medienumbrüchen erschwert wird. [1]

Normalisierung von Videosprechstunden

Welche Ärzt*innen bieten eigentlich Videosprechstunden an? Lange gab es nur wenige Informationen dazu, welche Ärzt*innen Videosprechstunden anbieten. Das DVG ermöglicht es Ärzt*innen auf ihrer Internetseite über ihre digitalen Angebote zu informieren. [1]

Hürdenabbau beim Thema „Digitalisierung“

Menschen sind unterschiedlich technikaffin. Um dennoch jedem Interessierten die Möglichkeit zu geben, die digitalen Neuerungen im deutschen Gesundheitswesen zu nutzen, legt das DVG folgendes fest: Krankenkassen sind verpflichtet, die digitale Gesundheitskompetenz ihrer Versicherten zu unterstützen. Beispielsweise können sie Kurse zur Digitalen Gesundheitskompetenz anbieten oder Versicherten, die die elektronische Patientenakte nutzen möchte, kann durch einen Coach oder ein Hilfe-Telefon unterstützt werden. [1] So soll die Digitalisierung im Gesundheitswesen einer möglichst breiten Masse zugänglich gemacht werden.

Quellen:

  1. Bundesministerium für Gesundheit (Stand 2020) | Ärzte sollen Apps verschreiben
  2. AOK (Stand 2022) | Digitale Gesundheitsanwendungen. Definition, Abgrenzung, Verordnung
  3. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (Stand 2022) | DiGA. Digitale Gesundheitsanwendungen

Inhalt

Verfasst von
Johanna Vogel
Johanna Vogel
Johanna Vogel studierte im Master Kommunikationswissenschaft und Germanistik an der Universität Duisburg-Essen. Bei dermanostic arbeitete sie in den Bereichen Presse und Kommunikation.

Das könnte Dich auch interessieren!

Leitlinien der Teledermatologie

Leitlinien spielen eine wichtige Rolle in der Medizin. Sie dienen dazu, Ärzten und Ärztinnen eine Empfehlung für die Versorgung von Patient*innen zu geben, um eine hohe Behandlungsqualität zu gewährleisten und Versorgungsstrukturen zu optimieren.

Kann eine digitale Behandlung per App den Hautarztbesuch ersetzen?

In den letzten Jahren sind telemedizinische Behandlungen immer populärer geworden. Auch in Deutschland etabliert sich diese Behandlungsmöglichkeit zunehmend.

Digitale Wissenschaftskommunikation: Die Verbreitung von Wissen in der Gesellschaft

Wissenschaftskommunikation umfasst alle Arten der Kommunikation von wissenschaftlichen Inhalten und wissenschaftlicher Arbeit. Was die Digitalisierung für die Wissenschaftskommunikation bedeutet, welche Vor- und Nachteile es gibt, erfahren Sie hier!

Der Einfluss der Corona-Pandemie auf die Teledermatologie

Schon vor dem Ausbruch von SARS-Covid-19 hat es in Deutschland keine flächendeckende dermatologische Versorgung gegeben. Lange Wartezeiten von mehreren Monaten auf einen Termin beim Hautarzt/ bei der Hautärztin sind keine Seltenheit.

Chancen und Grenzen der digitalen Arzt-Patienten-Kommunikation

Was sind die Herausforderungen der Arzt-Patienten-Kommunikation? Wie funktioniert dieser Austausch im Digitalen? Ein Interview mit Dr. med. Alice Martin, dermanostic-Mitgründerin und Kommunikationsexpertin.

Gesundheitsanwendungen: Ein Einblick in die Welt der DiGA und digitalen Plattformen

Dr. Alexandra Heidel von der CompuGroup Medical teilt mit uns ihre Expertise im Bereich digitale Gesundheitsanwendungen. Außerdem erklärt sie uns den Vorteil von Gesundheitsplattformen und gibt uns einen Ausblick auf die Rolle von DiGA und DiPA in 30 Jahren.

E-Health

Der Begriff E-Health (auch: eHealth geschrieben) leitet sich von dem englischen Begriff „electronic Health“ ab. Unter diesem Sammelbegriff werden Anwendungen zusammengefasst, die mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) die Behandlung und die Betreuung von Erkrankten unterstützen.

Telematikinfrastruktur

Die Telematikinfrastruktur (TI) bezeichnet die Infrastruktur - also die technische Grundausstattung - für alle medizinischen Anwendungen im deutschen Gesundheitswesen. Sie kann auch als die „Datenautobahn des Gesundheitswesens“ bezeichnet werden.

Deep Learning

Deep Learning ist ein Teilgebiet des maschinellen Lernens, welches sich auf künstliche neuronale Netze und große Datenmengen fokussiert. Deep Learning wird dazu genutzt, Bilder zu erkennen, Texte zu verstehen und Entscheidungen genauer treffen zu können.

Elektronische Patientenakte (ePA)

Die elektronische Patientenakte (ePA) ist eine digitale Anwendung, die von der Krankenkasse zur Verfügung gestellt wird, in die Patient*innen ihre medizinischen Informationen eintragen und medizinische Dokumente ablegen können.

Lust auf mehr?

Jetzt exklusiv in unserem Newsletter:
Expertentipps
Hilfreiches Hautwissen
Exklusive Angebote
Wilkommens-Gutschein