Teledermatologie

Teledermatologie – die telemedizinische Hautarztbehandlung
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Die Teledermatologie ist ein Teilbereich der Telemedizin, der auf die hautärztliche Versorgung von Patienten und Patientinnen spezialisiert ist. Die teledermatologische Versorgung erfolgt auf räumliche (und ggf. zeitliche) Distanz mittels digitaler Kommunikation [1].

Zwei verschiedene teledermatologische Verfahren

Es gibt zwei verschiedene Arten der teledermatologischen Versorgung von Patienten mittels digitaler Kommunikation: die Videosprechstunde und das Store-and-forward System, oder auch Bild-Text-Verfahren genannt. Hinzu kommt eine Hybridform, die beides miteinander verknüpft. [2]

Store-and-forward-System

Das bekannteste und am häufigsten verwendete Verfahren der Teledermatologie ist das Store-and-forward-System. Hier werden Fotos einer Hautveränderung von einem Patienten oder einer angehörigen Person aufgenommen und zusammen mit einem ausgefüllten Fragebogen per App oder WebApp an Hautfachärzte geschickt.

Bei diesem Verfahren findet die Kommunikation zwischen Arzt und Patient nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich versetzt statt und wird daher auch als asynchrones Verfahren bezeichnet. Diese Form der dermatologischen Versorgung ist daher wenig zeitintensiv, so dass lange Wartezeiten auf einen Termin beim Hautarzt entfallen.

Studien zeigen, dass die Store-and-forward-Technologie der Videosprechstunde bei der Präzision dermatologischer Diagnostik nicht unterlegen ist, bei schlechter Internetverbindung ist sie sogar präziser als diese. [3] Schon 2009 hat eine Studie bestätigt, dass das Bild-Text-Verfahren bezüglich Diagnose, Therapie und Patientenzufriedenheit ähnliche Ergebnisse erzielt hat, wie die Behandlung bei einem niedergelassenen Dermatologen. [4]

Videotelefonie

Mittels Videotelefonie können Sprechstunden trotz einer räumlichen Trennung in Echtzeit-Verfahren stattfinden. In einer Videosprechstunde treffen Arzt und Patient virtuell zu einer vereinbarten Zeit zu einer Beratung aufeinander. Der Patient schildert sein Anliegen mündlich und kann dem Arzt seine Hautveränderung über die Kamera zeigen, sodass der Arzt im Idealfall gleich eine Diagnose stellen kann. Diese Art der Arzt-Patienten-Kommunikation bedeutet eine enorme Zeitersparnis für den Patienten, da die Anreise zum Arzt wegfällt. Die Bildqualität der Computerkamera kann jedoch bei einer schlechten Kamerauflösung oder Internetverbindung nicht ausreichen, um eine sichere Diagnose stellen zu können. Zudem ist die Terminfindung sowie die zeitliche Ersparnis nur durch den Wegfall der Anreise. Die Kommunikation findet analog zu einer persönlichen Behandlung vor Ort im gleichen zeitlichen Umfang statt.

Telemedizin, Teledermatologie, eHealth

Warum sich besonders die Dermatologie zur telemedizinischen Versorgung eignet

Der Fachbereich Dermatologie bietet als visuelles Fach mit der Möglichkeit der Blickdiagnose die besten Voraussetzungen für die Telemedizin. Eine Auswertung von der Online-Hautarztpraxis dermanostic hat ergeben, dass die visuelle Begutachtung einer Hautveränderung per Foto in 99% aller Fälle ausreicht, um eine Diagnose stellen zu können. 92% der Patienten sind komplett digital behandelt. In ca. 8% werden Abstriche oder Blut- bzw. Gewebeproben benötigt.

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Anwendungsgebiete der Teledermatologie

  • Diagnostik
  • Akute Versorgung
  • Prävention
  • Verlaufskontrollen
  • Nachsorge
  • Konsile

Die Teledermatologie eignet sich sowohl zur Diagnostik, für die akute Versorgung von Hauterkrankungen, als auch für chronische Erkrankungen und für die Prävention. Oft wünschen Patienten Voreinschätzungen dazu, ob eine Hautveränderung ernsthaft ist und aufwendiger behandelt werden muss oder ob sie mit frei verkäuflichen Medikamenten therapiert werden kann, so dass kein Termin beim niedergelassenen Hautarzt mehr nötig ist.

Zu chronischen Erkrankungen, die oft per Teledermatologie behandelt werden können, zählen zum Bsp.: Akne, Neurodermitis, Psoriasis (Schuppenflechte). Hier eignet sich die Teledermatologie auch zur Verlaufskontrolle. Der Heilungsprozess kann teledermatologisch kontrolliert werden, dies betrifft zum Beispiel auch die Nachsorge operativer Befunde. So erfolgt eine kontinuierliche Betreuung des Patienten. [5]

Die Teledermatologie bietet sich außerdem für Haus- und Allgemeinmediziner oder Ärzte im Krankenhaus für ein telemedizinisches Konsil an, sollte bei Patienten der Verdacht einer Hautkrankheit auftreten.

Vorteile der Teledermatologie

  • Versorgung immobiler Patienten
  • Vereinfachte Versorgung im ländlichen Raum
  • Anonyme Behandlungsmöglichkeit (Senken der Hemmschwelle bei schambehafteten Erkrankungen)
  • Geringer organisatorischer Aufwand für Arzt und Patient
  • Entfall von Wartezeiten
  • Flächendeckende fachärztliche Versorgung
  • Vereinfachung der medizinischen Versorgung
  • Arbeitsmedizinische Beratung wird erleichtert
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Grenzen der Teledermatologie

  • Eingeschränkte Arzt-Patienten-Kommunikation
  • Vor-Ort-Behandlungen sind bei gewissen Erkrankungen notwendig
  • Behandlungen von Notfällen sind nicht möglich

Die Teledermatologie ist zusammengefasst eine wertvolle und notwendige Ergänzung des Gesundheitssystems und verbessert die dermatologische Versorgung von Patienten mit Hautkrankheiten.

*In diesem Text haben wir aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Hiermit möchten wir ausdrücklich darauf hinweisen, dass wir uns damit gleichermaßen auf männliche, weibliche und andere Geschlechteridentitäten beziehen.

Inhalt

Verfasst von
Johanna Vogel
Johanna Vogel
Johanna Vogel studierte im Master Kommunikationswissenschaft und Germanistik an der Universität Duisburg-Essen. Bei dermanostic arbeitete sie in den Bereichen Presse und Kommunikation.

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